Zuviel der Ehre. Die Methode wurde nicht von mir erfunden oder entdeckt, sie ist Gemeingut. Ich würde die Methode lieber als "Überblendmethode" oder eben als "Pseudo-HDR" bezeichnen. Überblendmethode beschreibt, was geschieht. Pixelbereiche werden ausgetauscht. Wobei eine Unschärfe dadurch entsteht, dass dies sowohl bei der Herkunft aus einem NEF mit unterschiedlichen Belichtungskorrekturen im RAW-Konverter als auch bei der Herkunft von verschiedenen NEFs, die schon bei der Aufnahme belichtungskorrigiert wurden, zutrifft. Entgegen der Aussage von Hanner in Beitrag #46 handelt es sich aber auch eindeutig um ein "Pseudo-HDR", denn die von ihm selbst in Beitrag #13 gelieferte Definition im Zitat von Hans-Peter R. trifft den Sachverhalt exakt.
Die Beschäftigung mit dem von mir zur Verfügung gestellten NEF hat gezeigt, dass das Ergebnis der Überblend-Technik aus einem NEF von den anderen Methoden nicht gleichwertig erreicht wird, sondern nur in Annäherungen. Selbst wenn andere Bearbeitungsvarianten den gleichen Erfolg hätten, wäre das ja kein Grund, die Überblendmethode aus einem NEF rundweg abzulehnen oder zu diffamieren. Schon allein dadurch hat die Methode Relevanz. Es stimmt auch nicht, dass die Methode einen unverhältnismäßigen Aufwand erfordern würde. Der Bearbeitungsaufwand für ein Bild liegt im Minutenbereich, ich würde mal behaupten, ich bin schneller damit fertig als andere mit "konventionellen" Methoden. Allerdings weiß ich auch, wo ich hinschauen und wo ich mit der Bearbeitung ansetzen muss. Der größte Aufwand besteht darin, die überblendeten Pixel ins Bild so einzufügen, dass die Auswahl stimmt und kein unnatürlicher Eindruck entsteht. Dafür gibt es Techniken, die das schnell und präzise leisten. Voraussetzung ist immer, dass ein Bildbearbeitungsprogramm zur Verfügung steht, das über Ebenen- und Maskentechnik verfügt.
Die "Überblendmethode aus einem NEF" bzw. "Pseudo-HDR-Methode aus einem NEF" hat in der Form, wie ich sie vorgestellt habe, den Vorteil, dass durch die Überblendung die bestmöglich verfügbaren Pixel später anzuwendenden Bildbearbeitungsroutinen angeboten werden. Der Vorteil liegt eben gerade darin, dass Helligkeits- und Detailunterschiede über die Belichtungskorrektur im RAW-Konverter bestmöglich genutzt werden. In anderen Workflows kommt man nicht näher an die Ursprungsinformationen heran, sondern läuft im Gegenteil Gefahr, sich davon zu entfernen. Die Methode hat weiter den Vorteil, dass quasi nur "schadhafte" Pixel ausgetauscht werden, also Pixel, die nicht genügend Detailinformationen transportieren. Dadurch verringert sich die Gefahr, die typische HDR-Anmutung durch Farbverschiebungen zu produzieren. Der "ursprüngliche" Charakter des Bildes bleibt erhalten.
Nach meinem Dafürhalten sind bei der Bewertung der Methode in der ersten Phase des Threads zu viele Vorurteile wiedergekäut worden, die einer vorurteilsfreien Prüfung nicht Stand halten.
Schöne Grüße
Helmut