Gerewol - der Heiratsmarkt im Niger

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Niger Tag 2-3: Nomaden bei Tigerwitt​


Das Volk der Woodabe und Fulbe sind Nomaden.
Sie ziehen mit ihren Herden zu den spärlichen Weidegründen in der Wüste.
Haben die Tiere die wenigen Grashalme in einer Region abgefressen, müssen sie weiterziehen.


Nomaden​


Eine Gruppe Nomaden zieht entlang der Straße.
Ein Mann geht mit dem Vieh - Kühe, Schafe und Ziegen vorweg.

Das Bild zeigt einen Mann im weißen Gewandt mit einem Hirtenstock über der Schulter. Hinter ihm folgen mittel- und dunkelbraune Rinder mit großen nach oben zeigenden Hörnern. Dahinter folgen weiße Schafe und Ziegen. Sie laufen auf rotbrauner Erde. Im Hintergrund sind grüne Büsche mit kleinen Blättern.
Bild 61: Der Hirte mit Viel laufen an der Spitze



Es folgen die Frauen und Kinder.
Die Esel tragen die Kinder und das Eigenheim und die komplette Ausstattung.
Die gebogenen Hölzer sind die Zeltstangen.
Zu sehen sind die Bettpfosten, Bambusrohre als Bettgestell, zusammengerollte Teppiche und Zeltplanen,
Krüge, Kalebassen und Wasserkanister.

Das Bild zeigt eine Gruppe Esel. Auf fünf Esel sitzen Kinder und eine Frau mit einem Kleinkind. Die Esel tragen den Hausrat.
Bild 62: Die Frauen folgen mit Kindern, Eseln und Hausrat


Die Hölzer mit den radförmigen Enden sind die Bettpfosten.

Das Bild zeigt einen bepackten Esel. Er trägt Holzstützen. Die Stützen haben an radförmige Enden. Oben drauf sitzt ein Mädchen im blauen Kleid.
Bild 63: Ein Esel trägt ein Kind und die Bettpfosten


Die kleineren Kinder dürfen auf dem Esel reiten.
Viele Frauen laufen nebenher.


Das Bild zeigt ein kleines Kind auf einem Esel reitend. Es sitzt auf einer hellblauen Decke. darunter sind in Teppichen eingewickelte Holzbalken. Des weiteren trägt der Esel einen Krug und Schüsseln. Eine Frau im orange, blau und grün gemusterten Kleid steht rechts daneben.

Bild 64: Esel mit Kleinkind und Hausrat​



Ein kleines Schaf braucht auch nicht zu laufen.
Es wird vom Familienoberhaupt persönlich getragen.
Stolz posiert er für ein Foto.
Während sich das Kamel in die Kamera von Kiboko schaut, schaut der Mann in die Kamera eines anderen Touristen.
Als der Mann Kiboko in die Kamera schaut, beäugt das Kamel andere Touristen.
Dann zieht der Mann weiter.
Es gibt keine weitere Chance auf ein Bild.


Das Bild zeigt eine Hochformataufnahme eines Mannes in orangenem Gewandt. In seinen Armen trägt er ein kleines Scharf. An einer Leine führt er ein Kamel, das interessiert über seine Schulter schaut.

Bild 65: Schaftransport​


Es sind viele Touristen vor Ort.
Die Blechkarawane aus rund 25 Geländewagen hat gestoppt.
Die Touristen haben sich dann auf die zufällig vorbeilaufenden Nomaden gestürzt.
Die Wodaabe sind sehr freundliche Menschen.
Sie lassen die Touristenschar freudig interessiert gewähren.
Alle laufen durcheinander.
Kein Tourist nimmt Rücksicht.
Die Militärs versuchen in der Situation den Überblick zu behalten.

Das Bild zeigt eine Teerstraße in einer weiten Linkkurve am linken Straßenrand steht eine Reihe weißer Geländewagen. Am linken Straßen stehen Touristen mit Fotoapparate die die vorbeilaufenden Nomaden mit ihren Eseln fotografieren. Mitten auf der Straße steht ein Soldat mit lässig geschulterten Gewehr.
Bild 66: Touristenkarawane trifft Nomadenkarawane
 
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Niger Tag 2-4: Nomaden bei Mararaba​


Hinter Mararaba ist die schöne Teerstraße am Ende.
Jetzt braust die Blechkarawane über eine Staubpiste.
Sand wirbelt auf.
Die Sicht ist schlecht.
Immer wieder tauchen Tiere auf der Piste auf.
Die Esel lassen sich durch die vorbeirauschenden Fahrzeuge nicht stören.
Sie genießen das Staubbad.

Das Bild zeigt drei Esel die am Rand einer sandigen, mit tiefen Fahrspuren durchzogen Piste liegen. Voraus fahren weiße Geländewagen, die eine Staubfahne hinter sich hierziehen. Neben der Straße stehen verinzelt Büsche und kleine Bäume.
Bild 67: Esel beim Staubbad



Temporäres Dorf​


Überladene Kleintransporter kommen Kiboko entgegen.
Sie verbinden die Dörfer entlang der Piste.
Die ersten Fahrzeuge der Touristenkarawane halten am Straßenrand.

Das Bild zeigt einen roten Kleinbus mit vollbeladenen Dachgeäckträger auf einer staubigen Pista us lachsfarbenen Sand. Mehrere weiße Geländewagen stehen am rechten Straßenrand.
Bild 68: Halt der Touristenkarawane


Die Geländewagen halten an einem temporären Dorf.
Hier haben Nomaden aus Knüppeln, Decken und Stoffresten einfache Zelte errichtet.
Das Dorf scheint ausgestorben.
Aber die Touristen haben sich schon auf die Bewohner gestürzt.

Das Bild zeigt mehrere Unterkünfte aus aufgestellten Holzknüppeln, die mit Decken und Stoffbahnen überzogen sind. Teilweise sind die Seitenwände hochgerollt.
Bild 69: Temporäres Dorf


Die Männer und Jungen stehen am linken Straßenrand und beobachten das Treiben der Touristen.

Das Bild
Bild 70: Die Männer betrachten die Touristen aus sicherer Entfernung


Die Frauen, Mädchen und Kleinkinder stehen am rechten Straßenrand.
Eine Touristentraube hat sich um die Frauengruppe gebildet.
Kiboko stürzt sich ins Getümmel und schließt sich der Fotoorgie an.
Was die Menschen über den Touristenüberfall denken mögen?

Das Bild zeigt .
Bild 71: Die Frauen sind neugieriger


Auch die Nomaden im Niger haben schon Mobiltelefone.
Ein Festnetzanschluss macht bei Nomaden auch wenig Sinn.

Das Bild zeigt .
Bild 72: Nomadenfrauen mit Handy


Die Neugier ist auf beiden Seiten groß.
Mit großen Augen werden die Touristen angeschaut.
Ihre Männer sind weit weg, da können sie schonmal einen Blick riskieren.

Das Bild zeigt das Porträt einer Mädchens mit rötlich gemusterten Kopftuch und silbernen Ohrringen. Neugiereig schaut sie in die Kamera.
Bild 73: Kiboko wird neugierig beäugt.

Das Bild zeigt das Porträt einer jungen Frau im Gegenlicht mit rot gemusterten Kopftuch mit grünm Rand.
Bild 74: Die Dame hat einen Blick auf Kiboko geworfen

Das Bild zeigt das Porträt einer Frau mit einem rosa gefleckten, blauen Kopftuch. Das rechte Auge ist gerade zusammengekniffen.
Bild 75: Die Dame zwinkert Kiboko zu


Die Militärs passen auf, damit den Touristen nichts passiert.
Die neugierigen Damen brauchen sie nicht abwehren.
Heute haben sie einen ruhigen Job.

Das Bild zeigt einen beigefarbenen PickUp mit monitertem Maschinengewhr. Fünf Soldaten stehen vor dem Pickup und posieren für ein Foto. Ein sechster Soldat sitzt auf der Ladefläche.
Bild 76: Entspanne Militäreskorte
 
Kommentar
Der zweite Tag mit den Nomaden hast du eindrücklich und mit Gefühl festgehalten.
Hoffentlich bekommen Sie auch etwas von den Touristen ......
 
4 Kommentare
Kiboko
Kiboko kommentierte
Vielen Dank für das Lob.

Von einigen Touristen haben die Nomaden etwas bekommen.
Geschenke sind aber eine zweischneidige Sache.
Kleine Gastgeschenke sehe ich als nette Geste.
Ich hatte auf der Reise einen Sack voller Seifestücke dabei, die ich gerne an die Damen verschenkt habe.

Man sollte auch beachten, die Menschen sind in unseren Augen arm.
Sie führen ein einfaches Leben, welches sich von unserer Lebensweise deutlich unterscheidet.
Aber es ist kein schlechteres Leben.
Die Menschen haben Würde und unseren Respekt verdient.
Sie freuen sich auf nette Worte und eine nette Geste.
Sie wollen keine Almosen und betteln nicht.

