"Der Beruf Fotograf ist tot"

Thread Status
Hello, There was no answer in this thread for more than 30 days.
It can take a long time to get an up-to-date response or contact with relevant users.



Und wie sagt man im Ruhrgebiet:

Jetzt macht aber ma halblang … :cool:


Vieles von dem, was er sagt, hat seine Berechtigung.

Wenn ich sehe, daß eine bekannte Verlagsgruppe
ihre eh schon in neue Gesellschaft outgesourcten
Fotoredakteure nun per Schließung dieser Firma
und Gründung einer neuen zum Gutteil abserviert,
weil es genug Deppen gibt, die für 120 Euro pro
Tag plus extrem restriktives Fahrgeld sowohl Haut
und Haar als auch alle Rechte verkaufen, dann kann
ich nur noch heulen.

Einen extrem guten Fotoredakteur Mitte 50 mit zwei
kleinen Kindern hat es so schwer böse erwischt …
statt altem Tarifgehalt entweder nix oder 120 Euro,
falls denn einer Mitleid hat und ihm Termine gibt.

Abgesehen vom personlichen Schicksal auch ein
erheblicher Qualitäts- und Kompetenzverlust für
die betroffene Lokalredaktion und die Restleser …


 
Kommentar
Anzeigen
Erstmal jede Woche was abliefern das die Leute auch klicken. Das geht auch nicht einfach so im vorbeigehen. Man muss es nicht mögen, aber da steckt trotzdem ein ziemlicher Aufwand dahinter. Ansonsten gilt wie immer, nicht anschauen.

grüße,
Jürgen

Moin Jürgen
klar und unbestritten ist es ein gewisser Aufwand, auch wenn sie es vermeiden das
es so rüber kommt.... ist es ihr Job.Bei den Mengen an Videos die sie produzieren,
hätten sie für einen andren Vollzeitjob keine Zeit mehr.:)
und anschauen muss man sich diese "Werke" wirklich nicht:D
 
Kommentar
Aha, die Berufsphotographie ist also tot!?
Dazu Folgendes: Meine Tochter hat mir im August 2017 eröffnet, es soll im Juni 2018 geheiratet werden. (10 Monate später!!!)
Soweit so gut.
Überrascht hat sich mich damit, wie sehr ihre Planungen schon voran geschritten waren und wie akribisch sie sich darin zeigte.
Zum Thema Hochzeitsphotographen (ich bekam ein eingeschränktes Photographier-Verbot, ich solle ja mitfeiern und mich nicht den ganzen Tag mit Bilder machen beschäftigen und außerdem gehöre ich als Brautvater ja aufs Bild und nicht hinter die Knippse...) wurde es dann doch ganz schön eng.
Obwohl 10 Monate!! vor Termin war kein guter Photograph (10 angefragte Hochzeitsphotographen) mehr zu bekommen und der jetzt Gebuchte bekam sie auch nur, weil er ihren Termin notiert und eine frühere Reservierung storniert wurde!
Gute Photographen sind vielleicht selten geworden und damit meine ich die, die sich mit Bildgestaltung, mit Einfühlungsvermögen und sicher auch mit der Technik ihr Berufsleben lang beschäftigen. Und nicht die, die das Thema rein vom technischen Standpunkt aufziehen und keine Ahnung von den genannten Eigenschaften haben.
Ganz im Ernst, bis vor drei Jahren hatte ich das Thema als Nebengewerbe und hätte, alle Aufträge angenommen, gut davon leben können. Und noch heute bekomme ich reichlich Anfragen, die ein Wiedereinstieg problemlos möglich machen würde.

Also gute Photographen können heute noch sehr wohl ihr Auskommen finden.

Sicher nicht in der Reportage-Photographie, dort zählt nicht der einfühlsame Mensch, sondern der schnelle Knipser, der ne Kamera gerade halten kann aber diesen Bereich zähle ich schon lange nicht mehr zum Photographen-Leben! ;)
 
