Nikons Isoless-Sensoren: die Anwendung in der Praxis

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dmachaon

Sehr aktives Mitglied
Hi,

im ein oder anderen Thread der letzten Tage tauchten Diskussionen um die "Isoless"-Eigenschaften der D800 und anderer Nikon-Kameras auf.
Eigentlich erstaunlich, dass diese Besonderheit so wenig bekannt ist bzw. genutzt wird, ermöglicht sie doch eine Erweiterung des soundso schon erstaunlichen Dynamikumfanges moderner Sensoren um weitere 4-5 LW!

Bis zur Generation (etwa) der D300 galt: um möglichst viele Photonen zu sammeln bzw. eine möglichst gute Signalverstärkung zu gewährleisten, sollten nicht nur die Belichtungszeit und Blende, sondern auch Empfindlichkeit (ISO) schon vor der Aufnahme optimal gewählt werden. Nachträgliches Pushen der RAWs bewirkte unweigerlich hohes Bildrauschen, vor allem in den Schatten. Und zwar überproportional: ein mit ISO 200 aufgenommenes und um 1 LW gepushtes Bild rauschte mehr, als ein mit ISO 400, aber unter sonst gleichen Aufnahmebedingungen erstelltes Bild.
Nun brachte Nikon vor einigen Jahren Sensoren auf den Markt, die dieser Grundregel nicht mehr folgen. In gewissen Grenzen spielt es keine Rolle mehr, ob die ISO schon vor der Aufnahme der jeweiligen Situation angepasst oder durch nachträgliches Pushen simuliert wird - diese Sensoren sind "Isoless". "In gewissen Grenzen" deshalb, da in Vollansicht fein nuancierte Unterschiede noch erkennbar bleiben, die allerdings in der Praxis eine vernachlässigbare Rolle spielen. Das Ausmaß der Differenzen ist zudem abhängig vom Ausmaß der Nachbelichtung - an der D800 kann ich bis zu ca. 4 LW keinerlei Unterschiede feststellen, ab 5 LW kommt es zu mitunter wahrnehmbaren Farbverschiebungen.

Soweit die Theorie - ich bin kein guter Erklärbär und schon gar kein Sensorexperte (hoffentlich können Jürgen, Falk oder andere hier Hilfestellungen leisten), aber die praktische Anwendung interessiert mich dennoch.

Angenommen, ich müsste eine typische Tageslichtszene mit Blende 14 (Tiefenschärfe) und einer Belichtungszeit von 1/400sec (Bewegungs- oder Verwacklungsunschärfen) festhalten und könnte keine Belichtungsreihen anfertigen, da Vögel durchs Bild fliegen... Um ein ausgewogenenes Ergebnis zu erhalten, müsste ich in dieser fiktiven Situation die Empfindlichkeit auf ISO 1600 erhöhen:



Deutlich wird schon jetzt, dass der Himmel ausfrisst und sich wohl nicht vollständig wiederherstellen lassen wird. Um dies zu vermeiden, wähle ich die native Sensorempfindlichkeit ISO 100:



Im Raw-Converter pushe ich das Bild mit einem Klick um 4 Blenden:



Zum Vergleich noch einmal das vor Ort korrekt belichtete Bild:



Das Ergebnis sieht exakt gleich aus! Soweit so gut, doch wie schlagen sich die Tiefen? Wer Unterschiede findet, darf sie behalten. ;)



Die weiteren Beispiele von Daniel wurde in den ersten Kommentar-Post verlagert, um das Scrollen auf den Folgeseiten durch den übergroßen Startbeitrag zu verhindern.
 

PeterTaylor

NF-F Platin Mitglied
AW: Nikons Isoless-Sensoren, oder: die Anwendung in der Praxis

Das wird wohl nicht funktionieren, wenn zuviel Licht auf den Sensor fällt, fällt zuviel Licht auf den Sensor. ;)

Hier geht es darum, das Signal nicht schon während der Aufnahme unwiderruflich zu verstärken!.

