Ausgezeichnet! Sabine und Sam, eine Bilderfreundschaft ...

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Eigentlich hätte ich noch eine Geschichte rund um das 16mm schreiben wollen. Aber ich finde die Muse nicht und beschränke mich sehr mich mit Zusätzlichem einzudecken ...



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Kiel, 18. Juni 2020​
Lieber Sam,

vielen Dank für Deine Post! Ich hoffe, es geht Dir und Claudia vom Schnupfen her inzwischen besser. Vielleicht war sogar schon der Tischler – oder Schreiner, wie Ihr sagt – mit der neuen Tür bei Euch?

Die Ruhebank, seufz. Ich stelle Dir gern eine vor Euer Haus in die Sonne. :)
Und mir am besten auch gleich eine: an den Strand mit Blick aufs Meer. Vielleicht kann ich dann zur Ruhe kommen.
Bin echt unruhig die letzten Tage. Fühlt sich nicht gut an und wird jeden Tag ein bisschen mieser ... Gestern und vorgestern war ich immerhin nachmittags für etwa 2 Stunden in der Bünte. Da ging es etwas besser. Ich war mit der Kamera dort, habe aber nicht fotografiert, weil mir einfach nicht danach war. Egal, kommt alles wieder.

So schicke ich Dir heute eine Ansichtskarte von Mittwoch letzter Woche, von einem Foto-Ausflug nach Kiel-Holtenau. In der Seebadeanstalt Holtenau zu Corona-Zeiten: Einbahnstraße ins Meer. Es gibt Schlimmeres. :D


Herzliche Grüße nach Riniken,
Sabine


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#737​
 
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Riniken, 18. Juni 2020​

Liebe Sabine

Danke für alle Fragen und danke doch sehr für das wunderbare Bild Nr. 737 .... irgendwie passt es so gut zu meiner Situation.
Die heutigen Postkarten widme ich den Ziegen, im Valle Vergoness, Valle Redorta und dem Valle Verzasca. Wobei, eigentlich, "Verzasca" heisst der Fluss ja erst ab Sonogno. In den Seitentälern trägt das Wasser den Namen des Tales....

Das Aussen steht immer im Dialog mit den Innern und umgekehrt .... die Ziegen haben mich das letzte Wochenende besonders berührt ....
Und es mag komisch klingen. Sie haben viele Zeichen gegeben, welche ich nicht verstand, aber die Sinn machen ....



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Die beiden, und ich komme später noch darauf, waren auf dem Weg mit ihrer Gruppe, in den Schlafplatz. Irgendwo zwischen unserem Rustico und der Alp, eine Stunde Fussmarsch vom Rustico.

Irgend eine Ziege steht auf und geht voran. Und die andern folgen. Wahnsinn. Gemütlich, aber sie folgen. Ohne "Wenn und Aber" und auch das macht Sinn. Und wir Menschen leiten daraus den eigentlich dummen Spruch ab, das man der Herde nicht folgen soll ....



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Wir haben das Haus- und Arealverbot hart und mit viel Überwindung für unseren ehemaligen Pflegesohn formuliert. Wir haben es seinem rechtlichen Vertreter geschickt und heute hat er es ihm eröffnet. Und wir haben es bei der Polizei hinterlegt.

Die Haustüre ist kaputt und seit Mitte Mai ist eine neue bestellt, die nun provisorisch Ende Juni eingebaut wird. Wir haben den lokalen Schreinerbetrieb berücksichtigt, auch wenn es uns weit mehr kostet, als wenn wir es über eine grosse Firma bestellt hätten.

Gemäss Mail des rechtlichen Vertreters unseres ehemaligen Pflegesohnes, sei er zornig geworden und hätte auf unsere Ankündigung mit Unverständnis reagiert. Dass wir keine Anzeige erstattet haben, dass unsere tollen Pflegekinder so gut mitmachen und ihrerseits auch keine Anzeige erstatten, ist nur auf Rücksicht seines miserablen Gesundheitszustand. Deswegen ist ihm keinen Vorwurf zu machen.



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Ich mag die Ziegen, ich mag den "Geissen-Peter" (Heidi), weil sie unglaublich faszinierend sind und man sie einfach als dumm und einfältig einschätzt. Was diese Tiere leisten, ihre Widerstandsfähigkeit und doch ihre Zuneigung zu Wesen, denen sie vertrauen, ist fantastisch. Und sie liefern uns mit ihrer Milch den besten Käse, den man sich vorstellen kann.....

Sie wissen immer, wo gemolken wird. Der Ziegenhirt, oder eben der Geissenhirt ist ein wunderbarer Mensch. Und wir hören nie ein lautes Wort, nie ein Schimpfen, und wenn er nicht gerade zwei Hände braucht für die Zitzen, dann streichelt er die Tiere. ..... Was für ein Anblick, was für eine Innigkeit ....



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Gestern hat mich eine weitere Botschaft erreicht. Eine auf Umwegen wegen dem Corana bedingten Umständen. Mitte nächsten Jahres werden sich einige unserer Vertragsgemeinden die Arbeit, welche wir seit Jahren für sie erledigen, neu strukturieren und organisieren.

Das heisst für unser kleines Team, dass wir bis Mitte nächstes Jahres - Stand heute - 2/3 unserer Aufträge verlieren werden. Auf die eine Seite nehme ich das zur Kenntnis, auf die andere Seite hat es mich überrascht, aber auch nicht.

