Coronavirus (war: CP+ 2020 wegen Coronavirus abgesagt)

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Wenn Ihr mal zur Ablenkung einen richtig schönen Viren-Film gucken wollt:

Outbreak – Lautlose Killer (1995) von Wolfgang Petersen. :lupe:

Kamera: Michael Ballhaus :smile: … Zur Story und zum Line-Up – klick hier!


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2 Kommentare
Georgie1956
Georgie1956 kommentierte
Schon mehrfach gesehen, Kino und TV. Absolut empfehlenswert! Mit Top-Besetzung: Dustin Hoffmann, Rene Russo, Morgan Freeman, Kevin Spacey (damals noch ohne Grapscher-Image ;)), Patrick Dempsey, Donald Sutherland
 
L
lebemann kommentierte
Der Film lief ja gerade im TV und ich musste schmunzeln, als die Meldung kam, dass die Bundeswehr bei uns im Kreis Gütersloh zur Hilfe eilt. Man sollte also den Flugverkehr am Himmel gut im Auge behalten....:cool:
 
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Update 20. Juni 2020

Germany
New Cases 19.06.2020: 482
Weekly average: 439
7 day incidence: 3,7
Rt: 1,95 (1,62 - 2,36)
Rt (RKI): 1,17 (vom 19.6., geglättet)
Forecast 17.07: 2108 (494 - 9005)
Alert Value A: 0,39 high risk

Screen Shot 2020-06-20 at 12.40.10.png


Austria
New Cases 19.06.2020: 48
Weekly average: 30
7 day incidence: 2,3
Rt: 1,24 (1,09 - 1,41)
Forecast 17.07: 28 (10 - 76)
Alert Value A: -0,10 moderate risk

Switzerland

New Cases 19.06.2020: 35
Weekly average: 25
7 day incidence: 2,0
Rt: 1,08 (0,87 - 1,34)
Forecast 17.07: 80 (15 - 421)
Alert Value A: 0,33 high risk
 
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Kommentar
Lageeinschätzung für Deutschland

Die Woche in Deutschland wird vom Clusterausbruch in Gütersloh dominiert (LK Gütersloh und LK Warendorf). Dieses Ereignis ist gemäß meines Modells Deutschland-weit relevant, der Alertlevel springt von "low risk" auf "high risk"!

Ich teile die Einschätzung meines Modells ("high risk") für Deutschland. Man könnte den hohen Alertlevel (A=0.4) als Artefakt des Clusterausbruchs von Tönnies abtun, den man schon unter Kontrolle bringen werde. Schliesslich sind die meisten Fälle bereits isoliert. Ich sehe das anders. Aus zwei Gründen:
  1. Die Amplituden der Clusterausbrüche steigen kontinuierlich an, nun zum sechsten Mal in Folge. In meinem Modell ist das super-gut zu erkennen, vgl. Grafik oben. Einige halten diesen Effekt möglicherweise für ein Artefakt sinkender Fallzahlen, aber die Clusterausbrüche werden absolut größer, treiben die Epidemie und irgendwann ist ihr Effekt durch die Arbeit der Gesundheitsämter eben nicht mehr einzudämmen (Ischgl-Effekt). Auf diesen Moment treiben wir aktuell möglicherweise zu. Der Tönnies-Ausbruch ist der erste, der in meinem Modell den Alertlevel der Peaks früherer Ausbrüche überschritten hat.
  2. Während die Lage in Gesamtdeutschland weniger dramatisch ist, haben wir drei problematische Bundesländer (vgl. Grafik unten aus dem RKI-Situationsbericht von gestern): Berlin, NRW. Sachsen-Anhalt. In diesen wäre der Alertlevel vermutlich very high risk, vor allem Berlin. Ich halte stärkere Gegenmaßnahmen dort für angemessen, die Bekämpfung der Cluster dort ist allein vielleicht nicht ausreichend. Diese drei Bundesländer müssen stärker in den Fokus genommen werden.

Screen Shot 2020-06-20 at 12.54.24.png
 
Zuletzt bearbeitet:
falconeye
falconeye kommentierte

Bin ich wirklich in der Beweispflicht?
Das hängt von deinem Anspruch ab, den Du an die Bildung deiner eigenen Meinung stellst. Kommen nur Vorurteile, stelle ich irgendwann auf Ignore.
 
falconeye
falconeye kommentierte
Mit Datum von heute (22.6.2020) weist das RKI neue Rekordwerte für R0 aus:
Rt (4-Tagesmittel): 2,76
Rt (7-Tagesmittel): 1,83

64% des 7-Tagesmittels stammt aus NRW+Berlin, diese beiden Bundesländer haben jetzt eine 7-Tages Inzidenz von jeweils über 10 erreicht, Neukölln 26, Gütersloh 264.

Wären NRW und Berlin "im sonstigen Durchschnitt", hätte DE z.Zt. ca. 250 neue Fälle pro Tag, statt wie jetzt, 520! Wäre ganz Deutschland wie NRW/Berlin, hätten wir täglich wieder 1300 neue Fälle!

Die Politik scheint der Meinung, das sei ok, da die Fälle ja auf wenige Cluster zurückgingen. Dieser Schein kann aber trügen. Bei inzwischen so vielen Fällen kann sich das Virus "unter dem Radar" ausbreiten, zumal die Bevölkerung vermehrt wieder sorglos agiert. Zwar wurde der Spargelernteausbruch in Bayern wohl tatsächlich folgenlos contained. Aber über Tönnies und Neukölln weiss man im Zweifel zu wenig, um das beurteilen zu können. Und dann gibt es ja noch Göttingen und Magdeburg. Ein klein wenig mehr Nervosität auf Seiten der Politik könnte muMn nicht schaden. Muss ja nicht gleich wie in Peking sein ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
häuschen
häuschen kommentierte
Wenn die beim Schlachter “ganz plötzlich“ mehrere hundert Fälle entdecken, dann laufen die Leute doch schon ne längere Zeit mit dem Virus herum. Grauenhaft.
 
Georgie1956
Georgie1956 kommentierte
.....und was macht die NRW-Landesregierung? Das was sie am besten kann... dummschwätzen....
 
falconeye
falconeye kommentierte
In den Kreisen Gütersloh und evtl. Warendorf kommt es vermutlich am Di zu einem Lockdown, was ich so lese. Schon 1553 positiv, Tendenz schnell steigend. 18% hielten sich nicht an Quarantäne, Familienangehörige noch gar nicht getestet, Ausbreitung im Kreis womöglich seit über einer Woche ... Auf Usedom wurde ein Ehepaar aus Gütersloh zur Abreise aufgefordert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die zweite Welle in den USA

In Bundesstaaten wie Florida oder Arizona steigen die Zahlen inzwischen schneller als zu Beginn der Epidemie, auch z.B. in Kalifornien steigen sie wieder. Inzwischen dominieren die Bundesstaaten mit zweiter Welle meine Statistik.