Das hätte man vor 10 Jahren auch bei den Schatten gedacht.. Wo kein Licht hinfällt, ist und bleibt es dunkel. Die Hoffnung stirbt zuletzt... ;)


Viele Grüße
Peter
 

Hans-Peter R.

Administrator
AW: Nikons Isoless-Sensoren, oder: die Anwendung in der Praxis

Hallo,

Das hätte man vor 10 Jahren auch bei den Schatten gedacht.. Wo kein Licht hinfällt, ist und bleibt es dunkel.
die grundsätzliche Überlegung hat sich in diesen zehn Jahren auch nicht geändert. Wenn der Sensor in den Lichtern in oder "fast" in der Sättigung ist, können feine Nuancen nicht mehr unterschieden werden und der Himmel ist ausgebrannt. Wenn die Schatten komplett oder "fast" Rabenschwarz sind, dann geht nicht mehr. Geändert hat sich aber im Zuge der technischen Weiterentwicklung, was unter "fast" zu verstehen ist.

Die Sensoren rauschen erheblich weniger und so wird das "Fast-Schwarz" Level nochmal deutlich nach unten verschoben. Als die D3s erstmalig die 80 Kiloelektronen in ihrem Fullwell-Wert überschritten hatte war allen klar: Fullwell hat was mit der Pixelgröße zu tun und die Pixel der D3s sind (a) modern und (b) sehr, sehr groß. Und dann kommt eine D810 mit überraschenderweise ebenfalls fast 80 Kiloelektronen ... aber Pixel, die nur ein Drittel der D3s Pixelfläche haben. So ging der Auflösungsgewinn also nicht zwangsweise zu Lasten der darstellbaren Dynamik, wie über 10 Jahre lang von wahrscheinlich allen von uns angenommen wurde.

Es wurden einfach die technischen Grenzen näher an die physikalischen Grenzen verschoben. Soweit die positive Nachricht und das ist eigentlich schon mal sehr erstaunlich. Nie Negative Nachricht: Da die physikalischen Grenzen nahezu erreicht sind, muss sich die nächste Innovationswelle auf ein neues physikalisches (oder ersatzweise technologisches) Prinzip mit neuen physikalischen Grenzen stützen. Zumindest war das in der Vergangenheit immer so, wenn eine Technologie ausgereizt war.

Ciao
HaPe
 

Don Quijote

Registrierte Benutzer_B - NF-F "proofed"
AW: Nikons Isoless-Sensoren, oder: die Anwendung in der Praxis

Du hast zwar Recht HaPe, aber für mich als jemand, der schon ein paar Jahrzehnte fotografiert, ist dieser isoless Ansatz trotzdem so ein bisschen ein Tritt vor's Schienbein :eek:. Jahrelang hat man sich mit immer ausgefeilteren Methoden bemüht, zu einem "ausgewogen" belichteten Bild zu kommen. Und jetzt kommt jemand und sagt, alles Käse, hättest Du mal lieber satt unterbelichtet...

Aber das eröffnet natürlich fotografisch extrem viele Möglichkeiten :up:. Bei meiner betagten D700 bin ich da zwar noch ein bisschen außen vor, aber irgendwann kommt ja mal ein Nachfolger ins Haus. Allerdings müssen vorher auch noch die Hersteller von RAW-Konvertern ihre Hausaufgaben machen und zumindest den Einstellbereich für die Belichtungskorrektuir entsprechend anpassen.

Grüße :)
Oliver
 

mangalam

Unterstützendes Mitglied
AW: Nikons Isoless-Sensoren, oder: die Anwendung in der Praxis

Die Bilder sind ja nicht wirklich unterbelichtet. Die sind weiterhin nach rechts belichtet, so dass die Lichter nicht ausbrennen. Was neu ist, ist wieviel man nachtraeglich ohne Verluste aus den Schatten noch rausholen kann.

Wobei ich bei meiner D5200 auch schon platt war wie viele Details man auch aus clippenden Lichtern im LR rausholen kann.

