Statusbericht 24. April 2021
Germany
New Cases 23.04.2021: 22262
Weekly average: 20395
7 day incidence: 172,0
Rt: 1,00 (0,96 - 1,04) | 0,99 (7-day avg)
Forecast 21.05: 19281 (14036 - 26488)
Alert Value A: 1,46 very high risk

Die Osterdelle ist vorüber (S-förmiger Ausschlag der blauen Kurve) und ich kann nun eine qualifizierte Bewertung der aktuellen Situation in Deutschland vornehmen:
Germany
New Cases 23.04.2021: 22262
Weekly average: 20395
7 day incidence: 172,0
Rt: 1,00 (0,96 - 1,04) | 0,99 (7-day avg)
Forecast 21.05: 19281 (14036 - 26488)
Alert Value A: 1,46 very high risk

Die Osterdelle ist vorüber (S-förmiger Ausschlag der blauen Kurve) und ich kann nun eine qualifizierte Bewertung der aktuellen Situation in Deutschland vornehmen:
- Wir befinden uns exakt auf dem Scheitelpunkt der aktuellen Welle, auch "3.Welle" genannt.
- Der Forecast meines Trendmodells oben ist zu pessimistisch, vgl. mein Kommentar unten dazu:
- Bis zum 22.05. wird sich die Inzidenz ziemlich genau halbieren, auf ca. 70-100. Das liegt leicht unterhalb des Korridors meines Trendmodell oben (120+).
- Das setzt natürlich voraus, dass Compliance und Maßnahmen konstant bleiben. Die Maßnahmen wurden mit dem neuen Infektionsschutzgesetz gerade verschärft, aber in der Praxis sind die Änderungen doch wohl eher gering gegenüber dem Status Quo. Und epidemiologisch inzwischen auch nicht mehr notwendig.
- Die Zahl der Toten liegt gegenüber letzter Woche konstant bei 228 im 7-Tagesmittel.
- Die Zahl der Intensivpatienten hat sich erhöht auf 5054 (+314; +7%). Das ist ein ähnlicher Anstieg wie letzte Woche.
- Die Inzidenz des RKI liegt etwas niedriger als meine, die Gründe hierfür sind bekannt. Ich halte meinen Inzidenzwert für belastbarer. Die Inzidenz entspricht fast genau meiner Inzidenz der Vorwoche (172,7).
- Seit gestern gibt es einen neuen Reporttyp des RKI: der Verlauf der täglich neu erfassten Fälle, im Zeitverlauf, Gesamt, nach Bundesland und Kreis. Damit wäre mein Algorithmus nun auch auf Bundeslandebene und Kreisebene anwendbar.
- Die Zahl der Testungen in KW15 hinkte noch hinterher: 1.295.635 mit 12,41% Positivenrate. Das ist viel zu hoch.
- Die Inzidenz bei den 15-19J ist auf 271 gestiegen (+102 gegenüber Ø). Während also die Pandemie in der Gesamtbevölkerung gerade ihren Scheitel durchläuft, ist dies in der Jugend noch nicht der Fall.
- Betrachtungen zu den Variants of Concern, dem Impfen und der Saisonalität folgen separat als Kommentar unten.
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Ausland
Austria
New Cases 23.04.2021: 2329
Weekly average: 2218
7 day incidence: 175,2
Rt: 0,94 (0,89 - 0,98) | 0,93 (7-day avg)
Forecast 21.05: 1327 (928 - 1897)
Alert Value A: 1,30 very high risk
Fallzahlen sinken.
Switzerland
New Cases 23.04.2021: 2113
Weekly average: 2016
7 day incidence: 164,6
Rt: 1,00 (0,95 - 1,04) | 0,96 (7-day avg)
Forecast 21.05: 1508 (1075 - 2117)
Alert Value A: 1,31 very high risk
Fallzahlen konstant.
