Hitze, Elend, Menschen & Kultur: 12.000 km nach Kathmandu und retour

Thread Status
Hello, There was no answer in this thread for more than 30 days.
It can take a long time to get an up-to-date response or contact with relevant users.
An das Hotel in Benares habe ich eine markante Erinnerung: Die Bettwäsche roch sehr unangenehm. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Wenn Wäsche dort gewaschen wird, wo neben den Abwässern von Millionenstädten Wasserbüffel baden, Leichen verbrannt oder unverbrannt im Fluss treiben, wundert man sich wohl nicht. Jedenfalls war ich auch deshalb froh als wir Benares verließen.

Übrigens, zu den Hotels: Nach heutigen Maßstäben ist für Reisende aus Europa wohl kaum nachzuvollziehen, in welchen Absteigen wir teilweise unterkamen. Äußerlich machten sie meist einen passablen bis guten Eindruck, aber von Hygiene, Service und gutem Essen konnte in keiner Weise die Rede sein. Meine Erinnerungen an unser Frühstück im Hotel: Im Zimmer aßen wir nur mitgebrachtes. Pumpernickel aus der Dose, doppelt (in Tehran!) getoastetes Toastbrot, Aprikosenmarmelade aus dem Iran. Mittags waren wir eh unterwegs und haben meist nichts gegessen, abends versuchten wir, ein halbwegs annehmbares Restaurant zu finden. Auch hier: Service und Hygiene trafen wir so gut wie nie an.



für die Touristen: "Schlangenbeschwörer" im Garten des Hotels​

Bevor es (endlich!!! ich wollte hier raus!) mit dem Flieger nach Kathmandu ging, war noch eine Besichtigung der Stadt angesetzt. Wir engagierten für einen halben Tag zwei Rikscha-Fahrer und ließen uns in die Stadtmitte fahren.







Für unsere Begriffe verlangten die Fahrer für ihre anstrengenden Dienste so gut wie nichts. Wir hatten das Glück, dass einer etwas Englisch sprach. Auf den mageren Verdienst angesprochen erzählte er, er habe früher als Wäscher am Ganges gearbeitet und jahrelang sparen müssen um sich eine Rikscha kaufen zu können. Seitdem gehe es ihm und seiner Familie wesentlich besser und die Kinder könnten auch zeitweise die Schule besuchen. Wäscher und Rikscha-Fahrer gehören natürlich zu den Dalits, der unteren Kaste.

Der Begriff „Dalit“ entwickelte sich aus dem Wort "dal" aus dem Sanskrit, das mit „zerbrochen“, „vertrieben“, „niedergetreten“ und ähnlichen Begriffen übersetzt wird. Etwa 20% der indischen Bevölkerung wird dieser Gruppe zugeordnet. Obwohl die Rechte der Dalits durch die indische Verfassung nach der Unabhängigkeit gestärkt wurden (das Kastensystem ist offiziell abgeschafft) gehört Diskriminierung, Ausbeutung und Gewalt durch andere Kasten immer noch zu ihrem Alltag.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kommentar
Anzeigen
Endlich war der Tag des Fluges nach Kathmandu da. Wir bestiegen bei glühender Hitze eine Boeing 737 der Air India. Auch wenn diese Fluggesellschaft Vorbild für den Namen des "Fakirs" in der deutschen Ausgabe von "Asterix im Morgenland" erindjah.php war: Der Flug war einwandfrei. Das Flugzeug klimatisiert, der Service gut. Mein Vater erzählte, der Airport in Kathmandu sei bekannt für seine kurze Start- und Landebahn. Tatsächlich ging der Pilot direkt nach dem Bodenkontakt voll in die Eisen.



Meine Mutter meint, links der Bildmitte sei der Mount Everest zu sehen.








Anflug auf Kathmandu




Garten unseres Hotels.

Klima, Freundlichkeit der Menschen, ihr häufiges Lächeln (das ich in Indien, außer bei Kindern, kaum sah), das Hotel, das Essen - einfach alles: Kathmandu war eine Wohltat für mich.
 
Zuletzt bearbeitet:
2 Kommentare
nikcook kommentierte
"Endlich war der Tag des Fluges nach Kathmandu da." Hin-und Rückflug? Euren Peugeot habt ihr derweil in Indien gelassen?
 
Lydian kommentierte
Ja. Der blieb im Hotel in Benares.
 
