Zum Thema "Grippe" kopiere ich nachstehend mal einen Text aus einem ganz anderen Hobby-Forum ein, geschrieben von einem Krankenhausarzt aus Rheinland-Pfalz, da er ein paar neue Aspekte aufwirft und manches sehr entschieden kommentiert:
"[...] Ich komme in den Einzelheiten des Diskussionsverlaufs nicht mehr nach, daher etwas allgemeiner: Ich arbeite als Krankenhausarzt mit sehr vielen Jahren Berufserfahrung (auch in der Intensivmedizin) in einer großen deutschen Klinik u.a. mit Coronapatienten, beatmet und spontan atmend. Was wir hier sehen, mag zum Glück nicht die überrollende Quantität aus der Lombardei oder dem Elsass sein, die Qualität aber ist neu. Wir kannten atypische Pneumonien, wir kennen ARDS, aber das hier ist anders. Die Patienten kommen nicht von den Maschinen los in den gewohnten Zeiten. Die Letalität der Beatmeten ist um 80%. Wie xx ganz oben verlinkt hat, scheinen auch unbeatmete Patienten ganz neue pulmonale Probleme zu entwickeln, die neurologischen Komplikationen sind noch gar nicht wirklich verstanden, gerade diese Woche erscheinen die ersten Publikationen dazu in den online Ausgaben oder preprint der seriösen Journale wie Nature, BMJ, NEJM, JAMA Neurol. (Und nein, das ist nicht industriegesteuerte Lügenpresse oder die Hauspost von Bill Gates). Und was wir hier in Deutschland sehen, berichten mir befreundete Kollegen aus Straßburg und aus London genauso. Diese Krankheit hat etwas, was wir noch nicht kannten. Punkt.
Wenn irgendwelche Verschwörungstheoretiker finstere Mächte Interessen verfolgen sehen, denken die beeindruckten Zuschauer doch bitte einmal nach: cui bono? Welcher „Staatsmacht“ hier in Deutschland ist an der aktuellen Situation gelegen? Welche Industrie freut sich gerade außer Amazon und Gilead, dem Hersteller von Remdesivir? Vielleicht noch Impfstoffhersteller, aber Impfen wird eh immer wichtiger, je mehr wir die Welt grotesk übervölkern. Die angestellten Vergleiche zu den Antihypertensiva (man könnte auch die Statine oder Antidementiva nennen) passen für diese Situation nicht.
Warum sollten Kapitalfonds ihre Einlagen verlieren und warum Donald Trumps Ölindustrie gerade den Bach runtergehen, wie Putins oder des Scheichs Absatzmarkt auch? Es gibt kein Interesse, außer irgendjemand extraterrestrisches zieht die Fäden.
Und eine Menge aus diesen Videos – habe mir aber nur etwa 15 Minuten von Dahlke reingetan – sind alternative facts, wie aus der Presseabteilung einer großen transatlantischen Nation mit aktuell 750000 nachgewiesenen Infektionen und 35000 Toten, Dunkelziffer xy. Da ist so viel Quatsch drin…
Was mich irritiert: woher nehmen viele unserer Diskutanden hier oder an anderen Orten die Selbstverständlichkeit der sich zugemessenen Kompetenz her? Oder freundlicher: woher wisst Ihr, worüber Ihr sprecht? Nur weil ein merkwürdiger Mensch etwas behauptet? Würdet Ihr mit derselben Verve in die inhaltliche Argumentation über Atomphysik einsteigen? Über Struktur von K.-H. Stockhausens Prozess-Kompositionen? Über die richtige Auswahl von Schimmelpilzen in der Camembertproduktion? Oder auch nur Eurem Werkstattmeister vorschreiben, wie er die Bremsscheiben an Eurem Golf zu befestigen hat??
