Mitmachthema "Street" Fotografie!

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Nachdem ich seit langem wieder einmal in diesen Thread geschaut habe, bin ich doch ziemlich enttäuscht. Das meiste, was hier als "Street" verkauft wird, fällt für mich bestenfalls unter die Kategorie "Schnappschuß".

Gruß

Thomas
 
T
Thomas.Landsiedel kommentierte
Einen recht guten Einstieg bietet unter vielen dieser Link:

Ansonsten hier im Thread z.B.

# 92: technisch gesehen sicherlich noch ausbaufähig, aber es erzählt eine Geschichte

oder

# 4.063

Gruß

Thomas
 
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Reaktionen: Kay
waldgott
waldgott kommentierte
Das Bild ist aber nicht anders als tausend andere hier ...
 
Christoph Blümer
Christoph Blümer kommentierte
"Street" und "Schnappschuss" ist kein Gegensatz, weil es im Gegensatz zu "Street" für "Schnappschuss" nun wirklich überhaupt keine allgemeinverbindlich fassbare Definition gibt, allenfalls vage Beschreibungen. Es impliziert das technisch Unperfekte, den Moment einfangend, insofern kann ein "Street"-Bild natürlich sehr oft ein "Schnappschuss" sein - der Umkehrschluss gilt allerdings nicht, weil "Street" die präzisere, engere Definition besitzt.

Generell krankt dieser Thread etwas daran, dass einige aus Angst vor DSGVO und was-weiss-ich-wass die Menschen maximal unkenntlich machen und dabei ihr Ansinnen ad absurdum führen, weil "Street" eben die Darstellung des/der Menschen in urbaner Umgebung ist, bevorzugt spontan und aus der Situation heraus (d.h. =/= gestellte Modelaufnahmen!). Das ist in der Tat schade. Wer Menschen nicht wirklich als Person abbilden will, fährt vom Ergebnis her kommend vermutlich fotografisch besser damit, sie gar nicht abzubilden und sich anderen Sujets zuzuwenden. :nixweiss:
 
ernst.w
ernst.w kommentierte

Na, ganz so eng sehe ich das nicht. Hier eines von mehreren Beispielen, wie Street sein kann: unerkennbare Person und trotzdem eine Geschichte, die nur die Straße schreibt:

20100524-0952-5242770.jpg

Und um die Geschichte zu lesen, brauchen wir, denke ich, auch keine zusätzliche Erklärung.
 
Christoph Blümer
Christoph Blümer kommentierte
Ja, in dem Fall würde ich Dir zustimmen. Da war dann die Szene aber so auch in sich stimmig, eine von der Umwelt abgewandte Person, einsam in der Ecke, wohl notgedrungen. Wir haben hier aber genug Bilder, wo eine an sich interessante Szene nur zwecks Vermeidung der Abbildung der Gesichter ziemlich uninteressant fotografiert wird, wo ich mir oft denke, dass man sich Fotografieren bzw. Zeigen dann auch ganz hätte sparen können.
 
Nachdem ich seit langem wieder einmal in diesen Thread geschaut habe, bin ich doch ziemlich enttäuscht. Das meiste, was hier als "Street" verkauft wird, fällt für mich bestenfalls unter die Kategorie "Schnappschuß".

Gruß

Thomas
Dass ist leider wahr.

70% sind Aufnahmen von Leuten von hinten oder von der Seite denen man einfach ansieht dass es ein heimlicher Abschuss war ohne Story und Kommunikation.
 
5 Kommentare
vobl
vobl kommentierte
Saul Leiter hat auch Menschen von hinten, von der Seite, mit verdecktem Gesicht oder nur in Teilen fotogafiert. Nach dieser Logik ist er also auch bloß ein Schnappschußfotograf.
 
1
1bildermacher1 kommentierte
Streetaufnahmen sind in den meisten Fällen Schnappschüsse, gestellt ist es für mich keine Street mehr.

full
 
Ralf_HH
Ralf_HH kommentierte
Vorausgeschickt, dass meine ‘Kernkompetenz‘ gewiss nicht die „Street Fotografie“ ist:
Nach meinem Verständnis bildet „Street“ grundsätzlich nicht arrangierte, unbemerkte und somit ein stückweit „heimlich“ eingefangene Motive ab. (Problematisch sehe ich dabei allerdings die motivbezogen greifenden Rechtsnormen)
 
1
1bildermacher1 kommentierte

Dann ist für dich der grosse Meister der Streetfotografie Henri Cartier-Bresson ein Stümper und dein Bild 4475 ist natürlich gestellt.
 
Ralf_HH
Ralf_HH kommentierte

Dieser Umkehrschluss ist nun aber wirklich weit her geholt.
 
Streetaufnahmen sind in den meisten Fällen Schnappschüsse, gestellt ist es für mich keine Street mehr.
Schnappschuss oder nicht ist doch gar nicht so relevant.

Ich finde eine gute Street-Aufnahme stellt Menschen in den Mittelpunkt und setzt diese mit ihrem Umfeld (Straßenszene) in eine Beziehung.