Vielleicht geht mein Gedächtnis zu streng mit dem in Indien Wahrgenommenen um, aber ich berichte ja hier nicht objektiv, sondern aus den Erinnerungen des 11jährigen, die sich tief eingebrannt haben. Ein Beispiel: Hatten wir in Indien in Hotels und Restaurants nur selten das Gefühl, als Gäste willkommen zu sein, so erlebten wir in Nepal das krasse Gegenteil. Es ist so viel angenehmer, wenn das Personal höflich, freundlich und aufmerksam ist. Bei den Mahlzeiten hielten sich immer zwei Kellner sehr dezent in unserer Nähe auf und sobald wir einen Wunsch hatten, kam einer. Anders in Indien. Da hatten wir sehr oft das Gefühl, dass wir ungebeten, lästig oder sonstwas sind. Meist hat sich einfach niemand für uns interessiert. Diese Empfindungen hatte ich nicht allein, sie treffen sich auch mit denen der Eltern.

Im Kathmandutal mit seinen drei Städten Lalitpur, Bhaktapur und Kathmandu lebten damals ca. 300.000 Menschen. Heute sind es etwa 5x so viel. Schon lange sind die drei Städte verschmolzen. Hier ein Panorama aus zwei Negativen der Rolleiflex:



Die meisten Sehenswürdigkeiten gibt es in den alten Königsstädten Patan (heute Lalitpur) und Bhaktapur. Alle diese drei Städte waren bis ins 18. Jahrhundert eigenständige Königreiche. Das Kathmandutal hat ein angenehmes Klima und ist sehr fruchtbar.



Die Altstadt hat eine extrem hohe Bebauungsdichte und verfügt heute noch über die ursprüngliche Blockstruktur mit der typischen Innenhofbebauung (Bahal). Die großen Bahals sind nur durch schmale, niedrige und unscheinbare Zugänge zu erreichen und bilden einen starken Kontrast zum dichten Gedränge und Lärm in den Gassen. Die Bausubstanz der Wohngebäude, in der Altstadt vielfach mit kunstvoll geschnitzten Fenstern, ist meist sehr schlecht und vom Verfall bedroht. Verfallene oder abgerissene Häuser werden durch einfache Betonbauten ersetzt. Diese Entwicklung schreitet schnell voran. Das verheerende Erdbeben von 2015 tat ein Übriges. Das Kathmandu, das wir erlebten, gibt es heute nicht mehr.

Earthquake in Nepal: Patan Durbar Square shattered completely

"Nepal landmarks flattened by the quake"

Erdbeben












 
Zuletzt bearbeitet:
3 Kommentare
MartinA kommentierte
Ich habe es bereits vor einigen vorherigen Beiträgen geschrieben - aber in dem Fall wiederhole ich gerne: was für ein beeindruckender Bericht. Und dies betrifft die Bilder, wie auch die sehr persönlichen Texte. Vielen Dank!
 
nikcook kommentierte

Eine Verwandte betreut Gesundheitsprojekte und war schon ein paar Mal in Kathmandu. Kann den Beitrag auch wieder löschen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Lydian kommentierte
Bitte lass ihn stehen.
 
Das Kathmandutal ist ein ethnischer und kultureller Schmelztiegel. Menschen unterschiedlichster Herkunft sind hier vertreten. Die vorwiegend städtisch lebenden Newar stellen jedoch die Mehrheit. Die Religion der Newar ist in vielen Fällen eine Synthese aus Buddhismus und Hinduismus, es werden zahlreiche Gottheiten verehrt, die dem traditionellen Hinduismus und Buddhismus beigefügt wurden. Weiterhin wohnen viele Angehörige der Tamang im Tal. Wie die meisten Völker in Nepal haben sie tibetische Wurzeln. Die Tamang sind wie die Sherpa, die überwiegend in höheren Regionen leben, Buddhisten.

















 
Zuletzt bearbeitet:
Kommentar
Einst der königliche Palast der Malla-Könige und der Shah-Dynastie, ist Hanuman Dhoka ein Komplex antiker Bauwerke, von denen einige bis in das 16. Jahrhundert zurückreichen. Zentral in Kathmandu gelegen, ist der Name vom Affengott Hanuman abgeleitet, der am Eingang zu einem der Tempel Wache hält. Als Kind fand ich diese Statue gruselig.









Leider hatten meine Eltern weder für die Rollei noch die Zeiss Ikon ein Weitwinkel dabei.




Zum Glück sind nur wenige Dias so beschädigt. Dieses war mit dem Glas des Rahmens verklebt.