Natürlich können wir das mit Corona alles lässiger angehen, aber dann werden wir natürlich mehr Opfer haben. Wenn wir dafür einen Konsens finden, o.k. Wenn einige hierzulande sagen, dass sie mehr Freiheit bei mehr Risiko wollen, genauso wie man es jetzt aus USA hört, auch ok. Schweden ist übrigens anders als oben im thread zu lesen kein sehr erfolreiches Beispiel für niedrige Letalität bei liberaler Politik - 10-fache Sterbezahl als in Norwegen bei nur doppelter Bevölkerung - bestensfalls ein gutes Beispiel für einen anderen Konsens mit mehr akzeptierten Opfern. Und wir müssen dann die Triagepläne fertig auf dem Tisch haben und umsetzen - wer wird nicht mehr beatmet? Alle über 80? Alle Raucher (warum nicht)? Alle Lungenkranken mit einer Sterblichkeitswahrscheinlichkeit über 50%, also auch junge Asthmatiker oder CF Patienten, die bisher wacker und glücklich das 23 Lebensjahr erreicht haben?
Oder wenn wir doch schwach werden, weiter ins Krankenhaus aufnehmen und nicht zuhause sterben lassen und die Intensivstation dann mit Covid vollhaben, was ohne Restriktionen auch passieren wird: lassen wir dann die Motorradfahrer mit Polytrauma im Graben liegen oder den 44 Jährigen mit transmuralem Herzinfarkt zu Hause, wie in England aus Kapazitätsgründen letztens passiert?
Wie gesagt, es braucht den Konsens, eine Meinungsbildung. Weil die aber i.d.R. nicht populistisch funktioniert, brauchen wir eben doch eine verordnete Meinung.
Als in den letzten Jahren unser Luxussystem der Gesundheitsversorgung die ersten Komfortmängel bekam, haben alle geschrien, dass das so nicht ginge. Keiner hat laut überlegt, wie man die Überversorgung reduziert, oder wer auch draufgeben muss. Wann immer ein Krankenhaus in der Provinz geschlossen wird, gibt es einen Sturm in der Region, beim Landrat, und der Staatssekretär im Gesundheitsministerium sucht fake Lösungen. Denn wir haben keinen Konsens. Die Planung aus Berlin und v.a. der Kassenverbände bewirkt die Kürzungen strukturell und sehr absichtlich (wahrscheinlich auch vernünftig), aber vermittelt das nicht offen, weil die Leute das nicht wollen. Frag, ob die Bevölkerung mehr Freiheit will, wenn jeder unterschreiben muss, dass sie/er in Kauf nimmt, im Notfall nicht beatmet zu werden und zu sterben, oder selber auch nur den Beinbruch nicht mehr operiert zu bekommen, wenn er wirklich operiert gehört, um jemals wieder glatt laufen zu können – es wird sich keine Mehrheit mehr für eine unkritische Lockerung finden. Jeder ist sich dann selbst der nächste, wie sonst bei der Steuererklärung oder der Schwarzarbeit. Oder bei der Diskussion, ob wir zu Ostern lieber 80000 Spargelpflücker ins Land lassen, oder 51 unbegleitete Minderjährige aus Lespos.
Bitte nicht jeden Schrott glauben und nicht alles, wovon man nichts versteht, als Wissen vortragen (diskutieren und fragen ausdrücklich erlaubt!) und darauf hoffen, dass gute epidemiologische Beratung und wirtschaftliche Interessen bei den Entscheidungsträgern doch noch die richtigen Signale setzen. [...]"
