Yellowstone -Landschaft, Wildlife und Farbenrausch

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Frank2111

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Bereits 2022 war ich für einige Tage im Yellowstone Nationalpark, viel zu kurz, um alle Gebiete des Parks zu erkunden. Man beschränkt sich bei so wenig Zeit auf die wesentlichen Stationen im Park und hält es im übrigen wie 90 % der Touris, die sich nicht mehr als maximal 1 km von Ihrem Fahrzeug entfernen.

Dieses Mal hatte ich eine volle Woche zur Verfügung und war jeden Tag bis zu 13 Stunden im Park unterwegs. Meine extremste Wanderung war eine Strecke von 17 Km an einem Tag mit insgesamt 2.000 m Höhendifferenz (Summe rauf und runter). Klingt nicht besonders anspruchsvoll. Aber mit ca 9 Kg Fotogeraffel in der Hand und im Rucksack war es teilweise schon recht grenzwertig. Dabei muss man berücksichtigen, dass die durchschnittliche Höhe im Park bei 2.400 bis 2.500 m liegt, das merkt man als Niederrheiner.....

Zum Yellowstone:

Der Nationalpark wurde 1872 als erster Nationalpark in der Welt registriert. Es handelt sich um die Caldera eines Supervulkans; die Caldera misst 80 x 55 km; die Lava ist ca 10 km mächtig. Der Vulkan ist vor 640.000 Jahren das letzte Mal ausgebrochen. Insgesamt ist das Gebiet fast 9.000 km² groß und entspricht damit der halben Fläche Sachsens. 10.000 heiße Quellen und Geysire, also ungefähr 2/3 aller in der Welt vorkommenden heißen Quellen befinden sich im Yellowstone.

Im Yellowstone gibt es einige wenige Straßen, die eine "Acht" formen - wie auf der folgenden Karte zu erkennen ist:

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Die Straßen im Park führen zu folgenden Gebieten; sie lassen sich - sehr vereinfacht für einen Fotografen (!) - wie folgt skizzieren und beschreiben (ein Geologe würde mich auslachen...):
  1. Tower Roosevelt und Lamar Valley - Landschaft + Wildlife
  2. Canyon Village und Hayden Valley - Landschaft + Wildlife
  3. West Thumb und Upper Geysir Basin - heiße Quellen
  4. Norris Geysir Basin - heiße Quellen
  5. Mammoth Hot Springs, Gardiner - heiße Quellen, Landschaft
  6. Madison - Fischfang, Landschaft
Natürlich ist die Auflistung nicht trennscharf. Wildtiere sieht man auch in der Nähe der heißen Quellen, aber sie zeigt die Schwerpunkte.

Die Touristen - so mein Gefühl - betrachten teilweise den Park als ein großes Freigehege und einen Streichelzoo. Das ist dort nicht ganz ungefährlich. Der Mindestabstand zu Bisons beträgt bspw. rd. 30 m, zu Grizzlies rd. 100 m. Irgendwann kam ich einem Grizzly zu nahe auf rd. 70 m. Das war schon recht nah. Fahrzeug war nicht so ganz weit entfernt und daher - so habe ich es empfunden - vertretbar. Neben mir eine Enthusiastin mit einem Mobiltelefon, die für das ultimative Handyfoto bis auf < 50 m näherte. Das ist lebensgefährlich, Bären können richtig schnell laufen....

Die zahlreichen Ranger im Park, die immer sehr freundlich und zuvorkommend sind, werden bei solchen Aktionen sehr ungemütlich und greifen konsequent durch. Einer hat mal einen Warnkegel aufgestellt, an dem ich 1 m (!) vorbei gelaufen bin; die wurden richtig sauer.....

Einige heiße Quellen, insbesondere die Azurblauen sind fast 100 Grad heiß. So mancher Hund ist zur Abkühlung dort hineingesprungen, einige Hundebesitzer hinterher, um den Hund zu retten. Meist haben es beide nicht überlebt. Einige sind auch nachts hineingestolpert....

Gott sei Dank sind die Unvorsichtigen in der Minderheit und der Rest erlebt eine wundervolle Zeit im Park!

