... früher da hatten die Menschen eine Spiegel Kamera bestimmt mindestens 20 Jahre im Einsatz und die Kosten, ausgerechnet pro Foto waren garantiert geringer als wenn man sich alle 3 Jahre das neuste Modell kauft
Nope! Die Vermutung liegt nahe und vermutlich stimmt sie sogar bei Onkel Willi, der im Jahr zwei Filme (Thema: Weihnachten, Geburtstag und Urlaub) belichtet hat, aber für Amateure war Analog/Film die Hölle.
Ich mache heute (deutlich) unter 10000 Auslösungen im Jahr. Davon "bleiben" in meinem Fall (mit all der guten, einfachen Technik) +/- 20 "Hammerbilder", auf die ich wirklich stolz bin, die ich auch gern nach einiger Zeit wieder anschaue und immer noch (ganz ohne erste Euphorie) für gelungen halte. Mehr als diese 20 Bilder sind es nicht, das kann ich garantieren, denn ich habe Anfang November (wie jedes Jahr) meinen neuen Kalender gestaltet und keine 13 Hochformat Aufnahmen zusammen gebracht. Für Querformat waren 16 Aufnahmen im Rennen ... Eine DSLR "hält" bei mir rund fünf Jahre bis der Leidensdruck zu gross wird, und ich einem neuen Modell verfalle.
Zu analogen Zeiten hatte ich zwei Kameras im Einsatz (geladen mit Tri-X Pan und Ektachrome Professional 64 - ich war ein Kodak-Typ), und ich schätze mal, dass ich um dreissig Filme im Jahr durchgerissen habe. Den Tri-X kaufte ich als 3er Set oder gar im 10er Pack, den EP64 einzeln oder im 3er Angebot. Die Kosten für Filme, Chemikalien, Papier (alles SW) und Diaverarbeitung (ausser Haus, Rahmung selbst gemacht um Kosten zu sparen) werden um 400.- DM jährlich gelegen haben (für rund 1000 Auslösungen). Ich habe zu diesen Zeiten (trotz deutlich geringerer Ansprüche) wesentlich weniger "gute" Bilder fabriziert. Das lag vielleicht auch daran, dass eine "fotogene" Veranstaltung gelegentlich in eine Periode finanzieller Ebbe fiel, und gerade mal zu wenig Filme im Kühlschrank lagen.
Allein für Verbrauchsmaterialien kamen in fünf Jahren rund 2000.- DM zusammen - der Preis einer F2/F3/F4 (je nach dem, welche Jahre man vergleichen möchte). DAZU kam noch die Anschaffung der Kameras (FE und F2 in meinem Fall), und Kameras wurden damals auch schon "obsolet". TTL Belichtungsmessung, Offenblendmessung, Belichtungsautomatik, Autofokus (mit einhergehender Neuanschaffung des Objektivparks) - all zehn Jahre gab es einen wirklichen Generationenwechsel zwischen den 60ern und 90ern.
Nochmal: innerhalb von fünf Jahren hat man - hochgerechnet auf heute - damals den Preis einer D4s (des Spitzenmodells der Marke) allein an Verbrauchsmaterialien durchgerissen - wenn man nur 2,5 Filme im Monat belichtete. Mein Ai Nikkor 1:2-85mm hat 1983 (?) neu 769.- DM gekostet - rund 2/3 des Preises meiner vier Jahre zuvor gekauften Nikon FE, welche die Krone der Schöpfung unterhalb der F2 - später F3 - darstellte. Die Preise heutiger DSLR, heutiger Objektive, überhaupt des Hobby "Photographie" sind heute ein Witz dagegen!