"[...] Ich komme in den Einzelheiten des Diskussionsverlaufs nicht mehr nach, daher etwas allgemeiner: Ich arbeite als Krankenhausarzt mit sehr vielen Jahren Berufserfahrung (auch in der Intensivmedizin) in einer großen deutschen Klinik u.a. mit Coronapatienten, beatmet und spontan atmend. Was wir hier sehen, mag zum Glück nicht die überrollende Quantität aus der Lombardei oder dem Elsass sein, die Qualität aber ist neu. Wir kannten atypische Pneumonien, wir kennen ARDS, aber das hier ist anders. Die Patienten kommen nicht von den Maschinen los in den gewohnten Zeiten. Die Letalität der Beatmeten ist um 80%. Wie xx ganz oben verlinkt hat, scheinen auch unbeatmete Patienten ganz neue pulmonale Probleme zu entwickeln, die neurologischen Komplikationen sind noch gar nicht wirklich verstanden, gerade diese Woche erscheinen die ersten Publikationen dazu in den online Ausgaben oder preprint der seriösen Journale wie Nature, BMJ, NEJM, JAMA Neurol. (Und nein, das ist nicht industriegesteuerte Lügenpresse oder die Hauspost von Bill Gates). Und was wir hier in Deutschland sehen, berichten mir befreundete Kollegen aus Straßburg und aus London genauso. Diese Krankheit hat etwas, was wir noch nicht kannten. Punkt.
Wenn irgendwelche Verschwörungstheoretiker finstere Mächte Interessen verfolgen sehen, denken die beeindruckten Zuschauer doch bitte einmal nach: cui bono? Welcher „Staatsmacht“ hier in Deutschland ist an der aktuellen Situation gelegen? Welche Industrie freut sich gerade außer Amazon und Gilead, dem Hersteller von Remdesivir? Vielleicht noch Impfstoffhersteller, aber Impfen wird eh immer wichtiger, je mehr wir die Welt grotesk übervölkern. Die angestellten Vergleiche zu den Antihypertensiva (man könnte auch die Statine oder Antidementiva nennen) passen für diese Situation nicht.
Warum sollten Kapitalfonds ihre Einlagen verlieren und warum Donald Trumps Ölindustrie gerade den Bach runtergehen, wie Putins oder des Scheichs Absatzmarkt auch? Es gibt kein Interesse, außer irgendjemand extraterrestrisches zieht die Fäden.
Und eine Menge aus diesen Videos – habe mir aber nur etwa 15 Minuten von Dahlke reingetan – sind alternative facts, wie aus der Presseabteilung einer großen transatlantischen Nation mit aktuell 750000 nachgewiesenen Infektionen und 35000 Toten, Dunkelziffer xy. Da ist so viel Quatsch drin…
Was mich irritiert: woher nehmen viele unserer Diskutanden hier oder an anderen Orten die Selbstverständlichkeit der sich zugemessenen Kompetenz her? Oder freundlicher: woher wisst Ihr, worüber Ihr sprecht? Nur weil ein merkwürdiger Mensch etwas behauptet? Würdet Ihr mit derselben Verve in die inhaltliche Argumentation über Atomphysik einsteigen? Über Struktur von K.-H. Stockhausens Prozess-Kompositionen? Über die richtige Auswahl von Schimmelpilzen in der Camembertproduktion? Oder auch nur Eurem Werkstattmeister vorschreiben, wie er die Bremsscheiben an Eurem Golf zu befestigen hat??
Natürlich können wir das mit Corona alles lässiger angehen, aber dann werden wir natürlich mehr Opfer haben. Wenn wir dafür einen Konsens finden, o.k. Wenn einige hierzulande sagen, dass sie mehr Freiheit bei mehr Risiko wollen, genauso wie man es jetzt aus USA hört, auch ok. Schweden ist übrigens anders als oben im thread zu lesen kein sehr erfolreiches Beispiel für niedrige Letalität bei liberaler Politik - 10-fache Sterbezahl als in Norwegen bei nur doppelter Bevölkerung - bestensfalls ein gutes Beispiel für einen anderen Konsens mit mehr akzeptierten Opfern. Und wir müssen dann die Triagepläne fertig auf dem Tisch haben und umsetzen - wer wird nicht mehr beatmet? Alle über 80? Alle Raucher (warum nicht)? Alle Lungenkranken mit einer Sterblichkeitswahrscheinlichkeit über 50%, also auch junge Asthmatiker oder CF Patienten, die bisher wacker und glücklich das 23 Lebensjahr erreicht haben?
