Naturreisebericht Gambia / Senegal

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Das etwas schlichtere Buschflughuhn ähnelt vielleicht einer Taube, hat mit dieser aber wenig gemeinsam. Ein Exot ist es auf jeden Fall.



Spannend fand ich die Information, dass dieser Vogel, wohl aus Selbstschutz, ausschließlich nachts frisst und trinkt.
 
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Wenn es einen Exotenwettbewerb unter den Vögeln gäbe, könnte dieser hier sich ebenfalls Chancen ausrechnen. Sein deutscher Name, Langschwanzwitwe, ist vergleichsweise langweilig, während der englische, Exclamatory Paradise-whydah, angemessen seltsam wirkt. Der Schwanz dieses kleinen Vogels ist etwa dreimal so lang wie sein gesamter Körper und besteht aus nur zwei Federn. Diese verleihen ihm auch ein merkwürdiges Flugverhalten mit regelmäßigen Auf- und Abwärtsbewegungen, die ein wenig denen unserer Bachstelze ähneln, aber hektischer wirken, so, als würde er gleich abstürzen.

Nicht alles, was die Natur so hervorbringt, erweist sich als besonders effektiv.

 
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Der vielleicht sonderbarste Vogel, den wir zu Gesicht bekamen, ist wohl der Weißschopf-Brillenvanga. Um das Auge herum trägt er eine Art Kappe, die wie der Blätterkranz einer Sonnenblume aussieht und geradezu aufgenäht wirkt. Auch diese Vogelart findet man in weiten Teilen Afrikas, von der Sub-Sahara bis hinunter nach Südafrika.




Morgen gibt es einen letzten Leckerbissen, nämlich Fotos verschiedener Bienenfresser. Darunter ist auch mein persönliches Bild des Jahres 2024.
 
3 Kommentare
Kay kommentierte
Erstaunlich, wie viele Arten dabei sind, die viele von uns sicherlich weder gesehen haben, noch sehen werden.
Was machst Du mit den ganzen Fotos außer sie hier zu zeigen - ist das etwas für ein Naturkundemuseum?
 
L
lokatz kommentierte
Gute Frage. Im Prinzip lautet die Antwort: Nichts, außer einige davon Freunden zu zeigen und gelegentlich zu Kalendern o.Ä. zu verarbeiten. Außerdem bin ich Vollmitglied in der GDT, der Deutschen Gesellschaft für Naturfotografie, und teile auch da ab und an Highlights.

Meine eigentliche Motivation ist, mich an der Schönheit der Natur zu erfreuen. Ich reise sehr viel, fotografiere sehr gern Vögel (und Anderes), und halte mittlerweile auch fest, welche Vogelarten ich schon aufgenommen habe. Das sind bis jetzt immerhin über 1200, also knapp 10 Prozent der weltweit bekannten Arten. Einige davon sind gefährdet oder sogar stark gefährdet, aber von fast allen gibt es ja auch Wikipedia-Einträge mit mehr oder weniger guten Fotos. Da könnte ich zwar ab und an bessere liefern, will aber auch keinem auf den Schlips treten.

Gleichzeitig versuche ich, mich fotografisch weiterzuentwickeln. Da habe ich mittlerweile ein gewisses Niveau erreicht, aber Luft nach oben ist immer. (Bei Interesse vielleicht mal hier reinschauen: https://thisbeautifulplanet.de/vogel. Aber bitte erst morgen, weil zwei der besten Bilder auch hier im Bericht morgen auftauchen werden... )
 
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Kay kommentierte
Danke - kommt. Meine Frau möchte jetzt essen gehen. - Bin danach vermutlich etwas angetrinnkt - danke!
 
Hallo Lothar,

du hast hier wieder eine sehr schöne Serie eingestellt.
Besonders beneide ich Dich um die schönen Bilder vom Guineaturako.
Der ist bei mir noch hoch oben in den Bäumen herumgeflattert und wollte sich nicht von mir fotografieren lassen.

Die Nachtschwalben waren auch für mich eine große Herausforderung.
Wir hatten in einem Waldstück nahe Banjul sogar zwei Arten.
Ich habe davorgestanden und sie einfach nicht gesehen.
Es ist unglaublich, wie sie mit der Umgebung verschmelzen.

