Riniken, 19. März 2020
LIebe Sabine
Besten Dank für die wunderschönen Blumen und die Gartenhäuschen. Das Dir bei den Gartenhäuschen halt das Stichwort "Quarantäne" in den Sinn kam, sei Dir nicht zu verübeln in der jetzigen Zeit.
Uns geht es soweit gut, obwohl auch wir uns dem Thema nicht entziehen können. Unser ältestes Pflegekind, welches eine Kochausbildung macht, kann nur noch beschränkt in der Küche arbeiten. Jene, welche im Altenheim arbeitet, muss mit Mundschutz arbeiten, was sehr ermüdend ist. Und der Kleinste haltet uns auf Trab. Ihn interessiert das ganze nicht.
Wir hier im Geschäft haben bereits die ersten Anfragen von betroffenen Selbstständigerwerbenden wegen finanzieller Unterstützung. Und wir haben kein Telefonat, wo wir die Menschen nicht beruhigen müssen. Meine Zeit ist und bleibt der Morgen mit Ena, heute mit dem Klavierkonzert Nr. 10 von Mozart. Und bald mit der aufgehenden Sonne.
In der Bünte haben wir bereits Salat gepflanzt, ich mach', wenn ich dazu komme, heute oder morgen einmal ein Foto. Ich bin beeindruckt von dem allen. Die fast leeren Strassen, das Verhalten der Menschen, die Betroffenheit. Ernste Gesichter, hie und da ein Lachen.
Heute Morgen. Die Gasse vor meinem Büro, welche auch knapp vor sieben Uhr doch wesentlich mehr frequentiert wäre in normalen Zeiten. Und jetzt, menschenleer. Nur Joejoe, jener sympathischer Mann, welche die Strasse reinigt und die Kübel leert sieht man seinen Job machen ...
Beeindruckend. Und beeindruckend auch eure Kanzlerin. Und auch beeindruckend unsere Bundesratspräsidentin. Trag Dir Sorge, die besten Grüsse an Sandra.
Herzlich. Sam