Gruss

Martin
 

Stefan L.

NF-F Premium Mitglied
AW: Nikons Isoless-Sensoren, oder: die Anwendung in der Praxis

Bei meiner betagten D700 bin ich da zwar noch ein bisschen außen vor

Nein, warum? Active-D-Lighting macht ja nichts anderes als zu knapp zu belichten und hinterher wieder hochzuziehen.
 

Don Quijote

Registrierte Benutzer_B - NF-F "proofed"
AW: Nikons Isoless-Sensoren, oder: die Anwendung in der Praxis

Nein, warum? Active-D-Lighting macht ja nichts anderes als zu knapp zu belichten und hinterher wieder hochzuziehen.
Das ist schon klar. Aber bei der D700 sieht man dann sehr wohl, dass das Rauschen in den Tiefen ansteigt. Man muss sich also überlegen, ob man die Lichter wirklich benötigt und dafür die evtl. bildwichtigeren Teile rauscharm korrekt belichtet. Bei meinen Bilder ist z.B. öfters mal der Himmel ausgefressen, wenn der nicht gerade zentraler Bildinhalt ist. Oder ob man lieber die Lichter erhalten will und das Rauschen in Kauf nimmt. ISOLESS ist das nicht, auch wenn ich mir ehrlich gesagt über das Rauschen der D700 auch keine grauen Haare wachsen lasse....

Grüße :)
Oliver
 

PeterTaylor

NF-F Platin Mitglied
AW: Nikons Isoless-Sensoren, oder: die Anwendung in der Praxis

Nie Negative Nachricht: Da die physikalischen Grenzen nahezu erreicht sind, muss sich die nächste Innovationswelle auf ein neues physikalisches (oder ersatzweise technologisches) Prinzip mit neuen physikalischen Grenzen stützen. Zumindest war das in der Vergangenheit immer so, wenn eine Technologie ausgereizt war.

Ciao
HaPe
Danke HaPe für Deine Erläuterungen. Die Entwicklung neuer Technologien war in meiner Hoffnung implizit eingeschlossen. Nikon hat kürzlich z.B. ein Patent angemeldet, das infrarotes Licht mit bei der Bildaufzeichnung berücksichtigt. Damit kann man wohl mehr Helligkeitsinformationen auf den Sensor bannen. Vielleicht führt so etwas auch irgendwann dazu, dass Sensoren eine niedrigere Basis ISO haben, z.B. ISO 12 o.ä.

Dann wäre mir mit meiner speziellen Anforderung z.B. geholfen ;)

Vielleicht wird aber auch der elektronische Verschluss in den Kameras optimiert, so dass kürzere Synchronzeiten beim Blitzen möglich werden, oder, oder, oder...
 

jw500

Auszeit
AW: Nikons Isoless-Sensoren, oder: die Anwendung in der Praxis

Im Prinzip mache ich das seit meiner D7000 so.

Bei "zuviel" Licht:

soweit "unterbelichten" dass die Lichter nicht ausfressen.

bei zuwenig Licht:

Iso gerade soweit hoch, dass keine Verwacklungsunschärfe entsteht
und ebenfalls gerne mal 2 LW unterbelichten.

Danach dann das ganze Bild oder Teile davon korrigieren.



Mit der neuen Belichtungsmessung auf die Lichter der D810 und D750
kann ich insofern nicht viel anfangen, weil mir die Automatik die Entscheidung
wie wichtig mir dir ausgefressenen Stellen sind oder auch nicht, nicht abnehmen kann.