Kommentar
Ich glaube nicht dass das so einfach ist. Wie bei den meisten Geschäftseröffnungen geht den meisten erst ein Licht auf wenn nach einem Jahr das Finanzamt seinen Anteil will. Krankenkasse, Altervorsorge, Fahrzeug, Studio und sonstige Hardware, BG Beiträge etc. und noch viel mehr. Da muß der Hochzeitsfotograf schon oft Aufträge anschaffen gehen.
Ich finde der Wiesner hat das schon gut gesagt. Was die Internet Größen sonst so von sich geben kann aber nicht beurteilen weil ich selten so Filmchen anschaue. Es schafft keiner etwas nützliches zum Thema D810 und Sport oder Sigma 150-600 S und gute AF und OS Einstellungen in YouTube zu veröffentlichen. Man kann höchstens die "Vergleiche" ansehen oder wie man Kartons öffnet.
Lauter Schwachmaten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kommentar
Ja, Hochzeitsfotografen sind Saisonarbeiter. In der hellen Jahreszeit boomt es, der Rest ist mehr oder weniger Sauregurkenzeit. Womit diese Zeit finanziell überbrücken? Mit Klinkenputzen und ein paar gelegentlichen Passfotos gelingt es jedenfalls nicht. Schlussendlich wird die jährliche Rechnung unterm Strich gemacht. Zu analogen Zeiten war die Liste der laufenden Kosten halbwegs überschaubar, mit zunehmender Digitalisierung wird es jedoch schnell zum Fass ohne Boden.

Egal wie, Fotografen haben keine geregelten Arbeitszeiten und eine Erkrankung können sie sich als Einzelkämpfer schon gar nicht leisten. Ungeachtet dessen steht täglich ein auf, der es billiger oder schlimmer noch, sogar besser macht.

Zudem haben in der heutigen Bilderflut Fotos lange nicht mehr den Stellenwert wie vor wenigen Jahren. Und was die Pressefotografie angeht: so genannte Leserfotos werden von den Redaktionen über alles geliebt. Der Dumme hierbei ist wie so immer der hauptberufliche Fotograf ... :fahne:
 
Kommentar
Aber es scheint sich ja zu lohnen [emoji6]

Wenn die wenigsten mal zum Punkt kommen würden und nicht oft so Selbstdarsteller mäßig alles in die Länge ziehen würden.
...

Moin
nee das geht ja nun überhauptnicht:)
da ist die Selbstinszenierung wichtiger als eigentliches Wissen zu vermitteln:)

Schlimm finde ich diese Mischung aus Deutsch und Englisch.... so what....
:up::up::up::up::up:
ja wusstest du noch nicht "wir sind doch so värry internäschenel"
es wird nicht fotografiert sondern geshootet wer blitz denn heute noch :confused:
nein wir flashen
 
Kommentar
Wie bei den meisten Geschäftseröffnungen geht den meisten erst ein Licht auf wenn nach einem Jahr das Finanzamt seinen Anteil will. Krankenkasse, Altervorsorge, Fahrzeug, ... .

Mach ne Kneipe auf (hab ich bisher noch nicht geschafft), werde Anwalt (ja, ich habe gut gelebt, aber zuletzt in einem sch... langweiligen anderen Beruf) - da ist das dann eben alles so :
die Krankenkasse ist so teuer wie die Miete
das ist Selbstständigkeit - in jedem Beruf

<<man kann Beamter werden, oder sich als Lohnsklave irgendwo verdingen

entweder, Du willst selbständig sein und kannst auch Kohle verdienen, aber dann musst Du ackern und rackern - das ist in jedem Beruf so,

oder Du wirst eben Angestellter - da gibt es inzwischen auch kaum noch mehr Sicherheit, oder Beamter, dann kannst Du hoffen, von A13 bis A15 zu kommen . isses das ?

in meinem nächsten Leben werde ich Studienrat und heirate eine Lehrerin und in den Jahren werde ich dann OBERstudienrat - dann geht alles klar und sicher

der Rest des Lebens ist überall Glückspiel
 
Kommentar
in meinem nächsten Leben werde ich Studienrat und heirate eine Lehrerin und in den Jahren werde ich dann OBERstudienrat - dann geht alles klar und sicher

der Rest des Lebens ist überall Glückspiel

Moin Kay
ja das wäre eine Möglichkeit...

aber einfacher wäre es, im nächsten Leben
"Autotester auf youtube" zu werden,
dafür braucht es nicht viel.... du musst für ein 10 Minutenvideo
6 Minuten wie ein Affe vor der Kamera hin und her springen und
4 Minuten etwas über das Auto erzählen was du im Prospekt oder auf
Wikip. gelesen hast
 
Kommentar
aber nur wenn Klaus die Fotos macht

dem würde ich dafür diese olle Buttel gern in die Hand drücken

www.visualpursuit.de_47.jpg
 
Kommentar
Und was die Pressefotografie angeht: so genannte Leserfotos werden von den Redaktionen über alles geliebt. Der Dumme hierbei ist wie so immer der hauptberufliche Fotograf ... :fahne:


Zum einen stimmt das, aber oft fragt man sich auch ob es wirklich Pressefotogafen waren die die Bilder im Redaktionellen Teil gemacht haben. Hab da wirklich schon öfters zwei drei ...fünf sechs Tage nach einem Event qualitativ bessere Bilder von dem Event gesehen welche als sogenannte Leserfotos veröffentlicht werden, als die Bilder die es vom gleichen Event im Redaktionellen Bericht gibt. Und das mit qualitativ meine ich jetzt nicht in Bezug auf Bearbeitung oder so (denn das könnte man ja noch mit dem Zeitdruck und der Hektik entschuldigen), sondern auch schon alleine auf Bildaufbau etc. Und das obwohl die Presse in der Regel den besseren Standort hatte.