US
New Cases 19.06.2020: 29909
Weekly average: 24568
7 day incidence: 51,7
Rt: 1,13 (1,09 - 1,18)
Forecast 17.07: 50448 (37007 - 68772)
Alert Value A: 1,28 very high risk

Screen Shot 2020-06-20 at 23.53.38.png

Man erkennt die Trendwende.

In einem zweiten Post zeige ich noch die Kurve für Florida.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kommentar
Florida, USA
New Cases 19.06.2020: 3822
Weekly average: 2682
7 day incidence: 87,4
Rt: 1,51 (1,33 - 1,72)
Forecast 17.07: 46519 (17309 - 125024)
Alert Value A: 2,01 out of control

Screen Shot 2020-06-21 at 00.47.05.png

Florida hat 1/4 der Bevölkerung Deutschlands, d.h., Florida hat z.Zt. relativ bereits doppelt so viele Fälle wie wir zum Peak Ende März.

Der Risikobewertung meines Modells (offiziell "out of control" genannt) muss ich keinen Kommentar hinzufügen.

Ich sehe hier weitere Belastungen auf die Weltwirtschaft zukommen, da die USA aktuell wenig gegensteuern.

P.S. Ich lese die Anmerkung, dass die meisten der neu Infizierten in CA oder FL unter 30J alt seien, viele Infektionsorte sind wohl Bars. Daher wird sich dies vermutlich nicht sofort als humanitäre Katastrophe äussern. Aber dabei bleibt es ja nicht, es wird sich langsam mit dem Rest der Bevölkerung mischen :(
 
Zuletzt bearbeitet:
HaDiDi
HaDiDi kommentierte
Übrigens (2): Das Risiko in fleischverarbeitenden Betrieben wurde keineswegs übersehen.

:unsure: Ohh, dann ist es ja noch erstaunlicher, dass dieser Ausbruch erst entdeckt wurde, nachdem schon 25% der Belegschaft durchseucht sind. Ich kenne die Zielmarken des Gesundheitsamts nicht., aber für einen großen Risikobetrieb, wie Tönnies, sollte (für mein Verständnis) Monitoring und Testintervalle so organisiert sein, dass eine Durchseuchung von 0,5-1% auffällt, das wären bei Tönnies 35-70 Infizierte.
 
luckyshot
luckyshot kommentierte
@HaDiDi
Wenn ich mich richtig erinnere, waren es 24 beim letzten Test...
 
falconeye
falconeye kommentierte

Das R bei der Fleischzerlegung scheint eher so bei 6 zu liegen (weiss man jetzt - sage ich mal). Nach 12 Tagen hast Du also über 200 Infizierte. Und das, wenn Du alle 12 Tage 7000 durchtestest ...

Das ist alles nicht so simpel, wie ein Trump sich das vorstellen würde. Wie gesagt, Recherche ist your friend ;)

Die Lösung liegt im Umbau dieser Kühlhallen, mit mehr Luftaustausch (was klimatechnisch auch nicht so dolle ist). Und dann auch ständigem Dauertest der in Kühlhallen Beschäftigten.

P.S.
Wenn Deutschland hier schnell gute ("antiviral") Kühlklimatechnik entwickelt, wäre China wohl ein guter Kunde :)
 
Zuletzt bearbeitet:
falconeye
falconeye kommentierte

Mal sehen, ob Deutschland bei einer zweiten Welle weitere, großflächige, oder gar landesweite Lockdowns durchsetzt - ich glaube eher nicht.
NRW-Gesundheitsminister Laumann auf der PK gestern auf die Frage, warum auch im gesamten weniger betroffenen LK Warendorf ein Lockdown verhängt wurde: "weil bei Erreichen der 7-Tages Inzidenzgrenze von 50/100k" eben dies (wirksame Gegenmaßnahmen) unter den Ministerpräsidenten vereinbart wurde".

Das sind keine landesweiten Lockdowns, obwohl die Inzidenz jetzt auch im Nachbar-LK Hamm hochspringt. Sobald es das Ruhrgebiet erreicht, hast Du hier definitiv wieder einen großflächigen Lockdown. Hoffen wir, dass es dazu nicht kommt und es in Hamm oder spätestens Unna gestoppt wird.

Nur: die Bereitschaft zu erneuten Lockdowns ist vorhanden. Auch wenn es vorher sicher erst einmal zu erneuten Diskussionen käme. Und das scheint weltweit überall gleich, ausser der Dritten Welt und den USA. Und selbst im Falle der USA ist fraglich, ob sie den Kurs durchhalten können.
 
AnjaC
AnjaC kommentierte
Ja, Hamm habe ich auch gesehen. Und Paderborn hat auch mächtig Sch**** (einer unserer Söhne lebt dort, deswegen das Interesse). Der Kreis PB twittert:
" Angesichts des Ausmaßes des #Corona-Ausbruchs im Kreis Gütersloh haben wir eine neue Allgemeinverfügung auf den Weg gebracht: Alle Beschäftigten von #Toennies und deren Haushaltsangehörigen mit Wohnsitz Kreis Paderborn stehen unter angeordneter Quarantäne http://bit.ly/2YWvBqV "
 
Die Meldung des Wochenendes kommt für mich aber aus Göttingen, klingt irgendwie nach Absurdistan:


Ich stelle mir gerade vor, dass "Nichtthais" (foreigners) in meiner Wahlheimat thailändische Polizisten mit Gegenständen bewerfen würden, weil ihnen staatliche Anordnungen nicht passen....
 
1 Kommentar
bernhard64
bernhard64 kommentierte
:ROFLMAO::ROFLMAO: so einige Rädchen drehen bei uns mittlerweile unrund. Und je kleiner die Randgruppe umso mehr Applaus bzw. umso weniger Kritik erntet sie. Aber alles schön nachzulesen in Engels; Auf dem Weg ins Imperium (Vergleich Römische Republik vs. EU).
Staatliche Anordnungen sehen manche eher als unverbindliche Empfehlungen, die man je nach Gemütslage so oder so auslegt. Zugegeben mache ich das bei Verkehrsschildern auch manchmal ;);):cool: ansonsten aber gebe ich Caesar was des Caesars ist.
 
