Nikon AF-S Nikkor 105 mm f/1.4E ED

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Nun ist es vermutlich auch dir kein Geheimnis, dass man das Motiv sehr selten komplett in der Mitte hat sondern eher seitlich. Heißt: ich brauche eine Optik die offenblendentauglich ist bzw. auch außerhalb der Mitte bei Offenblende scharf ist. Meine Referenz: das Sigma Art 50 1.4.
Kurze Erklärung:
Genau aus diesem Grund habe ich es nicht behalten.

Lange Erklärung:
Ich stehe zunehmend kritisch Tests&Reviews gegenüber. Ich habe lange genug dieses Spiel selbst mitgemacht.Unabhängig der Diskussion, ein Objektiv maßgeblich nur nach einem einzigen Faktor zu bewerten - in dem Fall Schärfe. Bei "Tests" wird ein zweidimensionales Testtarget auf einem zweidimensionalen Sensor aufgenommen. Damit ist zBsp Schärfe, Bildfeldwölbung und Vignettierung in beliebiger Genauigkeit überprüfbar. Alles wird typischerweise professionell und reproduzierbar durchgeführt. Stativ, LiveView, Fernauslösung, etc, etc, ....

Ergebnis: Ein Objektiv ist scharf (oder nicht)

Typischerweise (Hochzeit und Reportage gehören aus meiner Sicht dazu) beabsichtigt der Fotograf eher ein 3-dimensionales Geschehen auf ein zweidimensionales Medium abzubilden. Damit sind die "Testergebnisse" aus meiner Sicht nur eingeschränkt übertragbar.

So wird zBsp "Schärfe" im Testbetrieb typischerweise nur als eine Objektiveigenschaft gesehen (Sensorauflösung mal außen vor gelassen)
Im "täglichen" Einsatz eines Hochzeitsfotografen und in der Reportage, ist Schärfe als Ergebnis so gut wie immer eine Kombination der Kamera (Phasen AF) und des Objektivs (seine optische Leistung).

Gerade bei hochöffnenden Brennweiten muß diese Kombination AF+Optik reproduzierbare und gute Ergebnisse liefern. Dazu zählt für mich auch, daß nicht nur das zentrale AF Feld der Kamera mit dem Objektiv perfekt eingestellt ist, sondern - so wie du es oben beschreibst - auch bei außermittigen Fokusfeldern perfekt mit dem Objektiv harmoniert.

Nach dem in dieser Hinsicht für mich unerfreulichen Erlebnis mit dem Sigma Art 18-35mm/1.8, habe ich bei meinem Händler alle schnellen Sigma Art daraufhin an 3 Kamera's gecheckt. Du magst mit deinem Objektiv und deiner Kamera Glück haben, aber ich habe bis jetzt noch kein "perfekt" scharfes Sigma Art gefunden
1) Der zentrale AF passte u.U. nicht. Kann ggfs mit der Kamera AF Justage oder mit dem USB Dock gefixt werden. Kein Problem, ist nur ein Zeitaufwand.
2) Wenn das zentrale AF Fokusfeld passt, gilt das nicht notwendigerweise für alle anderen AF Felder der jeweiligen Kamera. Nicht fixbar, auch nicht mit dem USB Dock.

Das Sigma Art 50mm/1.4 meldet sich gegenüber der Kamera mit einer Objektivkennung (0x88), die die Kamerafirmware nicht kennt. Andere Sigma Objektive verwenden tw. sogar bestehende Kennungen, die aber andere Nikkore beschreiben (Sigma Art 18-35mm/1.8 meldet sich als AFS 18-200mm). Alle CPU-Nikkore haben eine eindeutige Objektivkennung.

Mit der Dock-Antwort zeigst du eigentlich schön dass dir Schärfe nicht wichtig ist. Ich habe das Gefühl dass viele nicht wissen was ihre Optik könnte bzw. was die Konkurrenz könnte. Hast du schon mal ein perfekt sitzendes 50 Art probiert?
Mir ist Schärfe im Endergebnis meines "Alltages" wichtig, nicht nur in Testumgebungen.
Das USB Dock erlaubt mir, ein AF Feld an einer Kamera mit meinem Sigma Objektiv zu justieren (ggfs mit mehreren Stützwerten). Leider (oder Gott sei Dank) haben Kameras mittlerweile mehr als nur ein AF Feld in der Mitte. Das USB Dock erlaubt keine Justagemöglichkeit, daß sowohl das zentrale AF Feld als auch alle anderen AF Felder korrekt justiert werden können. Das USB Dock löst auch nicht das Problem, wenn man mehrere Kameras hat und sein Sigma Art Objektiv an allen Kameras "perfekt" justieren will.
Wie gesagt, Testcharts interessieren mich nicht mehr so wirklich. Es ist mir wichtiger, wenn ein Objektiv, daß am Testtarget u.U. nicht ganz so "scharf" ist, dann mit dem äußersten AF Feld korrekt fokussiert. Das ist aus meiner Sicht besser, als ein superscharfes Objektiv mit x cm Fokusfehler an meiner Kamera zu haben.

