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Naja, eine S-Bahn-Fahrt kann man durchaus als "urbanes Umfeld" ansehen. Aber das Bild zeigt in der Tat, dass für "Street" ein urbanes Umfeld zwar notwendig, allein aber noch nicht hinreichend für eine herausstechende Wirkung ist. Mir sagt dieses Bild auch nichts, mein Blick fällt zuerst immer ins Leere der Rückenlehne, an der ein Arm mit Einkaufstasche lehnt.
Eine Shopping Mal ist doch auch irgendwie öffentlicher Raum. Also ordne ich diese Szene der Streetfotografie zu. Es liesse sich auch diskutieren, ob die Aufnahme der Archtekturfotografie zugeordnet werden könne. Aber Street verbindet verschiedene Genres.
Tempel Rd. (Yau Ma Tai) dort gibt es den recht bekannten Nachtmarkt mit viel Kleidung, Souvenirs und Kleinelektronik sowie einigen guten Restaurants. Auch wenn es kein echtes Vergnügungsviertel ist, hat sich dort auch ein kleiner Straßenstrich entwickelt und Damen aus Mainland China bessern ihr Taschengeld auf:
Es gibt dort auch 2-3 Geschäfte, die P0rno-CDs (Raubkopien) verkaufen. Hätte nicht gedacht, dass so etwas heute noch läuft, wo man alles kostenfrei aus dem Internet streamen kann. Ich war recht überrascht, dass so ein junger Kerl aus einem der Läden kam....
Vor vielen, vielen Jahren hatte ich einen Job bei der Bavaria (Bierbrauerei in Hamburg) als Pullenkutscher und ich war mit Theo auf "Schlucktour"*) über den hamburger Kiez, morgens ab 11:00 Uhr völlig besoffen, aber diese Etablissements sehen außerhalb der RotLichtZeit (nicht alle, aber viele) Betriebe ziemlich heruntergekommen aus.
*) Schlucktour: Belieferung von Gaststätten: "Na, min Jung, möchs ´nen Beer un ´nen Kurzen?"
Joo, damals vor über 40 Jahren kostete auf der Reeperbahn und der Großen Freiheit das Bier im Strip-Laden 5 Mark. Es wurde aber immer versucht ein Herren-Gedeck zu verkaufen - Bier und Kurzer, das kostete dann 40 Mark. Wenn die Rechnung kam, fühlten sich die Gäste abgezockt, manche wollten die Polizei holen, aber auf dem Tisch lag eine recht kleingedruckte Getränkekarte, da konnte dann die Polizei auch nicht mehr helfen. Bevor man bestellt immer schön auf die Preisliste schauen.
Ich hatte damals ein paar Fotoaufträge im Rotlichtbereich, da wurde gut gezahlt und ich habe zusätzlich einige Lektionen gelernt, die im späteren Leben hilfreich waren....
Die Getränke für die Bier-Lieferanten gingen damals "auf´s Haus" ohne Berechnung und ohne Abzocke. Die Wirte reagierten nur angesäuert, wenn man nicht mittrank.
Jeder darf das so sehen, wie er möchte,
aber Beschnitt war schon immer eine Methode um Bilder zu optimieren - ich denke da z.B. an das ikonische Bild von Arnold Newman, wo er Igor Strawinsky am Flügel portraitiert.
Ganz kurz am IPad stark beschnitten, es wird wesentlich ruhiger. Links noch den Fussgänger auf dem Bild und rechts die Frau die alleine in den Stühlen sitzt.
Gruss Wolfgang
Ich sehe die Fotografie auch als Lernprozess. Will heißen, ich gebe vor Ort mein Bestes, stelle aber manchmal am Rechner fest, dass ein anderer Ausschnitt besser gewesen wäre. Dann habe ich keinen Skrupel zu beschneiden und hoffe, dass ich beim nächsten Bild einen besseren Blick für die Situation habe.