Gerewol - der Heiratsmarkt im Niger

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Niger Tag 2-3: Nomaden bei Tigerwitt​


Das Volk der Woodabe und Fulbe sind Nomaden.
Sie ziehen mit ihren Herden zu den spärlichen Weidegründen in der Wüste.
Haben die Tiere die wenigen Grashalme in einer Region abgefressen, müssen sie weiterziehen.


Nomaden​


Eine Gruppe Nomaden zieht entlang der Straße.
Ein Mann geht mit dem Vieh - Kühe, Schafe und Ziegen vorweg.

Bild 61: Der Hirte mit Viel laufen an der Spitze



Es folgen die Frauen und Kinder.
Die Esel tragen die Kinder und das Eigenheim und die komplette Ausstattung.
Die gebogenen Hölzer sind die Zeltstangen.
Zu sehen sind die Bettpfosten, Bambusrohre als Bettgestell, zusammengerollte Teppiche und Zeltplanen,
Krüge, Kalebassen und Wasserkanister.

Bild 62: Die Frauen folgen mit Kindern, Eseln und Hausrat


Die Hölzer mit den radförmigen Enden sind die Bettpfosten.

Bild 63: Ein Esel trägt ein Kind und die Bettpfosten


Die kleineren Kinder dürfen auf dem Esel reiten.
Viele Frauen laufen nebenher.



Bild 64: Esel mit Kleinkind und Hausrat​



Ein kleines Schaf braucht auch nicht zu laufen.
Es wird vom Familienoberhaupt persönlich getragen.
Stolz posiert er für ein Foto.
Während sich das Kamel in die Kamera von Kiboko schaut, schaut der Mann in die Kamera eines anderen Touristen.
Als der Mann Kiboko in die Kamera schaut, beäugt das Kamel andere Touristen.
Dann zieht der Mann weiter.
Es gibt keine weitere Chance auf ein Bild.



Bild 65: Schaftransport​


Es sind viele Touristen vor Ort.
Die Blechkarawane aus rund 25 Geländewagen hat gestoppt.
Die Touristen haben sich dann auf die zufällig vorbeilaufenden Nomaden gestürzt.
Die Wodaabe sind sehr freundliche Menschen.
Sie lassen die Touristenschar freudig interessiert gewähren.
Alle laufen durcheinander.
Kein Tourist nimmt Rücksicht.
Die Militärs versuchen in der Situation den Überblick zu behalten.

Bild 66: Touristenkarawane trifft Nomadenkarawane
 
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Niger Tag 2-4: Nomaden bei Mararaba​


Hinter Mararaba ist die schöne Teerstraße am Ende.
Jetzt braust die Blechkarawane über eine Staubpiste.
Sand wirbelt auf.
Die Sicht ist schlecht.
Immer wieder tauchen Tiere auf der Piste auf.
Die Esel lassen sich durch die vorbeirauschenden Fahrzeuge nicht stören.
Sie genießen das Staubbad.

Bild 67: Esel beim Staubbad



Temporäres Dorf​


Überladene Kleintransporter kommen Kiboko entgegen.
Sie verbinden die Dörfer entlang der Piste.
Die ersten Fahrzeuge der Touristenkarawane halten am Straßenrand.

Bild 68: Halt der Touristenkarawane


Die Geländewagen halten an einem temporären Dorf.
Hier haben Nomaden aus Knüppeln, Decken und Stoffresten einfache Zelte errichtet.
Das Dorf scheint ausgestorben.
Aber die Touristen haben sich schon auf die Bewohner gestürzt.

Bild 69: Temporäres Dorf


Die Männer und Jungen stehen am linken Straßenrand und beobachten das Treiben der Touristen.

Bild 70: Die Männer betrachten die Touristen aus sicherer Entfernung


Die Frauen, Mädchen und Kleinkinder stehen am rechten Straßenrand.
Eine Touristentraube hat sich um die Frauengruppe gebildet.
Kiboko stürzt sich ins Getümmel und schließt sich der Fotoorgie an.
Was die Menschen über den Touristenüberfall denken mögen?

Bild 71: Die Frauen sind neugieriger


Auch die Nomaden im Niger haben schon Mobiltelefone.
Ein Festnetzanschluss macht bei Nomaden auch wenig Sinn.

Bild 72: Nomadenfrauen mit Handy


Die Neugier ist auf beiden Seiten groß.
Mit großen Augen werden die Touristen angeschaut.
Ihre Männer sind weit weg, da können sie schonmal einen Blick riskieren.

Bild 73: Kiboko wird neugierig beäugt.

Bild 74: Die Dame hat einen Blick auf Kiboko geworfen

Bild 75: Die Dame zwinkert Kiboko zu


Die Militärs passen auf, damit den Touristen nichts passiert.
Die neugierigen Damen brauchen sie nicht abwehren.
Heute haben sie einen ruhigen Job.

Bild 76: Entspanne Militäreskorte
 
Kommentar
Der zweite Tag mit den Nomaden hast du eindrücklich und mit Gefühl festgehalten.
Hoffentlich bekommen Sie auch etwas von den Touristen ......
 
4 Kommentare
Kiboko kommentierte
Vielen Dank für das Lob.

Von einigen Touristen haben die Nomaden etwas bekommen.
Geschenke sind aber eine zweischneidige Sache.
Kleine Gastgeschenke sehe ich als nette Geste.
Ich hatte auf der Reise einen Sack voller Seifestücke dabei, die ich gerne an die Damen verschenkt habe.

Man sollte auch beachten, die Menschen sind in unseren Augen arm.
Sie führen ein einfaches Leben, welches sich von unserer Lebensweise deutlich unterscheidet.
Aber es ist kein schlechteres Leben.
Die Menschen haben Würde und unseren Respekt verdient.
Sie freuen sich auf nette Worte und eine nette Geste.
Sie wollen keine Almosen und betteln nicht.

