Ich grüße die duale Fotogemeinde

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nein, Ihr Lieben, es war nicht meine Absicht, hier irgendwie Rabatz zu machen, aber solche Fragen polarisieren nunmal ungemein, und ja, da ist mir in einem Fall auch mal ein Kraftausdruck rausgerutscht, der sicher nicht sein musste. Und nochwas, ich wollte auch nicht alle "alteingesessenen" Analogfotografen im allgemeinen sowie jene mit Meisterbrief im besonderen angreifen.
Vielmehr geht es in meinen Ausführungen doch (das hat der Threadstarter aber auch irgendwie herrlich bedient) um die Kritik an einem Stereotyp des Analogfotografen (von dem ich selber nicht so recht glauben kann, dass es solche Dinos noch gibt). Gewissermaßen eine perfekt konstruiertes "Feindbild" für alle Leute, die einfach nur Spaß am Fotografieren haben, und die sich einen Dreck darum scheren, wie man denn "richtigerweise" zu einem bestimmten Bildergebnis kommt. Ich meine solche Aussagen, wie die "Du must bei der Aufnahme alles richtig machen" hat doch eine ganz neue Bedeutung bekommen, aber manche haben das noch nicht mitbekommen. Alles richtig machen heißt doch eben im "digitalen Zeitalter" auch vieles bewusst FALSCH machen, weil die Verarbeitung der Bilder am Rechner eben selbstverständlich dazugehört, und ich diesen Umstand bei der Aufnahme schon mitgedacht habe.
Wenn dann jemand sagt, "lern das Ganze erstmal analog, dann weist Du was Fotografie ist" dann ist das für mich purer Hohn. Das ist eine Aussage von jemandem, der Fotografie tendentiell als einen Leidensweg betrachtet, den man mit viel Selbstdiszipin und ganz viel Entbehrung gehen muss. Von einem, der die Fotografie vor vielleicht 30 Jahren professionell gelernt hat, der vielleicht als Student noch drei Nebenjobs machen musste, um sich das teure Filmmaterial zu leisten (gut ich hab 2 Nebenjobs

). Dann meint eben so einen Aussage "lern erstmal analog" sowas wie komm mal auf den Boden , lerne leiden und lass Dir gaaanz viel Zeit dabei.
Aus so einer Aussage spricht meiner Meinung nach die Angst vor einer neuen, unbekannten Zeit. Da können plötzlich Lokführer, Bankangestellte oder 16 jährige Schüler Fotos machen, die früher nur Spezialisten hinbekommen hätten (siehe Strobist!!! -und könnten diese Bilder auch zu guten Preisen auf den Markt werfen) und GLEICHZEITIG können diese Leute NULL Ahnung von der Mittelformatfotografie haben, oder wie man einen Film entwickelt. Das ruft Ängste hervor und den Wunsch solche Bewegungen zu unterbinden. Das geschieht ja, wenn man sich die ganzen Vereinigungen anschaut, die irgendwie versuchen das professionelle Profibild von dem professionellen Amateurbild zu separieren.
Gewissermaßen gibt es zwei Sichtweisen:
1) Sicht der "Alten Hasen"
Oh, die digitale Bewegung produziert ja wahnsinns Ergebnisse!! Ja, ja die können ja nur so gute Bilder produzieren, weil sie am Rechner fit sind und die nach dem Zufallsprinzip Bilder machen.
2) Sicht der "jungen Wilden"
Oh, dort ist ein Fotoladen! Mal schaun... Oh nein, nicht schon wieder diese langweiligen Hochzeitsbilder, nicht schon wieder die Schwägerin von Fotografen mit der Rose im Mund, nicht schon wieder, nicht schon wieder.....
Mit der Wahrheit haben beide Sichtweisen natürlich nix zu tun. Die "Alten Hasen" müssen ihre Sicht revidieren, Amateure hätten kein Handwerkszeug. Die müssen heute auch noch Tausende Euro in Lichttechnik stecken, wenn sie Produkte oder Portraits handwerklich fotografieren wollen. Amateure wollen auch handwerklich klassisch arbeiten, können das aber mit neuen Technologien verbinden.
Die "jungen Wilden" haben keinen Respekt, weil die Oldschool Fotografie in ihrer Umgebung keine Bühne findet um sich zu präsentieren. Weil sie keine Lust haben, sich belehren zu lassen. Ich kann viele handwerklich arbeitende Fotografen aber auch verstehen, dass sie sich in einem solchen Forum nicht stärker einbringen, sind doch 80% der Beiträge nur konsumorientierte Kaufberatungen und sind leider sehr viele User mit handwerklichen Fototipps überfordert.
Wenn ich mir junge Fotografen/innen heute anschaue, dann haben sie es verstanden selbstverständlich handwerkliche Elemente mit digitalem Zauber zu verbinden. Daraus ist doch was ganz neues entstanden.
Zitat von Darkroom
ja, wenn Christoph nicht gerade der wäre, der immer irgend ein Statement in einen Thread postet und dann, wenn man im selben Thread dazu reflektiert,
Immer

Ja klar, Du meinst den EINEN Beitrag D70 vs S2 Pro, in den ich mich zu der für mich besseren D70 geäußert habe. Was sollte ich Deinen Argumenten noch hinzufügen, es ist eben Deine Sicht gewesen, ich will Dich ja nicht bekehren.
Ansonsten antworte ich immer, wenn ich direkt gefragt werde oder wenn man mich per PN anschreibt. Ich gehöre zu den Leuten, die ihr Wissen gerne mit anderen teilen, das habe ich hier im Rahmen meiner Möglichkeiten schon intensiv getan.
Viele Grüße
Christoph