France
7 day incidence: 318,7
Rt: 0,94 (0,65 - 1,36) | 0,90 (7-day avg)
Alert Value A: 1,42 very high risk
Italy
7 day incidence: 155,1
Rt: 0,94 (0,90 - 0,98) | 0,94 (7-day avg)
Alert Value A: 1,40 very high risk
Spain
7 day incidence: 130,7
Rt: 1,06 (0,93 - 1,20) | 0,99 (7-day avg)
Alert Value A: 1,30 very high risk
Sweden
7 day incidence: 373,5
Rt: 0,89 (0,81 - 0,99) | 0,95 (7-day avg)
Alert Value A: 1,61 very high risk
Poland
7 day incidence: 216,0
Rt: 0,75 (0,69 - 0,83) | 0,79 (7-day avg)
Alert Value A: 1,24 very high risk
Czechia
7 day incidence: 172,4
Rt: 0,85 (0,73 - 0,99) | 0,83 (7-day avg)
Alert Value A: 1,26 very high risk
United Kingdom
7 day incidence: 26,1
Rt: 1,00 (0,58 - 1,72) | 1,25 (7-day avg)
Alert Value A: 0,73 high risk
US
7 day incidence: 125,2
Rt: 0,89 (0,84 - 0,93) | 0,93 (7-day avg)
Alert Value A: 1,12 very high risk
Israel
7 day incidence: 10,8
Rt: 0,90 (0,79 - 1,02) | 0,81 (7-day avg)
Forecast 21.05: 32 (12 - 86)
Alert Value A: -0,03 moderate risk
Thailand
Weekly average: 1592
7 day incidence: 16,1
Rt: 1,10 (0,75 - 1,60) | 1,36 (7-day avg)
Alert Value A: 0,72 high risk
Brazil
7 day incidence: 193,1
Rt: 0,89 (0,82 - 0,96) | 0,94 (7-day avg)
Alert Value A: 1,64 very high risk
India
New Cases 23.04.2021: 346786
Weekly average: 297696
7 day incidence: 154,0
Rt: 1,28 (1,23 - 1,33) | 1,31 (7-day avg)
Alert Value A: 1,89 very high risk
Die aktuelle Welle hat sich minimal abgeschwächt, aber insgesamt ungebrochen.
Mit ca. 1 Million täglich Toten ist schon bis ca. Mitte Mai zu rechnen.
Anhänge
Zuletzt bearbeitet:
Nun ja, ich kann hier mein Modell "as is" kommunizieren, ohne, dass sich deshalb das Verhalten der Bevölkerung ändern würde.dann hören Sie zu ...
Als RKI oder mit 1+ Mio Subscribern würde ich es vermutlich nicht. Zu schnell werden solche Forecasts "eingepreist" und die Compliance sinkt. Da kann ich das RKI auch verstehen. Was sie sagen, und welche Modelle sie intern tatsächlich besitzen, sind vermutlich zwei paar Schuhe. Ein einfaches Trendmodell ohne weitere Faktoren ist da schon ok, wenn man das dazu sagt. Was sie ja tun.
Umgekehrt ist es ähnlich: ein pessimistisches Modell warnt die Bevölkerung, die Compliance steigt, es tritt nicht ein. Ein Beispiel eines Präventionsparadoxons. Anders herum gilt dies genauso: ein optimistisches Modell führt zu fallender Compliance und es tritt auch nicht ein. Daher hält das RKI sich mit Prognosen auffallend zurück.
Das ist ja auch einer der Gründe, warum ich selbst rechne. Ich bin halt neugierig und will die Lage über den Trend hinaus verstehen.
Zuletzt bearbeitet:
Achtung Bezahlschranke!
Zum Thema: https://www.spiegel.de/wissenschaft...ndemie-a-a706214c-e0c9-4fc2-953e-c307a5d0c352
Letzter Absatz:
" Überraschend wenig thematisiert wurde im gesamten Pandemieverlauf übrigens, dass eine exponentielle Entwicklung auch nützlich sein kann. Sie wirkt nämlich in beide Richtungen. Gelingt es einem Land oder einer Region etwa, den R-Wert auf 0,7 zu reduzieren, dann halbieren sich die Fallzahlen alle acht Tage. Bei 0,6 alle fünfeinhalb Tage. Es gibt eigentlich kein besseres Argument für harte und dafür kurzzeitig ergriffene Maßnahmen. Allein: Damit durchgedrungen ist in Deutschland zuletzt niemand. "
Zuletzt bearbeitet:
P
Nun, in Deutschland harte aber kurze Massnahmen verkaufen, das wird auch schwierig, weil man im Herbst genau das zuerst versucht hat (natürlich nur halbherzig bei den Massnahmen) und dann immer weiter verlängern musste.