Der Reichtum der Menschen ist ihr Vieh.
Eine Kuh hat einen Wert von ca. 400$
Viele haben 100 Kühe und Schafe, Ziegen, Dromedare.
Einzelne Familien haben auch über 1000 Kühe.
Wer ist reich?
Wer ist arm?

Großzügige Geschenke verändern die Kultur.
In den Niger "verlaufen" sich nur wenige Touristen.
Begegnungen der Kulturen sind vom Gerewol Fest abgesehen eher zufällig und selten.
Daher sind die Menschen im Niger auch sehr freundlich und offen für Fremde.

Anders sieht es z.B. im Süden Äthiopiens, Tansania und Kenia aus.
Die Gescheke der Touristen wecken Begehrlichkeiten.
Mit Touristen kann man mehr Geld verdienen, als durch harte Arbeit.
Die Kultur verändert sich.
Die Arbeit besteht jetzt aus Betteln.
Teilweise wird sehr aggressiv.
Für jedes Bild wird Geld verlangt.
Das Geld wird in Alkohol umgesetzt.
Kinder gehen nicht mehr in die Schule, weil sie durch Betteln für den Familienunterhalt sorgen (müssen).
Geschenkte Stifte und Schulhefte werden verkauft.
Bonbons und Süßigkeiten sind bei begrenzter Zahnhygiene auch nicht unbedingt förderlich.

Es macht keinen Spaß in ein Land zu reisen,
indem man nur noch als wandelnde Brieftasche angesehen wird.
Du bist ein reicher Weißer und hast mir jetzt etwas zu geben.
Kaum steigt man aus, wird man von einer Horde Kinder umringt die lauthals "Give me, Give me, Give me" rufen
und ungeniert in die Hosentasche greifen ...

... will man das?

Mit zu vielen gut gemeinten Geschenken zerstören wir die Kultur, die Würde und auch die Zukunft der Menschen.
 
B
Brunke kommentierte
Sehr schön beschrieben. Vielen Dank. Das beschreibt auch mein Unbehagen beim Fotografieren von Einheimischen. Ich erinnere mich die Pfahlangler in Sri Lanka. Da angelte niemand um Fische zu fangen. Die Beute sind die Touristen. Selbst die Angeln waren kaum noch funktionsfähig. Das ganze wurde nur noch für die zahlenden Touristen aufgeführt. Im besten Fall ist das dann ein Museumsdorf mit Statisten und im schlimmsten Fall ein Menschenzoo. Da ist es schwierig, die richtige Balance zu wahren. Du machst das schon richtig.

Vor welchen konkreten Gefahren sollen die Soldaten schützen? Gibt es in der Region eine konkrete Bedrohung? Entführung gegen Lösegeld?

Gerewol ist kein Ort oder? Wo fand das Festival statt? Kannst Du einen Link schicken oder gibt es eine andere Bezeichnung?

Achja: Schöne Fotos, es machte Freude Deine Reise mitzumachen.
 
Kiboko kommentierte
Danke für das Lob.

Das Gerewol ist ein Fest.
Es ist nicht an einen bestimmten Ort und Zeitpunkt gebunden.
Ort und Zeitpunkt werden von den Ältesten festgelegt.
Das ist abhängig von den Niederschlägen während der Regenzeit und vom Graswachstum.
Während des Gerewol Festes kommen nicht nur viele Menschen, sondern auch ihr Vieh zusammen.

Die Wodaabe / Fulbe / Bororo leben auch in Mali, Tschad, Nigeria und Kamerun.
Folglich gibt es viele Gerewol Feste in den Regionen.
Es gibt also nicht ein einziges Fest.

Bei dem Fest an den ich beiwohnen durfte, wird länger im voraus geplant.
Dieses erfolgt mit Rücksicht auf die Reiseveranstalter, damit diese Planungssicherheit haben.
Umgekehrt bekommt der ausrichtende Stamm sicherlich eine nicht unerhebliche Summe vom Reiseveranstalter.

Touristisch hat der Niger wenig zu bieten.
Das Gerewol Fest ist dort das Highlight des Jahres.
Dann gibt es im Winter noch ein paar Wüstenexkursionen nordöstlich von Agadez in die Teneret.
Der Nationalpark "W" an der Grenze zu Benin und Bukina Faso ist leider touristisch nicht nutzbar.
Hier haben Warlords das Sagen. Der Park ist leergeschossen.

Sicherheitslage.
Ich habe mich zu keiner Zeit unsicher gefühlt.
Es hat keinerlei Vorkommnisse gegeben, die eine Militäreskorte gerechtfertigt hätte.
Andererseits ist es sicher, weil potentielle Ganoven wissen, dass die Touristen durch Militär begleitet werden.
Beim Gerewolfest war mehr als ein Pick-up mit schwer bewaffneten Jungs dabei.
Wieviele möchte ich nicht öffentlich schreiben.
Sie haben ihren Job gut und gewissenhaft gemacht.
Auf der Rückfahrt haben meine beiden Begleiter bei einem Halt (z.B. einer alten Lehmmoschee) sich strategisch günstig postiert und die Umgebung im Auge behalten.

Seit dem Tod von Gaddafi und die Zerschlagung des Libyschen Staates sind in der Region sehr viele Waffen in Umlauf.
Es gibt hier keine Grenzzäune.
Die Sahara ist endlos.
Die Bevölkerungsdichte ist extrem dünn.
Kriminelle Banden können sich hier leicht zwischen Sudan und Mauretanien bewegen.
Dazu kommt, dass die Touareg, die verstreut über die ganzen Region leben, gerne einen eignen Staat hätten.
Dafür greifen auch zur Waffe greifen.
In vielen dieser Länder hat die schwarzafrikanische Mehrheit das Sagen, die oft die Touaregs bekämpfen.
Im Niger wurde ein Touareg zum Präsidenten gewählt.
Dadurch ist dort die Lage stabil.