Also sollten die Menschen gut zu sehen sein damit ein Ausdruck vermittelt wird.
Natürlich kann das auch mal von hinten aufgenommen sein aber doch nicht überwiegend.

Ausserdem sollte die Aufnahme gut gestaltet und technisch einwandfrei sein. Der "Schnappschuss" rechtfertigt keine technische Mängel wie z.B. Verwacklung.


Wenn ich danach deine obige Aufnahme einstufe sage ich: im Gegensatz zu vielen, sehr vielen Aufnahmen in diesem Thread ist das ein gut gestaltetes Street Motiv mit zwei Menschen und einer "Story". Leider verwackelt. Wäre daher bei mir Kategorie: Arghhh, Pech gehabt, Papierkorb.

#4475 von @Ralf_HH ist übrigens auch ein positiver Ausreisser!
 
Kommentar
Das Bild ist aber nicht anders als tausend andere hier ...
... erzählt aber eine Geschichte: Die wenig einladende Atmosphäre, der dadurch an Sarkasmus kaum zu übertreffende "Willkommensgruß" und das Mädchen, das der Stadt - enttäuscht - den Rücken kehrt lassen der Phantasie freien Lauf.

Gruß

Thomas
 
2 Kommentare
waldgott
waldgott kommentierte
... so interpretierst Du das Bild. Mir ist eine solche Geschichte beim Betrachten des Bildes nicht eingefallen ... eigentlich hat es bei mir gar keine Geschichte angestoßen, außer vielleicht "grauer Alltag".
 
ernst.w
ernst.w kommentierte
Ich habe mich bis jetzt rausgehalten. Aber deine Interpretation entspricht nicht dem, was ich persönlich sehe (und denke). Das ist also deine Geschichte - die bei mir so nicht ankommt.

Für mich ist es eine technisch gute Aufnahme mit guter Bildkomposition. Das war's für mich, auch auf den zweiten Blick. Wobei das ohnehin schon um Klassen besser ist, als von vielen anderen Bilder in diesem Thread gesagt werden kann. Aber Botschaft oder Geschichte sehe ich keine - bzw. erst, nachdem ich deine Erklärung gelesen habe.
 
Auch für Street-Bilder gilt der Kanon der guten Gestaltung. Dazu gehören Dinge wie:

  • Figur-(Hinter)Grund-Beziehung
    Das Gehirn bemüht sich, Formen aus seinem flächigen oder räumlichen Umfeld herauszulösen und zu verstehen. Das gelingt am besten, wenn sich Figur (Positivform) und Grund (Negativform) in ihrer Helligkeit stark unterscheiden, im Kontrast zueinander stehen.
  • Dynamische Symmetrie
    Aufteilung der Bildfläche in Diagonalen und umgekehrte Diagonalen (im rechten Winkel zur Diagonalen verbunden mit der gegenüberliegenden Ecke des Rechtecks). Daraus ergeben sich symmetrische Dreiecke zur Anordnung von Bildelementen.
  • Rechte Winkel
    Linien parallel zu den Diagonalen und umgekehrten Diagonalen verstärken sie.
  • Parallele senkrechte oder waagerechte Linien
    verbinden die Elemente in einem Bild und stärken die Komposition. Linien entstehen durch Kontrastunterschiede.
  • Arabeske, krummlinige Kantenbeziehung
    Kanten entstehen durch Helligkeitsunterschiede, Kontraste im Bild, und erzeugen Linien. Geschwungene Linien im Bild sorgen für Bewegung und führen den Betrachter
  • Ellipse, kreisförmige Kantenbeziehung
    Unterstützt die Bewegung durch das Bild
  • Umfassung
    Anordnung von Elementen im Bild innerhalb geometrischer Formen, meist Dreiecken.
  • Perspektive
    Tiefenwirkung erzeugt durch Unschärfe und/oder Kontrastreduzierung.
  • Randflimmern, Randstörung
    Hoher Kontrast am Rand lenkt das Auge vom Motiv ab.
  • Gesetz der Kontinuität - (Berührungsfehler)
    Das Gesetz der Kontinuität beschreibt, dass wir dazu neigen, einzelne Elemente so zu gruppieren, dass sie die erdachte Linie oder Kurve in Sinne ihrer bisherigen Linienführung fortsetzen. Selbst wenn sich in einem Diagramm zwei Linien schneiden, führen wir im Kopf automatisch den «natürlichen» Verlauf fort, und nehmen nicht an, dass die Linien an dieser Stelle einen Knick machen. Wenn man die Berührung von Objekten vermeidet, sie sauber trennt, sind sie leichter zu erkennen.
  • Bereich des höchsten Kontrastes
    Hier schaut der Betrachter zuerst hin und wird von dort durch das Bild geführt.
Mehr dazu in einem hervorragenden Buch -in Englisch - von Tavis Leaf Clover

 
2 Kommentare
of51
of51 kommentierte
Für mich geht es bei Street um die Abbildung von Menschen im öffentlichen Raum. Vor allem um ihr tun
in einem bestimmten Moment.
Die Aufnahme ist eher ein Schnappschuss, für wirkliche Bildgestaltung ist da meistens keine Zeit.
Wichtig ist das ich den Menschen im richtigen Moment ablichte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Gianni33
Gianni33 kommentierte

Richtig! Auf den entscheidenden Augenblick (the decisive moment) kommt es an, wie Henri Cartier-Bresson schon sagte.
 
