Mitmachthema Nicht perfekte Schnappschüsse, die ich nicht weggeworfen habe und sogar zur Diskussion stelle

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Manche Bilder erschliessen sich wirklich erst, wenn deutlicher wird, welche Intension der Fotograf hatte, als er sie gemacht hat.
Auch wenn wir hier wieder ein wenig am Rand des Themas dahintreiben: Ein guter Fotograf hat mir einmal einen Rat gegeben. "Wenn du ein Bild erklären musst, ist es nicht gut genug." Er hat sich damit allerdings nur auf Bilder, die veröffentlicht oder in Ausstellungen gezeigt werden sollten bezogen.

Und, bevor sich da wieder Missverständnisse einschleichen, möchte ich ausdrücklich jedem Anspruch an allumfassende Wahrheit widersprechen.
 
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Ein kurzer Einschub, bevor ich dann wieder bei den Bildern bin ... Ich bin diese Woche leider sehr stark eingebunden ... aber ich tue was ich kann ....

Der nicht perfekte Schnappschuss

Aus Eigennutz, aber vielleicht auch für Euch zum Überlegen widme ich mich kurz (oder eben auch nicht...) dem Begriff des «nicht perfekten Schnappschusses».
Denn was in diesem Thread als «chaotisch» wahrgenommen werden kann, hat durchaus mit diesem Titel, respektive mit der Bezeichnung «nicht perfekter Schnappschuss».

Ich gehe vom Feiningers Definition aus:
  • Aufmerksamkeit erregen
  • Absicht und Sinn offenbaren
  • gefühlsmäßig wirken
  • grafische Gestaltung besitzen

1. Grundlage

Grundsätzlich gehe ich in der Literatur, der Malerei, der Fotografie, der Musik und der bildenden Kunst von einem Kommunikationsprozess aus, welcher grundsätzlich in zwei Phasen abläuft:
  • Mensch - Motiv - Resultat (Fotograf - Blume - Foto)
  • Resultat - Motiv - Mensch (Foto - Blume - Betrachter)
Ich erweitere nun erst einmal Feiningers Definition mit kommunikationstheoretischen Aspekten von Schulz von Thun und der Transaktionsanalyse. Ihr müsst darüber nicht Bescheid wissen, ich erkläre es nachfolgend.

Kommunikation ist nicht nur aufs Sprechen und Hören reduziert. Sämtliche menschliche Sinne sind unter diesem Aspekt zu betrachten, also auch das Riechen, das Schmecken, das Tasten usw.

Kommunikation heisst nichts anderes, als der Prozess zwischen dem menschlichen «Innen» und dem Aussen, wer und was das auch immer ist. Der menschliche Organismus ist so gebaut, dass er verschiedene «Kontaktmöglichkeiten» besitzt, die Aussenwelt wahrzunehmen. Der sogenannte «Abspeicherungsprozess» ist zwar biologisch bei allen gleich, aber halt individuell verschieden. Beim Hören spielen Nerven im Ohr eine Rolle, beim Sehen ist es die Netzhaut (ein Teil des Gehirns), welche eine zentrale Rolle spielt.

So oder «filtern» wir die Wahrnehmung auf folgenden Begebenheiten:

  • Der eigenen persönlichen Entwicklung
  • Den eigenen Fähigkeiten (intellektuell und emotional)
  • Der Erziehung
  • Den kulturellen und ethischen Werten
  • Den eigenen Vorstellungen und Wünschen
  • Den bisher gemachten Erfahrungen
Es gibt ein sogenannter «Wahrnehmungszyklus», welcher immer spielt, ganz egal was wir von der Aussenwelt wahrnehmen:

- Das Schema leitet die Erkundung
Weil wir es so erwarten und schon oft bestätigt bekommen haben, erwarten wir es beim nächsten Mal auch so.
Ein etwas extremes Beispiel: Regenbogen haben grundsätzlich farbig abgebildet zu sein. Weil wir das so erwarten.

- Die Erkundung wählt aus
Wir ignorieren das nicht erwartete Verhalten in der Situation, weil es nicht zu unserer Erwartung passt.
Beispiel: ein Regenbogenbild in monochrom würden wir schon zu Beginn weg ablehnen.