Bin ich wirklich in der Beweispflicht?
Ja, da du mit Vorwürfen und Unterstellungen nur so um dich wirfst, mit ernstzunehmenden Belegen aber mehr als sparsam bist. Mal muss die Wirtschaft schneller aufgesperrt werden, damit nicht noch mehr passiert, mal haben das die Amerikaner wieder nicht so gemacht, wie du es gemacht hättest, und nur deshalb geht es dort rund, obwohl die Wirtschaft relativ freie Bahn hat.

Ja, du solltest zeitweilig deine Behauptungen, du könntest alles besser, auch mit seriösen Quellen belegen. Welches Land wurde bereits nach deinem Ratschlag errettet? Es ist schon so, dass du auch ernsthafte Überlegungen und gute Ratschläge in die Diskussion wirfst. Vor allem, nachdem alles passiert ist. Nachher wissen auch wir es besser als zuvor, als noch niemand (außer vielleicht dir) wusste, was da überhaupt läuft, wie dieses Virus gebaut ist, was es auslöst etc. Ja,. es gibt Fehler, die gemacht wurden. Für mich ganz klar, dass in solchen Situationen auch Fehler unvermeidlich sind. Vor allem, weil in unseren Demokratien auch in Krisenfällen alles erst zerredet werden muss, und Maßnahmen daher immer später als nötig gesetzt werden. Aber es ist auch vieles richtig gemacht worden. Kann nicht sein, ohne deinen Ratschlag?

Sag zum Beispiel mal. was konkret ist da bei Tönnies schief gelaufen? Kein allgemeiner Rundumschlag, bitte, sondern konkrete, erwiesene Fakten. Du könntest Leben retten, würdest du vor den Vorfällen ernsthaft liefern, anstatt nachher den Balkon-Muppet zu geben. Denn gerade im letzten Fall scheint (außer für dich) noch sehr wenig wirklich klar. "Vorsorgliche Tests" alleine sind nur ein Teil der Lösung, vor allem, wenn (außer für den Stammtisch) noch nicht mal die Infektionswege völlig klar sind.
 
Zuletzt bearbeitet:
ernst.w
ernst.w kommentierte

da kann man schon zu dem Schluss kommen ( ohne Beweiskette) das da in dieser
Branche grundsätzlich nicht alles so läuft wie es sollte.
GRUNDSÄTZLICH immer, keine Frage. Aber das war nicht das Thema meiner Antwort auf seine Frage. Grundsätzlich kann sogar ich NACHHER leicht besserwissen. Ohne Belege, weil ohnehin NACHHER. Und dass vieles, was uns HaDiDi heute als "das hätte nie passieren dürfen", darlegt, bestreite ich gar nicht. Er wirft meinem Gemack nach nur viel zu viel mit Behauptungen um sich, die seine unendliche Weisheit belegen sollen, wir aber ohne Beleg ungeprüft "fressen" sollen.

Und wenn er dann schon fragt...
 
HaDiDi
HaDiDi kommentierte


Ich behaupte hier nichts, was ich schon vor Wochen/Monaten geschrieben hab. Einreisekontrollen mit Fiebermessen und Tests, großflächiges proaktives Testen und Masken in indoor und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Das sind auch keine unendlichen Weisheiten, sondern Basics.

Aber vielleicht bin ich ja auch nur naiv, ich hatte tatsächlich nach dem Westfleisch-Ausbruch bei den Behörden in NRW mit einem gewissen Lerneffekt gerechnet. Klar, mein Fehler, ich habe an mein Geburtsland wohl noch immer eine zu hohe Erwartungshaltung.
 
falconeye
falconeye kommentierte

Leider enthält dieser Artikel nur eine Meinung, keine neuen Informationen (ausser, das Tönnies nur zögerlich seine Auflagen erfüllt).
Tönnies hat (auf Anweisung des Gesundheitsamtes) prophylaktisch getestet und so den bis dahin asymptomatischen Ausbruch überhaupt erst entdeckt und gemeldet. Offensichtlich haben die Maßnahmen gewirkt, wenn auch nicht gereicht. Ich würde tatsächlich gerne erfahren, was genau da schief gelaufen ist und gehe davon aus, dass @HaDiDi sich einmal nützlich macht, sich und dann uns informiert. Die Zeit hat er doch in seiner Hängematte ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
hansolo22
hansolo22 kommentierte

Wer sich einen Fussballklub leisten kann der muss schon ordentliche Handelsspannen haben.
Und die kommen ja nicht von ungefaehr.
 
falconeye
falconeye kommentierte

Immer diese Gemeinplätze, hier, in diesem Thread ... :(
Das Vermögen von Clemens Tönnies macht mit 1.1 Milliarden ca. 1% des Umsatzes der 25 Jahre, die er das Ding leitet. Ein Teil steckt in Schalke, ein Teil kommt aus Steuertricks. Die Wurst zu 1,99€ könnte ohne das also tatsächlich 1,97€ kosten. Ich denke auch, die prekären Arbeitssituationen kommen daher ... Mann-o-Mann ...

Vielleicht aber ist es eher die Sparwut der Deutschen beim Lebensmittelkauf, wer weiss ...

Ich vermute, Clemens Tönnies ist kein Vorbild sozialen Unternehmertums, geschenkt. Aber immerhin hat er sich als eines von 5 Arbeiterkindern eines Metzgers da selbst hochgearbeitet. Bleiben wir dabei: wir suchen hier Fakten, keine Vorurteile.
 
Der Staat hat versagt ... hm ... würde ich gern glauben, weil ich mich gern über den Staat aufrege.

Ich habe selbst eine Firma und habe seit Corona kaum mehr Zeit zum Fotografieren. Ich habe das Glück, dass ich meinen Laden nicht schließen musste. Aber ich hatte von Beginn an das Gefühl, dass ich für die Gesundheit meiner Mitarbeiter sorgen muss. Und das nicht nur aus Sorge um die Mitarbeiter, sondern auch um meiner Firma Willen.

Meine Mitarbeiter verdienen gut genug, um sich eine eigene Wohnung zu leisten und Urlaub machen zu können. Manche leisten sich ein eigenes Auto, manche verwenden das Geld für andere Dinge. Ich führe fast wöchentlich Gespräche mit meinen Mitarbeitern, um sie auf das bestehende Risiko hinzuweisen, damit sie das Thema nicht aus den Augen verlieren. Ich habe die 1.500€ Abgaben freien Staatsbonus an jeden Mitarbeiter ausgezahlt (sie erhalten das Geld in drei monatlichen Raten), damit sie die Möglichkeit haben sich selbst zu schützen - eine Tatsache, die ohne Geld schwerer umzusetzen ist.
Ich habe die Unterbringung in der Firma erweitert, um mehr Platz zu schaffen und ich habe zwei Fahrzeuge gekauft, um die beengten Fahrgemeinschaften zur Arbeit ausschließen zu können.

