Niger Tag 2-9: Gerewol Finale
Der Höhepunkt der Veranstaltung werden die Sieger gekürt.
Die Entscheidung treffen normalerweise drei Frauen.
Sie sind die Jury.
Heute besteht die Jury aus zwei sehr jungen Frauen.
Damenwahl
Die jungen Frauen laufen die Reihe der Tänzer ab.
Dabei werden die Augen seitlich mit der Hand abgedeckt.
Die Männer sollen nicht gleich sehen, wen sie sich ausgesucht haben.
Ganz langsam laufen sie entlang der schwitzenden Männerreihe.
Wer wird der Sieger sein?
Die Zuschauer halten den Atem an.
Bild 107: Eine junge Frau wählt den Sieger aus
Bild 108: Regungslos läuft die Dame der Jury die Reihe der Tänzer ab.
Sieger
Jede der Frauen wählt jetzt ihren Sieger aus.
Im Vorbeigehen schwingt sie mit dem linken Arm.
Der Arm schwingt in Richtung eines Tänzers.
Das geht blitzschnell.
Damit steht der Sieger fest.
Siegerehrung
Nachdem die beiden Frauen die Reihe der Tänzer abgelaufen haben,
gehen sie vor dem ausgewählten Sieger auf die Knie.
Der Sieger geht ebenfalls auf die Knie.
Die Angehörigen umwickeln als Zeichen des Sieges die Straußenfeder auf dem Kopf des Tänzers.
Bild 109: Die Sieger stehen fest. Die Siegerehrung beginnt.
Genauso blitzschnell wie die Auswahl der Jury, stürzen sich die Angehörigen mit Handy auf die Sieger.
Es ist eine sehr große Ehre.
Das muss dokumentiert werden.
Die Sieger verschwinden in einer Staubwolke und Menschentraube.
Fotografierende Touristen haben jetzt keine Chance mehr auf Bilder.
Aber das ist auch gut so.
Es ist das Fest der Wodaabe und keine Show für Touristen.
Bild 110: Die Angehörigen beglückwünschen den Sieger
Heimweg
Sehr schnell löst sich die Arena auf.
Die Zuschauer streben jetzt zum Festmal ihres Clans.
Auch Kiboko macht sich auf dem Weg ins Zeltlager der Touristen.
Bild 111: Die Zuschauer verlassen die Arena
Bild 112: Die Zuschauer sind auf dem Heimweg
Damenwahl
Bei den Wodaabe wählen die Frauen ihre Männer aus.
Auf dem Heimweg läuft Kiboko einer Damengruppe über den Weg.
Die haben von den Tänzern keinen mehr abbekommen, mit denen sie in die spärlichen Büsche gehen können.
Bild 113: Eine Damengruppe hat Kiboko entdeckt
Kiboko ist ungeschminkt.
Kiboko rollt nicht mit den Augen.
Kiboko zeigt auch keine Zähne.
Trotzdem hat er die Aufmerksamkeit der Damenwelt auf sich gerichtet.
Bild 114: Sie strahlt Kiboko an
Bild 115: Auch die junge Dame lächelt Kiboko an
Vielleicht suchen die auch nur noch etwas Fleisch für das Festmal.
Kiboko macht sich lieber aus dem Staub.
Fortsetzung
Nach einer (längeren) Pause geht es weiter mit dem nächsten Tag beim Gerewol.
Die folgenden Bilder der Reise sind noch nicht gesichtet und bearbeitet.
Kiboko bittet um etwas Geduld.
Aktuell schreibe ich Reiseberichte nach folgendem Muster aus meiner Heimseite:
- Ein Reisetag neuer Reisebericht (hier Niger, Tag 2)
- Eine Bildgalerie (habe ich diesmal übersprungen, wird vielleicht noch nachgeholt - z.B. ein Tempel in Seam Reap)
- Einen Reisetag alten Reisebericht auf meine Homepage verschieben (Bangladesch Tag 10, bereits hochgeladen)
- Eine Bildgalerie (voraussichtlich Federvieh aus dem Farasuto Forest, Gambia)
Dann soll es hier mit Reisetag 3 weitergehen.
Es ist ein weiterer Tag auf dem Gerewol-Festival mit einem morgendlichen Rundgang durch das Dorf und weiteren Tänzen.
Für den Tag 2 habe ich leider wegen Arbeitsbelastung und ein paar Reisen 5 Monate gebraucht.
Ob Tag 3 schneller geht ???
Vielen Dank für Euer Interesse, Likes und die netten Kommentare
Bernd
Von einigen Touristen haben die Nomaden etwas bekommen.
Geschenke sind aber eine zweischneidige Sache.
Kleine Gastgeschenke sehe ich als nette Geste.
Ich hatte auf der Reise einen Sack voller Seifestücke dabei, die ich gerne an die Damen verschenkt habe.
Man sollte auch beachten, die Menschen sind in unseren Augen arm.
Sie führen ein einfaches Leben, welches sich von unserer Lebensweise deutlich unterscheidet.
Aber es ist kein schlechteres Leben.
Die Menschen haben Würde und unseren Respekt verdient.
Sie freuen sich auf nette Worte und eine nette Geste.
Sie wollen keine Almosen und betteln nicht.
Der Reichtum der Menschen ist ihr Vieh.
Eine Kuh hat einen Wert von ca. 400$
Viele haben 100 Kühe und Schafe, Ziegen, Dromedare.
Einzelne Familien haben auch über 1000 Kühe.
Wer ist reich?
Wer ist arm?
Großzügige Geschenke verändern die Kultur.
In den Niger "verlaufen" sich nur wenige Touristen.
Begegnungen der Kulturen sind vom Gerewol Fest abgesehen eher zufällig und selten.
Daher sind die Menschen im Niger auch sehr freundlich und offen für Fremde.
Anders sieht es z.B. im Süden Äthiopiens, Tansania und Kenia aus.
Die Gescheke der Touristen wecken Begehrlichkeiten.
Mit Touristen kann man mehr Geld verdienen, als durch harte Arbeit.
Die Kultur verändert sich.
Die Arbeit besteht jetzt aus Betteln.
Teilweise wird sehr aggressiv.
Für jedes Bild wird Geld verlangt.
Das Geld wird in Alkohol umgesetzt.
Kinder gehen nicht mehr in die Schule, weil sie durch Betteln für den Familienunterhalt sorgen (müssen).
Geschenkte Stifte und Schulhefte werden verkauft.
Bonbons und Süßigkeiten sind bei begrenzter Zahnhygiene auch nicht unbedingt förderlich.
Es macht keinen Spaß in ein Land zu reisen,
indem man nur noch als wandelnde Brieftasche angesehen wird.
Du bist ein reicher Weißer und hast mir jetzt etwas zu geben.
Kaum steigt man aus, wird man von einer Horde Kinder umringt die lauthals "Give me, Give me, Give me" rufen
und ungeniert in die Hosentasche greifen ...
... will man das?
Mit zu vielen gut gemeinten Geschenken zerstören wir die Kultur, die Würde und auch die Zukunft der Menschen.