Gruß
Jürgen
 

dmachaon

Sehr aktives Mitglied
AW: Nikons Isoless-Sensoren, oder: die Anwendung in der Praxis

Nein, warum? Active-D-Lighting macht ja nichts anderes als zu knapp zu belichten und hinterher wieder hochzuziehen.
Wie Oliver schon anmerkte, ist der Unterschied grundlegend und erheblich!
Probier es einfach mal aus: eine entsprechend gepushte Aufnahme der D700 wird überproportional stärker rauschen als eine Aufnahme, deren Signal durch Anpassung der ISO direkt optimal belichtet wurde.
Ich sehe die ISO mittlerweile schon kaum noch als "Belichtungs"parameter, denn mit Camera Raw und der Belichtungskorrektur lässt sie sich (zumindest nach oben) fast verlustfrei simulieren - die Belichtungszeit und Blende hingegen nicht.

Dass die neueren Sensoren in den Tiefen weniger rauschen, steht nochmal auf einem anderen Blatt, das ebenfalls enorme Spielräume eröffnet.
Camera Raw bietet eine sehr effektive Lichterkorrektur, sodass "weiches" Clipping häufig problemlos wiederhergestellt werden kann.
Die Konsequenz daraus: bei kontrastreichen Landschaftsaufnahmen belichte ich genauso nach alter Manier to the right , lasse den Himmel also leicht überlaufen. Ca. 1 LW lässt sich leicht und meist vollständig wieder nach unten korrigieren. Zugleich werden die Tiefen in dieser Einzelaufnahme max. belichtet und später noch etwas angehoben. Das Pushen der Tiefen um z. B. 2 LW entspricht einem Bildrauschen von ISO 400 (wenn mit ISO 100 aufgenommen wurde). Das kann ich verkraften, ISO 400 sind für moderne FV-Sensoren überhaupt kein Problem.


Ein Beispiel, das unbearbeitete RAW (Belichtung, Lichter, Tiefen = 0):


Das korrigierte RAW (ich habe mit digitalen Grauverläufen gearbeitet; #1 für den Vordergrund: Belichtung +1.3, Lichter 0, Tiefen +10; #2 für den Himmel: Belichtung -0.55, Lichter -73, Tiefen +80):


Das fertige JPEG:


Daraus ein 100%-Crop:



Wer sich die MÜhe macht und in Photome die Histogramme checkt, wird ein gewisses, bleibendes Clipping bemerken. Das darf sein, für unsere Augen bleiben die Sonne und sonnennahen Wölkchen ja auch stets gleißend.

So lässt sich der Dynamikumfang leicht um 3 oder mehr LW erweitern bei gleichzeitig exzellenter Bildqualität. Im Gegenzug spare ich mir teure und sperrige Grauverlaufsfilter, vermeide abgesoffene Bäume und Bergspitzen, kann Objektive ohne Filtergewinde nutzen, etc...
Übersteigt der Kontrastumfang ein gewisses Maß, müssen Belichtungsreihen ran.
 

Hans-Peter R.

Administrator
AW: Nikons Isoless-Sensoren, oder: die Anwendung in der Praxis

Hi,

Ein Beispiel, [...]
bei Deinen Beispielbilder fällt es allerdings schwer sich auf Histogramme und EVs zu konzentrieren, sondern man muss feststellen, dass unser Globus schon ein ungeheuer toller Ort ist, von dem jeder möglichst viel sehen sollte. Es lohnt sich.

Dein Aufnahmestandort war vermutlich ganz in der Nähe von dem Aufnahmestandort meines Avatar-Bildchens :)

Ciao
HaPe
 

dmachaon

Sehr aktives Mitglied
AW: Nikons Isoless-Sensoren, oder: die Anwendung in der Praxis

Ob du's glaubst oder nicht, in Myanmar musste ich öfter an dich bzw. dein Avatar denken. ;)
Ich stand auf einer eher unbekannten Pagode (ich glaub "No. 52" hieß die), dein Avatar zeigt diese? Leider konnte ich mir den Namenswirrwarr nicht merken...
 

Lilien

Unterstützendes Mitglied
AW: Nikons Isoless-Sensoren, oder: die Anwendung in der Praxis

So, da bin ich wieder (hoffentlich ausreichend ausgeschlafen). ;)

Vielleicht sollten wir erst einmal klären, was wir unter annähernd isoless verstehen wollen.