Am wichtigsten sind mEn die Gespräche, um das Verständnispotential des Einzelnen zu erfragen und die Leute noch besser kennenzulernen. Ich weiß, wieviele Kinder sie haben, was sie in ihrer Freizeit tun und kann somit halbwegs einschätzen, wie hoch ihr individuelles Risiko ist.

Diese Maßnahmen kosten Zeit und viel Geld, sie mindern meinen Gewinn erheblich, aber sie geben Sicherheit und mir geben sie ein gutes Gefühl. Staatliche Hilfe, oder Unterstützung von Seiten der Berufsgenossenschaft? Gibt es nicht, brauche und will ich auch nicht, denn sowas verkompliziert die Sache nur unnötig.

Eine Firma wie Westfleisch, oder Tönnies könnte ähnlich vorgehen. Es gibt Sozialarbeiter und Übersetzer, die sich darum kümmern könnten. Man kann Fahrzeuge umrüsten, um die Infektionsgefahr zu minimieren, es gibt Containeranlagen um die Platzverhältnisse zu erweitern. Vieles davon wären einmalige Kosten, Einiges laufende Kosten - sowas muss man auf Dauer natürlich auf die Preise umlegen und am Ende müssen die Verbraucher das auch bezahlen. Wahrscheinlich kostet uns das Mettbrötchen danach 20% mehr, (von mir aus darf es auch gern das Dreifache kosten)

Sich als Firma hier auf staatliche Maßnahmen zu verlassen, sich als Staat als der Verantwortliche zu fühlen, ist mEn schlicht der falsche Weg. Will ich in der Wirtschaft weiter existieren, muss ich selbst handeln und die Maßnahmen selbst finanzieren. Bin ich finanziell nicht in der Lage, meine Mitarbeiter zeitgemäß zu behandeln und fair zu bezahlen, dann habe ich auf dem Markt nichts mehr zu suchen.

Dem Staat obliegt höchstens die Aufgabe all das zu delegieren und im Notfall auch mal zu fördern. Die Infrastruktur scheint aber zu stimmen. Kosten für Hygienemaßnahmen mindern den Gewinn und somit die Steuerlast, hier ließen sich natürlich Sonderabschreibungen als Fördermaßnahme einführen, wofür mir bereits Ideen vorschweben. Testkapazitäten sind wohl vorhanden, werden von den Firmen aber nicht genutzt.

Die Wirtschaft muss umdenken, denn die kann schnell reagieren und Maßnahmen umsetzen. Der Staat ist träge und kompliziert und mEn eben auch nicht zuständig.
 
5 Kommentare
Kay
Kay kommentierte
@häuschen

Nicht jeder hat (leider) so ein Verantwortungsbewußtsein.
Viele Menschen, Unternehmer, wie Privatleute, reagieren auf Anordnungen.
Man kann es an den Schildern an den Fenstern lesen : " Ab Samstag wieder erlaubt ... ". Da werden Vorschriften abgefragt und müssen eingehalten werden. (Foto folgt)
Mehr passiert nicht.
Ist der Amts-Schimmel müde ... warum sollte man dann ... " hier ist doch sowieso keiner krank " - häufig gehört.
Solidarität, Verantwortung, Bewußtsein und andere Gedanken sind doch alles Spinner ...
 
häuschen
häuschen kommentierte
Naja, die staatlichen Hygienevorgaben sind auf meinen Baustellen nicht einmal umsetzbar. Da werden Richtlinien für Großbaustellen gemacht, die für täglich wechselnde Baustellen schlicht nicht umsetzbar sind. Im Grunde müssten meine Jungs im Wohnmobil zur Baustelle fahren. Ich bin, trotz umfangreicher Änderungen, im Fall einer Infektion immer in der Gefahr Strafen zahlen zu müssen, weil ich irgendeine Verordnung nicht eingehalten habe.

Ich lege meine Priorität im Tiefbau - eine Branche, die von Hygiene so weit weg ist, wie der Motorsport vom Umweltschutz - darum auch nicht auf Desinfektionsmittel und Sauberkeit, sondern auf die Schulung des Verständnisses für die Sache. Mitarbeiter, die zufrieden sind, mental gepflegt und adäquat bezahlt werden, haben größere Chancen sich nicht zu infizieren, als der bettelarme, zum Maske tragen gezwungene Schweineausbeiner, der nach der Schicht mit seinen Problemen allein gelassen wird und sich aus Frust die Kante gibt.
 
Zuletzt bearbeitet:
C
Christian B. kommentierte
@Kay Es haben mehr Menschen ein solches Verantwortungsbewusstsein, als Du glaubst. Ich zähle jetzt nicht auf, was wir in unserer Firma alles unternommen haben und unternehmen, um alle Mitarbeiter und uns selbst gesundheitlich und wirtschaftlich am Leben zu erhalten, aber es ist ganz ähnlich wie bei @häuschen mit branchenspezifischen Unterschieden. Und ich höre und sehe ja bei meinen Mandanten, wie die das handhaben - in der Sache alle ähnlich. Sicher ein Grund, weshalb hier oben im Norden akut fast keine aktuellen Fälle vorhanden sind. Umso schlimmer ist es natürlich, wenn gerade Unternehmen wie Tönnies das alles zunichte machen.
 
häuschen
häuschen kommentierte
Für mich ist es unvorstellbar, ein Unternehmen anders zu führen. Die Zeiten, da Mitarbeiter beliebig austauschbar sind, ist lange vorbei. Und eben das ist der Hintergrund solcher Auswüchse. Haben 5 Bulgaren Corona, nehmen wir eben 5 Rumänen. Zicken die rum, nehmen wir halt Andere. Das war über Jahrzehnte die übliche Einstellung.
In meinem Gewerbe tummeln sich allerdings reichlich Betriebe, die das noch immer so handhaben. Aber diese Humanmaschinen, die keine besondere, intellektuelle Anforderung zu erfüllen haben, stehen auf dem Markt nicht mehr in beliebiger Anzahl zur Verfügung.
 
hansolo22
hansolo22 kommentierte

Mitarbeiter sind das hoechste Gut einer Firma - am Ende machen Menschen den Unterschied ob Hui oder Pfui.
Und das teuerste fuer eine Firma - ist es Qualitaetsprobleme zu haben - oder Mitarbeiter die aus Angst die Firmenleitung nicht auf Misstaende hinweisen - siehe VW.