Das kann aus meiner Sicht nur noch verkauft werden, wenn das Ende der Massnahmen fix terminiert ist und nur noch mit massiven Mehrheiten verlängert werden kann. Also 4 bis 5 Wochen richtig zu, danach geht automatisch massiv was auf, ausser ggf- Restaurants drinnen und grosse Anlässe. Natürlich mit Schutzkonzapt wie Abstand, masken wo möglich, Maximalzahl der Kunden in Innenräumen usw. Verlängerung dieses kurzen, harten Lockdowns nur noch mit 2/3 Mehrheit in beiden Parlamentkammern. Den Prozess dazu kann man dann in der letzten Woche Lockdown anleiern. Ein harter Lockdown in der Länge hat bisher doch eigentlich immer gereicht um die Zahlen massiv runter zu bringen, siehe zuletzt in Lodon oder Portugal. Auch mit B1.1.7. Die 2/3 Mehrheit ist daher primär deswegen drinnen, um den Leuten glaubhaft zu beweisen, dass es dann nicht mal so eben in Verlängerung geht, sondern nur dann, wenn es doch noch so schlimm ist, dass man eine grosse Mehrheit der politischen Akteure überzeugt. Eben so schlimm, dass man auch einen Teil der Opposition überzeugen kann, dass es nötig ist.
Timing ist dabei auch alles: Ja Schule zu, aber nein, zumindest in den obligatorischen Schulen kein Fernunterricht mehr. Ggf. Ferien verschieben, sodass nur 1 bis 2 Wochen wirklich verpasst werden, das holt man auf.
Wer hingegen einen harten Lockdown einfach mal so von der Regierung propagiert: Da glaube ich einfach nicht mehr, dass der zeitlich streng limitiert ist. Das Vertrauen haben sie verspielt.
Nun, in Deutschland harte aber kurze Massnahmen verkaufen, das wird auch schwierig, weil man im Herbst genau das zuerst versucht hat (natürlich nur halbherzig bei den Massnahmen) und dann immer weiter verlängern musste.
Das kann aus meiner Sicht nur noch verkauft werden, wenn das Ende der Massnahmen fix terminiert ist und nur noch mit massiven Mehrheiten verlängert werden kann. Also 4 bis 5 Wochen richtig zu, danach geht automatisch massiv was auf, ausser ggf- Restaurants drinnen und grosse Anlässe. Natürlich mit Schutzkonzapt wie Abstand, masken wo möglich, Maximalzahl der Kunden in Innenräumen usw. Verlängerung dieses kurzen, harten Lockdowns nur noch mit 2/3 Mehrheit in beiden Parlamentkammern. Den Prozess dazu kann man dann in der letzten Woche Lockdown anleiern. Ein harter Lockdown in der Länge hat bisher doch eigentlich immer gereicht um die Zahlen massiv runter zu bringen, siehe zuletzt in Lodon oder Portugal. Auch mit B1.1.7. Die 2/3 Mehrheit ist daher primär deswegen drinnen, um den Leuten glaubhaft zu beweisen, dass es dann nicht mal so eben in Verlängerung geht, sondern nur dann, wenn es doch noch so schlimm ist, dass man eine grosse Mehrheit der politischen Akteure überzeugt. Eben so schlimm, dass man auch einen Teil der Opposition überzeugen kann, dass es nötig ist.
Timing ist dabei auch alles: Ja Schule zu, aber nein, zumindest in den obligatorischen Schulen kein Fernunterricht mehr. Ggf. Ferien verschieben, sodass nur 1 bis 2 Wochen wirklich verpasst werden, das holt man auf.
Wer hingegen einen harten Lockdown einfach mal so von der Regierung propagiert: Da glaube ich einfach nicht mehr, dass der zeitlich streng limitiert ist. Das Vertrauen haben sie verspielt.
Das Vertrauen haben sie verspielt.
Täter-Opfer-Umkehr ist doch was Feines, gell? Da kann sich jeder nach Belieben gut abputzen und die Hände in Unschuld waschen. Jeder hat gleich Argumente zur Hand, warum "die von der Politik" die A.schkarte haben (müssen). Und dann kann man selbst natürlich wenig dagegen tun.Diese Phase war im April 2020, nicht im Herbst.Nun, in Deutschland harte aber kurze Massnahmen verkaufen, das wird auch schwierig, weil man im Herbst genau das zuerst versucht hat (natürlich nur halbherzig bei den Massnahmen) und dann immer weiter verlängern musste.
