Um etwas zum Thema zu schreiben:
Meine D200 habe ich seit ca. Anfang 2006 (gehörte zu den ganz schnellen...) und sie hat mittlerweile ca. 27500 Auslösungen.
Um vom Thema wieder abzukommen:
Ein- bis zweimal im Jahr gebe ich im örtlichen Kirchenkreis einen Fotokurs für blutige Anfänger. Damit die nicht verzweifeln ob der Info-Flut, gibt es ein Skript, dessen Einleitung ich wie folgt beginne:
"Die Fotografie ist eine spannende Angelegenheit. Spätestens seit dem Siegeszug der digitalen Fotografie sind kleine „Knipskisten“ omni-präsent und in fast jeder Situation werden sie eingesetzt, um eben-diese Situation „fur die Ewigkeit“ festzuhalten oder sie Freunden und Bekannten präsentieren zu können. Die dabei entstehenden Bilder sind nie perfekt (welches Foto ist das schon ...) und selten gut. Durch die Möglichkeit, das Bild sofort betrachten und bei Bedarf sofort löschen zu können, wird der Auslöser im Zweifel einmal mehr als einmal weniger betätigt. Über Bildgestaltung wird im Zweifel nicht oder nur wenig nachgedacht.
Doch was unterscheidet eine solche schnell geknipste Aufnahme von einem fesselnden Foto, das man lange betrachten kann und das beim Betrachter Spannung und Emotionen auslöst?"
Bisher hat dem noch niemand widersprochen (wie könnten sie auch...

).
Ich denke auch, dass durch die Verbreitung der Digitalkameras insgesamt mehr Bilder geknipst werden als zu Analogzeiten und vieles davon ist, wenn man die ganzen Kompaktuser ohne irgend eine Ahnung einbezieht, Müll.
Man sollte aber auch bedenken, dass die Digi-Fotografie es den Anfängern leichter macht. Musste man früher bei der Fototour Block und Stift am Start haben, um Zeit und Blende und Brennweite zu notieren (sonst hatte man die Infos später nicht), reicht heute ein Blick in die Bilddatei.
Außerdem ermöglicht die Digitalfotografie, in Bereiche reinzuschnuppern, die vorher Profis vorbehalten waren, sofern einen hohe Kosten nicht komplett egal waren.
Beispielsweise fotografiere ich recht häufig Konzerte. Spielt eine Band ca. eine Stunde, komme ich auf ca. 200-350 Bilder, je nach Umständen.
Runden wir auf, haben wir 360 Aufnahmen, also 10 Filme. Davon gehen 9 direkt in die Tonne, 90% sind also Ausschuss.
Zu Analogzeiten hätte ich mir das nicht gegönnt.
Und diese Fotografiebereiche sind eben nicht so planbar wie ein Blütenmakro, wo ich 3 Stunden auf das eine Bild warte. Man gestaltet zwar auch, aber es geht alles so schnell auf der Bühne, dass ich nicht das eine Bild gestalten kann, sondern eben tatsächlich auch mal ´ne 10er-Serie abfeuern muss, um an Ende zu gucken, was das beste Bild ist.
Meiner Ansicht nach kommt es darauf an nicht zu vergessen (bzw. Anfängern zu verdeutlichen), was fotografieren bedeutet. Nämlich "mit Licht malen". Man kann sich auch mit einer D3s und bei 8 Bildern/s klar machen, wie das Bild aussehen soll, es gestalten und den meditativen Prozess des Fotografierens erleben. Man sollte eben dies nicht vergessen, dann kann man auch mal ´ne Serie einfach abfeuern.