Ich hab nur sehr wenige Mitarbeiter aber ein herzliches privates Verhaeltnis mit ihnen - was nicht heisst das Friede Freude Eierkuchen herrscht.
Wenn es Differenzen gibt werden die wie in einer Familie diskutiert - auch mal im Streitgespraech aber immer mit Respekt, nicht immer ohne Emotion - und wenn ich Fehler mache oder gemacht habe dann stehe ich auch dazu - ich bin nicht perfekt und hin und wieder schusselig.

Derzeit sind sie in Kurzarbeit - unseer Umsatz und Gewinnprognose ist um 2/3 eingebrochen.
Das was uebrig ist reicht wir koennen ueberleben brauchen keine weiteren Hilfen und wir haben Ruecklagen und das Firmengebauede ist unser und bezahlt.
 
Guten Morgen zusammen :)

Ich habe eben die beiden letzten Beiträge in diesem Thread inklusive der dazugehörigen Kommentare gelöscht. Der Grund: weder die Randale von Stuttgart noch Diskussionen über den Klimawandel sind Thema dieses Threads.

Es sind wichtige Themen, die auch mich beschäftigen. Hier allerdings haben sie nichts zu suchen.

Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche!
 
Kommentar
Jetzt live auf phoenix: Pressekonferenz des RKI zur aktuellen Corona-Lage!
 
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Reaktionen: Kay
falconeye
falconeye kommentierte

Lockdown wird für den gesamten Kreis Gütersloh angeordnet,
Danke für die Info, vgl. https://www.nikon-fotografie.de/community/comments/5153 - hier im Thread ist man immer schon etwas früher informiert :)

Allerdings ist ein Lockdown ohne Ausreiseverbot aus dem LK und dessen Durchsetzung kein Lockdown. Als die ersten Dörfer in Norditalien betroffen waren, hat man die abgeriegelt. Hat dann aber auch nicht mehr geholfen.
 
falconeye
falconeye kommentierte

Wer also am Freitag (Beginn der Sommerferien) in Urlaub fahren/fliegen will, kann das tun
Er kann es versuchen. Gestern hat Usedom Gütersloher Urlauber der Insel verwiesen ...
 
Kay
Kay kommentierte
AnjaC
AnjaC kommentierte
Ja, ich weiß, dass Du den Lockdown vorausgesagt hast, ich habs gelesen ;)

Laschet verkündete übrigens auch, es wäre das erste Mal überhaupt und tralala...man hätte noch keine Erfahrung damit - und hat damit schon mal einer etwaigen Dysfunktionaliät das Wort geredet. Ich erinnere mich an einige abgeriegelte Ortschaften zu Beginn der Pandemie, Tirschenreuth z.B. Da könnte man sich ja mal hinsichtlich der Erfahrungswerte beraten lassen so als MP....

Was die Touristen angeht: MV ist da sicherlich strikt. Aber wird das an allen Orten so sein? Wohl kaum. Ich höre auch z.B. aus Paderborn, dass Leute mit Kfz-Kennzeichen aus Gütersloh schräg angeguckt werden - ist halt ein Dienstwagen (nein, nicht von Tönnies!)
 
Georgie1956
Georgie1956 kommentierte
Ehrlich gesagt, ich habe Verständnis für MV. Die Anzahl an Infizierten ist sehr niedrig und die eigene Bevölkerung soll geschützt werden. Für die Touristen, die nun wirklich keinerlei Schuld an dem Chaos in Gütersloh tragen, tut es mir leid.
 
Mal sehen, ob Deutschland bei einer zweiten Welle weitere, großflächige, oder gar landesweite Lockdowns durchsetzt - ich glaube eher nicht.

Und schon verloren:
Landkreis Gütersloh ist dicht. Vorerst bis zum 30. Juni.
Alle Bewohner können sich kostenlos testen lassen.
 
4 Kommentare
HaDiDi
HaDiDi kommentierte
Sorry, aber dicht ist was anderes und hier handelt es sich nur um ein "lokales" SuperSpreadingEvent.

Ich sprach von großflächig, oder gar landesweit (mindestens ganz NRW).... das wird man auch in Deutschland aus wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gründen nicht mehr verordnen.
 
luckyshot
luckyshot kommentierte
Naja, aber genau das wurde doch als Strategie beschlossen - zunächst nur lokal auf Landkreisebene zu reagieren und nur bei Bedarf großflächig auszuweiten.
 
HaDiDi
HaDiDi kommentierte
Dann hoffen wir mal, dass der Virenaustausch mit den Nachbarlandkreisen nicht zu intensiv wird, weil "abgeriegelt" ist Gütersloh nicht.

Man könnte jetzt ja mal in der angrenzenden Kreisfreien Stadt Bielefeld großflächig testen, nicht auszuschließen, dass man dort auch schon einen Infektionsgrad von 50 Infizierten/100.000 Einwohner nachweisen könnte. Dann könnte Laschet auch Bielefeld lahmlegen. :cool: - Ich vermute mal, man will es gar nicht so genau wissen und testet dort noch nicht proaktiv.
 
AnjaC
AnjaC kommentierte
Du vermutest falsch. Es sind nicht nur in Gütersloh und den 3 betroffenen Ortschaften im Kreis Warendorf Tests angeordnet. Die betroffenen drei Regierungsbezirke arbeiten da zusammen und das angrenzende Niedersachsen (LK Osnabrück) macht auch Druck auf NRW. Selbst ein Herr Laschet - gerade ein Herr Laschet! - kann es sich jetzt nicht mehr leisten, nur das gerade eben nötigste zu tun. Das fiele dann auf ihn zurück - und er will ja schließlich Kanzler werden.
 
Laschet PK ...

... er betont mehrmals, dass alle Maßnahmen rein präventiv getroffen seinen, da der Virusübertrag in die Bevölkerung (="Nicht bei Tönnies beschäftigt") mit "nur" 24 Fällen ja klein sei. Allerdings wisse man es ja nicht genau, daher mache man den Lockdown, um das per Testung herauszufinden.

Nun, hört sich logisch an, ich habe das aber trotzdem mal überprüft - ihr kennt mich ja ...