Zum Thema USB Dock, zentrale AF Justage und aussermittige AF Fehlfokus mit Sigma Art Objekiven, hier ein langer Thread im Nachbarforum, der aufgrund meiner hier im NFF niedergeschrieben Beobachtung gestartet wurde. Ich habe in dem Thread auch auf die systemische Problematik hingewiesen. Da ist auch beschrieben, wie du deine Objektive und Kameras selber überprüfen kannst.

Ich behaupte nicht sonst wüsstest du dass nur ein Otus noch besser ist. Und ja Bokeh können andere besser, aber die Optik ist nunmal auf Schärfe und Kontrast optimiert.
Wieviele Hochzeitsfotografen verwenden als 50er nur das Otus und können tatsächlich das "maximale" aus dem Objektiv herausholen, wenn Braut und Bräutigam noch eine gewisse Dynamik haben? Wie hoch wird die Keeper Rate sein?
Und sorry, meine Ansprüche sind nunmal andere und das werde ich hoffentlich noch äußern dürfen ohne gleich als Fanboy abgestempelt zu werden.
Ich hatte meine Worte sorgfältig gewählt und nicht geschrieben, daß du einer bist, sondern daß dein Post den Eindruck erweckt (Vielleicht ist das unbewußt passiert, daß er in diesem Stil geschrieben ist). Sorry, wenn das in die falsche Kehle gekommen ist.

Zurück zum AFS 105mm/1.4G:
Wenn das Objektiv so wie berichtet, eine sehr gute Leistung bei Offenblende ausweist und so wie die anderen hochöffnenden Nikkore von allen AF Feldern korrekt angesteuert werden kann, dann freue ich mich um so mehr auf das Objektiv. Bestellt ist es, mal sehen, wie schnell es verfügbar ist.

Liebe Grüße,
Andy
 
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Moin
sehr schönes Teil! VR braucht da auch kein Mensch aber der Preis ist doch jenseits von Gut und Böse. :( Kann mir mal einer erklären,warum Nikon so viel teurer ist wie Canon?

Gruß
Siggi
 
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Kann mir mal einer erklären,warum Nikon so viel teurer ist wie Canon?

Gruß
Siggi

Wieso teurer? Man findet in beiden Lagern Objektive, die mal hier und mal da teurer sind. Zum Teil ist Canon erheblich teurer.

Canon 4/200-400mm 11.399 Euro
Nikon 4/200-400mm 7.499 Euro

Canon 1.4/35mm USM II 1.869 Euro
Nikon 1.4/35mm AF-S 1.599 Euro

Davon abgesehen, ist aber der Trend aktuell, dass alle Hersteller fürstlich aufschlagen zu den Vorgängermodellen. Die neuen Sony G-Master sind dafür ein gutes Beispiel.

VG,
Peter
 
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Schon richtig aber ich wünsche mir nichts sehnlicher als ein 135mm f2 für um die 1000,-€. so wie das Canon EF 135mm/f2. Kann doch nicht so schwer sein?

Gruß
Siggi
 
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Siggi, kann ich ja verstehen. Ich hätte auch ein AF-S 1.8/135mm bevorzugt. Das Patent gibt es schon seit ein paar Jahren, aber ob es jemals das Licht der Welt erblickt? :nixweiss:
 
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Hieß es nicht einmal, dass ein VR den Strahlengang verengt und somit die ganze Objektivrechnung negativ beeinflusst. Das stell ich mir vorallem bei lichtstarken Objektiven schwierig vor.

Ich denke, dass es bestimmt möglich war einen VR zu integrieren. Aber das hätte das 105/1.4 wohl noch größer und vorallem teurer gemacht. Und diese beiden Punkte plus die Bildqualität entscheiden ja über einen Kauf, oder?
 
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Siggi, kann ich ja verstehen. Ich hätte auch ein AF-S 1.8/135mm bevorzugt. Das Patent gibt es schon seit ein paar Jahren, aber ob es jemals das Licht der Welt erblickt? :nixweiss:

Denke mal das kommt in der nächsten Zeit. Bei den anderen FBs haben sie es ja auch so gemacht: Erst das teure Lichtstarke und ein halbes Jahr später das günstige Lichtschwache. War bei 85mm f1.4/f1.8 so und beim 24mm f1.4/f1.8 auch.

Gebe die Hoffnung nicht auf und warte weiter. Bis dahin habe ich mir für meine olympus das ausgezeichnete M75mm f1.8 gegönnt:

Am Eichholz by Siggi, auf Flickr​

Gruß
Siggi
 
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sorry, aber bei dem aufgerufenen Preis amortisiert sich das Objektiv nie.

Gruß

Thomas


Das trifft wiederum auf jedes meiner Objetive zu, auf jede meiner Bratpfannen, alle meine Hunde und meine Stereoanlage.