Der Nord-Süd-Konflikt wird auch von Russland ausgenutzt.
Prigoschins Opernsänger sind in vielen dieser Länder aktiv (Mali, Burkina Faso, Zentralafrikanische Republik, Sudan, Libyen und neuerdings wohl auch im Tschad)
Sie unterstützen einzelne Despoten mit Waffen und Personal.
Dafür bekommen sie die Rechte an Goldminen, Diamantenminen.
Sie steuern auch die Transitrouten durch die Wüste nach Norden.
Ziel ist es hier den Westen zu ärgern.
Instabile Staaten erzeugen viele Flüchtlinge.
Gleichzeitig hat man die Kontrolle über die Fluchtwege.
Damit sollen Flüchtlinge nach Europa geschleust werden, um bei uns die Gesellschaft zu destabilisieren.
Ein weiteres Ziel ist es Europa von Rohstoffen abzuschneiden.
Der Niger hat Uranvorkommen im Norden.
Da möchte Russland auch den Europäern (Franzosen) den Zugriff verwehren.
Niger hat eine lange Grenze zu Nigeria.
Ich war auf dem Rückweg nur rund drei km von der Grenze entfernt.
Im Norden von Nigeria wütet Boko Haram.
Denen möchte ich nicht in die Hände fallen.

Niger hat kein Interesse an schlechte Publicity, da der Tourismus gefördert werden soll.
Dadurch ist der Staat vorsichtig und schreibt eine (nicht ganz billige) Militäreskorte vor.
Auch das ist eine weitere Einnahmequelle und sichert Beschäftigung bei der Armee.

Soweit der Exkurs mit subjektiven Hintergrundinformationen.
Ich möchte in diesem Thread nicht weiter über Flüchtlinge, Russland, Atomkraft und Klimawandel diskutieren, auch wenn das im Niger sehr eng miteinander verwoben ist.
Es soll eine Fotoreportage bleiben.
 
B
Brunke kommentierte
Danke Dir für den Exkurs. Es hilft die Bilder, die Du zeigst, einzuordnen.
 

Niger Tag 2-5: Gerewol Ankunft​


Bei Abalak verlässt Kiboko die staubige Route National 25 nach Norden.
Eine kaum sichtbare Fahrspur führt durch Steinebenen, Salzpfannen, Dünen und spärliche Grasflächen.
Dazwischen ziehen Nomaden mit ihren Ziegen- Schaf- und Rinderherden von Grasfläche zu Grasfläche.
Nach einer halbstündigen Fahrt erreicht Kiboko einen Bereich mit einzelnen Bäumen.
Hier ist das Flusstal des Lbessetene.
Vom Fluss ist hier aber nicht viel zu sehen.


Zeltlager​


Hier entsteht gerade in großes Zeltlager.
Nomaden haben hier ihre traditionellen und modernen Zelte aufgeschlagen.
Die Touristen bekommen ihre eigene Zeltstadt.
Immer mehr mehr Menschen treffen ein.
Manche Wodaabe bringen ihre Dromedare mit.

Bild 77: Ankunft mit heimischen Dromedaren


Andere Woodabe kommen mit Motorkamel aus China.
Also das Motorkamel kommt aus China. Nicht die Woodabe.

Bild 78: Ankunft mit Chinakamel


Auch der Souvenirverkäufer hat schon seinen Stand aufgebaut.
Hier können sich Touristen mit Andenken ausstatten.
Die Einheimischen können hier ihre Outfit für das Gerewolfest vervollständigen.

Bild 79: Souvenirs für weitgereiste Touristen


Festschmaus in der Wüste​


Die Vorbereitungen für das Gerewol-Festival laufen auf Hochtouren.
Die Köche im Touristenzeltlager arbeiten in der Freiluftküche.
Töpfe und Schüsseln werden vorbereitet.
Die Lebensmittel lagern in Säcken, Kisten und Kartons im Schatten eines Baumes.

Bild 80: Touristenküche


Die Frauen der Wodaabe haben vor ihren Zelten die Festspeise zubereitet.
Jetzt laufen sie in einer langen Reihe zum Treffpunkt des Familienclans.
Die Speisen tragen sie in großen Schüsseln auf dem Kopf.
Dabei wird mit der rechten Hand die Schüssel vor dem Herunterfallen gesichert.
Zu kostbar ist der Inhalt.

Bild 81: Das Festmal kommt!


Die Schüsseln sind aus Holz.
Jede Schüssel ist individuell verziert.
Plastik hat sich hier glücklicherweise noch nicht durchgesetzt.

Bild 82: Holz statt Plastik


Eine junge Frau schenkt Kiboko ein einladendes Lächeln.
Ob Kiboko mal kosten darf?


Bild 83: Einladendes Lächeln.

Aber die Familienoberhäupter passen auf.
Sie laufen neben den Frauen.
Am Treffpunkt helfen sie beim Absetzen der Schüsseln mit den Speisen.
Die Schüsseln werden in langen Reihen in das trockene Gras gestellt.

Bild 84: Am Treffpunkt wird das Buffet aufgebaut


Alles ist für das Fest vorbereitet.

Bild 85: Das Buffet ist aufgebaut


Die Militäreskorte ist schon am Essen.
Sie stärken sich noch schnell vor dem Tageshöhepunkt.
Kiboko wird gleich mit eingeladen.
Kiboko bekommt den weißen Kommandeursessel.
So freundliches und entspanntes Militär hat Kiboko in Afrika noch nie erlebt.

Bild 86: Nudeln machen glücklich
 
1 Kommentar
joerghey kommentierte
Die junge Dame mit dem einladenden Lächeln (Bild 83) sieht wunderschön, selbstbewusst und in sich ruhend aus. Ein wirklich schönes Portrait.
 