Der Reichtum der Menschen ist ihr Vieh.
Eine Kuh hat einen Wert von ca. 400$
Viele haben 100 Kühe und Schafe, Ziegen, Dromedare.
Einzelne Familien haben auch über 1000 Kühe.
Wer ist reich?
Wer ist arm?

Großzügige Geschenke verändern die Kultur.
In den Niger "verlaufen" sich nur wenige Touristen.
Begegnungen der Kulturen sind vom Gerewol Fest abgesehen eher zufällig und selten.
Daher sind die Menschen im Niger auch sehr freundlich und offen für Fremde.

Anders sieht es z.B. im Süden Äthiopiens, Tansania und Kenia aus.
Die Gescheke der Touristen wecken Begehrlichkeiten.
Mit Touristen kann man mehr Geld verdienen, als durch harte Arbeit.
Die Kultur verändert sich.
Die Arbeit besteht jetzt aus Betteln.
Teilweise wird sehr aggressiv.
Für jedes Bild wird Geld verlangt.
Das Geld wird in Alkohol umgesetzt.
Kinder gehen nicht mehr in die Schule, weil sie durch Betteln für den Familienunterhalt sorgen (müssen).
Geschenkte Stifte und Schulhefte werden verkauft.
Bonbons und Süßigkeiten sind bei begrenzter Zahnhygiene auch nicht unbedingt förderlich.

Es macht keinen Spaß in ein Land zu reisen,
indem man nur noch als wandelnde Brieftasche angesehen wird.
Du bist ein reicher Weißer und hast mir jetzt etwas zu geben.
Kaum steigt man aus, wird man von einer Horde Kinder umringt die lauthals "Give me, Give me, Give me" rufen
und ungeniert in die Hosentasche greifen ...

... will man das?

Mit zu vielen gut gemeinten Geschenken zerstören wir die Kultur, die Würde und auch die Zukunft der Menschen.
 
B
Brunke kommentierte
Sehr schön beschrieben. Vielen Dank. Das beschreibt auch mein Unbehagen beim Fotografieren von Einheimischen. Ich erinnere mich die Pfahlangler in Sri Lanka. Da angelte niemand um Fische zu fangen. Die Beute sind die Touristen. Selbst die Angeln waren kaum noch funktionsfähig. Das ganze wurde nur noch für die zahlenden Touristen aufgeführt. Im besten Fall ist das dann ein Museumsdorf mit Statisten und im schlimmsten Fall ein Menschenzoo. Da ist es schwierig, die richtige Balance zu wahren. Du machst das schon richtig.

Vor welchen konkreten Gefahren sollen die Soldaten schützen? Gibt es in der Region eine konkrete Bedrohung? Entführung gegen Lösegeld?

Gerewol ist kein Ort oder? Wo fand das Festival statt? Kannst Du einen Link schicken oder gibt es eine andere Bezeichnung?

Achja: Schöne Fotos, es machte Freude Deine Reise mitzumachen.
 
Kiboko
Kiboko kommentierte
Danke für das Lob.

Das Gerewol ist ein Fest.
Es ist nicht an einen bestimmten Ort und Zeitpunkt gebunden.
Ort und Zeitpunkt werden von den Ältesten festgelegt.
Das ist abhängig von den Niederschlägen während der Regenzeit und vom Graswachstum.
Während des Gerewol Festes kommen nicht nur viele Menschen, sondern auch ihr Vieh zusammen.

Die Wodaabe / Fulbe / Bororo leben auch in Mali, Tschad, Nigeria und Kamerun.
Folglich gibt es viele Gerewol Feste in den Regionen.
Es gibt also nicht ein einziges Fest.

Bei dem Fest an den ich beiwohnen durfte, wird länger im voraus geplant.
Dieses erfolgt mit Rücksicht auf die Reiseveranstalter, damit diese Planungssicherheit haben.
Umgekehrt bekommt der ausrichtende Stamm sicherlich eine nicht unerhebliche Summe vom Reiseveranstalter.

Touristisch hat der Niger wenig zu bieten.
Das Gerewol Fest ist dort das Highlight des Jahres.
Dann gibt es im Winter noch ein paar Wüstenexkursionen nordöstlich von Agadez in die Teneret.
Der Nationalpark "W" an der Grenze zu Benin und Bukina Faso ist leider touristisch nicht nutzbar.
Hier haben Warlords das Sagen. Der Park ist leergeschossen.

Sicherheitslage.
Ich habe mich zu keiner Zeit unsicher gefühlt.
Es hat keinerlei Vorkommnisse gegeben, die eine Militäreskorte gerechtfertigt hätte.
Andererseits ist es sicher, weil potentielle Ganoven wissen, dass die Touristen durch Militär begleitet werden.
Beim Gerewolfest war mehr als ein Pick-up mit schwer bewaffneten Jungs dabei.
Wieviele möchte ich nicht öffentlich schreiben.
Sie haben ihren Job gut und gewissenhaft gemacht.
Auf der Rückfahrt haben meine beiden Begleiter bei einem Halt (z.B. einer alten Lehmmoschee) sich strategisch günstig postiert und die Umgebung im Auge behalten.

Seit dem Tod von Gaddafi und die Zerschlagung des Libyschen Staates sind in der Region sehr viele Waffen in Umlauf.
Es gibt hier keine Grenzzäune.
Die Sahara ist endlos.
Die Bevölkerungsdichte ist extrem dünn.
Kriminelle Banden können sich hier leicht zwischen Sudan und Mauretanien bewegen.
Dazu kommt, dass die Touareg, die verstreut über die ganzen Region leben, gerne einen eignen Staat hätten.
Dafür greifen auch zur Waffe greifen.
In vielen dieser Länder hat die schwarzafrikanische Mehrheit das Sagen, die oft die Touaregs bekämpfen.
Im Niger wurde ein Touareg zum Präsidenten gewählt.
Dadurch ist dort die Lage stabil.

Der Nord-Süd-Konflikt wird auch von Russland ausgenutzt.
Prigoschins Opernsänger sind in vielen dieser Länder aktiv (Mali, Burkina Faso, Zentralafrikanische Republik, Sudan, Libyen und neuerdings wohl auch im Tschad)
Sie unterstützen einzelne Despoten mit Waffen und Personal.
Dafür bekommen sie die Rechte an Goldminen, Diamantenminen.
Sie steuern auch die Transitrouten durch die Wüste nach Norden.
Ziel ist es hier den Westen zu ärgern.
Instabile Staaten erzeugen viele Flüchtlinge.
Gleichzeitig hat man die Kontrolle über die Fluchtwege.
Damit sollen Flüchtlinge nach Europa geschleust werden, um bei uns die Gesellschaft zu destabilisieren.
Ein weiteres Ziel ist es Europa von Rohstoffen abzuschneiden.
Der Niger hat Uranvorkommen im Norden.
Da möchte Russland auch den Europäern (Franzosen) den Zugriff verwehren.
Niger hat eine lange Grenze zu Nigeria.
Ich war auf dem Rückweg nur rund drei km von der Grenze entfernt.
Im Norden von Nigeria wütet Boko Haram.
Denen möchte ich nicht in die Hände fallen.

Niger hat kein Interesse an schlechte Publicity, da der Tourismus gefördert werden soll.
Dadurch ist der Staat vorsichtig und schreibt eine (nicht ganz billige) Militäreskorte vor.
Auch das ist eine weitere Einnahmequelle und sichert Beschäftigung bei der Armee.

Soweit der Exkurs mit subjektiven Hintergrundinformationen.
Ich möchte in diesem Thread nicht weiter über Flüchtlinge, Russland, Atomkraft und Klimawandel diskutieren, auch wenn das im Niger sehr eng miteinander verwoben ist.
Es soll eine Fotoreportage bleiben.
 
B
Brunke kommentierte
Danke Dir für den Exkurs. Es hilft die Bilder, die Du zeigst, einzuordnen.
 

Niger Tag 2-5: Gerewol Ankunft​


Bei Abalak verlässt Kiboko die staubige Route National 25 nach Norden.
Eine kaum sichtbare Fahrspur führt durch Steinebenen, Salzpfannen, Dünen und spärliche Grasflächen.
Dazwischen ziehen Nomaden mit ihren Ziegen- Schaf- und Rinderherden von Grasfläche zu Grasfläche.
Nach einer halbstündigen Fahrt erreicht Kiboko einen Bereich mit einzelnen Bäumen.
Hier ist das Flusstal des Lbessetene.
Vom Fluss ist hier aber nicht viel zu sehen.


Zeltlager​


Hier entsteht gerade in großes Zeltlager.
Nomaden haben hier ihre traditionellen und modernen Zelte aufgeschlagen.
Die Touristen bekommen ihre eigene Zeltstadt.
Immer mehr mehr Menschen treffen ein.
Manche Wodaabe bringen ihre Dromedare mit.