Eigentlich waren hier - als diese Fotos entstanden sind - keine Stops geplant, sondern nur die konsequente Durchfahrt vom Osteingang zum Südeingang in Richtung Teton Nationalpark. Aber ich konnte nicht widerstehen:

Bighorn sheeps

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Die Aufnahmen zeigen sehr eindrucksvoll, wie schwierig es ist, die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung auszumachen.

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Ein Stück weiter... Sie sind mittlerweile so zahlreich, dass man irgendwann einfach an Ihnen vorbeifährt. Das ist schön, allein im Yellowstone leben heute 5.000 Tiere.
Im letzten Jahrhundert hatte man sie fast ausgerottet und bis auf 500 Tiere in den USA reduziert. Man fand es toll mit dem Zug durch die Prärie zu fahren und vom Zug aus Bisons abzuknallen. Dazu waren sie eine wichtige Nahrungsquelle für die Indianer. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.....

Hier mit Vögeln, die ihnen das Ungeziefer aus der Haut picken

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J
JBusse kommentierte
Hallo Frank,
sehr schöne Impressionen, danke. Hat der Park bestimmte Öffnungszeiten oder ist der immer zugänglich?

Gruß Jürgen
 
Frank2111
Frank2111 kommentierte


Der Park ist immer zugänglich. Aber die Rangerstationen sind nicht permanent besetzt. Ich meine von 6 Uhr bis 17 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten ist der Eintritt frei. Man wir dort auch immer Menschen antreffen, allein wegen der vielen Wohnmobile und Campingplätze.
 
Wuxi
Wuxi kommentierte
Frank2111
Frank2111 kommentierte


Die Ranger Stationen sind dann nicht mehr besetzt und eine Schranke gab es nicht. Ich habe das daher unterstellt. Automaten habe ich nicht gesehen.
 
Der erste volle Tag im Yellowstone führt über die Nordroute zum Lamar Valley

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Malerisch - schon fast Postkartenkitsch

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Ziemliche Entfernung 560 mm und gecropped. Im ersten Moment hatte ich an Wolf gedacht, aber ist zu hell für einen Wolf. Außerdem Lunte wie ein Fuchs und damit natürlich ein Kojote.

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An einer Kleinen Wasserfläche sah ich diesen kleinen Starter. Leider nur von hinten links erwischt, aber der Start als solcher ist sehenswert - finde ich.

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eine Schwarzkopfruderente

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und ein Yellowheaded Blackbird

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Weiter geht es zum Trout Lake, er ist nur über einen Trail erreichbar.

Bereits ziemlich zu Anfang des Trails eine sehr natürlich Warnung....

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Ok, ich glaube, ich bin jetzt vorbereitet..... :unsure:. Das ist Pfefferspray, allerdings mit äußerst heftiger Wirkung. Dachte, das wäre nach der Reise etwas für mein Auto in DE. Aber die Fluggesellschaften reagieren da sehr empfindlich und sie fragen explizit danach. Verbot auch im Aufgabegepäck.

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ein Stück weiter diese Herde...

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uns trennt leider ein Fluss...

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Von einer gegenüberliegenden Anhöhe hat Mutter alles im Blick

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Der Tierreichtum im Lamar Valley ist einfach unglaublich. Die Kamera muss immer schussbereit sein. Das Problem sind die unterschiedlichen Anforderungen: Landschaft mit gemäßigter Brennweite und kleiner Blende und Wildlife mit reichlich Tele und großer Blendenöffnung. Zwei Kameras sind daher optimal, wobei mich die 5 Kg Kombi D6 mit TC 180 - 400 bei Wanderungen schon manchmal arg genervt hat...

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Robert Goppelt
Robert Goppelt kommentierte
"wobei mich die 5 Kg Kombi D6 mit TC 180 - 400 bei Wanderungen schon manchmal arg genervt hat.."

Als Wildlife knipzer muss man leiden können... :)
 
Frank2111
Frank2111 kommentierte
Tower Roosevelt Area. Der Grand Canyon of the Yellowstone

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Das sind sicher 200 bis 250 m gewesen. Es zeigt, wie schwierig teilweise die Tiere in ihren Lebensräumen anzusprechen sind

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Tower Falls

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es geht auf Höhe

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Die Fahrt ist im Park jetzt überall problemlos

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Die tiefblaue Farbe lädt zum Baden ein, aber das täuscht, dürfte um die 90 Grad heiß sein.