Niger Tag 2-6: Gerewol​


Das Gerewol-Festival ist ein Heiratsmarkt.
Es ist bei den Wodaabe ein ganz besonderes gesellschaftliches Ereignis.
Die Männer machen sich fein.
Sie tanzen in einer Arena.
Dabei buhlen sie um die Gunst des weiblichen Geschlechts.
Drei junge Damen wählen den Sieger aus.
Der Sieger erhält große Ehre und Ansehen.
Gerne verschwindet die Dame anschließend mit ihm zur persönlichen Siegerehrung in die spärlichen Büsche.


Die Arena ruft​


Die Zuschauer streben in die Arena.
Das ist eine etwas handballfeldgroße Fläche im Wüstensand.
Die Mitnahme eines Dromedars ist sehr hilfreich.
So hat der Zuschauer einen Sitzplatz, freie Sicht und einen guten Überblick auf das Festival.

Bild 87: Auf zur Arena

Bild 88: Reiten ist besser als Laufen


Vorbereitung​


Die Männer machen sich für den Tanz fein.
Die Gesichter werden in orangeroter Farbe geschminkt.
Die Lippen werden schwarz gefärbt, damit die weißen Zähne einen höheren Kontrast bekommen.
Manche Männer färben auch die Zunge ein.



Bild 89: Schnell nochmal die Lippen nachziehen​


Dann wird die Tracht angelegt.
Perlenketten, Halskette, behaarte Armreifen, Kopfbedeckungen und Gütel mit Kaurischneckenstickereien werden angelegt.
Zum Schluss wird eine lange Feder an den Hut gesteckt.

Bild 90: Letzte Korrekturen


Willkommentanz​


Den Anfang macht ein Willkommenstanz, der Ruume.
Hier sind die Männer noch unter sich und bringen sich in Stimmung.

Bild 91: Mut Tanken beim Ruume Tanz


Aufstellung​


In der Arena nehmen die Männer Aufstellung.
Sie stehen in einer langen Reihe auf der Sonnenseite der Arena.
Ordner mit Stock sorgen für die Aufstellung und halten die Zuschauer auf Abstand.
Kiboko und die anderen Touristen dürfen (müssen) sich in der Mitte der Arena auf den Boden setzen.

Bild 92: Aufstellung in der Arena
 
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Niger Tag 2-7: Gerewol​


Das Gerewol Festival nähert sich dem Höhepunkt.
Die Männer sind in einer langen Reihe angetreten.
Sie stehen Schulter an Schulter.


Yaake​


Das Auswahltanz Yaake beginnt.
Die Männer singen.
Sie Männer strecken ihre Arme vor.
Im langsamen, stampfenden Rhythmus tanzen sie auf der Stelle.


Einige Männer, Angehörige der Tänzer, stehen dicht dahinter und filmen mit dem Handy.
Davor sitzen mit etwas Abstand die Touristen.
Die meisten Touristen filmen ebenfalls mit dem Handy.
Kiboko lässt die Kamera rattern.
Ein Tourist lässt seine Drohne steigen.
Die Moderne ist beim Gerewol angekommen.

Bild 93: Der Tanz geht los


Die Männer bewegen sich eher langsam.
Zum Gesang werden hauptsächlich die Arme bewegt.
Das erfolgt auch weitgehend synchron.

Bild 94: Beim Gesang werden die Arme nach vorn bewegt


Als Zwischeneinlagen wird das Zeremonienschwert eingesetzt.
Es wird im Takt der Musik vor dem Körper auf und ab bewegt.
Dazu gibt es auch ein paar kurze Schritte nach vorn.

Bild 95: Schwertanzeinlage


Während des Tanzes schreiten zwei ältere Frauen die tanzende Männerreihe ab.
Sie sind die Qualitätssicherung.
Dabei werden die Männer auch angefasst und korrigierend eingegriffen.
Dazu gibt es nette Kommentare, wie diese:

Streng Dich mehr an!
Du bist schlecht geschminkt!
Dein Hut sitzt schief!

Dabei zieht eine der Damen einen Schemel hinter sich her.
Ob das ein afrikanischer Rollator ist?

Bild 96: Qualitätssicherung bei der Inspektion


Zuschauer​


An den Seiten beobachtet die Damenwelt gebannt das Geschehen.
Sie haben die besten Plätze.
Sie studieren genau die Bewegungen der Männer.
Schlanke, hochgewachsene Männer mit blütenweißen Zähnen sind hier das Schönheitsideal.
Die Wodaabe sind sehr hochgewachsen.
Viele sind um die 2m groß!

Bild 97: Die Männer werden beobachtet


Die Frauen schauen sich begeistert die tanzenden Männer an.
Der fotografierende Kiboko wird von (fast) allen Frauen ignoriert.

Bild 98: Nur eine Frau hat Interesse an Kiboko

Bild 99: Gebannt wird der Auswahltanz beobachtet


An der gegenüberliegenden Seite der Arena beobachten die Männer die Tänzer.
Besonders glücklich ist der, der sein Dromedar dabei hat.
Die Dromedare verfolgen den Tanz genauso gebannt, wie die anderen Zuschauer.
Der Soldat hat heute trotz dem stampfenden Rhythmus einen ruhigen Tag.

Bild 100: Auch die Männer schauen zu
 
Zuletzt bearbeitet:
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Niger Tag 2-8: Gerewol​


Die tanzenden Männer laufen in Höchstform auf.
Sie geben jetzt Alles, um die Damenwelt zu beeindrucken.
Kiboko ist mitten im Geschehen.
Die Knipskiste läuft ebenfalls in Höchstform auf.


Schöne Augen machen​


Die tanzenden Männer machen den beobachtenden Frauen schöne Augen.
Die Augen werden weit aufgerissen, gerollt, gedreht.
Dabei sollen die weißen Augäpfel einen möglichst großen Kontrast zur geschminkten Gesichtshaut bilden.


