Eine Rezension unseres Community-Mitglieds Holger Pfromm
Ein ungewöhnliches Praxisbuch
Der großartige Reportagefotograf und Fotojournalist Gerd Ludwig stellt hier eine ungewöhnliche und einfache Verfahrensweise fürs Blitzen vor: Ein einziges Blitzlicht, dessen Leistung um Zweidrittel reduziert ist, wird mit der Kamera verbunden und bewusst fürs Motiv ausgerichtet. Das war es! Und der Rest? … den macht die Kamera mit ihrer ETTL-Funktion selbst. Kein theoretischer Überbau, kein manuelles Einmessen des Blitzlichtes und kein umfangreiches Equipment.
Ganz so einfach ist es im Detail dann doch nicht: Falls erforderlich werden Farbkorrekturfolie und portable Softbox eingesetzt sowie manuelle Kameraeinstellungen vorgenommen.
Anhand von rund 100 verschiedenen Beispielfotos stellt Gerd Ludwig seine Methodik vor. Es wird für jedes Beispielfoto die technische und handwerkliche Entstehung skizziert. Skizzieren bedeutet hier, dass der Autor keine tiefergehende Anleitung, sondern umfangreiche Hinweise gibt. Dem Autor ist es wichtiger, die Ausrichtung des Blitzlichtes sowie den zu erzielenden Effekt und die Farbtemperaturkorrektur zu benennen, als sich in die Scheingenauigkeit technischer Details zu verrennen. Diese wechseln eh von Sujet zu Sujet. Insofern zielt das Buch auf das grundsätzliche Verstehen und das Übertragen ab statt auf sklavisches Nachahmen.
Ein Großteil der technischen Erläuterungen erfolgt über Symbole, welche ein fest definiertes Set an möglichen Optionen umfassen. Dies erleichtert das schnelle Erfassen der wesentlichen Informationen, um zu verstehen, wie das jeweilige Beispielfoto entstanden ist.
Im Buch wird nicht auf die Handhabung von Blitz und Kamera eingegangen. Diese Kenntnisse werden vorausgesetzt. Nach meiner Meinung reicht es aus, die Herstellerhandbücher der Kamera und des Blitzlichtes gelesen zu haben, um die benötigten technischen Informationen zu erhalten. Ich persönlich finde es wohltuend, dass sich der Autor nicht in Materialbeschreibungen und theoretischen Grundlagen (z.B. Abbrenndauer) verausgabt, sondern sich auf das Wichtigste – den fachgerechten Einsatz des Blitzlichtes – konzentriert. Ein „Meisterkurs“ halt eben, wie es im Untertitel steht.
Eine methodisch-didaktische Reihung der Lehrbeispiele kann ich nicht erkennen. Noch ein Wort zu Ludwigs Beispielsbildern: Sie vermitteln eine wahnsinnige Nähe und Intensität. Auch fällt auf, dass sie mehrheitlich in Osteuropa (z.B. Ukraine, Russland) aufgenommen wurden, was ihnen in meinen Augen eine gewisse Exotik vermittelt.
Zielgruppe
Primär richtet sich das Buch an Reportage- und Streetfotografen. Aber auch Anhänger anderer Stilrichtungen wie beispielsweise der Urlaubsfotografie können davon profitieren.
Der Autor
Gerd Ludwig ist ein vielfach ausgezeichneter Reportagefotograf und Fotojournalist, der seit 1990 fest bei NATIONAL GEOGRAPHIC unter Vertrag ist. Er war der erste ausländische Journalist, der den havarierten Atomreaktor in Tschernobyl fotografierte. Diese Bilder gingen um die Welt. Mehrfach kehrte Ludwig nach Tschernobyl zurück und veröffentlichte schwerpunktmäßig zu den Veränderungen in den ehemaligen Sowjetrepubliken und zu den Folgen des Atomreaktorunglücks. Ausgezeichnet wurde er unter anderem 2006 mit dem Lucie-Award „International Photographer of the Year“ und 2014 mit dem „Dr. Erich Salomon Preis“ der DGPh. Hier geht es zu seiner Homepage.
Fazit
Aus den vorgenannten Gründen erhält der Fotoband von jeweils fünf zu vergebenen Punkten von mir in den Kategorien Inhalt, Lesbarkeit, Bilder, Kaufempfehlung und allgemeiner Eindruck jeweils die volle Punktzahl.
Gesamt ergibt dies 5 Sterne.
Die Daten
Gerd Ludwig. Minus 2/3. Reportage- und Straßenfotografie mit dem unsichtbaren Blitz – Eine Meisterklasse erschien am 29. September 2016 im dpunkt.verlag. 216 Seiten, komplett in Farbe, Festeinband. Auch als E-Book erhältlich.
ISBN: 978-3-86490-365-6
Buch: 39,90 Euro | E-Book 31,99
Hier gibt es verschiedene Leseproben.