Gruß
Wolfgang
 
Kommentar
Man beachte dabei die Entlohnung für solch ein Pressefoto . Alleine schon An- und Abfahrt nebst eingebrachter Zeit vor Ort rechtfertigen die gezahlten Sätze häufig nicht. Geschweige denn eine Bearbeitung, die über 0815 hinaus geht.

PS: Manchmal frage ich mich, ob in der Summe überhaupt der gesetzliche Mindestlohn erzielt wird?
 
Kommentar
… Zu analogen Zeiten war die Liste der laufenden Kosten halbwegs überschaubar, mit zunehmender Digitalisierung wird es jedoch schnell zum Fass ohne Boden. …


Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich.
Oder wie der Engländer sagt: It's topsy-turvy … :cool:


Die Digitalisierung hat die Fotografie erst so richtig
billig gemacht - leider in jeder Hinsicht.

Früher war der Minimalaufwand ein KB-Film für
rd. 5 DM plus Entwicklung plus ein Print – macht
in Summe ohne Arbeitszeit etwa 8 DM fürs Foto.
Natürlich nur sw – Farbe war viel teurer …

Heute ist es total egal, ob ich ein Foto oder auch
tausend mache – die Speicherkarte kostet nur
ein einziges Mal etwas Geld. Und der digitale
Work-flow incl. Bilddistribution kostet von der
eigenen Arbeitszeit abgesehen, so gut wie nix.

Früher hätten mich 36 Bilder in Farbe bei 1600
ISO um die 30 DM gekostet – plus 3-5 DM pro
Dia-Duplikat, wenn man keine Originale an die
Kundschaft rausgeben wollte. Von technischen
Problemen wie WB etc. mal ganz zu schweigen.
Für die Distribution wurden dann entweder die
Kosten für Post-Expressversand oder aber ein
Kurierdienst fällig … ging echt ins Geld.

Zumindest dieser Posten ist von der Liste der
laufenden Kosten nahezu ersatzlos entfallen,
denn der Aufwand für ein Adobe-Abo ist im
Vergleich zu früher real lachhaft …


Und was das Fass ohne Boden anbelangt,
so würde ich das gerne erläutert bekommen.
Meine Telekommunikationskosten haben
sich z.B. in 20 Jahren de facto halbiert bei
gleichzeitig erheblicher Leistungssteigerung.



.
 
Kommentar
Ja, aber damalige Anschaffungen waren fast für die Ewigkeit und heute?

Also ich denke auch heute kann ein "guter" Fotograf noch mit 5-7 Jahre altem (oder noch älterem) Equipment problemlos seine Brötchen verdienen. Ich denke manch Hobbyist tauscht schneller sein Material gegen neues aus als viele Fotografen es tun.
Die Chemie zum Entwickeln (wenn es einer selber tat) war kurzlebiger als jede Speicherkarte oder Software heute.

Gruß
Wolfgang
 
Kommentar
Ja, aber damalige Anschaffungen waren fast für die Ewigkeit und heute?

Heute auch.
Man konnte sich damals Billiggeraffel für einsfuffzich kaufen oder Profigerät. Ersteres hält zwei Sommer, dann ist es kaputt. Zweiteres ist unverwüstlich.
Meine D3, das 17-35 und das 70-200 sind beinahe 10 Jahre alt und funktionieren wie am ersten Tag. Noch nie war eine Reparatur fällig. Hat aber auch einmal richtig gekostet.
 
Kommentar
Sven, Du hast dabei einiges vergessen: den Computer, die Software
und den Strom dazu, den Heimarbeitsplatz, und noch einige andere
Kleinigkeiten. …


Ah nä … :nein:

Computer (5000 DM) hatte ich schon 1985,
reichte genau für Texte und Verwaltung …

Dazu ein Fotolabor, was jede Menge an
Material verbrauchte und neben Strom
auch Wasser kostete. Das Zeug habe
ich noch, aber die Kosten sind futsch …

Ich bleibe dabei: Die Betriebskosten für
einen Fotografen sind drastisch gefallen.
Leider aber auch die Einnahmen …


.
 
Kommentar
-Anzeige-
Zurück
Oben Unten