Foto Hirrlinger in Stuttgart ist dicht...

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Der Fotoladen, in dem ich kaufe, ist (vermutlich) nur der "Nebenerwerb" eines Fotografen bzw. der Nebenraum (obwohl es räumlich natürlich umgekehrt ist) eines Fotostudios.
Dort bekomme ich vom Chef Beratung, er gibt sein Fachwissen weiter (Fotogruppe) - und ich kann keine Kameras begrabbeln (zumindest nicht die, die mich interessieren, das mach ich bei Bedarf im großen Elektronikmarkt :p ).
Dafür ist er teurer als der Internethändler. Aber ich zahle gern etwas mehr für das, was ich dort zusätzlich bekomme - ab und zu ist das auch einfach nur ein Schwätzchen.

Aber der Trend ist klar und auch in anderen Branchen wahrnehmbar. Kleine Fachhändler haben es schwer.
Bücher: Amazon, Thalia oder Hugendubel. Der kleine Buchladen in der Altstadt, wo die Inhaberin die Bücher auch noch selbst liest?
Schallplatten (was ist das eigentlich?) und CDs: Amazon oder ein anderer Internetversand.
Staubsauger und Kaffeemaschine: Amazon, großer Elektronikmarkt oder das vierteljährliche Angebot beim Discounter.
Schuhe: Zalando oder Amazon ...
Gartenmöbel: Baumarkt, Gartenmarkt oder Amazon ...
Uhren und Schmuck: Amazon oder ...
...
 
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Öhem... also wirklich überzeugend ist das alles nicht. Sicherlich, ein Photostudio ausschließlich analog zu führen, ist reizvoll. Die Vorteile sehe ich ganz klar auf Seiten des Fotografen, sowohl im Spass an der Sache, als auch hinsichtlich der Nutzungsdauer des inzwischen spottbilligen Equipments. Bei diesem hier befürchte ich nach dem Besuch der Internetseite, dass der Herr mit modernen Medien völlig überfordert ist. Du würdest ihn nicht empfehlen, wenn Du ihn nicht kennen würdest, daher vertraue ich Deinem persönlichen Eindruck. Wenn ich allein nach der Internetseite urteile, würde ich auf schwere Persönlichkeitsstörungen tippen. Von der Sorte habe ich schon einige Fotografen kennengelernt. Besondere Parallelen zwischen Besagten sind Werbetexte, die an Verschwörungstheorien erinnern und kein einziges Foto, welches die beworbenen eigenen Qualitäten untermauert.
Ganz abgesehen davon, daß ich in den meisten Genres** die Unterschiede zwischen digi und analog auf esoterischer Ebene sehe, schneidet man sich auch einen gehörigen Teil Umsatz weg. Nämlich den Umsatz, den man mit jungen Erwachsenen / Familien / Pärchen macht, die sich ihre Fotos im Hochglanzladen direkt auf dem iMac ansehen wollen. Diese Läden schießen wie Pilze aus dem Boden und rechnen sich wohl ganz gut. Einen rein analogen Laden kannst Du nur noch mit einer Art Museum-Nimbus bewerben.

Wie gesagt, die Idee ist reizvoll. Aber unterm Strich ist es scheissegal. 25-Asa-SW-Aufnahmen kann man geil analog machen, aber den Fotos eines Portraitstudios siehst Du es kaum an, ob digital oder analog. Wenn man vielleicht von dem Umstand der Schärfentiefe einer Hasselblad absieht, die sich der Studioinhaber eventuell mangels Erfolg nie in digital leisten konnte. Ob´s die Klientel sieht, ist eine andere Frage.

** Wir brauchen uns nicht darüber zu unterhalten, dass ein guter und erfahrener Studiofotograf analog aus dem Effeff beherscht und nicht zuletzt dank der analogen Gutmütigkeit mitunter mehr Zeit spart als die sofortige digitale Kontrolle. Allgemein dürften wir uns darüber einig sein, daß analog nur bei extrem niedrigempfindlicher SW-Fotografie und bei der Dia-Projektion die Nase vorn hat und ansonsten in der Praxis hoffnungslos unterlegen ist. Auch wenn analog gutmütiger ist und und sich extremere künstlerische Stile vielleicht manchmal einfacher umzusetzen sind.