Das Bild zeigt zwei Männer mit zwei Dromedare an der Leine führen. Auf dem hinteren Dromedar reitet ein Mann im blauen Gewandt und weißem Tuban. Im Hintergrund steht ein Geläandewaen unter Bäumen.
Bild 77: Ankunft mit heimischen Dromedaren


Andere Woodabe kommen mit Motorkamel aus China.
Also das Motorkamel kommt aus China. Nicht die Woodabe.

Das Bild zeigt zwei vermummte Männer auf einem Motorrad. Daneben stehen 3 weitere Männer mit Turban. Im Hintergrund sind offene Zelte, eine Liege und vereinzelte kleine Bäume
Bild 78: Ankunft mit Chinakamel


Auch der Souvenirverkäufer hat schon seinen Stand aufgebaut.
Hier können sich Touristen mit Andenken ausstatten.
Die Einheimischen können hier ihre Outfit für das Gerewolfest vervollständigen.

Das Bild zeigt einen Souvenirbude. An einem Holzgestell hängen Täschen und ein Hut. Der Souvenirstand hat ein Dach aus bunten Decken.
Bild 79: Souvenirs für weitgereiste Touristen


Festschmaus in der Wüste​


Die Vorbereitungen für das Gerewol-Festival laufen auf Hochtouren.
Die Köche im Touristenzeltlager arbeiten in der Freiluftküche.
Töpfe und Schüsseln werden vorbereitet.
Die Lebensmittel lagern in Säcken, Kisten und Kartons im Schatten eines Baumes.

Das Bild zeigt ein weißes und ein hellblaues Igluzelt. Daneben sind Berge mit Säcken und Kisten mit Lebensmitteln im Schatten eines Baumes. Dahinter werden Töpfe und Schüsseln aufgebaut. Im Hintergrund stehen Bäume und ein gelber Pritschen-LKW.
Bild 80: Touristenküche


Die Frauen der Wodaabe haben vor ihren Zelten die Festspeise zubereitet.
Jetzt laufen sie in einer langen Reihe zum Treffpunkt des Familienclans.
Die Speisen tragen sie in großen Schüsseln auf dem Kopf.
Dabei wird mit der rechten Hand die Schüssel vor dem Herunterfallen gesichert.
Zu kostbar ist der Inhalt.

Das Bild zeigt eine Reihe von über 20 Frauen, die im Gänsemarsch über eine trockene Ebene laufen. Sie tragen dunkle, gemusterte lange Kleider und Kopftücher. Auf den Köpfen tragen sie große hellbraune und schwarze Schüsseln auf dem Kopf. Mit der rechten Hand wird die Schüssel festgehalten.
Bild 81: Das Festmal kommt!


Die Schüsseln sind aus Holz.
Jede Schüssel ist individuell verziert.
Plastik hat sich hier glücklicherweise noch nicht durchgesetzt.

Das Bild zeigt fünf Frauen mit dunklen großen Schüsseln auf dem Kopf.                         title=
Bild 82: Holz statt Plastik


Eine junge Frau schenkt Kiboko ein einladendes Lächeln.
Ob Kiboko mal kosten darf?

Das Bild zeigt ein Porträt einer Frau im Hochformat. Sie grägt ein rötlich gemustertes Kleid. Auf dem Kopf hat sie ein rotes Tuch zu einem Kranz gewickelt. Darauf ruht eine hablrunde braune Schüssel mit verziertem Kranz Sie lächelt in die Kamera.

Bild 83: Einladendes Lächeln.

Aber die Familienoberhäupter passen auf.
Sie laufen neben den Frauen.
Am Treffpunkt helfen sie beim Absetzen der Schüsseln mit den Speisen.
Die Schüsseln werden in langen Reihen in das trockene Gras gestellt.

Das Bild zeigt eine Frau und einen Mann im blauen Gewnadt in der Hocke. Gemeinsam stellen sie eine Schüssel mit runden Boden auf den Boden. Dort stehen bereits zwei Reihen von Schüsseln. Geduldig warten vier weitere Frauen auf das Absetzen der Schüsseln.
Bild 84: Am Treffpunkt wird das Buffet aufgebaut


Alles ist für das Fest vorbereitet.

Das Bild zeigt viele Holzschüsseln mit rundem Boden auf lachsfarbenen Sand. Im Hintergrund stehen Betten aufgebaut. Dahinter sind bunte Igluzelte.
Bild 85: Das Buffet ist aufgebaut


Die Militäreskorte ist schon am Essen.
Sie stärken sich noch schnell vor dem Tageshöhepunkt.
Kiboko wird gleich mit eingeladen.
Kiboko bekommt den weißen Kommandeursessel.
So freundliches und entspanntes Militär hat Kiboko in Afrika noch nie erlebt.

Das Bild zeigt sechs Soldaten in heller Fleckentarnung im Schatten auf Liegen sitzen. In der Mitte steht auf einem gelben Kanister eine große Blechschüssel mit einem Nudelgericht. Gegessen wird mit den Händen.
Bild 86: Nudeln machen glücklich
 
1 Kommentar
joerghey
joerghey kommentierte
Die junge Dame mit dem einladenden Lächeln (Bild 83) sieht wunderschön, selbstbewusst und in sich ruhend aus. Ein wirklich schönes Portrait.
 

Niger Tag 2-6: Gerewol​


Das Gerewol-Festival ist ein Heiratsmarkt.
Es ist bei den Wodaabe ein ganz besonderes gesellschaftliches Ereignis.
Die Männer machen sich fein.
Sie tanzen in einer Arena.
Dabei buhlen sie um die Gunst des weiblichen Geschlechts.
Drei junge Damen wählen den Sieger aus.
Der Sieger erhält große Ehre und Ansehen.
Gerne verschwindet die Dame anschließend mit ihm zur persönlichen Siegerehrung in die spärlichen Büsche.


Die Arena ruft​


Die Zuschauer streben in die Arena.
Das ist eine etwas handballfeldgroße Fläche im Wüstensand.
Die Mitnahme eines Dromedars ist sehr hilfreich.
So hat der Zuschauer einen Sitzplatz, freie Sicht und einen guten Überblick auf das Festival.

Das Bild zeigt zwei Männer mit weißen und türkisen Turban beim Wandern über eine Grasfläche. Sie führen jeweils ein Dromedar an der Leine.
Bild 87: Auf zur Arena

Das Bild zeigt drei Reiter auf ihren Dromedaren und zwei laufende Männer in einer grasbewachsenen Ebene mit einzelnen Bäumen.
Bild 88: Reiten ist besser als Laufen


Vorbereitung​


Die Männer machen sich für den Tanz fein.
Die Gesichter werden in orangeroter Farbe geschminkt.
Die Lippen werden schwarz gefärbt, damit die weißen Zähne einen höheren Kontrast bekommen.
Manche Männer färben auch die Zunge ein.


Das Bild zeigt einen jungen Mann in der Hocke. Er hat sich das Gesicht rot-orange eingefärbt. Gerade bemalt er sich die Lippen mit schwarzer Farbe und prüft mit einen kleinen Handspiegel. Die langen Haare sind zu kleinen Zöpfen gebunden die an der Seite runterhängen. Noch trägt er eine lange, grüne Hose.

Bild 89: Schnell nochmal die Lippen nachziehen​


Dann wird die Tracht angelegt.
Perlenketten, Halskette, behaarte Armreifen, Kopfbedeckungen und Gütel mit Kaurischneckenstickereien werden angelegt.
Zum Schluss wird eine lange Feder an den Hut gesteckt.

Das Bild zeigt zeigt die Oberkörper von sieben jungen Männern. Sie tragen auf naktem Oberkörper weiße Perlenschnüre, eine aus gelben und roten Steinen. Einer setzt gerade einen schwarzen, flachen Hut mit mehrreihigen Schmuck aus weißen Kaurischnecken auf. Ein zweiter steckt sich vorne eine lange grün-schwarze Feder an den Hut. Die anderen tragen bereits eine lange weiße Feder.
Bild 90: Letzte Korrekturen


Willkommentanz​


Den Anfang macht ein Willkommenstanz, der Ruume.
Hier sind die Männer noch unter sich und bringen sich in Stimmung.

Das Bild zeigt einen Kreis mit ca. 60-70 jungen Männern mit naktem Oberkörper, schwarzen langen Röcken und weißen Tüchern um die Hüften.
Bild 91: Mut Tanken beim Ruume Tanz


Aufstellung​


In der Arena nehmen die Männer Aufstellung.
Sie stehen in einer langen Reihe auf der Sonnenseite der Arena.
Ordner mit Stock sorgen für die Aufstellung und halten die Zuschauer auf Abstand.
Kiboko und die anderen Touristen dürfen (müssen) sich in der Mitte der Arena auf den Boden setzen.