Screen Shot 2020-06-23 at 14.04.10.png
Tägliche neue Fälle Kreis Gütersloh seit Mai ©RKI

Der Ausbruch am Ende ist Tönnies. Aber Anfang Mai gab es nur 0-1 Fall pro Tag, ca. 4 pro Woche. Das war eine 7-Tages Inzidenz von ca. 1/100.000, so wie in vielen anderen Landkreisen in D auch. Nur, dass die dort nicht wieder gestiegen ist. In Gütersloh schon. Vor dem Tönnies-Ausbruch war sie bereits erhöht:

Den Beginn des aktuellen Ausbruchs kann man ca. am 7.6. ausmachen, am 6.6. gab es nur 1 Fall. Aber in der Woche 17 Fälle, entspr. einer Inzidenz von 5. Die jetzigen 24 Fälle sind eine Inzidenz von 7. Es gibt also im Kreis auch ausserhalb von Tönnies einen klaren Anstieg der Fallzahlen, der nicht die Entwickluing in anderen Kreisen spiegelt. Hinzu kommt, dass z.B. am 19. Mai bereits 26 Fälle im Kreis Gütersloh bei Arbeitern eines anderen Fleischverarbeiters gefunden wurden (wovon interessanterweise tags darauf nur 15 in der RKI Statistik auftauchen ...). Der Virus trieb sich also im Kreis, vor allem auch unter Kollegen der Fleischverarbeitung, schon seit Mai herum. Tönnies hatte zu diesem Zeitpunkt vorsorglich alle 6000 Mitarbeiter negativ getestet. Der jetzige Virus-Eintrag bei Tönnies kommt daher mit höherer statistischer Wahrscheinlichkeit aus dem übrigen LK, als aus Rumänien oder Bulgarien (ca. doppelt so wahrscheinlich).

Ich kann daher nicht nachvollziehen, warum die Rede von "nur" 24 Fällen auf der PK war. Ich denke, diese Zahl ist eher hoch. Vor allem vor dem Hintergrund weiterer 1500 Fälle und unbekannter Dunkelziffer.
 
Zuletzt bearbeitet:
AnjaC
AnjaC kommentierte
Kay
Ach Kay, das waren noch Zeiten, als Alemannia (eine Saison lang...) mit Schalke in einer Liga spielte. Die hab ich sogar seinerzeit live vor Ort erlebt ;) Ich glaub, Laschet und Tönnies kennen sich eher aus anderen Begebenheiten.
 
falconeye
falconeye kommentierte
Nach Tönnies-Skandal der nächste Corona-Ausbruch in Fleischfabrik: Wiesenhof-Anlage bei Oldenburg betroffen
 
AnjaC
AnjaC kommentierte
Dazu Zitat von br.de:

"Auch bei einem Schlachthof im niedersächsischen Wildeshausen gibt einen Corona-Ausbruch. Ein Test von 50 Personen habe bei 23 ein positives Ergebnis gezeigt, teilt der Landkreis Oldenburg mit. "Dies ist ein erschreckendes Ergebnis. Wir werden nun entschlossen und zielgerichtet mit dem Unternehmen Maßnahmen durchführen, um die Verbreitung des Virus möglichst einzudämmen und die Ursachen entsprechend aufarbeiten", kündigte der örtliche Landrat an. Ab Mittwoch sollen alle über 1.100 Mitarbeiter des Schlachtbetriebes erneut getestet werden. "
 
AnjaC
AnjaC kommentierte
Die Infos zum Lockdown und weiteren Maßnahmen in Gütersloh zum Nachlesen:

 
falconeye
falconeye kommentierte

Als RKI oder Tönnies würde ich zwei Karten anfertigen
Das ist wohl geschehen ;)
Bundesgesundheitsminister Laumann betonte, in der gekühlten Zerlegehalle ist die Infiziertenrate 67%, Tönnies-weit aber nur 25%.
 
Prof. Drosten rechnet mit der "zweiten Welle". Durch die anstehende Urlaubssaison besteht das Risiko, dass sich das Virus aus den neuen Hot Spots landesweit verteilen könnte. Dann hätte "hammer and dance" in Deutschland nicht funktioniert.

 
3 Kommentare
gelenkpfanne
gelenkpfanne kommentierte
Seit wann zitierst Du Drosten? :cool:
 
falconeye
falconeye kommentierte
Drosten „rechnet“ nicht per se mit der zweiten Welle. Er sagt:
Natürlich hat man es in der Hand, das auch wieder in der Frühphase zu stoppen, wenn sich so eine zweite Welle ankündigt
Er sagt also lediglich, es wird uns nichts geschenkt. Und woher auch, das Virus ist doch nicht verreist ...
P.S.
Drosten zitiert man besser per Podcast, alles andere ist zwangsläufig verkürzt.

Aber das ist jetzt ohnehin irrelevant, er macht jetzt erst einmal bis Ende August Pause.
 
AnjaC
AnjaC kommentierte
"Drosten zitiert man besser per Podcast, alles andere ist zwangsläufig verkürzt."

Genauso ist es. Und wie leider so oft, haben die Schreiber bei der Welt einfach vom Spiegel abgekupfert (nix 2 Quellen etc...). Der Spiegel hat nämlich leider in seinem Teaser-Text und in den sozialen Medien in der ersten Version eine Aussage von Drosten so verkürzt, dass sie missverständlich war, was Drosten dann moniert hat, auch öffentlich auf Twitter. Der Spiegel hat sofort reagiert und überarbeitet, aber bis dahin hatten diverse Medien aus der Kategorie Welt, Bild etc bereits abgekupfert, statt selbst zu schreiben.

Echt - besser selber Podcast hören oder später das Transkript nachlesen.

Anmerkung des Spiegel:

Anmerkung: In einer ersten Version dieser Meldung wurde ein Zitat von Christian Drosten im Vorspann verkürzt wiedergegeben: "In zwei Monaten werden wir ein Problem haben", hieß es dort. Das vollständige Zitat lautet: "In zwei Monaten, denke ich, werden wir ein Problem haben, wenn wir nicht jetzt wieder alle Alarmsensoren anschalten." So stand es auch im Text , im Vorspann haben wir es nachträglich ergänzt.

Der Artikel im Spiegel:
 
Ich habe mir gerade mal den Internetauftritt der Firma Tönnies angeshen, dort heißt es auf der Startseite unter dem Stichwort Verantwortung
Tönnies bekennt sich zu seiner Verantwortung für Mensch, Tier und Umwelt und arbeitet kontinuierlich daran wirtschaftliches Handeln, nachhaltige Entwicklung und soziale Verantwortung in Einklang zu bringen.
Desweiteren sind die Aussagen unter https://toennies.de/verantwortung/nachhaltigkeitsthemen/arbeitgeber/ auch recht interessant :rolleyes:
 
Georgie1956
Georgie1956 kommentierte
Kay

Die Lust auf Bequemlichkeit geht mir aber völlig ab, wenn das Billigfleisch in der Pfanne wegen des hohen Wasseranteils nur kocht, aber nicht brät..... Dann lieber beim "richtigen" Metzger (zum Glück habe ich einen um die Ecke) das doppelte zahlen und genießen. Wenns einem zu teuer ist gibts nen genialen Trick: einfach nur die Hälfte Fleisch essen. Das ist gesund und schont die Tierwelt.
 