NYC
NYC_.jpg


"Street" oder "Schnappschuss" ?
 
Ralf_HH
Ralf_HH kommentierte
ernst.w
ernst.w kommentierte
Da wäre noch etwas: Das, was du jetzt noch stärker in den Vordergrund stellst, die Unterwäschewerbung, ist zwar plakativ, aber dem Bild nicht zuträglich, das farblich übersteuert und neues Zentrum des Bildes. Die Abbildung von Werbung ist aber - ohne witzigen Kontext - keine Beitrag zu einem wirkungsvollen Bild, sondern nur Abbild von etwas, das andere geschaffen haben. Ich habe nicht ganz grundlos in meinem Beschnittbeispiel auf SW gewechselt. Ist nicht notwendig, aber die Farbe in der besprochenen Werbung solltest du ein wenig abdämpfen. Ich denke, die ist ohnehin eher durch ein Kuddelmuddel bei den Farbprofilen entstanden als bei der Aufnahme selbst.
 
Bremenfrosch
Bremenfrosch kommentierte
@Ralf_HH Das erste Foto scheint schon stark beschnitten, weil auf dem letzten Versuch die Basketballer ganz drauf sind.
Ich habe ohnehin das Gefühl, dass Dich die Werbung mehr fasziniert hat als die kleinen Menschen. Ein, zwei Schritt nach rechts, die Bank of America ohne Lampe und dann die Werbung im Hochformat, um den Kontrast zwischen der riesigen Werbung und den kleinen Ameisenmenschen noch stärker herauszustellen - das wäre meine Idee gewesen.
Das ist dann m.E. aber kein Street im eigentlichen Sinne mehr, passt hier in den Schilderthread oder in ein noch zu schaffendes Thema "Gegensätze - Opposites" (wäre überhaupt mal eine Idee ... 🤔 )
VG Holger 🐸
 
Kay
Kay kommentierte

" ... Das ist dann m.E. aber kein Street im eigentlichen Sinne mehr ... "
Gibt es sicher oft: "Street durch Umwidmung".
Da hat man dann ein Fundstück in alten Beständen "grübel - das könnte doch ... "
 
HaDiDi
HaDiDi kommentierte
Für mich kein Street, eher Reise- oder Stadtfotografie....
 
VG_850_1331_on1-landscape.jpg
 
rollertilly
rollertilly kommentierte
Ralf_HH
Ralf_HH kommentierte
waldgott
waldgott kommentierte

Geschäfte ...
Das Foto ist entstanden in Akaba, Jordanien
 
of51
of51 kommentierte
Kay
Kay kommentierte
Hugo :D meint: Hätten wir Vorurteile: Schwarzgeld !
 
Bunt...

demo1.JPG
 
2 Kommentare
T
Thomas.Landsiedel kommentierte
Das hat wirklich sehr wenig mit Street-Fotografie zu tun. Schau Dir bitte einmal Fotos von Henri Cartier-Bresson an bzw. suche im Netz unter "Henri Cartier-Bresson Street Photographie". Dort kannst Du wertvolle Insoirationen zu dem Thema finden.

Gruß

Thomas
 
Alyssa2020
Alyssa2020 kommentierte
Angesichts der derzeit regen Diskussionen, was alles "Street" sein kann oder nicht, bringe ich mal im Zeitalter der fakenews einen Beitrag dazu. Geht das als Street durch?


full


gesehen in Avignon
 
Awi
Awi kommentierte
Ihr seid aber streng! Eigentlich war das humoristisch gemeint. Dachte in der Überschrift wär das erkennbar.
 
waldgott
waldgott kommentierte
Humor und Satire kommen in Foren selten gelungen an. Da hilft oft ein Vorspann wie "Vorsicht Satire".
 
Christoph Blümer
Christoph Blümer kommentierte
Awi
Der Humoransatz erschloss sich mir irgendwie nicht. ;)
 
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B
Brunke kommentierte
Der satirische Ansatz verpufft hier, weil manche meinen, dass es reicht Street mit Straße zu übersetzen. Ein Stück Asphalt, das auf dem Bild zu entdecken ist, genügt nicht. Um eine engere Fassung des Genre wird gerungen. Gezeichnete Bilder ersetzen keine Echten. Da kann ein Jokus im falschen Hals landen. Meine erste Reaktion war auch genervt.

Die Location hätte aber das Zeug zu echter Streetfotografie, wenn ein Passant auf das Grafiti reagiert.
 
Kay
Kay kommentierte
Bißchen warten, bis @Furby mit seinem Dackel unterwegs ist.
 
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