Nun ist es vermutlich auch dir kein Geheimnis, dass man das Motiv sehr selten komplett in der Mitte hat sondern eher seitlich. Heißt: ich brauche eine Optik die offenblendentauglich ist bzw. auch außerhalb der Mitte bei Offenblende scharf ist. Meine Referenz: das
Sigma Art 50 1.4.
Kurze Erklärung:
Genau aus diesem Grund habe ich es nicht behalten.
Lange Erklärung:
Ich stehe zunehmend kritisch Tests&Reviews gegenüber. Ich habe lange genug dieses Spiel selbst mitgemacht.Unabhängig der Diskussion, ein Objektiv maßgeblich nur nach einem einzigen Faktor zu bewerten - in dem Fall Schärfe. Bei "Tests" wird ein zweidimensionales Testtarget auf einem zweidimensionalen Sensor aufgenommen. Damit ist zBsp Schärfe, Bildfeldwölbung und Vignettierung in beliebiger Genauigkeit überprüfbar. Alles wird typischerweise professionell und reproduzierbar durchgeführt. Stativ, LiveView, Fernauslösung, etc, etc, ....
Ergebnis: Ein Objektiv ist scharf (oder nicht)
Typischerweise (Hochzeit und Reportage gehören aus meiner Sicht dazu) beabsichtigt der Fotograf eher ein 3-dimensionales Geschehen auf ein zweidimensionales Medium abzubilden. Damit sind die "Testergebnisse" aus meiner Sicht nur eingeschränkt übertragbar.
So wird zBsp "Schärfe" im Testbetrieb typischerweise
nur als eine Objektiveigenschaft gesehen (Sensorauflösung mal außen vor gelassen)
Im "täglichen" Einsatz eines Hochzeitsfotografen und in der Reportage, ist Schärfe als Ergebnis so gut wie
immer eine Kombination der Kamera (Phasen AF) und des Objektivs (seine optische Leistung).
Gerade bei hochöffnenden Brennweiten muß diese Kombination AF+Optik reproduzierbare und gute Ergebnisse liefern. Dazu zählt für mich auch, daß nicht nur das zentrale AF Feld der Kamera mit dem Objektiv perfekt eingestellt ist, sondern - so wie du es oben beschreibst - auch bei
außermittigen Fokusfeldern perfekt mit dem Objektiv harmoniert.
Nach dem in dieser Hinsicht für mich unerfreulichen Erlebnis mit dem Sigma Art 18-35mm/1.8, habe ich bei meinem Händler alle schnellen Sigma Art daraufhin an 3 Kamera's gecheckt. Du magst mit deinem Objektiv und deiner Kamera Glück haben, aber ich habe bis jetzt noch kein "perfekt" scharfes Sigma Art gefunden
1) Der zentrale AF passte u.U. nicht. Kann ggfs mit der Kamera AF Justage oder mit dem USB Dock gefixt werden. Kein Problem, ist nur ein Zeitaufwand.
2) Wenn das zentrale AF Fokusfeld passt, gilt das nicht notwendigerweise für alle anderen AF Felder der jeweiligen Kamera. Nicht fixbar, auch nicht mit dem USB Dock.
Das Sigma Art 50mm/1.4 meldet sich gegenüber der Kamera mit einer Objektivkennung (0x88), die die Kamerafirmware nicht kennt. Andere Sigma Objektive verwenden tw. sogar bestehende Kennungen, die aber andere Nikkore beschreiben (Sigma Art 18-35mm/1.8 meldet sich als AFS 18-200mm). Alle CPU-Nikkore haben eine eindeutige Objektivkennung.
Mit der Dock-Antwort zeigst du eigentlich schön dass dir Schärfe nicht wichtig ist. Ich habe das Gefühl dass viele nicht wissen was ihre Optik könnte bzw. was die Konkurrenz könnte. Hast du schon mal ein perfekt sitzendes 50 Art probiert?
Mir ist Schärfe im Endergebnis meines "Alltages" wichtig, nicht nur in Testumgebungen.
Das USB Dock erlaubt mir, ein AF Feld an einer Kamera mit meinem Sigma Objektiv zu justieren (ggfs mit mehreren Stützwerten). Leider (oder Gott sei Dank) haben Kameras mittlerweile mehr als nur ein AF Feld in der Mitte. Das USB Dock erlaubt keine Justagemöglichkeit, daß sowohl das zentrale AF Feld als auch alle anderen AF Felder korrekt justiert werden können. Das USB Dock löst auch nicht das Problem, wenn man mehrere Kameras hat und sein Sigma Art Objektiv an allen Kameras "perfekt" justieren will.
Wie gesagt, Testcharts interessieren mich nicht mehr so wirklich. Es ist mir wichtiger, wenn ein Objektiv, daß am Testtarget u.U. nicht ganz so "scharf" ist, dann mit dem äußersten AF Feld korrekt fokussiert. Das ist aus meiner Sicht besser, als ein superscharfes Objektiv mit x cm Fokusfehler an meiner Kamera zu haben.
Zum Thema USB Dock, zentrale AF Justage und aussermittige AF Fehlfokus mit Sigma Art Objekiven, hier
ein langer Thread im Nachbarforum, der aufgrund meiner hier im NFF niedergeschrieben Beobachtung gestartet wurde. Ich habe in dem Thread auch auf die systemische Problematik hingewiesen. Da ist auch beschrieben, wie du deine Objektive und Kameras selber überprüfen kannst.
Ich behaupte nicht sonst wüsstest du dass nur ein Otus noch besser ist. Und ja Bokeh können andere besser, aber die Optik ist nunmal auf Schärfe und Kontrast optimiert.
Wieviele Hochzeitsfotografen verwenden als 50er nur das Otus und können tatsächlich das "maximale" aus dem Objektiv herausholen, wenn Braut und Bräutigam noch eine gewisse Dynamik haben? Wie hoch wird die Keeper Rate sein?
Und sorry, meine Ansprüche sind nunmal andere und das werde ich hoffentlich noch äußern dürfen ohne gleich als Fanboy abgestempelt zu werden.
Ich hatte meine Worte sorgfältig gewählt und nicht geschrieben, daß du einer bist, sondern daß dein Post den Eindruck erweckt (Vielleicht ist das unbewußt passiert, daß er in diesem Stil geschrieben ist). Sorry, wenn das in die falsche Kehle gekommen ist.
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AFS 105mm/1.4G:
Wenn das Objektiv so wie berichtet, eine sehr gute Leistung bei Offenblende ausweist
und so wie die anderen hochöffnenden Nikkore von allen AF Feldern korrekt angesteuert werden kann, dann freue ich mich um so mehr auf das Objektiv. Bestellt ist es, mal sehen, wie schnell es verfügbar ist.
Liebe Grüße,
Andy