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Dort, wo es kühler wird, sammeln sich Bakterien und verursachen das Farbenspiel

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Der erste Tag geht zu ende. Mit der "Ausbeute" bin ich ganz zufrieden.

Man muss im Yellowstone sehr gut unterscheiden zwischen dem, was man sieht und dem, was noch fotografierfähig ist. Manchmal sind die Entfernungen einfach zu groß und man fotografiert trotzdem, weil man ja nicht weiß, was noch kommt. In Folge sieht man - so ist es mir zumindest ergangen - die Tierwelt zu häufig nur durch den Sucher und erhält im Ergebnis ein unbrauchbares Bild mit einem Fliegen:poop: im Bild und das Erlebnis ist irgendwie auch dahin.

Man muss sich dann einfach dazu zwingen, die Kamera zur Seite zu legen und die Schönheit des Momentes zu genießen. Abends hatte ich es verstanden....... :)
 
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Am nächsten Tag geht es zunächst Richtung Nordeingang - Gardiner.

Die Bisons sind früh auf

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Ein wenig weiter sehe ich ein Bald Eagle Pärchen

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Offensichtlich hatte ein Wolf oder Bär Rehwild oder ein Rotwildkalb geschlagen und hier ging es noch um die Verwertung eines größeren Restes.

Es liegt einfach nicht richtig.....

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noch ein Stück...

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..... auch noch ´nen Schluckauf

(laut vernehmbar - kein Scherz! Hab mich schlapp gelacht!) ;)

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weiter....

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nun ist es genug, den Rest kann der Geier haben....

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Der hatte einen gesegneten Appetit. Ich habe dort über eine Stunde zugebracht - Entfernung geschätzt ca. 70 bis 80 m. Das ging mit dem z 100-400 recht gut und die Kombi war erträglich. Mit meiner anderen 5 KG Kombi hätte ich schlapp gemacht, weil ich aus Gründen der Gewichtsersparnis auf das Stativ verzichtet hatte. Das war nicht gut; mindestens leichtes Einbeinstativ ist pflicht.
 
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auf dem Weg Richtung Gardiner schnürte er über die Straße

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Am Nordeingang der Roosevelt Arch, das Wahrzeichen des Parks. Kurz aus dem Park raus nach Gardiner. Habe ich mir geschenkt. Nicht so dolle....

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Kurz hinter dem Eingang. Das müssten Weißwedelhirsche sein

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schneemann
schneemann kommentierte
Nein, das denke ich nicht. Ich vermute hier Wapitis, die unserem Rotwild ähneln.
 
Frank2111
Frank2111 kommentierte
Ja, da könntest du recht haben. Die kenne ich nur ziemlich feist, aber gerade mal gegoogelt. Das würde passen 👍
 
Ein Reisebericht voll nach meinem Geschmack. Bin schon sehr gespannt wie es weiter geht... :6874:
 
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Frank2111
Frank2111 kommentierte
Schön, das freut mich. 😊

Es kommen noch reichlich Tieraufnahmen und es wird noch richtig farbig...

Yellowstone ist in jeder Beziehung einzigartig.

Hier gilt die Fotografenregel: "Von 12 bis 3 hat der Fotograf frei" nicht oder nur sehr eingeschränkt.

Die farbigen heißen Quellen muss man häufig um die Mittagszeit fotografieren, weil dann die Sonne bis auf den Grund strahlt und nur so die Quellen voll zur Geltung kommen. Aber das später....
 
ich bin begeistert. Mehr fällt mir dazu nicht ein.

Es ist erst wenige Tage her, da habe ich einen Bericht über die Tierwelt des Yellowstone gesehen. Es war für mich sehr beeindruckend was sich zwischen 1992, als ich dort war, und heute zum positiven verändert hat. Wir haben damals kaum Tiere gesehen. Lediglich einige der damals gerade mal wenige dutzend Bisons haben wir einmal aus der Nähe gesehen. Das war es auch schon.

Vielen Dank für diesen eindrucksvollen Bericht. Da bekommt man fast schon Lust wieder einmal dorthin zu reisen. Wären da nur nicht die Amis.........................ist aber mein persönliches Problen und zudem OT.
 
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