Zähne zeigen​


Ein weiteres Schönheitsideal sind die Zähne.
Hier zeigen die Männer beim Tanz die Zähne.
Auch sie sollen mit den dunkel geschminkten Lippen besonders kontrastvoll zur Geltung kommen.

Bild 101: Schöne Augen machen

Bild 102: Seitenblick

Bild 103: Blick auf den Kontrahenten

Bild 104: Mit blauer Zunge

Bild 105: Zahnpastalächeln

Bild 106: Mit weit aufgerissenen Augen
 
Kommentar
Also ich bin begeistert und gespannt wie es weiter geht. Schon merkwürdig so Handys und Quarzuhren in der Wüste zu sehen.
 
jazzmasterphoto kommentierte
Och, sowas hatten doch schon früher die Indianer in manchen Western …
 
Kiboko kommentierte
Die Wodaabe sind keine Wilden, die im Lendenschurz durch die Wüste flitzen.

Es sind stolze Menschen.
Sie züchten Vieh und ziehen mit den Herden.
Vom Viehverkauf können sie sich Dinge kaufen, also auch Uhren und Handys.
Wer 100 Kühe hat (100 * 400€) ist nicht arm.
Wenn dann pro Jahr vielleicht 70-80 Kälber kommen, dann ist das ein vergleichbares Einkommen wie mancher einfacher Arbeiter bei uns.

Ein Festnetzanschluss macht für einen Nomaden wenig Sinn.
Das Handy dient nicht nur der Kommunikation.
Es ist auch Musikbox, Kino, Fernsehen, Internet, ...
Als Nomade ist es wichtig, dass die Habe klein und leicht ist.

Unserere Eingeborenen, die zum jährlichen Festhöhepunkt mit Lederhose / Dirndl auf die Wiesn gehen,
haben oft auch eine Uhr und ein Handy dabei.
Da wundert sich niemand darüber.

Warum soll das in Afrika anders sein?
 
B
Brunke kommentierte
....
Unserere Eingeborenen, die zum jährlichen Festhöhepunkt mit Lederhose / Dirndl auf die Wiesn gehen,
haben oft auch eine Uhr und ein Handy dabei.
Da wundert sich niemand darüber. .....
Ein schönes Bild. Wobei manche deutschen Volksfest eher Paarungs- als Heiratsmärkte sind.

In der Zeit (Klick hier) gab es einen Bericht über die Bedeutung des Mobilfunks in Afrika. Die Technik hatte für Afrika extreme Veränderungen möglich gemacht, weil es kaum eine kabelgestützte Infrastruktur gab. Ein Netz aus Mobilfunkmasten war viel einfacher zu errichten, als ein verläßliches Kabelnetz. Der Mobilfunkt bestimmt das Leben in weiten Teilen des Landes. Dort wurden schon Versicherungen mit dem Handy abgeschlossen und mit dem Handy bezahlt, als sich die industrialiserten Nationen noch Gedanken darüber gemacht haben, wie man sowas wohl am besten umsetzt.
 
momo-lancer kommentierte
ich stelle mir Internet und Handyempfang in der Wüste schwierig vor. In manchem Dorf in Deutschland klappt es damit ja nicht )
 
dembi64 kommentierte


ich bin ja nun auch schon so durch manches Land auf dieser Welt, Afrikanische, gereist. Sobald man in die Nähe menschlicher Behausungen kommt hat man meistens Handyempfang und Internet und die Satelittenschüssel ist auf oder vor der Strohhütte. Internet ist zwar nur selten wirklich schnell, aber immerhin. So mancher Ort in Deutschland könnte sich das mal als Beispiel nehmen. Selbst in unserem ach so fortschrittlichen Land ist schnelles Internet noch lange nicht überall ein selbstverständnis, noch nichtmal in den Städten. Ich bin im Außendienst und bin immer wieder negativ überrascht wo es überall keinen oder nur sehr schlechten Empfang gibt.

Besonders die einfacheren Gegenden dieser Welt haben die Festnetz-Zeit schlicht übersprungen und sind gleich zum Mobilfunk übergegangen. Macht ja durchaus auch Sinn. Satelittenabdeckung gibt es überall auf der Welt und den benötigten Strom kann mal ganz locker mit Fotovoltaik und ausreichend Speichersystemen die es ja gibt und in solchen Ländern durchaus nicht unüblich sind, ganz locker abdecken ohne erst ein aufwändiges Leitungsnetz durch menschenleere Gegenden bauen zu müssen. Überhaupt werden solche Länder nicht selten unterschätzt.
 

Niger Tag 2-9: Gerewol Finale​


Der Höhepunkt der Veranstaltung werden die Sieger gekürt.
Die Entscheidung treffen normalerweise drei Frauen.
Sie sind die Jury.
Heute besteht die Jury aus zwei sehr jungen Frauen.


Damenwahl​


Die jungen Frauen laufen die Reihe der Tänzer ab.
Dabei werden die Augen seitlich mit der Hand abgedeckt.
Die Männer sollen nicht gleich sehen, wen sie sich ausgesucht haben.
Ganz langsam laufen sie entlang der schwitzenden Männerreihe.
Wer wird der Sieger sein?
Die Zuschauer halten den Atem an.

Bild 107: Eine junge Frau wählt den Sieger aus

Bild 108: Regungslos läuft die Dame der Jury die Reihe der Tänzer ab.


Sieger​


Jede der Frauen wählt jetzt ihren Sieger aus.
Im Vorbeigehen schwingt sie mit dem linken Arm.
Der Arm schwingt in Richtung eines Tänzers.
Das geht blitzschnell.
Damit steht der Sieger fest.


Siegerehrung​


Nachdem die beiden Frauen die Reihe der Tänzer abgelaufen haben,
gehen sie vor dem ausgewählten Sieger auf die Knie.
Der Sieger geht ebenfalls auf die Knie.
Die Angehörigen umwickeln als Zeichen des Sieges die Straußenfeder auf dem Kopf des Tänzers.