- Verfügbare Information bestätigt Schema
Wir finden oder beobachten eine Situation, bei dem unser Schema wiederum bestätigt wird
Beispiel: Wir suchen in den Bildern nach farbigen Regebogen und meiden die monochromen.

Und nun wären wir bei der Kommunikation:

Sender/Fotograf – Codierung – Kanal – Signal – Decodierung – Empfänger/Betrachter

Mensch - Motiv - Resultat (Fotograf - Blume - Foto)

Zwischen dem Fotografen und dem Motiv passiert primär der Wahrnehmungsprozess:
Nebst der eigentlichen Entscheidung des Fotografen, dieses Motiv zu fotografieren, beginnt derselbe Wahrnehmungsprozess, welcher abhängt von:
  • Der eigenen persönlichen Entwicklung
  • Den eigenen Fähigkeiten (intellektuell und emotional)
  • Der Erziehung
  • Den kulturellen und ethischen Werten
  • Den eigenen Vorstellungen und Wünschen
  • Den bisher gemachten Erfahrungen
Und beim «Präsentieren» des Resultats folgendes:

Resultat - Motiv - Mensch (Foto - Blume - Betrachter)

Sender/Fotograf – Codierung – Kanal – Signal – Decodierung – Empfänger/Betrachter

- Sender/Fotograf: Nachricht wird zusammengestellt:
Werte, Lerngeschichte, Erziehung und Kultur
Denken, Idee, Botschaft (Absicht)
Formulierung, Codierung

- Empfänger/Betrachter: Nachricht wird empfangen:
Werte, Lerngeschichte, Erziehung und Kultur
Denken, Idee, Botschaft (Absicht)
Interpretieren, Decodierung

- Es folgt eine Antwort: Empfänger wird zu Sender

Nun spielen ja noch rein biologische Prozesse mit: da wären das Funktionieren der biologischen Prozesse bei der Wahrnehmung:
  • Beim Sehen die Sehfähigkeit, die Netzhaut, der Informationstransfer
  • Beim Hören die Hörfähigkeit, die Gehörnerven usw.
  • Beim Riechen die Riechfähgigkeit
  • Usw.

2. Der fotografische Prozess

Nehmen wir die Aspekte der in Punkt 1 beschrieben Grundlagen, dann müssen wir zuerst auf den fotografischen Prozess eingehen:
Hier spielen wiederum die Wahrnehmungsaspekte eine Rolle, welcher abhängt von:

  • Der eigenen persönlichen Entwicklung
  • Den eigenen Fähigkeiten (intellektuell und emotional): Zugang zu Motiven, Ausdrucksfähigkeiten, technische Begabungen usw.
  • Der Erziehung (Förderung von Wahrnehmung und Aspekte der Fähigkeiten, welche förderlich für die Fotografie sind)
  • Den kulturellen und ethischen Werten (moralische Aspekte: trifft insbesondere auf Porträt oder Akt zu, Beziehung zu Kultur und Kunst usw.)
  • Den eigenen Vorstellungen und Wünschen (die sich bei mir entwickelten Vorstellungen, wie ein „Foto/Bild“ zu sein hat usw., auch die Frage: was ist ein gutes Foto)
  • Den bisher gemachten Erfahrungen (positive und negative Erfahrungen, also Zuspruch und Ablehnung)
Mit diesem persönlichen Rucksack, welcher natürlich nicht sehr bewusst präsent ist, gehe ich als Fotograf auf ein Motiv los. Grundsätzlich unterscheiden sich zwei Vorgehen:
  • Auftragswerke
  • Freie Gestaltung
Auftragswerke

Bei Auftragswerken bin ich zwar der Experte/Fotograf, aber richte mich nach den Wünschen. In jeder Ausdrucksform ist das so: in der Bildhauerei, in der Musik, in der Malerei, beim Texte schreiben.
Bei Auftragswerken bin ich in meinem Prozess zurückgebunden oder werden meine Grundvoraussetzungen um einen wichtigen Aspekt erweitert. Das Produkt wird also für einen oder mehrere Betrachter gefertigt.

Freie Gestaltung

Bei dieser Art bin ich frei und sämtliche Wahrnehmungsgrundsätze spielen. Natürlich auch immer abhängig von der «Tagesform». Ich bin aber nicht gezwungen, jemanden anders als mich als Betrachter zuzulassen. Das heisst, ich kann ein Leben lang fotografieren, ohne dass ich auch nur ein einziges Foto jemandem zeige.