Oder wenn wir doch schwach werden, weiter ins Krankenhaus aufnehmen und nicht zuhause sterben lassen und die Intensivstation dann mit Covid vollhaben, was ohne Restriktionen auch passieren wird: lassen wir dann die Motorradfahrer mit Polytrauma im Graben liegen oder den 44 Jährigen mit transmuralem Herzinfarkt zu Hause, wie in England aus Kapazitätsgründen letztens passiert?
Wie gesagt, es braucht den Konsens, eine Meinungsbildung. Weil die aber i.d.R. nicht populistisch funktioniert, brauchen wir eben doch eine verordnete Meinung.
Als in den letzten Jahren unser Luxussystem der Gesundheitsversorgung die ersten Komfortmängel bekam, haben alle geschrien, dass das so nicht ginge. Keiner hat laut überlegt, wie man die Überversorgung reduziert, oder wer auch draufgeben muss. Wann immer ein Krankenhaus in der Provinz geschlossen wird, gibt es einen Sturm in der Region, beim Landrat, und der Staatssekretär im Gesundheitsministerium sucht fake Lösungen. Denn wir haben keinen Konsens. Die Planung aus Berlin und v.a. der Kassenverbände bewirkt die Kürzungen strukturell und sehr absichtlich (wahrscheinlich auch vernünftig), aber vermittelt das nicht offen, weil die Leute das nicht wollen. Frag, ob die Bevölkerung mehr Freiheit will, wenn jeder unterschreiben muss, dass sie/er in Kauf nimmt, im Notfall nicht beatmet zu werden und zu sterben, oder selber auch nur den Beinbruch nicht mehr operiert zu bekommen, wenn er wirklich operiert gehört, um jemals wieder glatt laufen zu können – es wird sich keine Mehrheit mehr für eine unkritische Lockerung finden. Jeder ist sich dann selbst der nächste, wie sonst bei der Steuererklärung oder der Schwarzarbeit. Oder bei der Diskussion, ob wir zu Ostern lieber 80000 Spargelpflücker ins Land lassen, oder 51 unbegleitete Minderjährige aus Lespos.
Bitte nicht jeden Schrott glauben und nicht alles, wovon man nichts versteht, als Wissen vortragen (diskutieren und fragen ausdrücklich erlaubt!) und darauf hoffen, dass gute epidemiologische Beratung und wirtschaftliche Interessen bei den Entscheidungsträgern doch noch die richtigen Signale setzen. [...]"
Kommentar
.) Danach wurde dann R(0) gehypt, eine Zahl, die sich auf der aktuellen Datenbasis nur grob abschätzen lässt und damit auch kein praktikables Ziel ist. - Ja, und Homberger hat es richtig beobachtet, die Zahl der Neuinfektion zeigten einen Trend Richtung Süd-Südwest an, damit war R(0) schon vor dem Lockdown unter 1.

China lässt Zeugen und Kritiker verschwinden
Von Philip Friedrichs
22.04.2020, 09:29 Uhr
Ursprung des Coronavirus: Die Spur führt zu verschwundenen Zeugen, wie Original-Aufnahmen
ihrer Verhaftung zeigen. (Quelle: Bitprojects)
Medienberichte setzen die chinesische Regierung erneut unter Druck.
Über 5.000 Menschen sollen verhaftet worden sein, weil sie Informationen
über den Ausbruch des Coronavirus mit anderen geteilt hatten.
Ein Arzt, ein Journalist und ein Textilhändler sind in den vergangenen Monaten
in China verschwunden. Alle drei hatten sich zuvor im Internet
zum Ausbruch des Coronavirus in Wuhan geäußert.
Sie wurden unter dubiosen Umständen verhaftet,
wie Video-Aufnahmen belegen. Seitdem fehlt von ihnen jede Spur
oder sie sind mittlerweile gestorben.