Bild 109: Die Sieger stehen fest. Die Siegerehrung beginnt.​


Genauso blitzschnell wie die Auswahl der Jury, stürzen sich die Angehörigen mit Handy auf die Sieger.
Es ist eine sehr große Ehre.
Das muss dokumentiert werden.
Die Sieger verschwinden in einer Staubwolke und Menschentraube.
Fotografierende Touristen haben jetzt keine Chance mehr auf Bilder.
Aber das ist auch gut so.
Es ist das Fest der Wodaabe und keine Show für Touristen.

Bild 110: Die Angehörigen beglückwünschen den Sieger


Heimweg​


Sehr schnell löst sich die Arena auf.
Die Zuschauer streben jetzt zum Festmal ihres Clans.
Auch Kiboko macht sich auf dem Weg ins Zeltlager der Touristen.

Bild 111: Die Zuschauer verlassen die Arena

Bild 112: Die Zuschauer sind auf dem Heimweg


Damenwahl​


Bei den Wodaabe wählen die Frauen ihre Männer aus.
Auf dem Heimweg läuft Kiboko einer Damengruppe über den Weg.
Die haben von den Tänzern keinen mehr abbekommen, mit denen sie in die spärlichen Büsche gehen können.

Bild 113: Eine Damengruppe hat Kiboko entdeckt


Kiboko ist ungeschminkt.
Kiboko rollt nicht mit den Augen.
Kiboko zeigt auch keine Zähne.
Trotzdem hat er die Aufmerksamkeit der Damenwelt auf sich gerichtet.

Bild 114: Sie strahlt Kiboko an

Bild 115: Auch die junge Dame lächelt Kiboko an


Vielleicht suchen die auch nur noch etwas Fleisch für das Festmal.
Kiboko macht sich lieber aus dem Staub.


Fortsetzung​


Nach einer (längeren) Pause geht es weiter mit dem nächsten Tag beim Gerewol.
Die folgenden Bilder der Reise sind noch nicht gesichtet und bearbeitet.
Kiboko bittet um etwas Geduld.

Aktuell schreibe ich Reiseberichte nach folgendem Muster aus meiner Heimseite:
- Ein Reisetag neuer Reisebericht (hier Niger, Tag 2)
- Eine Bildgalerie (habe ich diesmal übersprungen, wird vielleicht noch nachgeholt - z.B. ein Tempel in Seam Reap)
- Einen Reisetag alten Reisebericht auf meine Homepage verschieben (Bangladesch Tag 10, bereits hochgeladen)
- Eine Bildgalerie (voraussichtlich Federvieh aus dem Farasuto Forest, Gambia)
Dann soll es hier mit Reisetag 3 weitergehen.
Es ist ein weiterer Tag auf dem Gerewol-Festival mit einem morgendlichen Rundgang durch das Dorf und weiteren Tänzen.
Für den Tag 2 habe ich leider wegen Arbeitsbelastung und ein paar Reisen 5 Monate gebraucht.
Ob Tag 3 schneller geht ???

Vielen Dank für Euer Interesse, Likes und die netten Kommentare
Bernd
 
Kommentar
Danke, Bernd, für die beeindruckenden Bilder aus einer, für mich,
anderen Welt.
Deine Informationen zu den Bildern sind das i-Tüpfelchen.

Auf die Fortsetzung freue ich mich.......
 
Kommentar
Ich weiß, ich wiederhole mich, aber das ist ein toller Bericht in Wort und Bild! Ich freue mich auf weitere Kapitel.
 
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Niger Tag 3-1: Gerewol​


Kiboko hat die Nacht auf dem Beifahrersitz eines Geländewagens verbracht.
Mühsam werden die Knochen gerichtet und die Gelenke ausgeschüttelt.
Dann dreht Kiboko eine Runde durch das temporäre Dorf.


Der Tag beginnt​


Die Menschen schälen sich nach durchgefeierter Nacht mit Mühe aus den Zelten.
Die Dromedare haben schon ausgeschlafen und erwarten auf dem Parkplatz den neuen Tag.
Die Sonne hat ebenfalls ausgeschlafen und schiebt sich fast unbemerkt über den Horizont.

Bild 116: Zeltlager mit Dormedarparkplatz​


Dem Stier wurden letzte Nacht besonders große Hörner aufgesetzt.


Bild 117: Hornochse​

Vögel​


Die Vögel haben auch schon ausgeschlafen.
In den Büschen rufen sie nach Kiboko.
Sie wollen fotografiert werden.
Auch wenn es an dem Morgen noch verflixt dunkel ist, kommt Kiboko den Wunsch der Vögel nach.


Bild 118: Cricket Warbler

Bild 119: Speckle-Fronted Weaver


Bild 120: Greater Blue-Eared Starling?


Bild 121: Piapiac


Bild 122: Black Scrub Robin​



Ein African Grey Hornbill und ein Milan fliegen vorbei.
Kibokos Treiben bleibt nicht unbeobachtet.
Eine junge Frau reitet auf ihren Esel vorbei.
Sie hat nur Augen für Kiboko.
Beinahe wäre ihr das Steuer aus der Hand gefallen.

Bild 123: Schönheit mit neugierigem Blick​
 
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Niger Tag 3-2: Gerewol Dorfrundgang​


Dunkle Wolken sind aufgezogen.
Damit gibt es keine harten Schatten und kein Gegenlicht.
Es ist aber etwas dunkel.


Rundgang durch das Dorf​


Nach dem Frühstück dürfen die Reisegruppen das Dorf erkunden.
Alle fünf Reisegruppen sind unter dem wachen Auge der Militärs unterwegs.
Es ist nicht einfach touristenfreie Bilder zu bekommen.