Das Bild zeigt 17 Männer in einer Reihe auf einer Wiese aus trockenem Gras. Im Vordergrund steht ein Mann im gelben Gewandt mit weißem Turban und Stock.
Bild 92: Aufstellung in der Arena
 
Kommentar

Niger Tag 2-7: Gerewol​


Das Gerewol Festival nähert sich dem Höhepunkt.
Die Männer sind in einer langen Reihe angetreten.
Sie stehen Schulter an Schulter.


Yaake​


Das Auswahltanz Yaake beginnt.
Die Männer singen.
Sie Männer strecken ihre Arme vor.
Im langsamen, stampfenden Rhythmus tanzen sie auf der Stelle.


Einige Männer, Angehörige der Tänzer, stehen dicht dahinter und filmen mit dem Handy.
Davor sitzen mit etwas Abstand die Touristen.
Die meisten Touristen filmen ebenfalls mit dem Handy.
Kiboko lässt die Kamera rattern.
Ein Tourist lässt seine Drohne steigen.
Die Moderne ist beim Gerewol angekommen.

Das Bild zeigt den Ausschnitt mit 18 in einer Reihe stehender Männer im abendlichen Sonnenlicht. Die 18 Männer tragen jeweils einen schwarzen Rock mit weißer Schürze, einen roten Schal der vor den Beinen runterhängt, nackten Oberkörper mit Perlenschnüren sowie einen schwarzen Hut mit langer Straußenfeder.
Bild 93: Der Tanz geht los


Die Männer bewegen sich eher langsam.
Zum Gesang werden hauptsächlich die Arme bewegt.
Das erfolgt auch weitgehend synchron.

Das Bild zeigt die Oberkörper von 9 nebeneinanderstehender Männer, die gerade die Arme beim Tanz vorn schräg nach unten ausstrecken.
Bild 94: Beim Gesang werden die Arme nach vorn bewegt


Als Zwischeneinlagen wird das Zeremonienschwert eingesetzt.
Es wird im Takt der Musik vor dem Körper auf und ab bewegt.
Dazu gibt es auch ein paar kurze Schritte nach vorn.

Das Bild zeigt das Porträt von drei Männern mit rotbraun geschminktem Gesicht mit schwarzen Lippen, mit zwei Reihen Kaurischnecken bestückter Hüte. Sie halten jeweils einen schwarzen Knüppel oder Schwert vor dem Körper senkrecht nach oben.
Bild 95: Schwertanzeinlage


Während des Tanzes schreiten zwei ältere Frauen die tanzende Männerreihe ab.
Sie sind die Qualitätssicherung.
Dabei werden die Männer auch angefasst und korrigierend eingegriffen.
Dazu gibt es nette Kommentare, wie diese:

Streng Dich mehr an!
Du bist schlecht geschminkt!
Dein Hut sitzt schief!

Dabei zieht eine der Damen einen Schemel hinter sich her.
Ob das ein afrikanischer Rollator ist?

Das Bild zeigt zwei Frauen im schwarzen und dunkelblauen Gewand vor der Reihe der tanzenden Männer entlanglaufen. Eine Frau zieht an einer Leine einen runden Schemel aus Holz hinter sich her.
Bild 96: Qualitätssicherung bei der Inspektion


Zuschauer​


An den Seiten beobachtet die Damenwelt gebannt das Geschehen.
Sie haben die besten Plätze.
Sie studieren genau die Bewegungen der Männer.
Schlanke, hochgewachsene Männer mit blütenweißen Zähnen sind hier das Schönheitsideal.
Die Wodaabe sind sehr hochgewachsen.
Viele sind um die 2m groß!

Das Bild zeigt Frauen in mehreren Reihen stehend und hockend auf einer vertrockneten Wiese im Abendlich. Sie tragen lange Gewänder in dunklen Farben und auffälligen Mustern. Schwarz dominiert. Alle tragen ein Kopftuch. Ein paar Frauen trage es in Rot.
Bild 97: Die Männer werden beobachtet


Die Frauen schauen sich begeistert die tanzenden Männer an.
Der fotografierende Kiboko wird von (fast) allen Frauen ignoriert.

Das Bild zeigt vier nebeneinander hockende Frauen. Unter dem dunklen Kopftuch schaut ein Wulst aus schwarzen, gelockten Haaren heraus. Drei schauen gebannt nach links zu den Tänzern. Eine schaut in die Kamera.
Bild 98: Nur eine Frau hat Interesse an Kiboko

Das Bild zeigt die Porträts einer Gruppe Frauen mit bunten Kopftüchern. Unter den Kopftüchern schaut eine dichte, gelockte Haartracht hervor. Nur wenige Frauen schauen in die Kamera.
Bild 99: Gebannt wird der Auswahltanz beobachtet


An der gegenüberliegenden Seite der Arena beobachten die Männer die Tänzer.
Besonders glücklich ist der, der sein Dromedar dabei hat.
Die Dromedare verfolgen den Tanz genauso gebannt, wie die anderen Zuschauer.
Der Soldat hat heute trotz dem stampfenden Rhythmus einen ruhigen Tag.

Das Bild zeigt drei Reihen zuschauender Männer in langen oft dunklem, mehrfach hellblauem und einmal rosafarbenen Gewand im Gegenlicht. Sie tragen einen weißen Turban. Die erste Reihe hockt, die zweite Reihe steckt und die dritte Reihe sitzt auf Dromedaren. Am linken Bildrand steht ein Soldat im beigen Fleckentarn mit geladenem Gewehr.
Bild 100: Auch die Männer schauen zu
 
Zuletzt bearbeitet:
Kommentar

Niger Tag 2-8: Gerewol​


Die tanzenden Männer laufen in Höchstform auf.
Sie geben jetzt Alles, um die Damenwelt zu beeindrucken.
Kiboko ist mitten im Geschehen.
Die Knipskiste läuft ebenfalls in Höchstform auf.


Schöne Augen machen​


Die tanzenden Männer machen den beobachtenden Frauen schöne Augen.
Die Augen werden weit aufgerissen, gerollt, gedreht.
Dabei sollen die weißen Augäpfel einen möglichst großen Kontrast zur geschminkten Gesichtshaut bilden.


Zähne zeigen​


Ein weiteres Schönheitsideal sind die Zähne.
Hier zeigen die Männer beim Tanz die Zähne.
Auch sie sollen mit den dunkel geschminkten Lippen besonders kontrastvoll zur Geltung kommen.

Das Bild zeigt das Porträt eines Mannes mit rotbraun geschminktem Gesicht, der schielend nach oben zeigt, damit viel weiße Augäpfel sichtbar werden. Dabei ist der Mund geöffnet und die weißen Zähne leuchten zwischen den schwarz geschminkten Lippen.
Bild 101: Schöne Augen machen

Das Bild zeigt das Porträt eines Mannes mit orangebraun geschminktem Gesicht. Die Augen schauen ganz nach rechts.
Bild 102: Seitenblick

Das Bild zeigt die Porträts zweier Männer, die sich aus den Augenwinkeln gegenseitig betrachten.
Bild 103: Blick auf den Kontrahenten

Das Bild zeigt das Porträt eines Mannes mit orangebraun gefärbtem Gesicht. Der Blick geht nach oben. Der Mund ist weit geöffnet. Zwischen den hellweißen Zahnreihen ist eine hellblau eingefärbte Zunge sichtbar.
Bild 104: Mit blauer Zunge

Das Bild zeigt einen das Porträt eines Mannes mit rotbraun gefärbtem Gesicht, schwarzer Mütze und weißen Zähnen zwischen den schwarz geschminkten Lippen. Am Kinn und neben dem Mund sind schwarze Kreuze geschminkt.
Bild 105: Zahnpastalächeln

Das Bild zeigt das Porträt eines Mannes mit orangebraun geschminktem Gesicht, einer Kopfbedeckung mit Kauri-Schnecken, goldenen Zopfimitationen. Die Augen und der Mund sind weit aufgerissen. Im Hintergrund ist unscharf ein Mann mit grauviolettem Turban.
Bild 106: Mit weit aufgerissenen Augen
 
Kommentar
Also ich bin begeistert und gespannt wie es weiter geht. Schon merkwürdig so Handys und Quarzuhren in der Wüste zu sehen.
 
jazzmasterphoto
jazzmasterphoto kommentierte
Och, sowas hatten doch schon früher die Indianer in manchen Western … :cool:
 
Kiboko
Kiboko kommentierte
Die Wodaabe sind keine Wilden, die im Lendenschurz durch die Wüste flitzen.

Es sind stolze Menschen.
Sie züchten Vieh und ziehen mit den Herden.
Vom Viehverkauf können sie sich Dinge kaufen, also auch Uhren und Handys.
Wer 100 Kühe hat (100 * 400€) ist nicht arm.
Wenn dann pro Jahr vielleicht 70-80 Kälber kommen, dann ist das ein vergleichbares Einkommen wie mancher einfacher Arbeiter bei uns.

