Wenn ich mich nicht irre, bist du Arzt.
Hast du nicht auch mal nach einer Diagnose Zweifel bekommen, ob du etwas übersehen oder bei der Anamnese überhört hast?
Du irrst, ich bin Psychologe und Psychotherapeut. Aber Diagnosen stelle ich daher genauso. Und in meinem "Geschäft" (und auch dessen guter Psychiater) ist es üblich, seine Diagnose ständig anzuzweifeln und die Anamnese zu vervollständigen. Es stirbt in der Psychiatrie oder der ambulanten Praxis eher keiner an körperlichen Gebrechen, aber man sollte schon herausfinden, ob jemand aktuell so krank ist, dass er sich selbst oder anderen etwas antun könnte und das auch vorhat. Aber sogar als Fachmann und trotz des Wirkens mit bestem Wissen (und Gewissen) kann immer etwas übersehen.
Und das wird auch bei Jacky so gewesen sein. Zwei Tierärzte habe ihn sich angeschaut und sind zu dem Urteil gekommen, die Symptome haben wahrscheinlich einen anderen Ursprung. Im Nachhinein ist das sicher als Fehler zu werten, aber ich bin mir sicher, dass sie trotzdem mit bester Absicht gehandelt haben. Und die Veterinärmediziner, die ich bisher kennenlernen durfte oder musste, hatten tatsächlich ein ehrliches Interesse am Patienten. Und wenn zwei Fachleute nicht in der Lage waren, die richtige Diagnose zu stellen, obwohl sie sich alle Mühe gegeben haben, dann ist man als Laie erst recht nicht dafür verantwortlich zu machen.
Was ich sagen will: Auch wenn´s traurig ist, hast Du Dein bestes gegeben und mehr ist einfach nicht drin. Daher ist jetzt Zeit für Trauer. Die Beschäftigung mit Selbstvorwürfen kannst Du Dir schenken, das bringt nämlich nichts.
Und jetzt sind wieder Bilder dran. Paula sagt auch "Gute Reise"!