Tom#2
Tom#2 kommentierte
Zu 1)
Gebe ich dir Recht, dort besteht Nachbesserungsbedarf
Zu 2)
Wenn du den Hersteller, Abpacker hast mußt du halt weitersuchen mit Hilfe von Suchmaschinen, oder klicke mal auf Link zu der jeweiligen EV Nummer
Teilweise aber so aufwändig wie eine meiner Lost Place Recherechen :unsure:
 
Kay
Kay kommentierte


Hugo :D meint : Wir werden künftig eine arbeitslose Fachkraft vorschicken, die gegen Honorar essbare Ware sucht.
 
Furby
Furby kommentierte
Ich komme aus dem Bereich Landwirtschaft und bin oft überrascht wie naturfern und dekadent viele Mitbürger sind, entsprechend deren Kenntnisse und Wissen zur Lebensmittelproduktion. Dazu einfach nur ein paar Schlagworte:

Ich bin der Meinung, dass eine artgerechte Schweinehaltung betriebswirtlich nicht möglich ist. Mit dem dafür erforderlichen Personal- und Nutzflächenbedarf käme der Preis für Schweinefleisch fast an den für Kaviar und Trüffel heran. Gerade für die Schweine als intelligente und beseelte Lebewesen sind die Qualen der Haltung sehr hoch, nicht ganz so hoch wie bei konventioneller Massenhaltung, aber auch noch deutlich hoch auf Bioschweinehöfen. Artgerechte Schweinehaltung ist eine gesunde Kombination von großzügiger Stall- und Freilandhaltung, Fütterung mit natürlichen Produkten aus eigenem Anbau, bei der die Tiere deutlich langsamer wachsen und eine hofnahe "sanfte" Schlachtung ohne lange Transportwege.

Bei Bioprodukten kommen mir immer Zweifel, besonders, wenn sie in Supermärkten fast ebenso billig vertickt werden, wie konventionelle Produkte. Fans von Bionahrung sollten sich bei jedem Produkt kundig machen, was es mit dessen individuellen Biosiegel auf sich hat. Nur so weit: Es gibt eine Vielzahl von Biozertifizierungen und Biosiegeln, die sich kaum miteinander vergleichen lassen, wenn man sich da beginnt, tiefer zu informieren, tun sich Welten auf. Echtes Bio gibt es doch am ehesten auf den Höfen der Direktvermarkter, die Zucht, Mast und Schlachtung der Tiere selbst vornehmen und auch zu 100 % deren Futter anbauen.
Nicht alle Bioprodukte erfüllen solche Ansprüche. Besonders Bioprodukte aus sog. "Entwicklungsländern" haben ihre eigene Dynamik, man könnte hier ein Riesenfass aufmachen.

Corona wird in diesem Bereich - wie oben immer wieder anklang - dazu beitragen, dass die Zustände nicht besser werden.
 
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falconeye
falconeye kommentierte

einfach nur die Hälfte Fleisch essen
lol ich kaufe Fleisch nach der Menge tierischen Eiweisses (abzüglich Milch und Fisch), das ich benötige, mein BMI ist der gleiche wie mit 20. Die Alternative wäre weniger Bewegung, das kann es doch auch nicht sein ...
Und nein, veganes Eiweiß ist für mich kein vollständiger Ersatz und grasfressendes Almvieh ist auch keine so dumme Nutzung der Sonnenenergie.
 
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"Was wir brauchen, ist mehr Disziplin", sagt Cohen. "

Gilt m.E. für Deutschland auch. Das Beispiel Israel sollte uns zu denken geben.

Auch interessant:

"Als Infektionsherde erwiesen sich außerdem Schulen"

 
5 Kommentare
Sedlitzer
Sedlitzer kommentierte
Erfreulicherweise testet man dort aber auch mehr (auch ohne Symptome). Wenn das hier ebenso durchgezogen wird, dürften die Zahlen an erkannten Infizierten ebenso nach oben gehen.
 
luckyshot
luckyshot kommentierte
@Sedlitzer
Wie viele Menschen pro Mio. EW. wurden in Israel getestet?
 
gelenkpfanne
gelenkpfanne kommentierte
Deutschland 60,035/Mio. vs. Israel 93,925/Mio.
 
Sedlitzer
Sedlitzer kommentierte

Danke. Ich habs nicht so schnell wiedergefunden.
 
Ernie62
Ernie62 kommentierte
Ich verstehe die teilweise Sorglosigkeit nicht. Angefangen hat es mit nur einem infizierten in China und der hat Millionen auf der Welt indirekt angesteckt.
In Deutschland haben wir zZ ca 7000 infizierte Menschen - sind die nicht so schlimm wie der eine in China? OK, es gibt jetzt Sicherungsmassnahmen, aber die müssen strikt eingehalten werden. Sonst.......
 
Bei Webasto war ein (1) ursächlich Infizierter. Danach wurden infektionsketten abgeschnitten wie der Teufel und nach 4 Wochen waren insgesamt 13 Infizierte wieder gesunded. Deckel drauf.

Ich frage mich schon wie man die Infektionsketten von 1600 Infizierten abschneiden will?
Die Leute waren doch seit Wochen in Stadt und Landkreis unterwegs.
Seit Tagen wird herumgeeiert um einen Lockdown der über ein paar Wohnblocks hinaus geht zu verhindern.

Und jetzt will Armin Laschet seinen lieben Wählern den Urlaub ncht verbieten.
Damit tragen wir das Virus großflächig nach Deutschland und ins Ausland.

Prof. Drosten rechnet mit der "zweiten Welle".

Ich fürchte auch.

Es ist so traurig, dass handlungsschwache Regierungen in Kombination mit ignoranten Bevölkerungsteilen einen so guten (und teuer erreichten) Epedemie-Zustand wieder vergeigen.

Wie eine 6:0 Führung im Endspiel und dann gleicht der Gegner auf 6:6 aus.
 
3 Kommentare
falconeye
falconeye kommentierte
Ich frage mich schon wie man die Infektionsketten von 1600 Infizierten abschneiden will?
Ich gewinne der Sache positive Seiten ab.