Ein Festnetzanschluss macht für einen Nomaden wenig Sinn.
Das Handy dient nicht nur der Kommunikation.
Es ist auch Musikbox, Kino, Fernsehen, Internet, ...
Als Nomade ist es wichtig, dass die Habe klein und leicht ist.

Unserere Eingeborenen, die zum jährlichen Festhöhepunkt mit Lederhose / Dirndl auf die Wiesn gehen,
haben oft auch eine Uhr und ein Handy dabei.
Da wundert sich niemand darüber.

Warum soll das in Afrika anders sein?
 
B
Brunke kommentierte
....
Unserere Eingeborenen, die zum jährlichen Festhöhepunkt mit Lederhose / Dirndl auf die Wiesn gehen,
haben oft auch eine Uhr und ein Handy dabei.
Da wundert sich niemand darüber. .....
Ein schönes Bild. Wobei manche deutschen Volksfest eher Paarungs- als Heiratsmärkte sind.

In der Zeit (Klick hier) gab es einen Bericht über die Bedeutung des Mobilfunks in Afrika. Die Technik hatte für Afrika extreme Veränderungen möglich gemacht, weil es kaum eine kabelgestützte Infrastruktur gab. Ein Netz aus Mobilfunkmasten war viel einfacher zu errichten, als ein verläßliches Kabelnetz. Der Mobilfunkt bestimmt das Leben in weiten Teilen des Landes. Dort wurden schon Versicherungen mit dem Handy abgeschlossen und mit dem Handy bezahlt, als sich die industrialiserten Nationen noch Gedanken darüber gemacht haben, wie man sowas wohl am besten umsetzt.
 
momo-lancer
momo-lancer kommentierte
ich stelle mir Internet und Handyempfang in der Wüste schwierig vor. In manchem Dorf in Deutschland klappt es damit ja nicht :))
 
dembi64
dembi64 kommentierte


ich bin ja nun auch schon so durch manches Land auf dieser Welt, Afrikanische, gereist. Sobald man in die Nähe menschlicher Behausungen kommt hat man meistens Handyempfang und Internet und die Satelittenschüssel ist auf oder vor der Strohhütte. Internet ist zwar nur selten wirklich schnell, aber immerhin. So mancher Ort in Deutschland könnte sich das mal als Beispiel nehmen. Selbst in unserem ach so fortschrittlichen Land ist schnelles Internet noch lange nicht überall ein selbstverständnis, noch nichtmal in den Städten. Ich bin im Außendienst und bin immer wieder negativ überrascht wo es überall keinen oder nur sehr schlechten Empfang gibt.

Besonders die einfacheren Gegenden dieser Welt haben die Festnetz-Zeit schlicht übersprungen und sind gleich zum Mobilfunk übergegangen. Macht ja durchaus auch Sinn. Satelittenabdeckung gibt es überall auf der Welt und den benötigten Strom kann mal ganz locker mit Fotovoltaik und ausreichend Speichersystemen die es ja gibt und in solchen Ländern durchaus nicht unüblich sind, ganz locker abdecken ohne erst ein aufwändiges Leitungsnetz durch menschenleere Gegenden bauen zu müssen. Überhaupt werden solche Länder nicht selten unterschätzt.
 

Niger Tag 2-9: Gerewol Finale​


Der Höhepunkt der Veranstaltung werden die Sieger gekürt.
Die Entscheidung treffen normalerweise drei Frauen.
Sie sind die Jury.
Heute besteht die Jury aus zwei sehr jungen Frauen.


Damenwahl​


Die jungen Frauen laufen die Reihe der Tänzer ab.
Dabei werden die Augen seitlich mit der Hand abgedeckt.
Die Männer sollen nicht gleich sehen, wen sie sich ausgesucht haben.
Ganz langsam laufen sie entlang der schwitzenden Männerreihe.
Wer wird der Sieger sein?
Die Zuschauer halten den Atem an.

Das Bild zeigt ein Portät einer jungen frau von der Seite. Sie läuft nach links. Im Hintergrund sind unscharf die wartenden Tänzer.
Bild 107: Eine junge Frau wählt den Sieger aus

Das Bild zeigt das Porträt einer jungen Frau mit Perlenschmuck. Ihre rechte Hand liegt auf rechten Wanke. Die Finger bedecken seitlich die Augen. Ihr Blick ist starr nach vorn gerichtet.
Bild 108: Regungslos läuft die Dame der Jury die Reihe der Tänzer ab.


Sieger​


Jede der Frauen wählt jetzt ihren Sieger aus.
Im Vorbeigehen schwingt sie mit dem linken Arm.
Der Arm schwingt in Richtung eines Tänzers.
Das geht blitzschnell.
Damit steht der Sieger fest.


Siegerehrung​


Nachdem die beiden Frauen die Reihe der Tänzer abgelaufen haben,
gehen sie vor dem ausgewählten Sieger auf die Knie.
Der Sieger geht ebenfalls auf die Knie.
Die Angehörigen umwickeln als Zeichen des Sieges die Straußenfeder auf dem Kopf des Tänzers.


Das Bild zeigt zwei Männer auf den Knien. Männer mit langen Gewändern und Turban umwickeln die langen Straußenfedern auf dem Kopf mit einem dünnen Tuch. Eine junge Frau kniet mit ein paar Meter Abstand davor.

Bild 109: Die Sieger stehen fest. Die Siegerehrung beginnt.​


Genauso blitzschnell wie die Auswahl der Jury, stürzen sich die Angehörigen mit Handy auf die Sieger.
Es ist eine sehr große Ehre.
Das muss dokumentiert werden.
Die Sieger verschwinden in einer Staubwolke und Menschentraube.
Fotografierende Touristen haben jetzt keine Chance mehr auf Bilder.
Aber das ist auch gut so.
Es ist das Fest der Wodaabe und keine Show für Touristen.

Das Bild zeigt zwei knieende junge Damen von hinten. Davor ist eine Gruppe von Männern in langen Gewändern. In der Gruppe sind die siegreichen Tänzer versteckt.
Bild 110: Die Angehörigen beglückwünschen den Sieger


Heimweg​


Sehr schnell löst sich die Arena auf.
Die Zuschauer streben jetzt zum Festmal ihres Clans.
Auch Kiboko macht sich auf dem Weg ins Zeltlager der Touristen.

Das Bild zeigt einen Mann im langen grünen Gewandt mit weißen Turban auf einem Dromedar reitend. Daneben sind Gruppen von dunkel gekleideten Frauen.
Bild 111: Die Zuschauer verlassen die Arena

Das Bild zeigt viele Menschen einzeln und in Gruppen, sowie ein droemedar über staubigen Boden zwischen vereinzelten Büschen laufen. Staub wird aufgewibelt.
Bild 112: Die Zuschauer sind auf dem Heimweg


Damenwahl​


Bei den Wodaabe wählen die Frauen ihre Männer aus.
Auf dem Heimweg läuft Kiboko einer Damengruppe über den Weg.
Die haben von den Tänzern keinen mehr abbekommen, mit denen sie in die spärlichen Büsche gehen können.

Das Bild zeigt eine Gruppe von 8 Frauen in dunklen, gemusterten Kleidern.
Bild 113: Eine Damengruppe hat Kiboko entdeckt


Kiboko ist ungeschminkt.
Kiboko rollt nicht mit den Augen.
Kiboko zeigt auch keine Zähne.
Trotzdem hat er die Aufmerksamkeit der Damenwelt auf sich gerichtet.

Das Bild zeigt das Porträt einer Frau, mit einem dunkelviolett-blau-grün gemusterten Kleid und Kopftuch.
Bild 114: Sie strahlt Kiboko an

Das Bild zeigt das Porträt einer jungen Frau mit über der Stirn hochgesteckten Haren unter einem Kopftuch. Sie hat drei Ziernarben als senkrechte Linien auf jeder Wange.
Bild 115: Auch die junge Dame lächelt Kiboko an


Vielleicht suchen die auch nur noch etwas Fleisch für das Festmal.
Kiboko macht sich lieber aus dem Staub.


Fortsetzung​


Nach einer (längeren) Pause geht es weiter mit dem nächsten Tag beim Gerewol.
Die folgenden Bilder der Reise sind noch nicht gesichtet und bearbeitet.
Kiboko bittet um etwas Geduld.

