Am 28. Feb. schrieb ich im Beitrag #78:
"An kompetenten Personal kann es nicht liegen. Wir haben zig Doktoranden in der Molekularbiologie, die mit RNA arbeiten können. Die kann man an 4-5 Zentren in Deutschland zusammenziehen, großzügig entlohnen und Manpower ist kein Problem. Testkits lassen sich auch in ausreichender Menge herstellen, es gibt in Deutschland zig Biotechbuden, die das können, wenn man entsprechende Urgent-Aufpreise zahlt. Eigentlich nur etwas Organisation und Kohle."
Das ist jetzt 3,5 Wochen her. War das nicht Zeit genug die Kapazitäten aufzubauen? Und noch mal, die Kapazitäten sind in Deutschland vorhanden, man muss sie nur (Thermocycler und Personal) zusammenführen.
Nein, das war nicht Zeit genug. Überleg mal, wo wir vor 3,5 Wochen waren und wie COVID-19 bzw. die Gefahr für D da beurteilt wurde. Es wurde ja mittlerweile auch zugegeben, dass man die Lage am Anfang nicht richtig eingeschätzt hat. Natürlich liegen da Versäumnisse, die wir jetzt aufholen müssen. Was nutzt es also, immer wieder darauf hinzuweisen, was anfangs schief gelaufen ist? Gar nichts, es schürt nur Wut und Angst.
Und es liegt nicht unbedingt an der Manpower! Zwei Beispiele:
1) Vor einigen Tagen gab es einen Fernsehbericht über ein Labor in D, dass normalerweise sehr effektiv arbeitet. Nun fehlten dem Gerät, das automatisch mehrere Tests gleichzeitig untersuchen konnte, aber die Pipetten, da rechtzeitig bestellte Lieferungen zwar produziert wurden, aber an irgendeiner Grenze festhingen. Die Mitarbeiter mussten also alle Proben manuell testen. Die Effektivität des Geräts konnten sie damit natürlich nicht erreichen.
2) Heute morgen las ich folgendes (Quelle br.de):
Labor lässt 2.000 Proben liegen
In einem Labor in Baden-Württemberg sind rund 2.000 Coronavirus-Proben liegengeblieben und müssen nun voraussichtlich zum Großteil wiederholt werden. Der privaten Einrichtung hätten für den Test notwendige Chemikalien gefehlt, daher seien die Proben nicht analysiert worden und nun zum Teil nicht mehr verwertbar, teilten das baden-württembergische Gesundheitsministerium mit.
Also nix Manpower und mehr Kohle - daran liegt es nicht.
Wie konnte es Südkorea schaffen, innerhalb weniger Tage hohe Testkapazitäten bereitzustellen?
Das kann ich nicht beantworten, führt uns hier aber auch nicht weiter.