Seit EBay und Co hat die Welt des Secondhand Marktes eine ganz andere Wichtigkeit erhalten. Früher hätte es kaum rentiert gebraucht Ware zu erstehen. Die bekam man nur beim Händler und der verlangte fast gleich viel wie für das Neugerät, ... Heute ist aber der Gebrauchtmarkt eine wirkliche Alternative zum Neukauf und für die nicht Technikhypefreaks eine durchaus brauchbare.
Wir weichen vom Thema ab, aber gerade darüber könnte man sehr kontroversiell diskutieren. Ich habe in meiner Anfangszeit auch mehr Münzen als Scheine in der Börse getragen und Kameras wie die XD-7 oder die A-1, welche ich damals hatte, waren schon eine echte Investition. Da war es schon eine echte Erleichturung, dass es in jedem dritten Häuserblock einen Fotohändler mit eigenem Schaufenster für Gebrauchtware gab. Ich muss damals viele hundert Kilometer zu Fuß bei nächtlichen Jagdausflügen nach dem richtigen Angebot zurück gelegt haben.
In den 80er/90er Jahren gab es mit diversen Zeitungen welche ausschließlich auf Privatanzeigen spezialisiert waren, eine neue Angebotsschiene, die dem Gebrauchthandel den Rang ablaufen sollte. Aber auch ein neues Einkaufsgefühl. Ich habe damals viel mit gebrauchtem Computerkram rumgedealt und musste die Erfahrung machen, dass mindestens ein Drittel der Verkäufer falsche oder betrügerische Angaben zu den angebotenen Waren machte. Selbst biedere Familienväter im Karopullover konnten der Versuchung nicht widerstehen, in Filzpantoffeln ein paar Schritte auf die dunkle Seite zu tun.
Heute hat ebay alles aufgesaugt. Im Raum Wien gibt es vielleicht noch 5 Händler mit nennenswertem Gebrauchtangebot. Wer sich nicht auf das Sammlersegment spezialisiert, hat sowieso schlechte Karten. Der Vorteil von ebay liegt darin, dass absurde Preisvorstellungen (die S3Pro hat weit über 2000 € gekostet, da müssen gebraucht noch 1000 raus springen. Fixpreis, keine Verhandlungsbasis. Reales Angebot.) erst gar nicht hochkommen, denn mehr als geboten wurde gibt's nicht. Es wird aber in Internetforen immer wieder mal ganz ungeniert zugegeben, dass Kaputtware, bei der keine Reparatur lohnt, in der Bucht versenkt wird.
Für mich keine gute Entwicklung. Beim Händler oder beim lokalen Privatanbieter nehme ich das gebrauchte Objektiv zur Hand, untersuche es auf offensichtliche Mängel, teste es mal an meiner Kamera, mache ein paar Probeaufnahmen oder nehme es einmal für einen Tag mit. Der Preis ist höher, aber wenn ich mal die Augenbraue hoch ziehe, stellt sich schnell heraus, dass man ja über alles vernünftig reden kann. Und wenn die Ware passt, soll es am Finanziellen nicht scheitern. Bei ebay freut sich zwar der Geilblödmann über das eine oder andere Schnäppchen, aber wer auf Anfassqualität und Handschlaggeschäfte nicht verzichten möchte, für den kommen doch einige Reisekosten zu.