Aktuell schreibe ich Reiseberichte nach folgendem Muster aus meiner Heimseite:
- Ein Reisetag neuer Reisebericht (hier Niger, Tag 2)
- Eine Bildgalerie (habe ich diesmal übersprungen, wird vielleicht noch nachgeholt - z.B. ein Tempel in Seam Reap)
- Einen Reisetag alten Reisebericht auf meine Homepage verschieben (Bangladesch Tag 10, bereits hochgeladen)
- Eine Bildgalerie (voraussichtlich Federvieh aus dem Farasuto Forest, Gambia)
Dann soll es hier mit Reisetag 3 weitergehen.
Es ist ein weiterer Tag auf dem Gerewol-Festival mit einem morgendlichen Rundgang durch das Dorf und weiteren Tänzen.
Für den Tag 2 habe ich leider wegen Arbeitsbelastung und ein paar Reisen 5 Monate gebraucht.
Ob Tag 3 schneller geht ???

Vielen Dank für Euer Interesse, Likes und die netten Kommentare
Bernd
 
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Danke, Bernd, für die beeindruckenden Bilder aus einer, für mich,
anderen Welt.
Deine Informationen zu den Bildern sind das i-Tüpfelchen. :)

Auf die Fortsetzung freue ich mich.......
 
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Niger Tag 3-1: Gerewol​


Kiboko hat die Nacht auf dem Beifahrersitz eines Geländewagens verbracht.
Mühsam werden die Knochen gerichtet und die Gelenke ausgeschüttelt.
Dann dreht Kiboko eine Runde durch das temporäre Dorf.


Der Tag beginnt​


Die Menschen schälen sich nach durchgefeierter Nacht mit Mühe aus den Zelten.
Die Dromedare haben schon ausgeschlafen und erwarten auf dem Parkplatz den neuen Tag.
Die Sonne hat ebenfalls ausgeschlafen und schiebt sich fast unbemerkt über den Horizont.

Das Bild zeigt 10 bunte Igluzelte auf einer trockenen Wiese um einen kleinen Baum. Menschen mit Turban stehen oder knien auf Matten vor den Zelten. Neben den Zelten stehen Dromedare. Im Hintergrund geht die Sonne auf und versteckt sich hinter Wolken und Dunst.
Bild 116: Zeltlager mit Dormedarparkplatz​


Dem Stier wurden letzte Nacht besonders große Hörner aufgesetzt.


Das Bild zeigt mehrere schwarzbraune Rinder mit langen, nach oben gbogenen weißen Hörnern. Im Vordergrund steht ein Stier und schaut in die Kamera.
Bild 117: Hornochse​

Vögel​


Die Vögel haben auch schon ausgeschlafen.
In den Büschen rufen sie nach Kiboko.
Sie wollen fotografiert werden.
Auch wenn es an dem Morgen noch verflixt dunkel ist, kommt Kiboko den Wunsch der Vögel nach.


Das Bild zeigt einen kleinen beigen Vogel mit hellbraunem Rücken, einzelnen schwarzen Flügelfedern, spitzen Schnabel und orangen Beinen auf einem dornigen Ast.
Bild 118: Cricket Warbler

Das Bild zeigt eine kleinen braunen Vogel mit kurzen dicken rosa Schnabel, schwarzem Wangenstreifen und schwarzer Stirn mit weißen PUnkten. Der Voel sitzt auf einem Ast mit zarten ausgefransten Blättern.
Bild 119: Speckle-Fronted Weaver


Das Bild zeigt einen dunkelblauen Vogel,mit dunklem Flügel. dunklem Ohrfleck und orangem Auge einen Ast mit spitzen Dornen und kleinen grünen Blättern.
Bild 120: Greater Blue-Eared Starling?


Das Bild zeigt drei dunkle Vögel mit grauem Schnabel und zarten Streifenmuster uaf der Brust in einem Busch.
Bild 121: Piapiac


Das Bild zeigt einen scharzen Vogel auf dem Boden. Der lange schwarze Schwanz zeigt leicht nach oben.
Bild 122: Black Scrub Robin​



Ein African Grey Hornbill und ein Milan fliegen vorbei.
Kibokos Treiben bleibt nicht unbeobachtet.
Eine junge Frau reitet auf ihren Esel vorbei.
Sie hat nur Augen für Kiboko.
Beinahe wäre ihr das Steuer aus der Hand gefallen.

Das Bild zeigt das Porträt einer jungen Frau im geblühmten Kleid und dort gemustertem Kopftuch. Die Frau schaut über die Schulter und schaut aus den Augenwinkeln in die Kamera.
Bild 123: Schönheit mit neugierigem Blick​
 
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Niger Tag 3-2: Gerewol Dorfrundgang​


Dunkle Wolken sind aufgezogen.
Damit gibt es keine harten Schatten und kein Gegenlicht.
Es ist aber etwas dunkel.


Rundgang durch das Dorf​


Nach dem Frühstück dürfen die Reisegruppen das Dorf erkunden.
Alle fünf Reisegruppen sind unter dem wachen Auge der Militärs unterwegs.
Es ist nicht einfach touristenfreie Bilder zu bekommen.


Die Zelte der Wodaabe stehen locker in größeren Abstand zum Festplatz.
Sie bilden grob eine lange Linie.
Die Planen über den Betten sind vielfach schon abgebaut und erlauben intime Blicke ins Schlafzimmer.
Die Betten sind jetzt Tische.
Die Lagerfeuer vom Frühstückstee erfüllen die Luft mit blauem Qualm.

Das Bild zeigt eine Wiesenfläche mit vereinzelten Bäumen. Dazwischen stehen Tische mit großen Schalen, Zelte aus Plastikplanen, Decken auf dem Boden und im Vordergrund zwei qalmende Lagerfeuer.
Bild 124: Temporäres Dorf der Wodaabe


Das Bild zeigt sieben Frauen und Mädchen unter einer blauen Plastikplane sitzen. Zwei weitere Frauen in bunten Kleidern stehen links daneben. Im Vordergrund stehen tiefe braune Schalen, einen großen lila Plastikeimer, eine Speiseölflasche, ein schwarzer Metallkessel, sowie die Reste eines Lagerfeuers.
Bild 125: Mobiles Haus der Wodaabe​



Die Betten werden am Tag zum Tisch.

Das Bild zeigt ein Bett, das auf einer Decke und Holzstützen steht. Auf dem Bett liegen rot gemusterte Teppiche und zusammengelegte Decken. Um das Bett sind Holzpfosten in den Bodebn gerammt und verspannt. Die schützende Plane wurde bereits entfernt. Im Hintergrund steht ein weiteres Bett als Tisch auf dem große Schalen stehen.
Bild 126: Intimer Blick ins Schlafzimmer​


Vorbereitung für das Festessen​


Die Frauen bereiten das Festessen für den Abend vor.
Sie hocken vor ihren mobilen Häusern.
Die kleineren Kinder sind immer in der Nähe.

Das Bild zeigt zwei Frauen mit bunt gemustgerten Kleidern. Hinter jeder Frau versteckt sich ein Kind. Die Frauen hantieren mit großen, tiefen Schalen. Im Vordergrund ist eine weitere Schale mit Getreide, ein blauer Plastikeimer und ein Holztrog zum zerstampfen des Getreides. Im Hintergrund ist ein Zelt mit dunkelblauer Plastikplane unter der vier weiße Getreidesäcke liegen.
Bild 127: Die Frauen bereiten das Festessen vor​



Das Getreide wird durch geschicktes Schütteln gereinigt.
Mit lockerem Schwung fliegen die Getreidekörner in der Schale hoch.
Fremdkörper fallen über dem Rand.
Das sieht einfach aus.
Eine Mitreisende hat sich daran versucht.
Sie ist kläglich gescheitert.
Ein Thermomix ist einfacher zu bedienen.



Das Bild zeigt eine Hochformataufnahme einer jungen Frau in der Hocke. Sie trägt ein langes violettes Kleid mit einem Muster aus weißen Punkten und schwarzen Streifen. Dazu trägt sie ein grün gemustertes Kopftuch. Gekräuselte Haare quellen unter dem Kopftuch hervor und überragen die Stirn. Die Frau ist in der Hocke und arbeitet mit einer braunen, geflochtenen Schale. Das darin befindliche Getreide fliegt im dabei hoch.

Bild 128: Hier wird Spreu von Schogum getrennt​



Dann wird dsas sorgsam ausgesiebte Gereide zerkleinert.
Das kostet Kraft.



Das Bild zeigt eine ältere Frau in einem schwarzen Kleid mit roten und blauen Blumenmuster. Sie trägt ein rosafarbenes Kopftuch. Sie steht hinter einen Holztrog, der aus einen Baumstamm geschnitzt ist. In der Hand hält sie einen ca. 1,5m langen Stampfer. Damit wird das Getreide im Trog zerkleinert.

Bild 129: Bumm - Bumm - Bumm!​



Dazu kommen noch Milch oder Wasser und weitere geheime Zutaten.
Dann ist das Essen fertig.