 
Zuletzt bearbeitet:
Kommentar
Ein Tag war für die Besichtigung von Patan (heute: Lalitpur) vorgesehen. Der Überlieferung zufolge ist die Stadt die älteste im Tal und wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. gegründet. Über viele Jahrhunderte war Patan Hauptstadt eines eigenen Königreiches, das erst 1768 in das Königreich Nepal eingegliedert wurde. Ursprünglich hießen Stadt und Königreich Yela oder auch Patan. Wir lernten es als Patan kennen - und schätzen.

Mich faszinierte die gelassene, heitere Atmosphäre mit multi-ethnischem und multi-religiösem Hintergrund. Hindu-Tempel oder buddhistische Pagode? Egal, die Grenzen verschwimmen hier. Manches Gotteshaus ist ein multi purpose temple und wird von beiden Religionen genutzt, die gerade in Nepal viele regional oft unterschiedliche Schnittmengen haben. Wir erlebten hier, was Offenheit, Freundlichkeit und Zugewandtheit der Menschen betraf, etwas ganz anderes als im Ganges-Tal.






Durbar Square







Kali / Parvati / Durga - die vielgestaltige Gattin Shivas (hier als Kali)







 
Kommentar
Zufällig kamen wir an einem halboffenen Gebäude vorbei, in dem Kinder ihr Mittagessen einnahmen. Tische und Stühle gab es nicht, statt von Tellern aßen die Kinder von großen Blättern. Sie wurden von einem Mann (ihr Lehrer?) betreut, der aber auch nicht einschritt als hin und wieder Affen zwischen den Kindern umherflitzten und sich die eine oder andere Handvoll Reis stibitzten.











In Patan waren wir auf Vermittlung der "Indertante" bei Ordensschwestern zum Mittagessen eingeladen. Ich hatte dort ein Erlebnis, das vielleicht nicht ganz unschuldig daran war, dass ich einige Jahre später zum Vegetarier wurde.....
 
Kommentar
Als eines der Wahrzeichen von Kathmandu gilt der Stupa von Swayambhunath. Mit ihrem Alter von mehr als 2.000 Jahren ist diese Tempelanlage eines der ältesten Heiligtümer des Kathmandutals. Mehrere Wege führen auf den Tempelkomplex, dessen Herz der buddhistische Stupa ist. Am bekanntesten ist die große Treppe mit 365 Stufen. Sie beginnen auf einer Steinplatte mit den Fußabdrücken Buddhas. Bekannt ist die Tempelanlage auch als "Affentempel". Diesen eher unheiligen Spitznamen verdankt einer der heiligsten Orte des Kathmandutals einer Horde Rhesusaffen, die eine weitere Attraktion des Heiligtums ist. Sie haben ihre Scheu vor den Menschen längst verloren. Wittern sie Essbares, sind die Besucher auch nicht davor gefeit, von den Affen beklaut zu werden. Manche sehen sie als Plage, wir Kinder hatten natürlich unseren Spaß mit ihnen. Ich werde nie vergessen, wie sie die Handläufe der großen Treppe als rasante Rutschbahn nutzten.




Das beherrschende Element der Tempelanlage ist der buddhistische Stupa mit den aufgemalten Augen, der von Kathmandu aus gut sichtbar von zwei hinduistischen Türmen flankiert wird. Wie an vielen anderen Orten in Kathmandu sind auch in Swayambhunath die Kultstätten der beiden Religionen eng verzahnt.









Ich kann mir nicht vorstellen dass ich heute so mir nichts dir nichts an den Gebetsmühlen drehen würde.










Das würde ich ihnen überlassen.








Vom Hügel hat man schöne Ausblicke auf das Kathmandutal.




 
Zuletzt bearbeitet:
2 Kommentare
nikcook kommentierte
Deine Schwester hat die Instamatic 33 umhängen. Erst dachte ich, die Tasche ist ganz schön groß für die Kamera. Bei den Kleinanzeigen wurde ich dann fündig.
 
Zuletzt bearbeitet:
Lydian kommentierte
Noch nie mochte ich Fleisch. Zwar ernährte ich mich als Kind nicht vegetarisch - weil ich in der Regel aß, was es gab -, aber irgendwie war das nie was für mich. Ich weiß nicht, warum ich dann am nächsten Tag mitging .....