Ein Sensor gilt als isoless, wenn die Stärke des Rauschens (insbesondere in den dunklen Bildpartien) nur von der während der Belichtung einfallenden Lichtmenge (Anzahl der Photonen, die auf den Sensor treffen) abhängig ist.
Die eingestellte Empfindlichkeit (ISO), spielt in diesem angenommenen Idealfall, für die Stärke des Rauschens keine Rolle, daher die Bezeichnung isoless.

Dieser rein belichtungsabhängige Rauschanteil wird als Photonenrauschen (photon noise) bezeichnet, er ist physikalisch unvermeidbar, die Stärke (Signal-Rauschverhältnis) folgt dabei einer klaren Gesetzmäßigkeit:
Eine vierfache Belichtungszeit bzw. das Öffnen der Blende um 2 Stufen oder eine 4x hellere Beleuchtung, reduziert das Rauschen im Verhältnis zum Nutzsignal (dem Bild) um die Hälfte.
Daher ist es auch sehr wichtig, dass man sich trotz isoless weiterhin bemüht, möglichst viel Licht auf den Sensor zu bekommen, natürlich ohne Überbelichtung. ;)

Nun gibt es aber in der Praxis noch andere Einflussfaktoren, die die Stärke des Bildrauschens mit bestimmen.
Die A/D Wandler, die die Pixel auslesen, arbeiten leider nicht absolut rausch-/fehlerfrei, das nennt man dann Ausleserauschen (read noise).
Eine analoge Signalverstärkung (vergleichbar dem Vorverstärker eines Plattenspielers) trägt auch zum Rauschen bei, das muss aber nicht unbedingt im Ergebnis negative Auswirkungen haben.
Wenn so ein analoger Vorverstärker sehr rauscharm ausgelegt ist, kann sein Einsatz bei höheren ISO-Werten vorteilhaft sein, wenn durch den höheren Signalpegel, das Ausleserauschen (read noise) überproportional gesenkt werden kann.
So ein Sensor (z.B. D3s) ist dann keinesfalls isoless, hier sollte man also ggf. die Empfindlichkeit bei Bedarf erhöhen.

Wenn wir es mit einem Sensor zu tun haben, bei dem das Photonenrauschen (photon noise) deutlich über dem Anteil des Ausleserauschens (read noise) liegt, so dass das Ausleserauschen kaum mehr zum Bildeindruck beiträgt, kann man von einem annähernd isoless Sensor sprechen.

Wobei das isoless Kriterium nicht bereits schon bei der Grundempfindlichkeit des Sensors erreicht sein muss, daher kann man einen sensorspezifischen ISO-Wert angeben, ab dem eine weitere Erhöhung der Empfindlichkeit, das Rauschen in den dunklen Bildpartien nicht mehr nennenswert (bildwirksam) senkt.
Der Sensor arbeitet dann ab dem ISO Wert X annähernd isoless und genau dieser Wert ist in der oben von mir verlinkten Tabelle angegeben.

Hier nochmal der Link: Sensor Characteristics (comcast.net)

Man kann das geringere Schattenrauschen durch ISO-Erhöhung auch als Graph abbilden, wobei ein idealer isoless Sensor als horizontale Linie dargestellt würde. Eine ansteigende Kurve, verspricht hingegen ein reduziertes Rauschen durch eine ISO-Erhöhung:

Photographic Dynamic Range Shadow Improvement vs. ISO (comcast.net)

Wählt dort auch mal die D7000 an, diese kommt dem isoless Ideal schon sehr nahe, ein absolutes Gegenbeispiel zum Vergleich, wäre die D3s (effektive analoge Vorverstärkung).
D800 und D810 sind hinlänglich isoless.