Ansonsten kommt es wohl eher darauf an, wie gut man als Fotograf mit der Portaitknipserei verdient. Und wie soll sich dann ein 500er, oder 800er amortisieren?
 
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[MENTION=1954]Thomas[/MENTION] meinte wohl,dass es sich für Nikon nicht amortisiert. Ich denke schon. Wegen der zu erwartenden kleinen Stückzahlen eben der hohe Preis.

Gruß
Siggi
 
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Ich finde dieses Gejammere um die Neupreise irritierend. Wenn einem ein Nikon-Objektiv zu teuer ist, kauft man es halt:

- wenn der NP gesunken ist
- gebraucht
- gar nicht

Solange die Preise gezahlt werden, macht Nikon (und auch die anderen Hersteller) doch alles richtig. Es ist nicht verboten, den maximal möglichen Ertrag aus einem Produkt zu erzielen. Falls das Objektiv zum Lebensunterhalt benutzt wird, besteht ja immer noch die Möglichkeit der Kompensation über die steuerliche Abschreibung. Der Amateur halt nur die oben genannten Alternativen.
Wenn der Umsatz deutlich hinter den Erwartungen zurück bleibt, wird der Hersteller in der Regel reagieren.
 
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Ich sehs schon kommen: mit dem Ding werden in den nächsten Jahren viele Hochzeitsfotografen herumlaufen :)

Bin ziemlich überrascht wenn ich ehrlich bin, das schaut alles sehr sehr gut aus und jene Dinge die auf den ersten Blick seltsam erscheinen machen nach dem Blick auf die Metadaten durchaus Sinn.

Jetzt weiß ich auch warum Nikon diesen Preis angesetzt hat: das Ding wird sich blendend verkaufen und Nikon weiß das und lässt es sich entsprechend zahlen. Außerdem versteh ich nicht wieso sich alle über den Preis aufregen. Das 58 1.4 kostet 1500 Euro und das 105er hat die doppelte Brennweite und kostet nur 2400. Anstatt froh zu sein dass es nicht knapp 3000 Euro kostet. Mein Gott, die Leute sind mit wirklich nichts zufrieden.
 
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Außerdem versteh ich nicht wieso sich alle über den Preis aufregen. Das 58 1.4 kostet 1500 Euro und das 105er hat die doppelte Brennweite und kostet nur 2400. Anstatt froh zu sein dass es nicht knapp 3000 Euro kostet. Mein Gott, die Leute sind mit wirklich nichts zufrieden.

Stimmt,so wird nen Schuh draus. :D

Gruß
Siggi
 
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Die Schärfe bei Offenblende scheint sehr gut zu sein. Auch die Farbdarstellung finde ich hervorragend soweit man das anhand der Bilder beurteilen kann.

Das Bild mit ISO 1600 von der jungen Frau auf der Brücke haut mich dagegen nicht so um. Ich denke, dass hier die Darstellung von Punktlichtern / das Bokeh im Vordergrund stand. Im Gesicht sieht man, dass die D810 bei ISO 1600 und dem Lichtspektrum keine Wunderdinge vollbringen kann.

Die Lichter haben doch bis sehr weit in die Bildmitte hinein eine sehr ausgeprägte Katzenaugenform. Ich meine, dass das 105DC das besser macht. Aber auch hier gefallen mir die Farben ausgesprochen gut.

VG,
Peter
 
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Ich denke, dass das Objektiv ein Knaller ist, und auch, dass der Preis angemessen ist, wenn die BQ passt.

Wundere mich immer wieder erneut über das Gemecker im Vorfeld, wenn Nikon Objektive ankündigt, die aber noch keiner kennt.

Und dann die Häme, wenn das Teil von den gängigen Fotozeitschriften getestet wird, und die feststellen, dass das 105 /f2,8 "besser" ist. Dabei sollte man sich diese Tests erst einmal vor Augen führen. Sie sind auf das Gros der Fotoamateure zugeschnitten, die im Urlaub knipsen und in der Freizeit Blümchen und im Zoo. Bei denen kommt es auf Schärfe und Auflösung (offen und um 2 Stufen abgeblendet) an, vielleicht noch Verzeichnung und Vignettierung und genau das wird in diesen Tests erfasst.

Bei Spezialobjektiven kommt es aber nicht auf das letzte Linienpaar Auflösung an, sondern auf Anmutung, Charme, Cremigkeit, Bokeh, die Lichtwirkung u.a. Und genau diese Dinge sind es, die nicht zum Nulltarif zu haben sind. Und genau in diesem Bereich wird das neue 105er Spitze sein, ebenso wie das 58/1,4 das auch in allen Normaltests durchgefallen ist, weil es halt nicht so viele LP auflöst, wie das 1,8/50er.

Bei den neuen Festbrennweiten der letzten paar Jahre (1,4er und 1,8er Serie) hat Nikon ganze Arbeit geleistet und richtig abgeliefert, daher mache ich mir auch bei dem 1,5/105er keine Sorgen.:up:
 
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