Mehr Probleme habe ich seit Monaten, dass ich mit mir wieder ins Reine kommen muss. Mir selbst und mit dem was ich tue und mache, in Einklang zu bringen. Vielleicht wäre es anders, wenn ich meine Ausstellung hätte machen können, das Bluesfestival in Baden gelaufen wäre und ich fotografieren hätte können. So habe ich das Immer wiederkehrende Gefühl, dass ich von morgens bis abends nur immer für das Glück anderer zuständig bin ....

Nach dem Melken wird ausgeruht. Und wie ich beschrieben habe, steht irgendwann eine Ziege auf und geht weiter. Und die anderen auch ....



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Um es auf den Punkt zu bringen. Es wird wohl dieses Jahr mit der Ausstellung nichts werden. Vielleicht nächstes Jahr. Aber manchmal kommt es mir vor, als ob ich das seit Jahren sage. Und irgendwie macht mir das Mühe. Zunehmend. Während andere sich entwickeln, habe ich manchmal das Gefühl, dass ich stehen bleibe ....



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Und so schliesse ich für heute mit einem Bild, dass ich am letzten Abend im Tessin gemacht habe. Und eben den Ziegen bei ihrem Gang ins Bett beobachtet habe ...

Die Redorta fliesst, es wird Nacht ....
Sei herzlichst gegrüsst. Sam



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2 Kommentare
E
endtimeimages kommentierte
Sehr schöner Schärfentiefeneffekt (y)
 
sam25
sam25 kommentierte
Danke sehr .... :)
 
Riniken, 19. Juni 2020​

Guten Morgen liebe Sabine

Bleiben wir noch ein bisschen bei den Ziegen. Nicht nur in den Nordtälern des Tessins waren diese Tiere seit Jahrhunderten nicht wegzudenken. Es ist nicht nur, dass sie Milch und dann halt auch Fleisch liefern, sondern sie leisten auch einen eminent wichtigen Beitrag, dass die wenigen nicht bewaldeten Flächen auch für den Menschen nutzbar bleiben. Sozusagen wie lebendige Rasenmäher. Und da sie nicht heikel sind was das Grünzeug betrifft, fressen sie auch Pflanzen, welche stark wachsen, aber nicht als Futter für andere Tiere verwendet werden kann....



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Eine ganz besonders beeindruckende Begegnung hatte ich mit Ena im Valle Vergoness. Eine Bachüberquerung einer Ziegenherde. Das mag nicht spannend klingen, für mich war es. Jede Ziege machte es irgendwie anders und irgendwie habe ich erst im Nachhinein verstanden, dass ich viel daraus lernen kann ...



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Eine Ziege ging voran, langsam Stein für Stein. Und jede wusste, dass sie vorsichtig sein musste. Das Wasser floss zwischen den Steinen durch aber sie wussten, dass man nicht ins Wasser stehen sollte, da man nie weiss, wie der Untergrund ist.....



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Eine eindrückliche Begegnung. Das Rauschen des Baches war laut. Ena und ich sassen auf der anderen Flussseite und beobachteten das Geschehen. Fotografiert habe ich mit der Z50 und dem grossen Zoom. Ich bin sehr begeistert von dieser Kamera ....



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Was mich sehr faszinierend finde bei diesen Tieren ist, dass sie in Gruppen leben, ein hohes Gemeinschaftsgefühl haben und doch sehr individuell sind. Es gibt Regeln für die Gruppe aber auch Freiheiten für jede einzelne Ziege ....



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Kiel, 19. Juni 2020​
Lieber Sam,

danke für die vielen schönen Ziegenbilder! Das sind schon tolle Tiere. :love:

Ach, Mensch, schade mit Deiner Ausstellung. Dann noch die Nachricht von der wegfallenden Arbeit und dazu die nervenaufreibende Geschichte mit Eurem ehemaligen Pflegesohn ... Da hast Du einiges auszuhalten momentan. :sick:
Ich wünsche Dir, dass es Dir bald wieder besser mit allem geht. Auch Dir mit Dir selbst natürlich. :6874:

Mein erster Impuls beim Lesen war, dass Du eine aufmunternde, Kraft und Trost spendende Karte gebrauchen könntest. Leider finde ich auf die Schnelle nichts Passendes. Vielleicht hilft eine kleine Abwechslung? Beim Blick auf meinen Kalender habe ich vorhin festgestellt, dass heute die Kieler Woche 2020 gestartet wäre. Typisches Kieler-Woche-Regenwetter hätten wir gehabt. ;)
Da ich heute wieder kein Foto gemacht habe, habe ich mir überlegt, Dir anlässlich der ausgefallenen Kieler Woche 2020 die nächsten Tage ältere Fotos zu schicken, die ich irgendwann mal auf der Kieler Woche gemacht habe. Mal schauen, ob ich das durchhalte.

Zu Beginn kommt ein Foto aus 2009, aufgenommen mit einer Nikon D200 mit einem Sigma 70-200/2.8 dran. Den 70er-Jahre-Charme habe ich mit einem Filter am PC dazugepackt. Mir ist gerade nach ein bisschen Nostalgie.


Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende und alles Gute!

Herzliche Grüße,
Sabine



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#753 Schilksee – Fördedampfer und Segelboot​
 
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Kiel, 20. Juni 2020​
Guten Morgen, lieber Sam!

Nach einer kurzen Nacht habe ich bei einem ersten Kaffee die nächsten Kieler-Woche-Postkarten für Dich herausgesucht. Wir machen einen Sprung in das Jahr 2005 (und in die Anfänge meiner digitalen Fotografie: Nikon D70 mit dem 18-70/3.5-4.5-Kit-Objektiv :cool:).


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#754 Schilksee – Abendstimmung I​
 
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