Ich hoffe, das war hilfreich. Ich gehe jetzt zum Ausgleich kleine Karnickel fotografieren. ;)

MfG Jürgen
 

mangalam

Unterstützendes Mitglied
AW: Nikons Isoless-Sensoren, oder: die Anwendung in der Praxis

Ein Sensor gilt als isoless, wenn die Stärke des Rauschens (insbesondere in den dunklen Bildpartien) nur von der während der Belichtung einfallenden Lichtmenge (Anzahl der Photonen, die auf den Sensor treffen) abhängig ist.
Die eingestellte Empfindlichkeit (ISO), spielt in diesem angenommenen Idealfall, für die Stärke des Rauschens keine Rolle, daher die Bezeichnung isoless.
So richtig klar geworden ist es mir noch nicht.

Wenn ich den ISO Wert eine Stufe runter drehe und doppelt so lange belichte, bekomme ich aber doch bei gleicher Blende auch die doppelte Lichtmenge auf den Sensor.

Damit muesste sich doch das Rauschen dann reduzieren, oder?

Gruss

Martin
 

dmachaon

Sehr aktives Mitglied
AW: Nikons Isoless-Sensoren, oder: die Anwendung in der Praxis

Das ist das einzige Bild Deiner Myanmar-Reihe, bei dem ich neulich dachte: "Zuviel des Guten" ;)
Aber ich hab doch fast nix gemacht, das korrigierte RAW und JPEG sehen ja beinah gleich aus. Mist. :rolleyes:


Hier nochmal der Link: https://home.comcast.net/~NikonD70/Charts/Sensor_Characteristics.htm

Man kann das geringere Schattenrauschen durch ISO-Erhöhung auch als Graph abbilden, wobei ein idealer isoless Sensor als horizontale Linie dargestellt würde. Eine ansteigende Kurve, verspricht hingegen ein reduziertes Rauschen durch eine ISO-Erhöhung:

https://home.comcast.net/~NikonD70/Charts/PDR_Shadow.htm

Wählt dort auch mal die D7000 an, diese kommt dem isoless Ideal schon sehr nahe, ein absolutes Gegenbeispiel zum Vergleich, wäre die D3s (effektive analoge Vorverstärkung).
D800 und D810 sind hinlänglich isoless.


Ich hoffe, das war hilfreich...
Sehr, vielen Dank!
Wobei beide Links (bei mir) nicht funktionieren, weder in Chrome noch in Firefox. Als ob ein Flash nicht dargestellt würde...


Wenn wir es mit einem Sensor zu tun haben, bei dem das Photonenrauschen (photon noise) deutlich über dem Anteil des Ausleserauschens (read noise) liegt, so dass das Ausleserauschen kaum mehr zum Bildeindruck beiträgt, kann man von einem annähernd isoless Sensor sprechen.
Oder anders ausgedrückt: das Ausleserauschen des A/D-Wandlers ist per se so gering, dass es kaum sichtbar ist, richtig?


Wenn ich den ISO Wert eine Stufe runter drehe und doppelt so lange belichte, bekomme ich aber doch bei gleicher Blende auch die doppelte Lichtmenge auf den Sensor.

Damit muesste sich doch das Rauschen dann reduzieren, oder?
Das tut es auch. Hier geht es aber nicht um die Reduktion der Empfindlichkeit und eine im Gegenzug längere Belichtung - das Basisdreieck der Fotografie gilt natürlich weiterhin.
Es geht darum, die ISO-Wert nicht in der Kamera, sondern im Raw Converter zu erhöhen, was dir mehr Spielraum in den Lichtern lässt.
 

PeterTaylor

NF-F Platin Mitglied
AW: Nikons Isoless-Sensoren, oder: die Anwendung in der Praxis

Aber ich hab doch fast nix gemacht, das korrigierte RAW und JPEG sehen ja beinah gleich aus. Mist. :rolleyes:
Ich habe auch häufiger das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt. Ist so eine Art Pseudo HDR Look, der einfach unnatürlich wirkt. Zumindest für meine Augen. Besonders deutlich wird dsa bei den Kindern im Fluß und bei dem Bild auf der Düne, die beide irgendwie flau wirken.