Feininger vier Grundsätze spielen also dann, wenn ich, erstens Auftragswerke produziere und wenn ich mich in der freien Gestaltung entschliesse, andere Betrachter zuzulassen.

Nun wäre es an der Zeit, die Grundlagen und der Prozess in den Zusammenhang des «nicht perfekten Schnappschusses» zu stellen. Hier sind gleich zwei Widersprüche festzustellen, welche sich eigentlich mit den Grundlagenlagen des Wahrnehmungsprozesses nicht vereinen lassen:

- Nicht perfekt: widerspricht grundsätzlich dem Wahrnehmungsprozess. Grundsätzlich sind nach «Bestätigung» aus, nicht nach «Ablehnung». Heisst:
- Der Fotograf muss schon eine «Vorselektion» treffen und auf der Basis des Wahrnehmungsprozesses entscheiden, welches Foto nicht perfekt ist und warum ich Betrachter zulassen möchte.

- Schnappschuss: nicht definiert. Eine Annährung könnte sein, dass für einen Schnappschuss folgende Kriterien gelten könnten:
  • Keine Vorbereitung
  • Keine Vorstellung
  • Wenig bis keine Intuition
  • Zeitlich knapp, Motiv verändert sich schnell
  • Keine Auswahl der technischen Mittel: wobei auch mit Stativ und langer Brennweite könnten Schnappschüsse entstehen.
  • Aspekt der Zufälligkeit, das nicht geplante Motive, nicht geplante Reaktion
  • Aspekt der Überraschung

3. Der Prozess des Betrachters

Sowohl der Sender/Fotograf wie auch der Empfänger/Betrachter machen denselben, individuellen Wahrnehmungsprozess durch.

Der Titel des «nicht perfekten Schnappschusses» impliziert ja schon eine gewisse Toleranz, respektive die Möglichkeit für ein gefahrloses Abweichen der individuellen Norm:
  • Ich kann mich von meinen Kriterien der eigenen Wahrnehmung lösen.
  • Ich kann mich überraschen lassen.
  • Ich kann das «Nichtperfekte» bestätigen oder ablehnen.
  • Ich bin frei(er) in der Intuition
  • Ich kann mich aber auch aufhängen in der Definition (siehe Annährung zum Begriff «Schnappschuss»)
  • Ich kann meine (fotografische) Regeln und Grundsätze verlassen
So, ein kurzes theoretisches Häufchen ....

Seit gestern weiss ich aber, woher ich ein Stück weit meine Begabung habe .... siehe mein Thread «Ausklang» ....

Ich werde dann wieder zur Bildbesprechung zurück kehren und stehe aber für Fragen gerne zur Verfügung.....
 
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Gerade erst kapiert, was mit "braune Elemente"
gemeint gewesen sein könnte …

Es handelt sich um die Ziegelwand der Location,
die u.a. durch eine Art Fenster zu sehen ist.


.
 
Reaktionen: Kay
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Für mich ein eindeutiger Schnappschuss. Der Musiker rechts mit dem Cello kam direkt von der Gartenarbeit und hat vergessen die roten Gummistiefel auszuziehen.
 
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Das Bier läuft aus und die Einzige, die darauf vorbereitet ist, ist die Dame mit den roten Gummistiefeln...
Ein sehr interessanter Schnappschuss, der noch viele Details auf den zweiten und dritten Blick offenbart. Die "Projektionswand" aus Bierkisten ist insofern spannend, als dass sie den Blick auf das ursprüngliche Mauerwerk teilweise freigibt. Das sind die braunen Flächen @Kay

Ich finde den Widerspruch zwischen Kleidung der Musiker und den Instrumenten, die man gelernt mit formeller Kleidung verbindet, sehr spannend. Auch das Ambiente ist - wie die Kulisse - ungewöhnlich. Das projezierte Logo der WAZ habe ich erst nach Kays Hinweis und Suchen gesehen.

Ich glaube, ich würde das Bild aufgrund seiner ungewöhnlichen Elemente aufbewahren. Als Erinnerung sozusagen.
 
