La Gomera 2021 - Ein Reisebericht quer über die Insel

rollertilly

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Hatte ich schon gesagt, dass La Gomera viele dieser Miradores hat? Kaum im Auto müssen wir schon wieder einen Parkplatz suchen. Ich habe den Wegweiser zum Mirador Ermita del Santo gerade noch gesehen. Der Mirador ist einer der spektakulärsten und gleichzeitig einer der am besten versteckten. Nach einem kurzen Stück zu Fuß, unter einer schmalen Brücke hindurch – keine Ahnung, wer oder was da drüberfährt oder läuft – erreichen wir den kühn in die Felswand gemauerten Aussichtspunkt.





Übrigens mauert man hier nicht nur Aussichtsplattformen, auch Ritzen in der Felswand werden einfach mit Steinen „zugemauert“. Der Sinn dieser aufwändigen Arbeit erschließt sich mir aber nicht ganz.




Wir genießen den Blick weit hinaus aufs Meer und hinunter ins Barranco de Taguluche mit der gleichnamigen Ortschaft gaaaanz weit unten.





Dass der Mirador noch viel größer ist, als wir erahnen, als wir oben stehen, das habe ich erst viel später beim Gugeln auf einem Drohnenbild gesehen. Schade, die Treppenabgänge waren alle mit großen Gittertoren verschlossen.





Ich probiere derweil mal ein Panorama. Fünf Einzelbilder, Hochformat. Naja.






Ich habe noch eines aus acht Einzelbildern. Oder besser: momentan habe ich acht Einzelbilder, die sich ums Verr…. Nicht zu einem Panorama zusammenfügen lassen wollen.
 
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sam25

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Leise folge ich Dir auf diese schöne Insel, lieber Stefan.
In den 90er Jahren verbrachte ich eine Woche auf El Hierro und dann zwei Wochen auf La Gomera. Einschneidende Erlebnisse, drei Wochen auf mich alleine gestellt.
Danke für's Mitnehmen! (y)

Gibt es eigentlich die "Schweinebucht" im Valle Gran Rey noch, so wie es die Einheimischen nennen ...?
 
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rollertilly
rollertilly kommentierte
Zur Schweinebucht komme ich noch, du wirst überrascht sein. Genau zu der Zeit war meine Freundin auch mehrfach auf La Gomera, witzige Zufälle ....
 
sam25
sam25 kommentierte
Da bin ich ja mal gespannt .... :)
 

rollertilly

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La Gomera ist ein Paradies für Wanderer, überall trifft man auf gut ausgeschilderte Wege aller Schwierigkeitsgrade. Auch unser Ziel ist Vallehermoso – allerdings per Seat. Ich würde mir dort gerne das Castel del Mar ansehen, das der Deutsche Thomas Müller zum Kulturtreff ausbauen wollte.








Also geht’s zurück zum Auto, hier noch ein paar Kaktusfeigen für unterwegs …



lagomera_2021_179_D72_6107 by Stefan, auf Flickr​



… und einer von zahllosen Lostplaces auf der Insel.




lagomera_2021_180_D72_6108 by Stefan, auf Flickr​
 
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rollertilly

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Aber genauso wie Herr Müller – übrigens DER El Fotografo aus La Playa – kein Glück mit Vallehermoso hatte, so geht es uns. Wir fahren durch den dichten grünen Regenwald über enge Serpentinen, manchmal sieht man das Meer, manchmal schon die Stadt, bis …? Bis zu einer plötzlich auftauchenden Baustelle und der entsprechenden Absperrung. Keine Chance, es bleibt uns nur, zu wenden. So bleiben der Ort und das Castel auf der Liste für den nächsten Inselbesuch. Es geht also wieder durch den Wald zurück. Die Straße ist manchmal sehr eng, über uns oft ein geschlossenes grünes Dach, aber irgendwie gelingt es mir nicht, das auch mal richtig auf einem Bild festzuhalten. Es bleibt bei diesem Versuch.



Unser nächstes Ziel ist wieder ein, ja was wohl, ein Mirador. Diesmal aber ein ganz besonderer! Vorher halten wir aber noch bei einem der Durchschnittsmiradores.





Das besondere an diesem ist die Fauna des Parkplatzes. Vor unserem Auto sitzt in aller Ruhe eine Ratte und lässt sich durch nichts und niemand aus der Ruhe bringen. Wirklich interessant ist es, dass sie praktisch direkt neben der Tür des vor uns parkenden Autos mit einer Beifahrerin sitzt. Langsam öffnet sich die Tür, ein Bein kommt heraus, ein zweites, ein SCHREI, beide Beine wieder drin, Türe zu! Das wäre mir genauso gegangen.


