Roland L. schrieb:
Gerade in der Werbefotografie kann ich wenig Kreativität entdecken. Eher ein ständiges Abkupfern.
Du darfst dir aussuchen, von welcher Seite des Käses du bei meiner Aussage "...
mehr oder
weniger kreative Idee ..." abbeissen willst.
Mal abgesehen davon wäre es einmal eine interessante Diskussion mit dem Cognacglas am Kamin, ob sich eigentlich "creative" zu "kreativ" ebenso verhält wie "Fantasy" zu "Fantasie". Ich fürchte fast. Soll uns aber hier nicht weiter vom Thema ablenken.
Worauf ich eigentlich hinaus wollte:
Die Entstehung eines guten Fotos hat sowohl künstlerische als auch handwerkliche Aspekte. Wobei je nach Aufgabenstellung die eine oder die andere Seite wichtiger sein wird. Aber das eine oder das andere wäre nur in den seltensten Fällen möglich. Viele weltberühmte Fotos von weltberühmten Fotografen sind eben definitiv nicht mit dem Mobiltelefon oder mit einer Primitivknipse entstanden, sondern mit einer Kamera, welche gewisse Mindeststandards erfüllt. Ansel Adams wird gerne zitiert, wenn es wieder mal darum geht, dass "ein wahrer Meister keine GigapixelMegaDigiPuffi braucht". Na ja, der Meister hat vorwiegend im Großformat gearbeitet, das ist wohl schon wieder ein wenig in Vergessenheit geraten.
Diese künstlerischen und handwerklichen Aspekte müssen sich nicht notwendigerweise in einer Person vereinigen. Habe mal eine Doku über Helmut Newton gesehen, wo der lange und ausgiebig mit seinem Laboranten diskutiert hat, wie er die Abzüge für eine geplante Ausstellung haben wollte. Im Endeffekt bringen beide Können, Wissen und Erfahrung ein, aber letztlich ist klar, wer unsterblich wird und wer für gute Arbeit gut bezahlt wird.
Und wenn jetzt ein Teil der handwerklichen Arbeit von einer Maschine übernommen wird, na ja wir werden 's wohl überleben. Solange ich besser weiss, wie zu belichten ist, solange stell ich 's ein und wenn die Kamera es besser weiss, dann soll sie halt machen. Viele Leute haben auch von McDonalds keine hohe Meinung, aber ist es manchmal ganz angenehm, keine Pfeile schnitzen zu müssen, wenn man Hunger hat.