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Das was Sam25 da schreibt, ist so in etwa der Anfang von den von mir genannten Foucault und Lacan und dem, was von ihnen gedacht und gelehrt / geschrieben wurde.
Das ist alles nicht neu und läuft unter dem Oberbegriff " Strukturalismus ".

Die Frage ist und bleibt, so interessant das ist, lieber Sam, wie weit wir uns hier einlassen.

Wenn wir wirklich nur das Bild mit den zwei Nonnen nehmen, haben wir durch unsere Kultur, durch die Geburt in unser ach so nettes Wertesystem (was immer das bedeutet / bedeuten soll ), so viele - und sicherlich trotzdem unterschiedliche - Prägungen und Vorgaben, die wir mitbringen, dass eine sorgsame Analyse alles sprengen würde, was hier vorgegben war - bisher ...
 
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Ich finde den Widerspruch zwischen Kleidung der Musiker und den Instrumenten, die man gelernt mit formeller Kleidung verbindet, sehr spannend.

Ansatz zu Theorie - nun auf in den Strukturalismus - oder in das Bild von Feininger ...

Musik = formelle Kleidung

Hugos Vorschlag :
Wir können ja mal fragen, ob wir bei Wagner in den Orchestergraben dürfen - nur wegen der formellen Kleidung ...
 
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...nur noch ein Zusatz: ich habe keine Fotografie- oder Gestaltungstheorien studiert und habe auch keinen Abschluss ....
Nur dass

...nur kurz, lieber Kay: ich hatte beim Schreiben dieser Zusammenfassung nicht nur mein Bild im Kopf. Ich mag in der Fotografie keine Oberflächlichkeit, vermutlich ebenfalls eine Prägung oder zumindest eine Entwicklung, welche mir die letzten (beruflichen und privaten) Jahrzehnte beschert hat.
Und ja, dieser Thread, die bisherigen Diskussionen sprengen ja ohnehin den Rahmen. Weil die Vorgabe dieses Threads, wie ich es geschrieben habe, zwei Dinge vorgibt (Der Schnappschuss und das Unperfekte)...

Und das, das ist ja gerade das Spannende, das vermeintlich Chaotische und gleichzeitig das Kreative ....
 
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...nur kurz, lieber Kay: ich hatte beim Schreiben dieser Zusammenfassung nicht nur mein Bild im Kopf. ...

Auch nur kurz, lieber Sam, ich hatte beim Schreiben auch nicht nur Dein Bild im Kopf.

Das, was zur Analyse gehören könnte / müsste / sollte, begegnet uns bei jedem Bild.
Dein Bild eignet sich nur besonders gut, um zu verdeutlichen, was gemeint ist.

Auf einem Weg gehen
Einbahnstrasse
Nonnen
die Zahl " Zwei "
schwarz / weiß
...


Muss jetzt den Hund versorgen - der braucht Futter für morgen (Frau kocht, Hund kränkelt ... Hugo meint : Auch ohne Schnappschuß ... ) bis danne !
 
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...Aber WAZ ist verdammt gut gesehen – meine Zeitung,
für die ich bei dieser Musiktheaterinzenierung war.

Daß die ein anderes Bild nahm, liegt wohl am anderen
(und besseren) Bildaufbau....

Lieber Sven,

Wenn ein Profi zu einer Veranstaltung geht, um dort im Auftrag / gegen Honorar Fotos für einen Auftraggeber zu machen, dann fallen die Ergebnisse definitiv unter keinen Umständen unter den Oberbegriff “Schnappschuss“.
... auch dann nicht, wenn sie als Ausschuss aussortiert wurden
Da spricht schon der “Vorsatz“ dagegen...
 
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Jetzt greift mir der Bernd doch tatsächlich vor ... obschon ich eigentlich stets vorsätzlich schnappschieße, solange ich keine Hirsche erlege, da bräucht ich im Notfall ne Ausrede.

Ich komm erst heute Abend dazu was zu schreiben.
 
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Kay, ich verstehe - mal wieder - kein Wort...
 
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Moin in die Runde,

hier hat sich in der Zwischenzeit ja schon wieder viel getan.
Ich schätze den Gedankenaustausch und die vielen Inputs sehr und finde es toll, dadurch angestuppst zu werden, weiter zu denken, umzudenken, anders zu sehen ...