Das Bild zeigt eine Holzschüssel, dessen Rand mit Schmucknägeln verziert ist. In der Schüssel sind klumpiger Reis und Klumpen aus zerkleinerten Getreide.
Bild 130: Das Essen ist fertig​



Nach getaner Arbeit haben sich die Frauen eine Pause verdient.


Das Bild zeigt im Hochformat eine auf dem einer dunkelblauen Matte hockende ältere Frau mit gelbgemustertem Kleid und schwarzem Kopftuch. Sie füllt gerade aus einer kleinen grünen Kanne Tee in ein kleines Glas. Im Vordergrund ist eine schwarze Platikschüssel mit vorbereiteten Essen, sowie ein oranger Plastikbecher und eine orange Plastikschaufel. Des weiteren liegt eine schwarze Lederhandtasche neben der Frau.

Bild 131: Tea Time​
 
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Niger Tag 3-3: Gerewol Dorfrundgang​


Die Dorfbewohner sind sehr freundlich.
Viele posieren gerne vor der Kamera.
Auch wenn keine Verständigung mit Worten möglich ist.
Ein Lächeln und freundliche Gesten werden gerne erwidert.
Die Wodaabe freuen sich auch über kleine Geschenke.
Kiboko hat Seifenstücke verschenkt.
Auch das ist als freundliche Geste zu versethen.
Kiboko ist sicher, dass sich die Wodaabe auch alles kaufen können, was sie zum Leben brauchen.


Manche Frauen möchten nicht (mehr) fotografiert werden.
Sie haben vom Touristenrummel genug und verstecken sich hinter einem Kopftuch.
Das hat Kiboko respektiert.
Dafür bekam Kiboko dann ein Lächeln geschenkt.


Vor Kiboko sind bereits viele der Touristen hier vorbeigekommen.
Kinder schlecken schon am Lolli.
Die Plastikverpackung fliegt lustig durch den Wind.
Andere Kinder haben billige Plastikautos bekommen, die bald kaputt die Wüste verzieren.



Das Bild zeigt das Porträt eier jungen Frau die ein Kleinkind in den Armen hält. Die Frau lächelt in die Kamera. Das Kind hat einen staunenden Gesichtsausdruck mit weit aufgerissenen Augen. Im Hintergrund ist unscharf eine Savannenlandschaft.
Bild 132: Lächeln und Staunen



Das Bild zeigt das Porträt eines älteren Mannes mit orangenem Gewandt, schwarzen Turban der auch um den Hald und über dem Mund gewickelt ist. Dazu trägt er einen geflochtenen Stohhut in der Form einer Melone.
Bild 133: Ein wenig Skepsis


Das Bild zeigt zeig teine Frau im dunkelrot gemusterten Kleid und langem rotgemustertem Tuch. Sie hält ein Kleinkind mit braunem Hemd in den Armen. Daneben steht ein Esel. Im Hintergrund ist eine Savannenfläche aus trockenem Gras und einzelnen Bäumen.
Bild 134: Familienglück


Das Bild zeigt ein Dromedar, das von in die Knie geht. Darauf sitzt ein Mann im schwarzem Gewandt der gleich absteigen möchte. Im gegenüber kommt ein Tourist in shorts angelaufen und fotografiert mit einer Kompaktkamera.
Bild 135: Kulturen treffen aufeinander​



Städter​


Es sind aber nicht nur Nomaden im Camp.
Auch die Stadtbewohner haben sich zum Gerewol eingefunden.
Sie sind mit dem Motorrad angreist und machen Camping.

Das Bild zeigt einen größeren Baum in einre Savannenlandschaft. Um den Baum stehen mehrere kleinere Iglu-Zelte und zwei Motorräder. Männer hocken im Schatten unter ein Plane, die zwischen Baumstamm und einem Zeltgespannt ist. Auf einem benachbarten Busch ist eine rote Decke zum Auslüften aufgehängt.
Bild 136: Camping für Städter​



Der Chef der Region kommt standesgemäß mit dem Geländewagen.
Er übernachtet auch im Zelt.
Alle Bewohner der Region haben noch ihre Wurzeln als Nomaden der Wüste.

Das Bild zeigt einen kleineren Baum unter dem ein braunes Iglu-Zelt steht. Unter einem aufgehängem Tuch liegen ein paar Männer im Schatten. Neben dem Baum stehen ein weißer Pickup und ein rotbrauner Geländewagen mit dem Kennzeichen - Chef de Gropement Bikorawa, Tatis Abalak. Im Hintergrund stehen viele weitere bunte Iglu-Zelte.
Bild 137: Residenz vom Chef​
 
2 Kommentare
joerghey
joerghey kommentierte
Bild 135: das Kamel fällt vor lachen auf die Knie :ROFLMAO:
 
Georgie1956
Georgie1956 kommentierte

Niger Tag 3-4: Gerewol​


Rund um das Dorf herrscht rege Betriebsamkeit.
Frauen pendeln mit ihren Eseln zwischen Wasserstelle und Mobile Home.
Junge Männer knattern mit ihren Motorräder und Staubfahne durch die Savanne und zeigen was sie können.
Ältere Männer schreiten vorbei und zeigen ihren Dromedaren das Dorf.

Das Bild zeigt zwei gehende Männer in langen dunklen Gewändern und weißem Turban von der Seitedie. Sie führen jeweils ein Dromedar an der Leine. Die Dromedare tragen einen mit roten Lederfansen geschmückten Sattel. Im Hintergrund ist eine Savannenlandschaft aus trockenem Gras und einzelnen Bäumen. Dazwischen sind einzelne Zelte.
Bild 138: Spaziergang mit Dromedaren​



Ankunft der Wodaabe​


Kiboko ist gerade in der Siedlung mit den Touristenzelten angekommen.
Da trifft eine große Gruppe Wodaabe am Festplatz ein.
Es sind rund 100 Männer mit ihren Dromedaren und Pferden.
Kiboko sprinted los.
Kiboko kann aus der Entfernung die ersten Bilder machen, bevor die anderen Touristen aufgeschreckt hinterhereilen.

Das Bild zeigt eine Gruppe von ca. 100 Männer in bunten Gewändern mit weißen oder schwarzen Turbanen. Sie laufen vor ihren Dormedaren bzw. schwarzen Pferden durch eine Savannenlandschaft.
Bild 139: Ankunft einer Großfamilie​



Ein Familienclan trifft ein.
Mit langsamen, würdevollen Schritten laufen die Männer mit ihren Kamelen und Pferden in das temporäre Dorf.
Die Familienältesten laufen vorweg.
Sie suchen nach dem idealen Platz für die ganze Gruppe.
Dabei werden sie neugierig von den anderen Wodaabe beobachtet.
Es hat etwas vom Einmarsch der Gladiatoren.

Das Bild zeigt einen Ausschnitt der eintreffenden Gruppe. Die Männer haben mehrere Reihen mit jweils 15-20 Männern gebildet. Jeder hat ein geschmücktes Dromedar oder schwarzes Pferd an der Leine.
Bild 140: Einmarsch der Gladiatoren​



Kiboko sprinted mit Abstand nach vorn.
Kiboko macht die ersten Aufnahmen aus respektvollem Abstand.
Kiboko möchte beim Fotografieren weder im Weg stehen noch stören.

Das Bild zeigt die erste Reihe der ankommenden Gruppe. 15 Männer in langen Gewändern mit weißen und schwarzen Turbanen laufen nebeneinander. Über ihre Köpfe schauen die folgenden Dromedare.
Bild 141: Die erste Reihe mit dem Familienoberhaupt

Das Bild zeigt einen Ausschnitt mit den Oberkörpern von 8 Männern mit ihren Dromedaren. Einige lächeln in die Kamera.
Bild 142: Die Anführer lächeln noch​



Wenig später erfolgt der Einmarsch der Touristen.
Sie stellen sich mit ihrem Handy den Männern in den Weg.
Die Männer müssen anhalten.
Natürlich stehen die Touristen jetzt Kiboko im Bild.
Die erste Drohne summt schon über den Köpfen und dem Ältesten vor die Nase.
Der reagiert zunehmend sauer.
Was den in Ekstase der herumhüpfenden Touristen nicht stört.
Das ist keine würdevolle Ankunft einer Großfamilie.
Hemmungslos halten die Touristen ihre Handys den Männern vor die Nase.
Die Toleranz der Wodaabe ist ausgereizt.
Die Stimmung ist gereizt.

Das Bild zeigt das Porträt eines Mannes im weißen Gewand it weißem Turban. Links neben ihm ist das Porträt eines Dromedars. Über den Kopf des Mannes ist ein weiterer Dromedarkopf.
Bild 143: Stolzer Wodaabe mit stolzem Dromedar​



Kiboko gelingen nur noch wenige Aufnahmen mit dem Tele aus größerer Entfernung.
Die anderen Touristen haben die Situation zerstört.
Kiboko gönnt sich im Touristenlager ein Bier und wartet darauf, dass wieder etwas passiert.
 
