Die Praxisrelevanz des Rauschens


Timotheos

Sehr aktives Mitglied
Hallo allerseits! Angeregt durch diverse aktuelle Debatten zum Thema "Rauschen", habe ich im Archiv gekramt und nach D3x-Aufnahmen mit Einstellung "High-ISO" gesucht. Anschliessend habe ich mir diese Aufnahmen auf einem 27er Monitor im Vollbildmodus angeschaut und fand, dass es im Bild gar nicht so dolle rauscht wie hier im Forum in mancher Debatte. Eine echte Praxisrelevanz kann ich für mich jedenfalls nicht erkennen.

Gerne zeige ich Euch ein paar Bilder. Sie sind ohne jeden gestalterischen Anspruch und dienen nur zu Illustration der Debatte. Unter den Bildern ist jeweils der Link zur vollen Grösse, damit ihr die Bilder genau untersuchen könnt. Alle Bilder sind in CNX zum TIFF und in CS5 zum JPG geworden, nicht entrauscht und: Mir ist bekannt, dass es ein paar "heisse" Pixel gibt. Alle Aufnahmen ohne Stativ und die erste ist richtig verwackelt, was man aber erst beim Pixelpeepen sieht.


D3x, ISO 1600


D3x von T Dornbusch auf Flickr

Volle Grösse



D3x, ISO 3200


ISO 3200 von T Dornbusch auf Flickr

Volle Grösse
 
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jazzmasterphoto

Erfahrenes Mitglied
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Tim, Rauschen ist so ziemlich das überschätzteste Thema überhaupt.

Selbst von meiner D70, die im Vergleich etwa zur D300 bei 1600 ISO
wirklich gewaltig rauscht, sind immer tadellose Bilder gedruckt worden.

Nur zum Vergleich zu früher: klick hier!
Und staune über 30 Jahre technische Entwicklung ...

Beste Grüße,

Sven


.
 

Alfa500

Unterstützendes Mitglied
Und wenn man dann noch daran denkt, was vor gar nicht so langer Zeit mit einem 400 ASA Diafilm (eben nicht) möglich war...
Bzw. damals wurde das Korn eben zur Kunstform erklärt und alles war gut... jeder Mensch macht sich seine Hölle selbst und nicht wenige Forenten fühlen sich halt in der pixelpiependen-Iso-Rausch-Hölle sauwohl!:fahne:

Tschö
Christian
 

Hans-Peter R.

Administrator
Hallo Tim,

ich denke auch, dass es heutzutage eigentlich keinen wirklichen Grund mehr gibt, im Bildrauschen ein ernsthaftes, praxisrelevantes Problem zu sehen. Gerade auch in Kreisen, die sich nicht tagelang in Foto-Foren aufhalten und Testfotos knipsen habe ich noch nie eine negative Äußerung zum Bildrauschen gehört. Hinzu kommt, dass uns mit Noise Ninja, Noiseware, Photoshop, Lightroom & Co. Tools an die Hand gegeben werden. die zwar noch zu akedemischen Diskussionen hinreißen, aber im Prinzip alle Rest-Sorgen beheben.

Wenn überhaupt, dann sind IMO die einzige Ausnahme Aufnahmen (Portraits) von Personen bei sehr wenig Licht, wobei die Gesichter nicht formatfüllend, sondern relativ klein abgebildet werden (z.B. Konzertfotografie). Wir sind es wohl gewohnt, die Gesichtszüge anderer Menschen sehr genau wahrzunehmen (wahrnehmen zu wollen) und sichtbares Rauschen hindert uns die feinen Details zu erkennen, die wir gern erkennen wollen um den abgebildeten Menschen einzuschätzen. Gerade auch in diesem Punkt schießt man mit Entrausch-Tools gerne mal über das Ziel hinaus, weil diese zwar das Rauschen reduzieren, die verlorene Mimik aber nicht wieder in das Bild hinein zaubern können.

Ciao
HaPe
 

Tessar

Sehr aktives Mitglied
Vor Jahren haben wir mit TriX und Emofin gearbeitet, Korn war da, na und? Bildgestaltung und Bildaussage waren die zentralen Themen.