... und es gibt noch in einem kleinen Ort (nein, nicht in Gallien, eher nebenan) namens Detmold, in dem ein überzeugter Photograph Hochzeiten und Portraits gegen Geld zaubert, die mit voller Überzeugung nicht, nein, nie und nimmer, digital entstehen !

http://www.photosommer.de/

Geht es noch ? --- Ja, es geht noch !!! --- Aber es ist nicht einfach ! --- Aber es geht noch !!!
 
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... Bei diesem hier befürchte ich nach dem Besuch der Internetseite, dass der Herr mit modernen Medien völlig überfordert ist. Du würdest ihn nicht empfehlen, wenn Du ihn nicht kennen würdest, daher vertraue ich Deinem persönlichen Eindruck. Wenn ich allein nach der Internetseite urteile, würde ich auf schwere Persönlichkeitsstörungen tippen. Von der Sorte habe ich schon einige Fotografen kennengelernt. Besondere Parallelen zwischen Besagten sind Werbetexte, die an Verschwörungstheorien erinnern und kein einziges Foto, welches die beworbenen eigenen Qualitäten untermauert ...

Der lehnt digitale Medien ab, hat daher keine Erfahrung, möchte aber trotzdem eine Homepage haben.
Der Laden ( & Schaufenster ) von ihm hängt von vorne bis hinten voller eigener Aufnahmen.

... Ganz abgesehen davon, daß ich in den meisten Genres** die Unterschiede zwischen digi und analog auf esoterischer Ebene sehe, schneidet man sich auch einen gehörigen Teil Umsatz weg. Nämlich den Umsatz, den man mit jungen Erwachsenen / Familien / Pärchen macht, die sich ihre Fotos im Hochglanzladen direkt auf dem iMac ansehen wollen. Diese Läden schießen wie Pilze aus dem Boden und rechnen sich wohl ganz gut. Einen rein analogen Laden kannst Du nur noch mit einer Art Museum-Nimbus bewerben. ...

So ist es wohl - dabei mögen offenbar Großfamilien und Einzelpersonen mit Migrationshintergrund diesen Nimbus der Wichtigkeit, der bei "Knips, bumm, fertig" oft verloren zu gehen scheint. Außerdem hat er die Gabe, den Leuten ihre Wichtigkeit zu geben/zu lassen.
Die Überzeugung, das Richtige zu tun, mag kauzig erscheinen und ist sicher nur schwer aufrechtzuerhalten.
 
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Sollte der Fotograf tatsächlich ein richtig Guter sein, dann tut er sich mit der Internetseite keinen Gefallen. Zumal man für die Texte immer selber verantwortlich ist, und die tragen ihren Teil dazu bei.

Die durchaus positiven wie sympathischen Attribute mit denen Du diesen Mann beschreibst, hängen aber nur wenig von der Frage digital oder analog ab. Es sind schlicht Auftreten und persönliche Ausstrahlung und vielleicht das Ambiente, die das besondere "Event" ausmachen, wenn man dort als Kunde vor der Kamera steht.

Wenn unsereins mal die alte Spiegelreflex mit nem SW-Film in die Hand nimmt, sieht das gehörig anders aus. Die völlig andere Arbeitsweise des bedächtigen Fotografierens tut der Sache künstlerisch gut, die Kosten des Films auch. In einem Studio, speziell einem Portraitstudio sitzt i.d.R. jeder Handgriff. Vielleicht werden insgesamt weniger Schüsse gemacht, ok. Darüber hinaus halten sich die Unterschiede in Grenzen.

Ich will es aber nicht ins Negative ziehen, ich mag das Traditionelle. Nur eine vernünftige Internetseite sollte der Herr sich mal zulegen.
 
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