Naturreisebericht Gambia / Senegal

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8. Raubvögel

Die Artenvielfalt der Raubvögel, die wir auf unserer Reise zu Gesicht bekamen, zum Teil am Boa Bolon und zum Teil anderswo, war erstaunlich groß. Ich kann hier nur eine Auswahl davon zeigen:

Allgegenwärtig, wie fast überall auf der Welt, war der Schwarzmilan.

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Der mit ihm verwandte Schmarotzermilan war etwas seltener, ist aber auch ein häufiger afrikanischer Raubvogel. Er sieht dem Schwarzmilan recht ähnlich. Seinen Namen trägt er, weil er gelegentlich andere Raubvögel, wenn sie mit einer Beute fliegen, in der Luft angreift und ihnen die Beute zu entreißen versucht. Da seine Artgenossen gern das Gleiche tun, frisst er die Beute dann oft sogar in der Luft.

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Dann gab es noch den Schreiseeadler, hier einen Wels in seinen Fängen haltend.

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Witzigerweise heißt unser Fischadler auf Englisch ganz anders, nämlich Osprey, während dieser Vogel hier Fish Eagle, also übersetzt ‘Fischadler‘, genannt wird.
 
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Der Schikra oder Schikrasperber kommt in Afrika seltener vor und gehört eigentlich eher nach Asien. Das hielt dieses Exemplar aber nicht davon ab, uns seine Beute zu präsentieren. ;)

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Klasse Ausbeute. So viel verschiedene hatte ich noch nicht.
 
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L
lokatz kommentierte
Ja, wir hatten wirklich Glück - und einen ausgezeichneten Naturführer. Von den neun in Gambia anzutreffenden Eisvogelarten, von denen ich in Kapitel 12 berichten werde, konnte ich sogar SIEBEN fotografieren!
 
L
lokatz kommentierte
Hab übrigens nochmal meine Bilder durchgesehen, Robert: Zusätzlich zu den hier gezeigten Raubvögeln habe ich noch den Silberadler, den Savannenadler, die Höhlenweih, den Graubürzel-Singhabicht, den Kuckuckshabicht, den Rothalsfalken, einen Perlzwergkauz sowie zwei weitere Eulenvögel fotografiert, die ich in diesem Bericht noch separat vorstellen möchte. Insgesamt also 18 Arten in nicht mal zwei Wochen. :)

Lothar
 
9. Das „Stonehenge von Gambia“: Die Senegambischen Steinkreise

Heute gibt es einen eher kurzen Bericht der etwas anderen Art. Einmal zumindest mussten wir die Gelegenheit ergreifen, eine kulturhistorisch bedeutsame Stätte des Landes zu besuchen, die immerhin UNESCO-Weltkulturerbe ist: Die Steinkreise von Wassu.

An vielen Orten des historischen Senegambia*, das den Ostteil des heutigen Gambia und den daran nördlich anschließenden Teil des Senegal umfaßt, gibt es heute noch derartige Steinkreise zu sehen. Ihre Bedeutung ist nicht vollständig geklärt. Eventuell dienten sie ursprünglich zu astronomischen Zwecken, wie vermutlich auch das weltbekannte englische Stonehenge. Später aber wurden sie zu Begräbnisstätten umfunktioniert, wie durch Grabungen nachgewiesen wurde.

Auf jeden Fall sind sie recht beeindruckend. Bei Wassu, in der Nähe von Janjanbureh (Georgetown) im Landesinneren gelegen, gibt es das größte erhaltene Ensemble dieser Art, das auch ein Besucherzentrum und ein kleines Museum umfaßt. Die Anlage liegt außerhalb des ohnehin recht kleinen Ortes. Hierhin führt nur eine ziemliche Buckelpiste, und es verirren sich eher selten Besucher her, da wir hier schon ziemlich tief im wenig besuchten Osten von Gambia sind. Die Fahrt von der geteerten Hauptstraße dauert aber nur ein paar Minuten.

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* Der Begriff ‚Senegambia‘ kann sich sowohl auf eine Stadt nahe der gambischen Meeresküste als auch auf Bereiche von Gambia plus dem Senegal beziehen.
 
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Der junge Bursche, der uns durch die Anlage führte, hatte selbstverständlich einen sauberen 50-Dalasi-Schein** bei sich, der genau diese Anlage aus exakt der Perspektive zeigt, aus der er hier den Schein ins Bild hält.

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** Nur falls es jemanden interessiert: 50 Dalasi sind etwa 75 Euro-Cent. Im Prinzip kann man in Gambia auch überall mit Euro (nur Geldscheine) bezahlen, bekommt dabei aber natürlich meist einen schlechten Umrechnungskurs. Billig bleibt das Land aber selbst dann...
 
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Im hinteren Teil ist einer der Steinkreise bereits Teil eines kleinen Wäldchens geworden.

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Das ganze Gelände muss natürlich regelmäßig gesäubert werden, da die Natur es sonst schnell erobern würde.

Der öde graue Himmel lag übrigens an der ganz besonderen Wetterlage, die gottseidank nur an diesem einzigen Tag auftrat (und nach Auskunft unseres Führers auch sehr selten ist): Starke Winde trugen anscheinend erhebliche Mengen Saharasand mit sich, so dass die Sicht teilweise deutlich eingeschränkt war.


Morgen geht es thematisch zurück zu den Vögeln. Da widme ich mich einer ganz besonderen Familie, nämlich den Racken.
 
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10. Racken

Wer einmal eine unserer Blauracken gesehen hat, ist von diesem farbenfrohen Vogel sicher fasziniert. In Europa habe ich sie schon öfters fotografiert. Diese Art ist auch in Gambia zu finden, allerdings nur zeitweise.

Auf unserer Tour durch das Land hatte ich dagegen das Glück, alle vier anderen dort vorkommenden Rackenarten vor die Linse zu bekommen.

Da war zunächst einmal die Senegalracke, die der Blauracke recht ähnlich sieht, aber anders als diese zwei lange, dünne Schwanzfedern hat.

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