Viele Menschen, in einigen Religionen, glauben, dass Tieropfer Glück, ein langes Leben und Wohlstand sichern. Wenn, dann allerdings nur den Menschen. Sie glauben, dass die geopferten Tiere den jeweiligen Gott gnädig stimmen. Besonders viel Glück erwarten sich gläubige Hindus vom größten Tieropferfest der Welt in Bariyapur, ca. 160 km südlich von Nepal, das alle fünf Jahre stattfindet. Das Fleisch von etwa 300.000 Tieren wird anschließend an die Gläubigen verteilt. In Bariyapur waren wir zwar nicht, aber sowas in der Art war es schon, im kleineren Format. Zu Ehren der Göttin Gadhimai werden Tiere aller Art geschlachtet. Da wir ein solches Fest in den verwinkelten Bergen besuchten, waren es hier überwiegend Schafe, Ziegen, Hühner.























 
Zuletzt bearbeitet:
1 Kommentar
zaskar kommentierte
Ich fühle mit dir! Auch mir ging es als Kind und Jugendlichen ähnlich mit Fleischkonsum und als Erwachsener konnte ich dieses, für mich unleidliche Kapitel, endlich abhaken.
Besten Dank übrigens für diese hochinteressanten Beiträge, sie wecken bei mir Erinnerungen ... leider ist so manches heute, nach dem Erdbeben in 2015 mit so vielen Todesopfern, so nicht mehr erhalten.
 
Die Kumari (wörtlich: „Mädchen“) gilt in Nepal seit dem 16. Jahrhundert als eine Inkarnation der Göttin Taleju. Kumaris gibt es nicht nur in Kathmandu, sondern auch in Lalitpur, Bhaktapur sowie einigen anderen Orten. Die Kumari ist im Westen als Kindgöttin bekannt. Die Eltern wollten eine Kumari sehen. Ich weiß noch, wie schräg ich das fand.

Im Kleinkindalter zwischen zwei und vier Jahren wird sie anhand von 32 körperlichen Merkmalen und ihrem Geburtshoroskop aus einer angesehenen Familie der buddhistischen Newar-Ethnie ausgewählt. Bei öffentlichen Auftritten sitzt sie in ein rotes Gewand gekleidet ohne sichtbare Regungen stumm und bewegungslos auf ihrem Thron und empfängt Pilger, um sie zu segnen. Ihre Füße, die verehrt werden, dürfen dann den Boden nicht betreten oder berühren, da dieser als unrein gilt. Sie unterliegt einem partiellen Redeverbot, da sie nur mit ihrer Familie kommunizieren darf und ist weitgehend an das Haus gebunden; zu Besuchen religiöser Feste wird sie in einer goldenen Sänfte von mehreren männlichen Trägern transportiert. Mit dem Einsetzen der Regelblutung erlischt ihr Status als Göttin.


Ich glaube, es war am Durbar-Square in Kathmandu. (Einen Platz dieses Namens gibt es in jeder Stadt im Kathmandutal.)
Ich nehme es vorweg: Die Göttin zeigte sich uns nicht.



Nur eine Bedienstete kam ans Fenster.

Die Palastanlage wurde wohl gerade renoviert.












Man sieht auf einem Foto westliche Touristen. Soweit ich mich erinnere, begegneten wir nennenswerten Zahlen von Europäern oder Amerikanern nur in Kathmandu.

 
Zuletzt bearbeitet:
1 Kommentar
jazzmasterphoto kommentierte
.
Mmh, American Express Kathmandu war mal die Postadresse einer lieben Freundin von mir …
.
 
Zum Abschied von Nepal ein meiner Meinung sehr beeindruckendes, aber auch bedrückendes Foto. Auf der Rückfahrt vom Opferfest kamen wir an einer Straßenbaustelle vorbei. Ja, wirklich eine Straßenbaustelle.




Ähnliche Szenen sahen wir auch in Indien. Der Unterschied: Hier waren Frauen und Mädchen gut gelaunt bei der Arbeit ...​
 
Zuletzt bearbeitet:
2 Kommentare
nikcook kommentierte
Das Bild hat was, einer meiner SW Favoriten
 
Lydian kommentierte
Ich finde, der Hintergrund hat was von C.D. Friedrich….
 
Der Rückflug nach Kathmandu war eindrücklich. Wir bestiegen wieder eine Boeing 737 der Air India. Die Beschleunigung war aufgrund der kurzen Startbahn brutal. Nach etwa einer Stunde Flug landeten wir in Benares. Die Tür des Fliegers ging auf und es traf uns wieder die Hammerhitze. Wieder eine Nacht im Hotel mit der stinkenden Bettwäsche. Früh am nächsten Morgen ging es mit dem Peugeot in Richtung Srinagar (Kashmir).
Es gibt von der mehrtägigen Fahrt keine wirklich sehenswerten Fotos, aber ein markantes Erlebnis.

