ich hab das zuerst an einem Motiv versucht, dann mittels Focustestchart überprüft.
Pragmatischer ist sicher, gleich über das Chart zu korrigieren.... ist nicht wirklich schwer, könnte sogar Deinem Anspruch an einen Workshop genügen...
Vorraussetzung ist eben die Einhaltung der beschriebenen Vorgehensweise....
Mit dem Focuschart geht es sehr gut. Sehr nützlicher Link! :up: Ich habe mein 17-55er Objektiv damit eingerichtet. Das Chart habe ich auf Pappe aufgeklebt da es leicht gewellt aus meinem Drucker kam. Dann habe ich verschiedene Brennweiten mit Fokus-Adjust +/- 0 und max. geöffneter Blende getestet. Der Brennweitenbereich um 55 mm kommt mir sehr unkomliziert vor. Da ist mir kein Fokusfehler aufgefallen. Bei 17 mm dafür umso mehr. Daher habe ich mich bei der Justierung auf diesen Bereich konzentriert.
Beim Justieren habe ich einfach 41 Fotos (jede Einstellung von + bis - 20) durchgeknipst und mir alle Fotos gründlich bei 100 % angeschaut und verglichen. Mit dem Adjustment meiner Wahl (+4) habe ich anschließend noch einige Testbilder mit gleichmäßig in den Raum gestaffelten AA-Akkus gemacht. Und siehe da, auch die 55er Brennweite war hier schön scharf.
Kein normales fotografisches Aufnahmeobjektiv ist auf kurze Aufnahmeabstände/ große Abbildungsmaßstäbe hin korrigiert. Wenn überhaupt macht diese Test-Chart-"Optimierung" auf kurze Distanz nur bei ausgesprochenen Makroobjektiven Sinn. Mit Wohlwollen auch noch bei mehr oder minder symmetrisch aufgebauten Standardobjektiven. Sicher nicht bei Weitwinkelbrennweiten in Retrofokus-Konstruktion, Teles oder Zooms. Soweit kein richtig ordentlicher Front- oder Back-Focus vorliegt macht 's meiner Meinung nach wenig sinn.
Da wird wohl in manch einem auch der Heimwerker wach
Ich habe jetzt erneut meine Objektive getestet und dabei Motivabstände im Bereich der Nahgrenze und bei Unendlich berücksichtigt, ebenso wie verschiedene Blenden. Besondere Überraschungen gab es nicht, aber teilweise musste ich Kompromisse eingehen und entsprechend nachkorrigieren.
Damit der interessiert Leser mal sieht, wie das in der Praxis ausschaut.
ich habe meine D300 mit einem 70-200 und einem 17-55 "gepaart". Verfahren ähnlich dem, was oben beschrieben wurde (Testchart bei ca. 4 m Abstand).
Zunächst das 17-55 Objektiv: bei offener Blende und f=17mm sollte (wenn ich richtig gerechnet habe) von 2,2 m bis 18 m alles scharf sein. Mir ist nicht klar, wie jemand da einen "Verschiebe-Effekt" bei kleiner Distanz sehen will. Daher habe ich nur f=55mm angeschaut. Die Schärfentiefe beträgt rund 60 cm - Zielmarken müssen also etwa diesen Abstand haben (also z.B. bei 3,7m, 4,0m und 4,3 m). Das funktionierte auch gut - bei mir lag der Fokus etwas daneben - bei einem Korrekturwert von ca. +8 stimmte es.
Um die Mahner zu beruhigen: nach dieser Korrektur konnte ich bei Unendlich keinen Defokus feststellen - muss ich mir morgen aber nochmal anschauen. Offenbar ist der Korrektur-Algorithmus halbwegs intelligent.
Bei dem 70-200 Objektiv war ich schnell fertig: der Fokus stimmte wirklich perfekt - da braucht es keine Korrektur. Zum Test habe ich eine "schiefe" Testkarte benutzt, denn die Schärfentiefe bei f=200mm beträgt ja nur 4 cm.
Nun noch ein Gedanke zur Frage: soll man im Nahbereich korrigieren, denn dann könnte es ja in der Ferne nicht mehr passen. Ganz einfach: selbst wenn es so wäre - sollte ich dafür unscharfe Bilder im Nahbereich machen? Dann zur Not die Korrektur im Fernbereich abschalten. Aber (wie oben beschrieben) - ich habe diesen Effekt nicht gesehen.
Mal davon abgesehen: ich kann die verschiedendlich geäußerte Kritik bzgl. Sinn und Zweck der Korrektur nach meinen Tests allerdings trotzdem nachvollziehen: bei einem vernünftig Kalibrierten Objektiv braucht man sie nicht. Ich glaube nicht, dass ich mit der Korrektur +8 für das 17-55 Objektiv nun signifikant bessere Bilder mache, als ohne die Korrektur. Dafür ist die Verschiebung einfach zu klein. Aber es gilt nun Erfahrung zu sammeln. Wir werden sehen.