Rezension: Holger Pfromm
Bewertung:
Ein ungewöhnliches Praxisbuch
Der großartige Reportagefotograf und Fotojournalist Gerd Ludwig stellt hier eine ungewöhnliche und einfache Verfahrensweise fürs Blitzen vor: Ein einziges Blitzlicht, dessen Leistung um Zweidrittel reduziert ist, wird mit der Kamera verbunden und bewusst fürs Motiv ausgerichtet. Das war es! Und der Rest? … den macht die Kamera mit ihrer ETTL-Funktion selbst. Kein theoretischer Überbau, kein manuelles Einmessen des Blitzlichtes und kein umfangreiches Equipment.
Ganz so einfach ist es im Detail dann doch nicht: Falls erforderlich werden Farbkorrekturfolie und portable Softbox eingesetzt sowie manuelle Kameraeinstellungen vorgenommen.
Anhand von rund 100 verschiedenen Beispielfotos stellt Gerd Ludwig seine Methodik vor. Es wird für jedes Beispielfoto die technische und handwerkliche Entstehung skizziert. Skizzieren bedeutet hier, dass der Autor keine tiefergehende Anleitung, sondern umfangreiche Hinweise gibt. Dem Autor ist es wichtiger, die Ausrichtung des Blitzlichtes sowie den zu erzielenden Effekt und die Farbtemperaturkorrektur zu benennen, als sich in die Scheingenauigkeit technischer Details zu verrennen. Diese wechseln eh von Sujet zu Sujet. Insofern zielt das Buch auf das grundsätzliche Verstehen und das Übertragen ab statt auf sklavisches Nachahmen.
Ein Großteil der technischen Erläuterungen erfolgt über Symbole, welche ein fest definiertes Set an möglichen Optionen umfassen. Dies erleichtert das schnelle Erfassen der wesentlichen Informationen, um zu verstehen, wie das jeweilige Beispielfoto entstanden ist.
Im Buch wird nicht auf die Handhabung von Blitz und Kamera eingegangen. Diese Kenntnisse werden vorausgesetzt. Nach meiner Meinung reicht es aus, die Herstellerhandbücher der Kamera und des Blitzlichtes gelesen zu haben, um die benötigten technischen Informationen zu erhalten. Ich persönlich finde es wohltuend, dass sich der Autor nicht in Materialbeschreibungen und theoretischen Grundlagen (z.B. Abbrenndauer) verausgabt, sondern sich auf das Wichtigste – den fachgerechten Einsatz des Blitzlichtes – konzentriert. Ein „Meisterkurs“ halt eben, wie es im Untertitel steht.
Eine methodisch-didaktische Reihung der Lehrbeispiele kann ich nicht erkennen. Noch ein Wort zu Ludwigs Beispielsbildern: Sie vermitteln eine wahnsinnige Nähe und Intensität. Auch fällt auf, dass sie mehrheitlich in Osteuropa (z.B. Ukraine, Russland) aufgenommen wurden, was ihnen in meinen Augen eine gewisse Exotik vermittelt.
Zielgruppe
Primär richtet sich das Buch an Reportage- und Streetfotografen. Aber auch Anhänger anderer Stilrichtungen wie beispielsweise der Urlaubsfotografie können davon profitieren.
Der Autor
Gerd Ludwig ist ein vielfach ausgezeichneter Reportagefotograf und Fotojournalist, der seit 1990 fest bei NATIONAL GEOGRAPHIC unter Vertrag ist. Er war der erste ausländische Journalist, der den havarierten Atomreaktor in Tschernobyl fotografierte. Diese Bilder gingen um die Welt. Mehrfach kehrte Ludwig nach Tschernobyl zurück und veröffentlichte schwerpunktmäßig zu den Veränderungen in den ehemaligen Sowjetrepubliken und zu den Folgen des Atomreaktorunglücks. Ausgezeichnet wurde er unter anderem 2006 mit dem Lucie-Award „International Photographer of the Year“ und 2014 mit dem „Dr. Erich Salomon Preis“ der DGPh. Hier geht es zu seiner Homepage.
Fazit
Aus den vorgenannten Gründen erhält der Fotoband von jeweils fünf zu vergebenen Punkten von mir in den Kategorien Inhalt, Lesbarkeit, Bilder, Kaufempfehlung und allgemeiner Eindruck jeweils die volle Punktzahl.
Gesamt ergibt dies 5 Sterne.
Die Daten
Gerd Ludwig. Minus 2/3. Reportage- und Straßenfotografie mit dem unsichtbaren Blitz – Eine Meisterklasse erschien am 29. September 2016 im dpunkt.verlag. 216 Seiten, komplett in Farbe, Festeinband. Auch als E-Book erhältlich.
ISBN: 978-3-86490-365-6
Buch: 39,90 Euro | E-Book 31,99
Hier gibt es verschiedene Leseproben.
Rezension: Holger Pfromm
Bewertung:
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| ISBN: 3864903653 |
