Riniken, 9. August 2022
Liebe Sabine
Danke sehr für die schönen Bünten-Postkarten. Sie freuen mich immer sehr und irgendwie nehme ich wenigstens virtuell teil am Leben von eurer Bünte ...
Ja, ich verstehe sehr gut dass solche Administration sehr zeitraubend und aufwühlend ist. Das alles gehört ja u.a. zu meinem täglichen Job, diese für Menschen zu machen, welche es nicht oder nicht mehr selbst erledigen können. So verstehe ich deine Situation sehr gut. Es bleibt vermutlich nur ein Trost, dass wenn man es wieder gemacht hat, es für eine Weile ruhig ist.
Ja, komische Zeiten, schwierige Zeiten, so wie es Du auch empfindest. Ich finde "komisch" nicht das treffende Wort, aber "schwierig" auch nicht. Aber ich finde keine passenden und stimmige Adjektive um die Situation zu beschreiben.
Unser kleiner, alter Bauernhof gibt mir immer wieder die notwendige Ruhe um über dies nachzudenken. Als ich jung war und über das Alter nachdachte, meinte ich, dass sich viele Fragen mit dem Altern lösen. Und heute stehe ich mit mehr Fragen an den Menschen da, als früher, als ich jung war.
Ja, das kleine Dorf im Jura, der jüngste Kanton in der Schweiz, hat nicht keine Probleme. Und ich sehe ja nur an das Dorf und nicht in das Dorf. Das heisst, ich lebe dort nicht, es ist nicht mein Lebensmittelpunkt. Also kenne ich den Alltag auch nicht.
Die dreibeinige Katze kommt schon seit mehr als einem Jahr zu uns zum fressen. Sie lässt sich mittlerweile etwas anfassen, wenn auch noch mit grosser Scheu und Angst. Während unseren Sommerferien hat uns Andy bekannt gegeben, dass sie nun ein Junges habe. Und so kommen sie, wenn jemand zugegen ist, nun zu zweit zum Essen ...