Ich würde am liebsten auf mindestens die Hälfte der Beiträge genauer eingehen, die verschiedenen Fäden aufnehmen und weiter verfolgen.
Doch dafür fehlt mir leider die Kraft. Ich bin einfach zu langsam. Hier geht es längst schon weiter.

Ich meine Letzteres nicht als Vorwurf, sondern als reine Feststellung/Einordnung meinerseits und als Hintergrundinfo für diejenigen unter Euch, die sich vielleicht fragen, warum ich mich nicht eher und/oder ausführlicher eingebracht habe - oder in Zukunft einbringen werde.

Wie Sam weiter oben schrieb: Ich tue was ich kann. Dem schließe ich mich an.

Bis demnächst wieder!
 
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Wenn ein Profi mit diesem Vorsatz zu einer Musikveranstaltung geht - wird er dann als Verschlusszeit für bewegte Personen 1/30s einstellen?

Gruß
Hans
 
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Wenn ein Profi mit diesem Vorsatz zu einer Musikveranstaltung geht - wird er dann als Verschlusszeit für bewegte Personen 1/30s einstellen?

Gruß
Hans

Kommt auf den Profi und seine Aufgabe an. Was da in der WAZ gedruckt wird, braucht weder Auflösung, noch Schärfe, darf rauschen wie Hulle und wird auch selten größer gedruckt, als in 6 x 9.

Nun also doch schon vorzeitig und knapp:

Somit genügt dem Sven seine P330, oder wie auch immer die Knipse heißt, während so Spinner wie ich auf einem Konzert sich mit ner D4 und irgendwelchen Eiseneimern davor herumschleppen.

Ich will jetzt aber auch nicht zu streng sein und gestehe auch einem Profi während seines Jobs zu, zwischendurch mal einen Schnappschuss zu schießen.

Das Foto selbst mag ich nicht weiter besprechen, bin viel zu erschrocken obschon der ganzen Theorien, die ich hier durchgeackert habe. Das ist für einen Bauarbeiter doch ziemlich anstrengend.
 
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Wenn ein Profi zu einer Veranstaltung geht, um dort im Auftrag / gegen Honorar Fotos für einen Auftraggeber zu machen, dann fallen die Ergebnisse definitiv unter keinen Umständen unter den Oberbegriff “Schnappschuss“.
Das fällt eher unter Enttäuschung.
Oder - hoffentlich - Ausfallhonorar.

Grüße, Christian
 
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Nun, der Fotograf hat vor dem Abdrücken immerhin noch auf das Vorschaubild in der Kamera geschaut (point and schoot), um die waagerechte Linie und einigermaßen auch die senkrechten Linien gerade zu stellen.
Er hätte ja auch aus der Hüfte schießen können - und damit wäre es ein noch "echterer" Schnappschuss geworden...

Gruß
Hans
 
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dann fallen die Ergebnisse definitiv unter keinen Umständen unter den Oberbegriff “Schnappschuss“.


Da widerspreche ich Dir, lieber Bernd, insofern,
als daß die Inklusion des Logos beim besten
Willen nicht planbar und deshalb nach meiner
Auffassung ein Schnappschuss war.


@Gianni33

Aber sicher doch wird ein Profi eine 1/30stel
wählen, wenn anders keine Bilder zu fertigen
sind.

Ich hatte auch eine D700 dabei (3200 ISO
und 1/50) – die war mir aber oft zu laut …


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Ob Schnappschuss oder nicht, kann Sven eigentlich nur selbst beurteilen.
Aber auf jeden Fall hat er bewiesen, dass er zur Not auch schlechte Fotos kann.
Nur bei dem unruhigen Hintergrund aus Bierkästen und dann noch mit einer Projektion
darauf, kann’s nur zu schlechten Resultaten führen. Wir wissen ja nicht, ob ein anderer
Blickwinkel möglich gewesen wäre und zu einem besseren Ergebnis geführt hätte.

Die Frage bleibt, warum hat Sven das Foto nicht gleich gelöscht.

Aus meiner Sicht gibt’s drei Möglichkeiten:
  • Ein Erinnerungsfoto für die Musiker
  • Um dem Veranstalter zu zeigen, was er da für einen Mist aufgebaut hat
  • Ich habe auch ein Beispiel für diesen Thread

Grüße aus HB

Heiner
 
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