Das ist ähnlich wie ein erfolgreicher Hackerangriff. Dieser führt in Folge zu besserer Antivirensoftware und mehr Vorsicht bei Umgang mit Mail Attachments etc. Also einem Schutzeffekt.

Ich hatte oben schon mal das Beispiel des trockenen Unterholzes und der Funken bemüht. Durch die Lockerungen ist das Unterholz zuletzt zu trocken geworden, die Funken richten wieder echten Schaden (Lockdown) an.

In Folge wird das Unterholz allgemein befeuchtet werden müssen, sprich, ein wenig der Vorsicht muss zurückkehren. Es geht ja nicht darum, eine Maske zu tragen. Sondern darum, dass der Infizierte eine Maske getragen hat, während er infektiös war. Und offensichtlich laufen da ja noch immer Infizierte herum, das haben jetzt wieder mehr verstanden. Solange ein Landkreis auch nur 1 Infizierten hat, muss der halt Maske tragen ... Diese Fehlinterpretation (ich selbst brauch die Maske nicht mehr) hatten wir ja auch schon hier im Thread.

Das ist unter dem Strich besser, als gar keine Funken. Und dann einem plötzlichen Funkensturm (Ischgl), den dann niemand mehr ohne Großfeuer aufhält, weil das Unterholz nicht befeuchtet wurde.

Falls wir eine zweite Welle tatsächlich vermeiden, wird sich Tönnies retrospektiv wohl als Weckruf und damit Glücksfall herausstellen.
 
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Wuxi
Wuxi kommentierte
Falls wir eine zweite Welle tatsächlich vermeiden, wird sich Tönnies retrospektiv wohl als Weckruf und damit Glücksfall herausstellen
Passiert dafür genug?
 
Georgie1956
Georgie1956 kommentierte
Das wissen wir (noch) nicht. Tatsache ist aber, dass viele in Politik und Bevölkerung den Weckruf nicht gehört haben :mad:
 
Pressetermine sind jetzt wieder häufiger...

seit 10 Uhr NRW-Landtag Live: Plenum: 94. Plenarsitzung vom 24.06.2020 (es geht gerade rund...)

13.00 Uhr Pressekonferenz der Bundesregierung zu aktuellen Themen, zu sehen auf phoenix, dort anschließend Berichterstattung über o.g. Sitzung des Landtages Nordrhein-Westfalen
13.30 Uhr Regierungserklärung des Hamburger Bürgermeisters Peter Tschentscher (SPD) im Livestream bei NDR
 
Kommentar

Ob das ein Einzelfall ist -ich glaube eher nicht- lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen.
 
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2 Kommentare
AnjaC
AnjaC kommentierte
Das ist blöd und mittlerweile sollte jedes Labor wissen, wie es geht. Genügend Unterlagen dazu gibt es. Aber ich finde einen falschpositiven Test immer noch hinnehmbarer als einen falschnegativen.
 
falconeye
falconeye kommentierte
Die Falsch-Positivenrate sollte in einem ordentlichen Labor unter 0.8% liegen, finde die Quelle aber gerade nicht wieder. Bei den Laboren gibt es wohl schwarze Schafe, aber die werden wohl besser. Positive werden i.d.R. später nochmal getestet, ist also nicht sooo schlimm.

Aber ... habe ich ja auch schon mal oben geschrieben ... das ist mit ein Grund, warum es nicht sinnvoll ist, die Testkapazität per Giesskanne auszuschöpfen. Schon jetzt, mit Kriterien für Tests, liegt die Positivenrate (die echte) bei unter 1%. Noch mehr Tests, und man bekäme hauptsächlich nur noch False Positives, müsste also alle Tests doppelt machen und hätte am Ende nichts gewonnen.

Und dann gibt es das berühmte Beispiel aus Ghana, wo die False Positives eher bei 50% zu liegen scheinen - ein Liebling der Aluhutfraktion. Ich würde eher sagen, ein Liebling der „Nicht jeder kann alles“ Fraktion ;) Wenn ich es richtig verstehe, kommen False Positives vor allem durch Verunreinigungen zustande.
 
4 Kommentare
falconeye
falconeye kommentierte
Danke.
Aber als Physiker bin ich ein wenig frustriert ... Man scheint auf der Jagd nach Anerkennung, nicht einem Therapeutikum (man sicht keinen Impfstoff, insofern ist der Arte-Titel falsch). Und einfach 3000 existierende Medikamente durchzuprobieren ist wohl auch kein Ansatz, den ich Spitzenforschung nennen würde. Da hat mich der Ansatz von Centivax, ein optimales Wirkmolekül (Virus-neutrailsierenden Antikörper) per Computersimulation zu entwerfen, schon mehr beeindruckt. Aber die brauchen dann halt klinische Tests.

Interessant auch, dass sie nicht verraten, welches der Medikamente da positiv aufgefallen war ...

Das Projekt ist nur eines auf einer Liste von 53 Covid Forschungsprojekten am Pasteur Institut https://www.pasteur.fr/en/all-covid...ojects/coronavirus-covid-19-research-projects . Da sind bestimmt noch andere Spannende dabei ;)
 
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AnjaC
AnjaC kommentierte
Stimmt. Arte hat in der Beschreibung des Videos auch auf die wirtschaftlichen Beweggründe hingewiesen. Ich habe das in meinem Text weggelassen, um keinen Bias zu setzen. Es gibt ja weltweit viele Projekte, die einen nach derzeitigem Stand mehr und die anderen weniger erfolgversprechend. Von diesem hier gibt es jetzt halt mal einen Bericht, von den anderen habe ich bisher keinen gefunden. Daher interessant. Und natürlich dürfen wir uns nichts vormachen: um einen Impfstoff oder ein Therapeutikum zu entwickeln, braucht es Geld. Forschungsmittel oder Investoren. Und damit jemand investiert, muss leider meistens die Aussicht bestehen, dass er damit am Ende auch Geld scheffeln kann. Unter dem Druck stehen auch all die Wissenschaftler, denen das eigentlich egal ist und die "nur" eine Lösung finden wollen.
 
Fraenker
Fraenker kommentierte
...Und damit jemand investiert, muss leider meistens die Aussicht bestehen, dass er damit am Ende auch Geld scheffeln kann. Unter dem Druck stehen auch all die Wissenschaftler...
Dieser Aspekt wird im Allgemeinen unterschätzt. Auch Wissenschaftler sind Menschen.
 
bernhard64
bernhard64 kommentierte

;) Statt „scheffeln“ könnte man auch wertfreier „verdienen“ sagen. Ist ja an sich nichts unanständiges, derzeit ... noch ... :cool:
 
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