AW: Enttäuschung Rauschen D3
a. warum ist das Ergebnis von Milo's Original-Motiv so nicht akzeptabel - handelt es sich in dem o.a. Beispiel um 'grenzwertige' Lichtverhältnisse ..?
Das Bild ist unter grenzwertigen Lichtverhältnissen entstanden. Man benötigte, um das Hauptmotiv, den Chor, freihand wiederzugeben, ISO 6400 bei Blende 2.8 und 1/125 sec. Unter solchen Lichtverhältnissen könnte man mit keiner analogen Kamera und auch mit den meisten Digitalkameras keine Bilder machen, in denen das Rauschen / Korn nicht unangenehm auffällt. Wenn man dann noch extrem unterbelichtet, geht es auch mit der D3 nicht.
Hinzu kommt, dass die Kontrastverhältnisse extrem stark sind - Gegenlicht-Strahler einerseits, dunkle Chorkleidung andererseits. Für jede Kamera ein Problem. Da die Lichter (Strahler) hier nicht bildwichtig sind, würde ich insoweit ein Ausfressen riskieren.
Das von Robert bearbeitete Bild finde ich passabel. Für eine Berichterstattung in der Zeitung oder im Internet völlig ausreichend. Für ein Poster von dem Chor in Riesenformat natürlich nicht - aber dafür ist auch die Perspektive nicht so dolle.
b. sollten ISO 800, bzw. in diesem Beispiel ISO 1.600 schon 'das Ende der Fahnenstange' sein..?
Niemand hat gesagt und niemand kann sagen, dass die D3 überhaupt nicht rauscht. Sie rauscht aber weniger als jede andere Kleinbild-DSLR, und zwar umso weniger:
- je richtiger belichtet das Bild ist,
- wie viel Licht vorhanden ist,
- je niedriger die ISO eingestellt ist.
Das ist in der Tendenz also letztlich genau so, wie bei jeder DSLR (und auch wie bei jedem analogen Film). Das Rauschverhalten der D3 ist aber so gut, dass man unter früher aussichtslosen Belichtungsverhältnissen akzeptable Bilder erzielen kann.
c. es wird hier geraten maßvoll 'überzubelichten' - auch auf die Gefahr hin, das die Lichter im HG ausfressen könnten..?
Das beste ist, man hat ein Motiv, das genau in den Belichtungsumfang der Kamera passt, und belichtet es genauso, dass werde die Tiefen zulaufen, noch die Lichter ausfressen. Wenn - wie häufig - der Kontrastumfang im Motiv zu hoch ist,
ist es besser, etwas zu reichlich, als zu knapp zu belichten, um das Rauschen im Griff zu behalteten - auf die Gefahr hin, dass dadurch Spitzlichter ausfressen. Wenn dies - anders als im Beispielbild - aus Gründen des Motives nicht akzeptabel ist (das kann ja sein), dann muß man das Rauschen oder das Absaufen von Tiefen in Kauf nehmen. (Oder Blitzen - was ja auch häufig nicht geht.) Wie so häufig im Leben - manchmal muß man Kompromisse machen.
Das ist kein Spezifikum der D3 - das ist bei jeder DSLR so und gilt auch z.B. für die Dia-Fotografie.
d. wenn wir vorher Milo's Beispiel nicht gesehen hätten - wäre Roberts Variante dann ein Beweis für die ISO-Stärke der D3..?
Auch Roberts Variante wurde aus dem unterbelichteten NEF entwickelt, deshalb kann man dazu nichts sagen.