Ich wünsche Dir einen schönen Aufenthalt in Laos und freue mich, ganz uneigennützig, auf viele schöne Bilder.
Bernd
 
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Hallo Lothar,
...
Ich wünsche Dir einen schönen Aufenthalt in Laos und freue mich, ganz uneigennützig, auf viele schöne Bilder.
Bernd
Hallo Bernd,
ich danke dir. Die Aufenthalte in Laos (zwei Wochen) und im Anschluß Vietnam (vier Wochen) werden sicher kulturlastiger und in punkto Vogel- und Tierwelt weniger intensiv werden, aber ich bin auch schon sehr gespannt.
Lothar
 
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15. Bienenfresser

Oh weh, heute läute ich bereits das letzte Kapitel meines Reiseberichts ein.

Bevor ich mich in ihm einer meiner liebsten Vogelgattungen widme, möchte ich nochmals ein Loblied auf unseren Naturführer und Reiseorganisator singen. Ebrima Sidibeh (www.GambiaBirdTour.com) hat seine Sache sehr gut gemacht und zeigte sich extrem kompetent in der Vogelsichtung und -bestimmung. Auch die Kosten fand ich sehr angemessen. Mit ihm zu reisen kann ich nur empfehlen.




 
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Nun aber zu den Bienenfressern.

Von diesen Vögeln, von denen eine Art ja auch in Deutschland anzutreffen ist, haben wir zwar in Gambia bzw. im Senegal „nur“ drei Arten getroffen, sie haben mir aber etliche wirklich außergewöhnliche Bildgelegenheiten beschert.

Die erste Art sind die Grünstirnspinte.

 
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Meinen Bericht beende ich nun mit zwei ganz besonderen Aufnahmen. Ihr kennt den Effekt vielleicht selber: Manchmal findet man ein Motiv und weiss sofort, dass daraus ein tolles Bild entstehen wird, wenn man nicht gerade fotografischen Mist baut.

Mir ging es bei einer morgendlichen Bootsfahrt im Senegal so. Den Anblick, der sich uns bot, war zunächst verwirrend: Ein kleiner, fast rechteckiger gelber Fleck im Grün eines Busches mitten im Fluß. (Leider habe ich ihn nicht als Ganzes fotografiert, da ich nur das 800mm-Objektiv zur Hand hatte.) Zunächst bestand die Herausforderung auf jeden Fall darin, das Motiv überhaupt zu erkennen.

Unser Naturführer wusste aber wieder einmal sofort, um was es sich handelte. Nach etwas-näher-ran-Fahren und vielen Bildversuchen, um trotz des stark schwankenden Boots den besten Ausschnitt zu erhaschen, entstand dann unter Anderem diese Aufnahme. So ein außergewöhnliches Motiv bietet sich nur wenige Male im Leben, wenn überhaupt:



Ich war einfach begeistert, von den kleinen Vögeln, der herrlichen Szene, dem schönen Licht und der Gelegenheit zu einem so außergewöhnlichen Bild.

Diesen Zwergspinten war übrigens schlicht und ergreifend kalt. Es war ein recht frischer Morgen, und die Sonne hob sich gerade erst über den Horizont, was zwar fabelhaftes Licht, aber noch nicht viel Wärme spendete. Daher hockten sie noch ganz eng beieinander, um sich gegenseitig zu wärmen, was diesen wunderschönen Anblick bot.

Für mich ist dies MEIN BILD des Jahres 2024, zumindest was den Niedlichkeitsfaktor angeht.
 
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Kurze Zeit später war der „magische Moment“, in dem sie so perfekt aufgereiht dasaßen, auch schon vorbei, obwohl das Motiv sehr spannend blieb und ein weiteres schönes Bild entstand:




Mit diesen Bienenfressern und einem schönen Gruß aus Laos beschließe ich nun auch meinen Bericht von dieser großartigen kleinen Reise. Ich hoffe, er hat euch Spaß gemacht. Fragen und Kommentare sind jederzeit willkommen.

Vielleicht hat der/die Eine oder Andere ja Blut geleckt und möchte auch mal nach Gambia? Wenn ja, dann: Viel Vergnügen und Gut Licht!
 
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Die Farbenpracht dieser kleinen Vögelchen ist traumhaft schön, so wie
Deine Bilder.
Vielen Dank, dass Du Deine Bilder hier im Forum teilst.

Weiterhin schönen Aufenthalt in Laos und anschließend in Vietnam.
 
1 Kommentar
L
lokatz kommentierte
Danke. Freut mich, dass dir die Bilder gefalleb!
 
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