Ohne den Amerika-Fans hier im Forum die gute Laune verderben zu wollen: Mit Kampfhubschrauber-Besatzungen habe ich auch schon ziemlich ambivalente Erfahrungen gemacht. Vor gut 18 Jahren, ich war für die Fränkische Landeszeitung unterwegs, machte in Katterbach (US-Hubschrauberstützpunkt vor Ansbach) einer von den Dödeln simulierte Zielanflüge auf mein Auto, als ich auf der B14 fuhr.
Es ist nicht wahnsinnig lustig, eine Apache als "Geisterfahrer" in Augenhöhe auf sich zukommen zu sehen, die im letzten Moment wieder hochzeiht, sodass Du schon das Gesicht des Piloten hinter der Kanzelscheibe erkennen kannst. Es ist auch nicht lustig, sich auszumalen, was passiert, wenn der Kerl sich dabei verschätzt oder einen der vielen Knöpfe in seinem Cockpit versehentlich drückt - auch mit Übungsraketen kannst Du einen Pkw von der Straße ballern.
Dass mich die damalige Stützpunkt-Crew kannte, weil ich öfters aus der Kaserne berichtete (selige Zeiten, inzwischen kommt man nur noch mit Sicherheitskontrolle hinein) und ich deshalb bis heute davon ausgehe, dass der Pilot sich ein Späßchen mit mir machen wollte, ändert nichts an der Gefährlichkeit der Situation.
Deshalb glaube ich auch dem Zeitungsbericht - und der Fotograf hatte, wie hier schon geschrieben, großes Glück, "nur" den Ziellaser abbekommen zu haben und in den nicht direkt hineingeschaut zu haben. Seit den Anschlägen des 11. September und den darauf folgenden Kriegen liegen die Nerven vieler amerikanischer Soldaten und Offiziere und auch der anderen Streitkräfte blank - und manchmal sind dann Zivilisten die Leidtragenden.
Gruß, Hans