 
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rollertilly

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Vorhin waren wir bei den Durchschnittsmiradores, jetzt kommt ein ganz besonderer. Als wir Monolo von unserem Plan erzählt haben, hat er nur die Nase gerümpft. Die Olsenbande. Der im Jahr 2014 eröffnete Mirador El Abrante, erschaffen von dem Architekten Jose Luis Bermejo, liegt etwas mehr als 600 Meter über dem Meeresspiegel. Er klebt an einer Steilwand oberhalb von Agulo geklebt. Inklusive Glasboden. Bezahlt hat ihn wohl Herr Olsen um seinen Touristen, die er mit seinen Schiffen auf „seine Insel“ bringt etwas besonderes zu bieten. In erster Linie waren es dann wohl auch Olsen-Busse, die die Olsen-Menschen von den Olsen-Schiffen an den Olsen-Mirador ins Olsen-Restaurant gekarrt haben. Das Restaurant ist inzwischen geschlossen, ob nur coronabedingt weiß man nicht. Herr Olsen hat sich zurückgezogen, glücklicherweise ist der Mirador seit kurzem wieder geöffnet und wird nun von der kleinen Gemeinde Agulo betreut – wie lange wohl? Eintritt wird keiner verlangt.​


Egal, wie man dazu steht, sehenswert ist der Besuch auf jeden Fall. Und Danke Corona ist wenig los und man darf nur einzeln bzw. haushaltsgemeinschaftlich auf die Plattform. Und auf die Idee käme ich sowieso nicht.





lagomera_2021_196_D72_6135 by Stefan, auf Flickr​


Schade, dass man nicht so gut durch das Glas schauen kann, wie es die Prospekte vorgaukeln. Aber ein Kitzel bleibt.




lagomera_2021_199_D72_6140 by Stefan, auf Flickr





lagomera_2021_198_D72_6138 by Stefan, auf Flickr​


Und die nette Dame von der Aufsicht bietet jedem an, ein (oder auch mehrere) Bilder von außen zu machen. Das sind also Rudi und Käthe.





lagomera_2021_194_20210824_133252 by Stefan, auf Flickr

Ihr merkt, Herr Olsen ist hier nicht überall beliebt. Ein sehr interessanter, wenn auch schon über 10 Jahre alter Artikel dazu findet sich im Spiegel.
https://www.spiegel.de/reise/europa/...-a-702198.html
 
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rollertilly

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Als wir die Plattform wieder verlassen erreichen zwei Busse den Mirador. Nein, keine Olsen-Menschen, sondern zum Teil ziemlich gelangweilte deutsche Schüler auf Klassenfahrt (!). Dann: laute Musik, vier große, offene Landrover, ein Rudel lauter Aktiv-Urlauber, die Motoren laufen weiter, schnell ein Selfie vor der Steilwand, keine Zeit für den Abrante, rauf aufs Auto – weg. Pfuh. Wir genießen wieder die Ruhe und füttern Wildtiere.




Und langsam kommt die Nachbarinsel mit ihrem Wahrzeichen aus den Wolken und dem Dunst.


 
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Einhorn

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Danke für deine tollen Bilder und mit Begleittext der Insel, das T. 16-300 macht sich sehr gut, hast du auch Tage mit wenig Dunst erwischt.

Gruß Warner
 
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rollertilly
rollertilly kommentierte
Gerne :) Ja, das 16-300 ist meine Allzweckwaffe und ich bin an der D7200 ganz zufrieden damit. Allerdings führt der riesige Zoombereich dazu, dass ich meine anderen Objektive meist nur noch mitschleppe, ohne sie zu nutzen. Man wird zu bequem mit so einem Teil ...
 
E
Einhorn kommentierte


ich beschränke michauch fast immer auf das Wesentliche, meistens 1, Hätte ich doch .....Objetiv mitgenommen, nächstes mal wieder.

Gruß Warner
 

rollertilly

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Kurz darauf ist der Spuk verschwunden. Es herrscht wieder Ruhe. Und wir haben Spaß an einem Spaziergang durch die rote, sandige Landschaft. So stellt man sich einen anderen Planeten vor. Würde jetzt die Mannschaft der Enterprise mit Phasern hinter einem der Sandhügel hervortreten, wir wären wahrscheinlich nicht mal überrascht.



 
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rollertilly

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rollertilly

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Und dann geht es – nachdem wir uns verfahren haben und über winzige Sträßchen wieder zurück zum Mirador kommen – hinunter nach Agulo. Hat ein bisschen was von einer Modellbahnlandschaft.





lagomera_2021_231_D72_6197 by Stefan, auf Flickr​





Im Gegenlicht ist der Morador von unten gar nicht so leicht auszumachen.





lagomera_2021_233_D72_6199 by Stefan, auf Flickr



Agulo ist schön, schön und leer, fast ausgestorben. In der Mittagshitze unternehmen wir einen kleinen Stadtrundgang. Mich faszinieren die kleinen Gässchen, in denen man sich ziemlich leicht verlaufen kann.





lagomera_2021_234_D72_6201 by Stefan, auf Flickr



lagomera_2021_237_D72_6206 by Stefan, auf Flickr



lagomera_2021_238_D72_6207 by Stefan, auf Flickr​
 
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rollertilly

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In manchen Gassen wacht eine Katze ….