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Niger Tag 3-5: Gerewol Camp​


Kiboko verbringt die Mittagspause im Touristencamp.
Kiboko nutzt die Gelegenheit und schaut sich das Camp an.


Im Touristencamp​


Die Zelte der Touristen sind unregelmäßig über das Gelände verteilt.
Es gibt unterschiedliche Farben und Formen.
Das Camp bietet Platz für fünf Reisegruppen mit jeweils rund 15 Touristen.

Das Bild zeigt drei kleine graue Iglozelte, eine zusammengeknüllte blaue Plastikplane, sieben quadratische Gestelle mit dunkelblaen Zeltdach. Im Hintergrund stehen größere grüne Iglozelte.
Bild 144: Touristenlager​


Zwischen den Zelten stehen Gerüste. Planen und Decken bieten etwas Schatten gegen die hoch stehende Sonne. Darunter sind Plastiktische und Klappstühle. Es ist die Wohlfühloase für herumstreunende Touristen.

Das Bild zeigt ein offenes Metallgestellt in den Abmessungen eines 20-fuss Containers. Das Gestell ist mit einem beigen und orange-rot gemusterten Plane bespannt. Darunter steht eine Tischreihe mit Klappstühlen. Im Hintergrund stehen weitere Zelte.
Bild 145: Wohlfühloase und Esszimmer


Happi Happi​


Der Koch hat das Mittagessen fertig.
Es gibt mittags leichte Kost als große Salatschale.
Die Schale wird in die Tischmitte gestellt.
Selbstbedienung.
Die Touristen fallen darüber her, wie eine Gruppe ausgehungerter Tüpfelhyänen.

Das Bild zeigt eine silberne Schüssel mit Mais, Paprika, Karotten, Zwiebeln und Kartoffelstückchen auf einer orange-schwarz gemusterten Tischdecke. Im Hintergrund steht eine kleine Schüssel mit einem rosafarbenem Dressing.
Bild 146: Da haben wir den Salat​


Sanitärabteilung​


Was oben reingestopft wird, will auch unten wieder raus.
Dafür gibt es am Rand des Camps mehrere Toilettenzelte.
Mitten in der Wüste ist das der totale Luxus.
In den Zelten steht jeweils ein Stuhl.
Statt der Sitzfläche ist eine Klobrille montiert.
Darunter ist mit Klebeband eine Mülltüte befestigt.
Die Mitreisenden die vorher den Stuhlgang gefrönt haben, haben reichlich Spuren hinterlassen.
Kiboko erspart Euch den Anblick und zeigt keine Innenansichten.

Das Bild zeigt vier blaue Toilettenzelte vor Akazienbüschen. Die Zelte haben eine Grundfläche und knapp 1x1m und eine Höhe von rund 1,80m. Ein Halbkreisförmiger Reisverschluss ist die Eingangstür.
Bild 147: Toilettenzelte gibt es nur für Touristen​



Die Kamera möchte sich auch gerne den Bauch vollschlagen.
Unter einem Baum können die Akkus aufgeladen werden.
Ein Generator brummt.
Es gibt genug Strom für die Akkus.

Das Bild zeigt eine Ansammlung von weißen Steckddosenleisten auf einer rosanen Decke. Daneben sitzt ein Wachmann auf einem blauen Plastikstuhl. Ein weiterer Wachmann mit weißem Turban liegt auf einer türkisen Plane daneben. Weiße Stromleitungen führen zu Lampen die in den Akazien im Hintergrund gehängt wurden. Hinter der Akazien haben Soldaten ein Lager aufgebaut.
Bild 148: Akkuladen in der Wüste​


Aus der Ferne hört Kiboko Musik.
Rund um den Camp erwachen auch die Einheimischen aus der Mittagspause.
Kiboko mischt sich mit der Knipskiste unter das Volk.


Souvenir Souvenir​


An einer strategisch günstigen Stelle hat der Souvenirverkäufer seinen Stand aufgebaut.
Die Touristen haben wenig Interesse.
Die Kunden sind eher Einheimische.
Hier kann für die abendliche Tanzveranstaltung das Outfit mit neuen Schmuckstücken ergänzt werden.
So wird der Souvenirverkäufer zum Herrenausstatter.

Das Bild zeigt einen mit decken verhüllten Mercedes PKW in einer Savannenlandschaft. Davor sind auf Decken allerhand Waren ausgebreitet. Neun Männer stehen darum herum und schauen sich die Waren an.
Bild 149: Herrenausstatter​


Es haben sich bereits Gruppen gefunden.
Hier tanzen und feiern die ersten Männergruppen.
Immer mehr Menschen strömen zusammen.
Das weckt auch die Aufmerksamkeit der Damenwelt.
Wer nicht selbst tanzt, lässt sein Motorkamel tanzen.
Der Fahrer dreht am Gasgriff.
Das chinesische Motorkamel zieht laut knatternd Kreise.

Das Bild zeigt zwei Männer mit türkisem und blassgrünem Gewand und weißen Turbanen auf einem Motorrad. Im Hintergrund laufen drei Frauen zu einer größeren Menschenansammlung.
Bild 150: Knatter - knatter - Prötpröt​
 
1 Kommentar
joerghey
joerghey kommentierte
Bild 147: Toilettenzelte
... gut, dass es kein Video mit Tönen und Gerüchen dazu gibt :ROFLMAO:
 

Niger Tag 3-6: Gerewol​



Die am Vormittag angekommene Gruppe hat sich häuslich eingerichtet.
Die Männer bereiten sich auf die Tanzveranstaltung vor.
Sie haben sich in Schale geworfen.


Schminken​


Sorgfältig werden die Gesichter bemalt.
Es ist eine andere Volksgruppe.
Sie tragen andere Hüte und Gewänder.
Die Gesichter werden auch anders geschminkt.
Hier dominieren die Farben gelb und grün.
Ein gelber Streifen von der Stirn über die Nase zum Kinn ist das besondere Merkmal.

Das Bild zeigt zwei Männergruppen auf Decken unter einem Baum hocken. Ein paar aufgehängte grüne und rote Planenreste bieten etwas Schatten.
Bild 151: Letzte Vorbereitungen​


Das Bild zeigt das Porträt eines Mannes der gerade mit dem linken Mittelfiner eine gelbe Linie von der Stirn über die Nase zieht. In der anderen Hand hält er einen kleinen Spiegel, indem er konzentriert reinschaut.
Bild 152: Schminken für Männer

Feierlaune​


Die Männer sind schon in Feierlaune.
Es herrscht eine ausgelassen Stimmung.
Es wird viel gelacht.
Kiboko ist vermutlich der erste Tourist aus dem Lager, der die neue Gruppe entdeckt hat.
Kiboko wird oft gebeten Bilder zu machen.
Den Wunsch erfüllt Kiboko gerne.

Das Bild zeigt das Proträt eines lächelndes Mannes mit schwarzem Turban.
Bild 153: Mann in Feierlaune

Das Bild zeigt das Porträt von drei Männern. Die linken beiden tragen eine gewickelte Kopfbedeckung mit Feder und Halsschmuck. Der rechte Mann hat sich mit einem weißen Turban das Gesicht verdeckt. Nur die Augen schauen noch raus.
Bild 154: Die Drei vom Tanzplatz


Das Bild zeigt das Porträt eines Mannes mit weißem Turban. Es bleibt nur ein Sehschlitz für die Augen, die mit einer Brille mit breitem Goldrahmen geschützt sind.
Bild 155: Scharfer Blick mit scharfer Brille​


Die Männer bilden Kreise.
Sie singen und klatschen im Takt.
Kiboko steht in der zweiten Reihe.
Die Männer sind hochgewachsen und mindestens zwei Köpfe größer als Kiboko.
Aber ein paar freundliche Hände schieben Kiboko in die Mitte des Kreises.



Das Bild zeigt das Porträt eines Mannes mit beigem Turban und hellblauem Gewand, der gerade in die Hände klatscht im Hochformat.

Bild 156: Tanzen - Singen - Klatschen​



Das Bild zeigt eine tanzende Männerreihe überweigend mit weißem Turbanen und in bunten Gewändern in gelb, grün, blau, rot, weiß und grau.
Bild 157: Tanzkreis​



Die Kreise der feiernden Männer zerfallen.
An anderer Stelle bilden sich wieder kleine Gruppen. E
s kommen mehr Männer dazu.
Es entsteht ein neuer Tanzkreis.


Die Damen beobachten die feiernden Männer.
Eine junge Frau hat besonders viel Spaß und beobachtet Kiboko.

Das Bild zeigt das Porträt einer jungen, lachenden Frau. Sie trägt ein grünes Kleid mit grünem Kopftuch. Das Kopftuch ist weit nach hinten gerutzt und zeigt eine dicke, lockige Haarpracht.
Bild 158: Ein Lächeln für Kiboko​
 
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