Häme ist ja nicht meine Sache, aber wenn ich das alles so lese, bin ich froh, wieder bei analog gelandet zu sein. Zumindest hat da jedes Foto einen neuen Sensor!
Im Prinzip hast Du Recht. Staub gab es jedoch damals schon, und jeder gute Fotograf hatte einen Weg gefunden, damit professionell umzugehen.
Es gab Fotografen, die hatten auf jedem Dia Telegrafendrähte. Es gab Fotografen, die hatten auf jedem Bild einen Fussel oben links oben (oder an anderer Stelle) im Bild - über Jahre. Die haben das Problem der Litho überlassen, statt mal ihre Kamera zu reinigen.
Das Staubproblem trat damals erst später in der Prozesskette auf. Wer besser war als andere, der hat sich professionell und eingehend darum gekümmert. Das mache ich heute noch so.
Allerdings gab es zu den Zeiten auch noch sowas wie eine funktionierende Endkontrolle!
Korrekt. Damals hatte Nikon für die Produktion der F4 noch 200 Fachkräfte für die QC (Qualitätskontrolle) eingestellt. Immerhin bestand die Kamera aus über 1.400 Bauteilen, und die Unternehmen hatten so etwas wie Stolz. Dann kam die Geld-Gier, die QC wurde eingeschränkt, die 'Investoren' wollten höhere Profite, die Gier wurde grösser, es wurde noch mehr gespart. Das Resultat sehen wir bei der D800/E. (Der gleiche Prozess fand bei vielen anderen Unternehmen statt, die in Far East produzieren liessen.)
Was es allerdings damals noch nicht gab, das ist die 100%-Ansicht, bei der alle Fehler, die damals unentdeckt blieben, überhaupt erst von jedem gesehen werden können.
Das ist Quatsch. Es gab auch damals schon Fotografen, die grosse Drucke fertigen liessen. Mode, Werbung, Automobile. Aber die haben - aus gutem Grund auch heute noch - mit Grossformat gearbeitet. Unvergessen Dietmar Henneka mit seiner 8x10 für Daimler und Co. Das macht er heute noch so.
Das kann jeder mit den heutigen Kameras und Objektiven genauso handhaben.
Falsch. Die heutigen Objektive sind 'auf Kante' gerechnet, weil man per Software die Fehler heraus rechnen lässt (Geiz ist geil gilt auch hier - Korrektur per Software ist viel billiger). Die 'alten' Objektive wurden sauberer gerechnet und produziert. Das ist zum Beispiel bei ZEISS heute noch so, im Grossformat sowieso. Ein GF-Objektiv kostet mehr als eine Tupperdose mit Sensor, hat aber keine Macken, die später korrigiert werden müssen.
Weiter hat ein Hersteller die Fehlerursache bekannt zu geben und mitzuteilen, ab welchem Seriennummernkreis der Fehler nicht mehr auftreten wird.
Du musst noch von der 'alten Garde' sein, sonst wäre Deine Einstellung anders. Heute machen die Investoren Druck, weil sie Dividende wollen. Die gehen über Leichen. Aber Du hast Recht - der Markt feuert zurück, und die Unternehmen bekommen Probleme. Was Du schilderst, ist erst der Anfang.
Allerdings gehören zu dem Deal immer zwei Parteien: Hersteller und Käufer. Offenbar gibt es noch sehr viele Käufer, die sich zu wenig vor dem Kauf informieren. Darauf bauen viele Unternehmen.
Mit soliden Produkten kannst Du heute kein Geld mehr verdienen. Du musst entweder einen Hype kreieren oder schnell aufspringen, dann kannst Du absahnen. Beispiel Smartphones oder Fratzenbuch - beides Dinge, die den Menschen nicht viel bringen, ihnen aber viel Zeit rauben.
Was aus Gier werden kann:
http://www.welt.de/finanzen/article...ignet-erstmals-die-Glaeubiger-einer-Bank.html
Die Gier des Kunden nach mehr Zinsen (Profit), die Gier der Bank nach mehr Geld, das alte Spiel der Neuzeit. Der Kunde hat immer die A-Karte.
Übersetzt für die Fotografie: Die Gier des Kunden nach mehr Pixeln und Features, die Gier des Herstellers nach mehr Profit. Auch hier hat der Kunde die A-Karte. Das ist jedoch nicht an einer einzigen Marke festzumachen, das betrifft alle.
Aber auch hier gilt: Wer wirklich
professionell arbeitet, der wird seinen Weg gehen und Prozesse finden, Probleme zu beseitigen.