Die Zelte der Wodaabe stehen locker in größeren Abstand zum Festplatz.
Sie bilden grob eine lange Linie.
Die Planen über den Betten sind vielfach schon abgebaut und erlauben intime Blicke ins Schlafzimmer.
Die Betten sind jetzt Tische.
Die Lagerfeuer vom Frühstückstee erfüllen die Luft mit blauem Qualm.

Bild 124: Temporäres Dorf der Wodaabe


Bild 125: Mobiles Haus der Wodaabe​



Die Betten werden am Tag zum Tisch.

Bild 126: Intimer Blick ins Schlafzimmer​


Vorbereitung für das Festessen​


Die Frauen bereiten das Festessen für den Abend vor.
Sie hocken vor ihren mobilen Häusern.
Die kleineren Kinder sind immer in der Nähe.

Bild 127: Die Frauen bereiten das Festessen vor​



Das Getreide wird durch geschicktes Schütteln gereinigt.
Mit lockerem Schwung fliegen die Getreidekörner in der Schale hoch.
Fremdkörper fallen über dem Rand.
Das sieht einfach aus.
Eine Mitreisende hat sich daran versucht.
Sie ist kläglich gescheitert.
Ein Thermomix ist einfacher zu bedienen.




Bild 128: Hier wird Spreu von Schogum getrennt​



Dann wird dsas sorgsam ausgesiebte Gereide zerkleinert.
Das kostet Kraft.




Bild 129: Bumm - Bumm - Bumm!​



Dazu kommen noch Milch oder Wasser und weitere geheime Zutaten.
Dann ist das Essen fertig.

Bild 130: Das Essen ist fertig​



Nach getaner Arbeit haben sich die Frauen eine Pause verdient.



Bild 131: Tea Time​
 
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Niger Tag 3-3: Gerewol Dorfrundgang​


Die Dorfbewohner sind sehr freundlich.
Viele posieren gerne vor der Kamera.
Auch wenn keine Verständigung mit Worten möglich ist.
Ein Lächeln und freundliche Gesten werden gerne erwidert.
Die Wodaabe freuen sich auch über kleine Geschenke.
Kiboko hat Seifenstücke verschenkt.
Auch das ist als freundliche Geste zu versethen.
Kiboko ist sicher, dass sich die Wodaabe auch alles kaufen können, was sie zum Leben brauchen.


Manche Frauen möchten nicht (mehr) fotografiert werden.
Sie haben vom Touristenrummel genug und verstecken sich hinter einem Kopftuch.
Das hat Kiboko respektiert.
Dafür bekam Kiboko dann ein Lächeln geschenkt.


Vor Kiboko sind bereits viele der Touristen hier vorbeigekommen.
Kinder schlecken schon am Lolli.
Die Plastikverpackung fliegt lustig durch den Wind.
Andere Kinder haben billige Plastikautos bekommen, die bald kaputt die Wüste verzieren.



Bild 132: Lächeln und Staunen



Bild 133: Ein wenig Skepsis


Bild 134: Familienglück


Bild 135: Kulturen treffen aufeinander​



Städter​


Es sind aber nicht nur Nomaden im Camp.
Auch die Stadtbewohner haben sich zum Gerewol eingefunden.
Sie sind mit dem Motorrad angreist und machen Camping.

Bild 136: Camping für Städter​



Der Chef der Region kommt standesgemäß mit dem Geländewagen.
Er übernachtet auch im Zelt.
Alle Bewohner der Region haben noch ihre Wurzeln als Nomaden der Wüste.

Bild 137: Residenz vom Chef​
 
2 Kommentare
joerghey kommentierte
Bild 135: das Kamel fällt vor lachen auf die Knie
 
Georgie1956 kommentierte

Niger Tag 3-4: Gerewol​


Rund um das Dorf herrscht rege Betriebsamkeit.
Frauen pendeln mit ihren Eseln zwischen Wasserstelle und Mobile Home.
Junge Männer knattern mit ihren Motorräder und Staubfahne durch die Savanne und zeigen was sie können.
Ältere Männer schreiten vorbei und zeigen ihren Dromedaren das Dorf.

Bild 138: Spaziergang mit Dromedaren​



Ankunft der Wodaabe​


Kiboko ist gerade in der Siedlung mit den Touristenzelten angekommen.
Da trifft eine große Gruppe Wodaabe am Festplatz ein.
Es sind rund 100 Männer mit ihren Dromedaren und Pferden.
Kiboko sprinted los.
Kiboko kann aus der Entfernung die ersten Bilder machen, bevor die anderen Touristen aufgeschreckt hinterhereilen.

Bild 139: Ankunft einer Großfamilie​



Ein Familienclan trifft ein.
Mit langsamen, würdevollen Schritten laufen die Männer mit ihren Kamelen und Pferden in das temporäre Dorf.
Die Familienältesten laufen vorweg.
Sie suchen nach dem idealen Platz für die ganze Gruppe.
Dabei werden sie neugierig von den anderen Wodaabe beobachtet.
Es hat etwas vom Einmarsch der Gladiatoren.

Bild 140: Einmarsch der Gladiatoren​



Kiboko sprinted mit Abstand nach vorn.
Kiboko macht die ersten Aufnahmen aus respektvollem Abstand.
Kiboko möchte beim Fotografieren weder im Weg stehen noch stören.

Bild 141: Die erste Reihe mit dem Familienoberhaupt

Bild 142: Die Anführer lächeln noch​



Wenig später erfolgt der Einmarsch der Touristen.
Sie stellen sich mit ihrem Handy den Männern in den Weg.
Die Männer müssen anhalten.
Natürlich stehen die Touristen jetzt Kiboko im Bild.
Die erste Drohne summt schon über den Köpfen und dem Ältesten vor die Nase.
Der reagiert zunehmend sauer.
Was den in Ekstase der herumhüpfenden Touristen nicht stört.
Das ist keine würdevolle Ankunft einer Großfamilie.
Hemmungslos halten die Touristen ihre Handys den Männern vor die Nase.
Die Toleranz der Wodaabe ist ausgereizt.
Die Stimmung ist gereizt.