Wenn irgendwen das Rauschen der vorhandenen Kameras stört, der kriegt es mit einem 100% Gaussschen Weichzeichner weg:hehe::hehe:

Ich gehe bei meiner D700 gerne auf 3200 Iso, das ist noch weitaus dezenter als die besagten Bilder mit dem TriX. Häufig ist das Bild gar nicht anders zu machen, da bin ich froh über die Möglichkeiten der modernen Kameras. Klar wär ich scharf auf die D3s oder die D4, vor allem nach den Bildern aus dem Thread "Incredible India". Und Bilder ohne Rauschen find ich auch besser, aber was solls, aufs Bild kommt es an!

Gruß
Tessar
 

Jürgen Kuprat

Sehr aktives Mitglied
Für den Zeitungsdruck bestimmte Fotos nehme ich mit der D3 ohne mit der Wimper zu zucken auch mit ISO 6400 auf, wenns nötig ist. Lieber die Lichtstimmung erhalten und ein wenig Rauschen als kein Rauschen aber totgeblitzt.
Im Hallensport gehts sowieso oft gar nicht anders.
 

smiley

Sehr aktives Mitglied
Ich habe mich die letzten paar Monate durch meine Digitalphotos geklickt nachdem ich einen Sportphotography workshop vorbereitet habe.

Es ist wirklich so dass ich die digitalen Bilder aus 2003 - 2006 (d100, d2h, d200) heute nicht mehr sehen kann, wenn es ueber 800 iso hinausgeht und auch nur um 0,3 Blenden zu dunkel belichtet ist.

Ich denke, dass sich meine Sichtweise sehr wohl veraendert hat und das ist auch gut so.

Die heutigen Aufnahmen mit ISO3200 sind imho um klassen besser als die damaligen mit iso 800 aufwaerts.
 

Alfa500

Unterstützendes Mitglied
Die heutigen Aufnahmen mit ISO3200 sind imho um klassen besser als die damaligen mit iso 800 aufwaerts.
Das ist wohl so, aber grad beim Sport, also wenn die Bilder des Faustballturniers hinterher im Lokalteil des "Kleinen Lüner Anzeigers" hübsch gerastert auftauchen, tja dann hätte man vermutlich auch mit einer D1 fotografieren können... privat fürs Album sieht die Sache natürlich anders aus...
Tschö
Christian
 

Peter ST

Unterstützendes Mitglied
Es kommt drauf an.
Ich habe öfters im ACR Unterbelichtungen korrigiert und das Rauschen war sehr stark.
Mit DFine geht's recht gut aber je staerker man auf die Gesichter schaut - ist irgendwie wie geliftet- ausdruckslos.

Danke Tim - irgendwie befreiend in der Hype um die neuen Kameras.


Gruß
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:

shovelhead

Sehr aktives Mitglied
Ich bin erstaunt, wie einig man hier ist, dass das Alles doch gar kein Problem sei. Als ich vor einer Woche nach Amsterdam gefahren bin, um dort an einem Musik-Festival teilzunehmen, habe ich mir vorher die 2010er Aufnahmen davon angeschaut und entschieden: ISO 800 - und kein bisschen mehr!

Selbst die D90, an deren Hi-Iso Fähigkeiten bis vor 12 Monaten noch alle anderen DX Kameras gemessen wurden, produziert bei 1600 ISO so deutlich flachere, kontrastärmere Bilder, dass ich den Schritt von 800 auf 1600 nicht gehen wollte.
 

sam25

Nikon-Community VIP Member
Gerade Bild 2 zeigt doch sehr schön, dass "Rauschen" oder wie ich es gerne nenne, "die Körnung" ein unerlässliches Gestaltungsmittel eines wirksamen Bildes sein kann.

Was heute der Unterschied zu "früher" ist, dass "Rauschen" und "Unschärfe" nicht dem Mainstream unserer Sichtweisen entsprechen und entsprechend bewertet werden. Eigentlich schade.