Damals gab es die Diskussion "Schnelles Öffnen" vs. "Duchhalten bis die Fallzahlen wirklich ganz unten sind". Wie erinnern uns alle noch an Streeck und Laschet im Lager "Lockerungen sofort"
Damals habe ich hier auch plastisch den Effekt exponentiellen Rückgangs erklärt. Für Leser hier im Thread ist das, was Kay hier erwähnt, also 1 Jahr kalter Kaffee, brrr iiiiihhh
Damals ist Deutschland falsch abgebogen. Wie die ganze EU. Oder auch UK und die USA. Anders als Korea, Australien etc.
Aber erinnert euch, das wissen wir heute, damals herrschte darüber mitnichten ein Konsens. Da hätte es eine Regierungschef gebraucht, der das gegen die Stimmung in der Bevölkerung einfach macht und auch erklären kann. Eine so charismatische Person hatten wir nicht, bekommen wir nicht, wollen wir nicht und wäre vielleicht auch nicht ganz ungefährlich.
Alternativ hätte damals eine öffentlich geführte wissenschaftliche Diskussion stattfinden können, mit klarem Konsens am Ende. Aber das Heinsberg-Protokoll zeigt uns retrospektiv auf, dass auch das hierzulande unmöglich war. Jeder war plötzlich Epidemiologe. Hinzu kam, dass selbst Epidemiologen (Streeck, Anders Tegnell) der klassischen, inzwischen veralteten Vorstellung anhingen, wonach Impfungen in einer Pandemie zu spät kommen und man daher die Durchseuchung bestenfalls moderieren, aber nicht verhindern kann oder auch nur sollte.
Wer hätte denn im April 2020 Uğur Şahin denn geglaubt, dass er das Vakzin schon fertig hat und nur noch getestet und produziert werden braucht? Hinweis: In Deutschland wurde BNT162b (der Impfstoff) erstmal am 23. April 2020 verimpft!! Mit einem Konsens darüber wäre die ganze Diskussion womöglich anders verlaufen. Und D womöglich schon im Herbst 2020 mit lokaler Produktion durchgeimpft gewesen ... (wie ich dies übrigens hier im ca. Mai 2020 vorgeschlagen hatte ...).
Jetzt, im Frühjahr 2021, ist das alles fast egal ...
Ja, ein R-Wert von (Wirtschafts-Schaden minimierend optimalen) 0.7 drückt die Pandemie schnell zurück, wie mein Forecast oben ja zeigt, da die Impfungen und saisonale Effekte dies bewirken, wenn wir nicht lockern. Aber auch mit Lockerungen wird R im Sommer wohl unter 1 bleiben und irgendwann ist es dann auch einfach vorbei. Halt 1 Jahr später als eigentlich nötig gewesen wäre. Was hat der Spiegel denn vor genau 1 Jahr zu diesem Thema geschrieben?
Zuletzt bearbeitet:
Vielleicht noch ein Nachtrag:
Eine Hälfte: R=0.7 bis Null-Covid Strategie möglich
Andere Hälfte: R=1.3 und schützt die Alten
Demokratie: wir einigen uns auf die Mitte, R=1 und Lockdown Light forever. Die Exponentialfunktion kennt eben keinen Kompromiss
Eine Pandemie, oder irgendeine andere Naturkatastrophe, kann man NICHT rein demokratisch bewältigen. Wie das Rechenbeispiel oben zeigt. Ein Konsens-Politiker ist da automatisch überfordert.
Man hätte im März/April 2020 zwischen Bolsonaro und Ardern abstimmen sollen, und es dann durchziehen. Deshalb haben wir eine repräsentative Demokratie und es wurde vergessen, warum eigentlich ...