Bild 143: Stolzer Wodaabe mit stolzem Dromedar​



Kiboko gelingen nur noch wenige Aufnahmen mit dem Tele aus größerer Entfernung.
Die anderen Touristen haben die Situation zerstört.
Kiboko gönnt sich im Touristenlager ein Bier und wartet darauf, dass wieder etwas passiert.
 
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Niger Tag 3-5: Gerewol Camp​


Kiboko verbringt die Mittagspause im Touristencamp.
Kiboko nutzt die Gelegenheit und schaut sich das Camp an.


Im Touristencamp​


Die Zelte der Touristen sind unregelmäßig über das Gelände verteilt.
Es gibt unterschiedliche Farben und Formen.
Das Camp bietet Platz für fünf Reisegruppen mit jeweils rund 15 Touristen.

Bild 144: Touristenlager​


Zwischen den Zelten stehen Gerüste. Planen und Decken bieten etwas Schatten gegen die hoch stehende Sonne. Darunter sind Plastiktische und Klappstühle. Es ist die Wohlfühloase für herumstreunende Touristen.

Bild 145: Wohlfühloase und Esszimmer


Happi Happi​


Der Koch hat das Mittagessen fertig.
Es gibt mittags leichte Kost als große Salatschale.
Die Schale wird in die Tischmitte gestellt.
Selbstbedienung.
Die Touristen fallen darüber her, wie eine Gruppe ausgehungerter Tüpfelhyänen.

Bild 146: Da haben wir den Salat​


Sanitärabteilung​


Was oben reingestopft wird, will auch unten wieder raus.
Dafür gibt es am Rand des Camps mehrere Toilettenzelte.
Mitten in der Wüste ist das der totale Luxus.
In den Zelten steht jeweils ein Stuhl.
Statt der Sitzfläche ist eine Klobrille montiert.
Darunter ist mit Klebeband eine Mülltüte befestigt.
Die Mitreisenden die vorher den Stuhlgang gefrönt haben, haben reichlich Spuren hinterlassen.
Kiboko erspart Euch den Anblick und zeigt keine Innenansichten.

Bild 147: Toilettenzelte gibt es nur für Touristen​



Die Kamera möchte sich auch gerne den Bauch vollschlagen.
Unter einem Baum können die Akkus aufgeladen werden.
Ein Generator brummt.
Es gibt genug Strom für die Akkus.

Bild 148: Akkuladen in der Wüste​


Aus der Ferne hört Kiboko Musik.
Rund um den Camp erwachen auch die Einheimischen aus der Mittagspause.
Kiboko mischt sich mit der Knipskiste unter das Volk.


Souvenir Souvenir​


An einer strategisch günstigen Stelle hat der Souvenirverkäufer seinen Stand aufgebaut.
Die Touristen haben wenig Interesse.
Die Kunden sind eher Einheimische.
Hier kann für die abendliche Tanzveranstaltung das Outfit mit neuen Schmuckstücken ergänzt werden.
So wird der Souvenirverkäufer zum Herrenausstatter.

Bild 149: Herrenausstatter​


Es haben sich bereits Gruppen gefunden.
Hier tanzen und feiern die ersten Männergruppen.
Immer mehr Menschen strömen zusammen.
Das weckt auch die Aufmerksamkeit der Damenwelt.
Wer nicht selbst tanzt, lässt sein Motorkamel tanzen.
Der Fahrer dreht am Gasgriff.
Das chinesische Motorkamel zieht laut knatternd Kreise.

Bild 150: Knatter - knatter - Prötpröt​
 
1 Kommentar
joerghey kommentierte
Bild 147: Toilettenzelte
... gut, dass es kein Video mit Tönen und Gerüchen dazu gibt
 

Niger Tag 3-6: Gerewol​



Die am Vormittag angekommene Gruppe hat sich häuslich eingerichtet.
Die Männer bereiten sich auf die Tanzveranstaltung vor.
Sie haben sich in Schale geworfen.


Schminken​


Sorgfältig werden die Gesichter bemalt.
Es ist eine andere Volksgruppe.
Sie tragen andere Hüte und Gewänder.
Die Gesichter werden auch anders geschminkt.
Hier dominieren die Farben gelb und grün.
Ein gelber Streifen von der Stirn über die Nase zum Kinn ist das besondere Merkmal.

Bild 151: Letzte Vorbereitungen​


Bild 152: Schminken für Männer

Feierlaune​


Die Männer sind schon in Feierlaune.
Es herrscht eine ausgelassen Stimmung.
Es wird viel gelacht.
Kiboko ist vermutlich der erste Tourist aus dem Lager, der die neue Gruppe entdeckt hat.
Kiboko wird oft gebeten Bilder zu machen.
Den Wunsch erfüllt Kiboko gerne.

Bild 153: Mann in Feierlaune

Bild 154: Die Drei vom Tanzplatz


Bild 155: Scharfer Blick mit scharfer Brille​


Die Männer bilden Kreise.
Sie singen und klatschen im Takt.
Kiboko steht in der zweiten Reihe.
Die Männer sind hochgewachsen und mindestens zwei Köpfe größer als Kiboko.
Aber ein paar freundliche Hände schieben Kiboko in die Mitte des Kreises.




Bild 156: Tanzen - Singen - Klatschen​



Bild 157: Tanzkreis​



Die Kreise der feiernden Männer zerfallen.
An anderer Stelle bilden sich wieder kleine Gruppen. E
s kommen mehr Männer dazu.
Es entsteht ein neuer Tanzkreis.


Die Damen beobachten die feiernden Männer.
Eine junge Frau hat besonders viel Spaß und beobachtet Kiboko.

Bild 158: Ein Lächeln für Kiboko​
 
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