Nach wie vor bin ich der Meinung, dass die Körnung ein Teil eines Ganzen ist. Sie ist abhängig vom gewollten Ausdrucks und soll als solches angeschaut werden. Die Körnung soll den genau gleichen Stellenwert wiederum bekommen, wie Schärfe/Unschärfe, Hell/Dunkel oder die Frage des Kontrastes. ;)
 

häuschen

NF-F "proofed"
Der eigentliche Punkt ist doch, dass es den direkten Vergleich ISO100/200 und ISO400-800 gar nicht gibt. Wenn ich mit ISO100 auskomme, nehm ich ISO100, wenn ich ISO1600-6400 brauche, nehm ich eben die. Dann gebe ich mich mit dem Ergebnis zufrieden, oder schmeiss das Bild weg.
Bewusst zu hohe ISO-Werte wählen, weil man Rauschen geil findet, so weit sindwa ja noch nicht, da müssen wir dann nen Rollsensor nehmen.
Edit ließ mich grad lesen, dass Sam dann doch schon so weit ist und das Rauschen als Körnung bezeichnet.:rolleyes:
 

Phönix

Unterstützendes Mitglied
Interessanterweise wollte ich früher nie über die ISO 400 meiner D200 hinaus gehen, weils mir unansehnlich schien. Seitdem ich parallel analog fotografiere, finde ich die Bilder gar nicht mehr so dramatisch. Was mich allerdings wirklich ärgert ist nicht das Rauschen, sondern die Dynamik, die ab ISO 400 arg einbricht. Die Farben sehen flau aus und Lichter und Schatten gehen extrem schnell verloren.
Wenn ich mir da mal Test-NEFs der aktuellen D4 oder auch D800 anschaue, dann muss ich schon feststellen, dass sich da einiges getan hat.
 

Hans-Peter R.

Administrator
Hallo,

Selbst die D90, an deren Hi-Iso Fähigkeiten bis vor 12 Monaten noch alle anderen DX Kameras gemessen wurden, produziert bei 1600 ISO so deutlich flachere, kontrastärmere Bilder, dass ich den Schritt von 800 auf 1600 nicht gehen wollte.
passt doch. Ich denke, das ist etwa das Maß, an dem man sich orientieren kann (je nachdem wie penibel man ist):

- bis ISO 800 bzw. ISO 1600 bei den modernen DX-Kameras,
- bis ISO 3200 bzw. ISO 6400 bei den modernen FX-Kameras

das sind Werte, mit denen man IMO leben kann, ohne dass man ständig ein Auge auf dar Rauschen werfen muss. Mit ISO (um die) 1000 kommt man gut durchs Fotografenleben. Ich habe zu analogen Zeiten ein einziges Mal einen 1000 ASA Film verwendet und das Ergebnis war nicht wirklich lustig. Da ist man mit einer D90 wirklich gut bedient. Und wenn es einfach rauschärmer sein muss, gibts die FX Kameras.

Ich denke, es ging dem TE wirklich um das praxisrelevante Rauschen, und nicht das Rauschen, das unserem kritischen 100% Crop-Blick standhalten muss. Und da ist die Praxis sehr viel entspannter als die Theorie ... besondere Situationen/Aufträge mal ausgenommen.

Ciao
HaPe
 

Timotheos

Sehr aktives Mitglied
Ich denke, es ging dem TE wirklich um das praxisrelevante Rauschen, und nicht das Rauschen, das unserem kritischen 100% Crop-Blick standhalten muss. Und da ist die Praxis sehr viel entspannter als die Theorie ... besondere Situationen/Aufträge mal ausgenommen.
Das trifft den Nagel auf den Kopf. In meiner täglichen Praxis ist die Bildbetrachtung auf "Bildschirmgrösse" der Normalfall. Rauschen ist in diesem Fall bedeutungslos. Für mich ist die Debatte um dieses Phänomen daher erledigt.

D3x, ISO 3200


D3x von T Dornbusch auf Flickr

Volle Grösse
 
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