Zuletzt bearbeitet:
[Quelle: ARD]29.04.2021
20.10 Uhr: Forscher gehen von Inzidenz unter 50 aus
Die Infektionszahlen in der Pandemie werden nach Einschätzung mehrerer Wissenschaftler in Deutschland kaum noch steigen. "Ich rechne nicht mehr mit einer Zunahme, aber auch nicht mit einer schnellen Abnahme", sagte Mobilitätsforscher Kai Nagel von der TU Berlin bei einer Anhörung im Parlamentarischen Begleitgremium Covid-19-Pandemie des Bundestags. Optimistischer zeigte sich Physikerin Viola Priesemann vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation. Inzidenzen von deutlich unter 50 wie im vergangenen Sommer seien wahrscheinlich in den nächsten Wochen zu erreichen, sagte sie. Grund dafür sei vor allem der Impffortschritt. Auf Fragen der Abgeordneten antworteten insgesamt vier Wissenschaftler. So riet Eva Grill, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie, zu mobilen Impfteams für sozial schwache Stadt- oder Ortsteile. Man müsse diesen Service zu den Menschen tragen, um sie zu erreichen, sagte sie. Es sei hilfreich, dabei Menschen einzubeziehen, die in Quartieren Anerkennung genießen. Generell sei es auch gut, dort immer wieder Masken zu verteilen und das Tragen zur Gewohnheit werden zu lassen.
Wie schön, dass Viola jetzt auch so weit ist, wie wir hier am Samstag. Nun fühle ich mich nicht mehr ganz so einsam mit meinem Modell
Zuletzt bearbeitet:






Aus meinem ursprünglichen Modell zur Einschätzung der Variants of Concern (VoC) habe ich inzwischen ein komplexeres Modell abgeleitet, das die folgenden Elemente enthält:
- Aktuell Inzidenz und R-Wert
- Entwicklung der VoC -> Berechnung der höheren Infektiösität von B117, aktuell ∆Rt=+0.30 (hat sich reduziert!)
- Saisonale Effekte ∆Rt ±0.164, aktuell berücksichtigt zu 100%
- Zuwachs des täglichen Impffortschritt ∆D = 123'000 pro Monat, aktuell berücksichtigt zu 60%
- Ohne Berücksichtigung der Effekte 3,4 kann mein Modell den jüngsten Verlauf ab 20.3. nicht abbilden, d.h., man sieht diese Effekte in der Praxis bereits.
Mit diesen Werten ergibt sich die beste Übereinstimmmung des jüngsten Verlaufs:Man sieht aber auch, dass das Modell rückwärts für den Zeitraum vor dem 13./20. März versagt. Hier hat die Bevölkerung offensichtlich von "Hurra, wir öffnen" zurück auf "Mist, B117 erwischt uns jetzt" umgeschaltet - sichtbar auch am Peak von Rt am 20.3. (grüne Kurve), von mir "Frustpeak" genannt.
Hinzu kommt, dass sich auch B117 zuletzt nicht ganz so schnell durchsetzt, wie mein Modell anfangs berechnete. Einen solchen Effekt (eines scheinbar variablen ∆Rt für B117) hatte ich hier ja schon einmal vor einigen Wochen vorhergesagt.
Ferner wirkt sich positiv aus, dass sich bisher die weiteren kritischen Varianten (B1167 (Indien), P1 (Brasilien) und B1351 (Südafrika) kaum ausbreiten, @AnjaC berichtete. B1351 ist am verbreitetsten, aber bleibt unter 1%, seit 7 Wochen ohne zunehmende Tendenz.
Daraus leitet mein Modell insgesamt eine positive Entwicklung ab:
- Der Scheitelpunkt ist erreicht (in Übereinstimmung mit meinem Trendmodell oben)
- Die Inzidenz fällt unter 100: ca. 22.5.
- Die Inzidenz fällt unter 50: ca. 5.6.
- Die Inzidenz fällt unter 35: ca. 12.6.
- Die Inzidenz fällt unter 1: ca. 17.7. (Null Covid -> dazu wird es wegen der massiven Lockerungen im Juni natürlich nie kommen
)
Kurz: Mein Modell sagt uns einen Sommer mit Inzidenzen unter 35 voraus.P.S.
In der jüngsten Pressekonferenz wurde das RKI gefragt, wie denn der Inzidenzverlauf in den kommenden 4 Wochen erwartet würde. Die Antwort darauf war, dass man das nicht wissen könne, schon, da Modelle saisonale und Effekte der Impfungen ja nicht abbilden könnten ... Aha
Disclaimer:
Am 24.4. ist Rt gegenüber dem 17.4. stärker als prognostiziert zurückgegangen (hohe Compliance). Wenn die Compliance nachlässt, werden die Inzidenzen oben natürlich erst jeweils später erreicht.