… in einer anderen wacht Willi. D.h. er ruht und ich visiere ihn an. In diesem Moment springt das kleine schwarze Ding auf und rennt wie wild kläffend auf mich zu. Instinkitiv renne ich weg und Willi wie ein wilder hinterher, er ist echt schneller als ich und ich sehe schon sowas Schwarzes an meinem Bein hängen. Was tun? Ich bleibe abrubt stehen, dreh mich um und schrei ihn an! Meine letzte Chance. Willi bleibt stehen, genauso erschrocken wie ich. Und in diesem Moment bekommt er vom Ende der Gasse her eine Ansage vom Frauchen, dass einem Hören und Sehen vergeht. Daher kenne ich seinen Namen. Als Sieger im Duell fühle ich mich trotzdem nicht so richtig.


Willi, die Kampfmaschine.




lagomera_2021_236_D72_6205 by Stefan, auf Flickr​
 
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Wölkchen
Wölkchen kommentierte
Willi sieht aus wie ein kleiner schwarzer Teufel -umdrehen und anschreien ist
die bessere Methode als weglaufen. :bl-paw:
:bl-paw:
 
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rollertilly
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Will IST ein kleiner schwarzer Teufel
 
sylvie
sylvie kommentierte
You made my day. 🤣💐
 

rollertilly

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rollertilly

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Im Zentrum des Ortes befindet sich die Plaza Leonico Bento mit der neugotischen mit maurisch anmutenden Stilelementen wirkende Kirche San Marcos.
Außergewöhnlich ist das weiße Kuppeldach, das wir schon von oben gesehen haben, und das ihr den Namen La Mezquita einbrachte und an die Moschee in Cordoba erinnern soll. Weiß ich nicht, Cordoba hatten wir damals leider ausgelassen.




Auch rund um die Kirche herrscht Leere.


 
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rollertilly

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rollertilly

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rollertilly

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Wir verlassen Agulo frisch gestärkt und fahren unserem nächsten Ziel entgegen. Dem Meeresschwimmbad von Hermigua. Die Straße bietet immer wieder herrliche Ausblicke. Ganz hinten sieht man schon den Weg zum Schwimmbad und auch die Anlage selbst




lagomera_2021_263_D72_6250 by Stefan, auf Flickr




Und Dank dem 16-300 kann ich euch sogar das ganze Schwimmbad zeigen.




lagomera_2021_264_D72_6252 by Stefan, auf Flickr​
 
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schneemann

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um dann endlich auf der Terrasse des Fähranlegers ein kühles Dorada "gerkauft zu verbrauchen".

Gottseidank gibt es einen deutschen Text. Die Engländer müssten sich zusätzlich kostümieren :rolleyes:

Im übrigen bin ich gespannt auf den weitern gewohnt kurzweiligen Bericht. (y)
 
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rollertilly
rollertilly kommentierte
Das hatte sogar ich noch gar nicht gesehen :ROFLMAO: :ROFLMAO: :ROFLMAO: :ROFLMAO:
Danke dir fürs aufmerksame Mitreisen, es geht bei Gelegenheit noch ein bisschen weiter ...
 

Bettina

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Teammitglied
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Ein toller Reisebericht, dem ich gerne weiter folgen werde - aufgenommen in unsere Highlights :thumbsup:
 
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rollertilly
rollertilly kommentierte
Danke, das freut mich natürlich :cool: Aber ich hab jetzt wirklich lange gesucht - wo ist denn die Portalseite mit den Highlights? :unsure:
 
AnjaC
AnjaC kommentierte
rollertilly
rollertilly kommentierte
Danke, jetzt hats der Blinde auch gefunden.
 

rollertilly

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Auf diesem Bild sieht man, warum ganz da hinten vor Jahrzehnte ein so kühnes Bauwerk entstanden ist.




An der Küste von Hermigua wachsen noch heute Bananenstauden, deren Früchte vor über 100 Jahren der Region einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung bescherten. Und um die Ernte nicht immer quer über die Insel zu fahren, errichtete man ganz dort draußen eine Bananenverladestation. 1908 war es soweit. Im oft stürmischen Atlantik wurden über eine riesige Krananlage die Bananen auf Frachtschiffe verladen. Um die Verladekapazität zu steigern wurde eine zweite Anlage geplant, die mit insgesamt vier riesigen Steinsäulen weit ins Meer reichen sollte, um noch größere Schiffe bedienen zu können. Diese ging nie in Betrieb. Im Jahr 1929 wurden aufgrund der Wirtschaftskrise die Arbeite eingestellt. Von den geplanten sechs Säulen waren bis dahin vier gebaut. Der Weltkrieg brachte eine weitere Verzögerung. In den Jahren danach wurde die Straße zum Hafen nach San Sebastian fertiggestellt. Die Bananenproduktion war rückläufig, die Ernte konnte per LKW abtransportiert werden. Übrig blieb die Anlage El Pescante de Hermigua, die heute als Meeresschwimmbad bekannt und besucht ist.

Tolle Infos und historische Fotografien dazu findet ihr unter folgenden Links:

 
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