Am Morgen der Abfahrt in Benares war der Himmel schon bedeckt. Zum ersten Mal seit dem Aufbruch vor 5 Wochen in Tehran (außer in Nepal). Während der Fahrt nach Lakhnau fing es an zu regnen. Endlich!! Wir hielten an, stiegen aus, und ließen uns nassregnen. Das tat so gut! Die Lufttemperatur sank sehr schnell. Aber immer noch waren es über 30 Grad.

Eine Nacht in Lakhnau, eine Nacht in Delhi, eine Nacht in Jammu. Wir fuhren etwa 1500 Kilometer im strömenden Regen.




Der Sommermonsun setzt in Indien meist Ende Juni/Anfang Juli ein und hält bis September/Oktober an. Feuchte ozeanische Luftmassen verursachen eine labile Atmosphärenschichtung, aus welcher der Monsunregen resultiert. Diese sehr ergiebigen Niederschläge dauern mehrere Monate an. Besonders am Rand von Gebirgen kann der Monsunregen sehr hohe Niederschlagsmengen erreichen. Stellenweise wird dann die Grenze von 10.000 Millimetern Jahresniederschlag überschritten. Das Wasser fließt überwiegend oberirdisch ab und führt immer zu Überschwemmungen, in Bangladesch regelmäßig zu Flutkatastrophen.




 
Kommentar
Der Dal-See ist ein 21 Quadratkilometer großer See östlich der Stadt Srinagar im indischen Kashmir auf einer Höhe von knapp 1600 Metern über dem Meeresspiegel. Der See ist durchschnittlich nur 1,4 Meter tief. Man kann sich vorstellen, was das für die Wasserqualität bedeutet, wohnen doch zehntausende am oder auch auf dem See.

In Britisch-Indien lebende gutsituierte Briten hatten natürlich sehr unter dem heißen und feuchten Klima des Subkontinents zu leiden. Dem entzogen sie sich oft in den Sommermonaten durch die Flucht ins hochgelegene Kashmir. Doch sie standen vor einem Problem. Die lokale Regierung erlaubt es Ausländern weder ein Grundstück zu kaufen, noch zu mieten. Also fassten die den Plan, auf dem Wasser zu wohnen. Am Ufer des Dal Sees ließen sie luxuriöse Hausboote errichten. Geräumig und natürlich very British. Möbel aus Mahagony, schwere Kronleuchter über weichen Teppichen, Deckenvertäfelungen aus Wallnussholz, Veranda mit Blick auf Wasser und Berge. Heute liegen hier hunderte Hausboote am Ufer des Sees. Es sind längst nicht mehr britische Geschäftsmänner, die hier dem heißen indischen Sommer entfliehen, sondern Touristen aus allen Teilen der Welt. Wenn ich jetzt nach Fotos suche, wie es dort aussieht, kann ich nur froh sein, dass unser Hausboot sehr abgelegen lag. Nebenan wohnte die Familie des Besitzerehepaares auf einem einfachen Hausboot. Von ihnen wurden wir auch bekocht, ihr Neffe war unserer Shikara-Fahrer.
















Unsere Shikara mit Fahrer. Die ganze Woche stand er nur in unseren Diensten.​
 
Kommentar
Eine Woche Luxus pur. Jeden Tag ein warmes Essen. Ein "Taxi" vor dem Hausboot. Wasser zum Baden und Angeln. Sich herumpaddeln lassen. Sich zum Shopping paddeln lassen. Händler kamen regelmäßig auf Booten vorbei und boten Waren aller Art an. Gerne erinnere ich mich an den "Flower Man", der mit melodiöser Stimme seine bunten Blumen feilbot. Weniger gerne an den Schneider, mit dem mein Vater in Streit geriet, weil der gefertigte Maßanzug nicht aus dem ausgesuchten Stoff und zudem in liederlicher Qualität gefertigt wurde.







Leider wieder ein beschädigtes Dia.




Zu diesem in der Mitte des Sees ankernden Hausboot, das als Badestation diente, ließen wir uns immer wieder hinschippern. Zum angeln (es gab dort viele Barsche), aber überwiegend zum baden. Auch Wasserski probierten wir. Not my cup of tea.









Mir gefiel es dort sehr.​
 
Kommentar
-Anzeige-