Wobei beide Links (bei mir) nicht funktionieren, weder in Chrome noch in Firefox. Als ob ein Flash nicht dargestellt würde...
Links neben der Adresszeile ist im Firefox so ein kleines "Schutzschild" abgebildet. Das anklicken und im anschließend sich öffnenden Dialog, die Blockade aufheben...

Viele Grüße
Peter
 

dmachaon

Sehr aktives Mitglied
AW: Nikons Isoless-Sensoren, oder: die Anwendung in der Praxis

Ich habe auch häufiger das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt. Ist so eine Art Pseudo HDR Look, der einfach unnatürlich wirkt. Zumindest für meine Augen.
Falls du dich auf die obigen Beispielbilder (Post #1) beziehst: die Anpassung war natürlich quick'n'dirty! Eine durch Lichter- und Tiefenreglern vergewaltigte Tonwertkurve birgt die Gefahr von Halos und Schattenartefakten, das lässt sich leider nicht vermeiden. Normalerweise verwende ich meist mehrere digitale Grauverläufe bzw. blende eine Pseudo-Belichtungsreihe mittels Luminanzmasken.
Die Bilder sollten lediglich zeigen, wohin die Reise gehen kann. Wie der Dynamikumfang schließlich in ein gefälliges Ergebnis gebracht wird, bleibt dabei dem Workflow eines jeden einzelnen überlassen! Mir persönlich geht es zunächst darum, ein möglichst flaches, durchgezeichnetes TIFF zu erhalten, die Lichter und Tiefen werden anschließend wieder nach Gusto ausgereizt.


Links neben der Adresszeile ist im Firefox so ein kleines "Schutzschild" abgebildet. Das anklicken und im anschließend sich öffnenden Dialog, die Blockade aufheben...
Aaaah, danke!!
 

Lilien

Unterstützendes Mitglied
AW: Nikons Isoless-Sensoren, oder: die Anwendung in der Praxis

Wobei beide Links (bei mir) nicht funktionieren, weder in Chrome noch in Firefox. Als ob ein Flash nicht dargestellt würde...
Vielen Dank für den Hinweis, ich habe hier eine Browser-Erweiterung laufen, die mir möglichst alle Verbindungen über HTTPS (verschlüsselt) laufen lässt und ich hatte die Links einfach aus der Browser-Adresszeile kopiert.
Daran könnten die Probleme liegen, mit dem IE funktionieren die Seiten bei mir aber auch über HTTPS, man muss nur extra bestätigen, auch unverschlüsselte Inhalte zu laden.
Ich habe die Verlinkungen jetzt aber auf eine normale HTTP Verbindung geändert, hoffentlich funktioniert es jetzt für alle.

MfG Jürgen
 

Stefan L.

NF-F Premium Mitglied
AW: Nikons Isoless-Sensoren, oder: die Anwendung in der Praxis

Ganz herzlichen Dank an Daniel für diesen Thread. Ich wäre nie im Leben auf die Idee gekommen sowas zu probieren. Doch jetzt war das Interesse geweckt und da ich an der Uni gelernt habe, daß absolut nichts den eigenen Versuch ersetzen kann und die D5300 eh noch im Auto lag, habe ich auf dem Heimweg selber etwas experimentiert.

Alles quick 'n dirty, aber auf jeden Fall weitere Untersuchungen wert. Ich machte also zuerst dieses Foto



D5300, ISO 1600, F4.5, 1/250s

und nahm anschließend die ISO immer weiter runter, bis ich schließlich folgendes "leicht unterbelichtete" Bild bekam



D5300, ISO 100, F4.5, 1/250s

Nun also in Lightroom den Belichtungsregler auf +4 Blenden, ansonsten alles so gelassen ergab dieses


Die Farben sind etwas zu bunt, was man über den WB aber noch anpassen könnte, ansonsten finde ich das völlig überraschend, besonders wenn man sich bei beiden 100% Crops anschaut:


Wie gesagt D5300, also nix mit High-End FX-Liga :eek:
 

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