.... weil in den Zulassungsstudien der Anteil der >65jährigen zu gering war, um valide Ergebnisse liefern zu können.....
@Tom.S erklärt es sehr präzise.
I. Es waren nur wenige der Studienteilnehmer über 65, so dass für diese Altersgruppe keine validen Daten vorliegen. D.h. aber nicht, dass Menschen dieser Altersgruppe keine, oder weniger IgGs als Immunantwort ausbilden, oder sich mit höherer Wahrscheinlichkeit nach der Immunisierung infizieren können. Ähnlich ist die Situation bei Kindern/Jugendlichen unter 16 Jahren.
II. Auch bei der Wirksamkeit läuft einiges durcheinander. Es wurde nicht regelmäßig der spezifische Antikörper-Titer nach der ersten und zweiten Spritze für jeden Studienteilnehmer bestimmt.
Es wurde auch nicht versucht, Menschen, etwa 10 Tage nach der zweiten Spritze mit einer definierten Virusdosis zu infizieren. (Klar, das geht aus ethischen Gründen nicht, im Tierexperiment (Affen) wird das aber gemacht.) So ein Experiment hätte natürlich eine ganz andere Aussagekraft. Wirksamkeitsdaten leiten sich nun von Menschen ab, die immunisiert wurden und sich danach zufällig irgendwo, irgendwie infiziert haben. Das dauert, bis man so (indirekt) die notwendigen Daten sammeln kann.
Durch die begleitenden Beobachtungen, parallel zu den Impfungen in Israel, bekommen wir langsam statistische Ergebnisse, die recht gesicherte Annahmen erlauben. Israel hat nicht nur das Impfen phantastisch organisiert, sondern fährt auch parallel ein tolles wissenschaftliches Beobachtungsprogramm, dafür drei Daumen hoch,


III. Was interessiert mich als Einzelperson, die sich impfen lassen will?
1) Mit welchen Nebenwirkungen muss ich bei den unterschiedlichen Vakzinen rechnen?
2) Schützt mich der (jeweilige) Impfstoff gegen eine SARS2-Infektion? Statistisch in meiner Altersklasse zu wie viele %?
3) Sollte ich mich trotz Immunisierung noch infizieren können, wie hoch ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einen schweren Verlauf von Covid kommt?
4) Wie lange wird der Impfschutz gegen SARS2 anhalten?
5) Wirkt das Vakzin auch gegen (zukünftige) Mutanten?
6) Können sich trotz Immunisierung in meinem Rachenraum noch SARS2 Viren vermehren und ich so andere infizieren, ohne selbst Krankheitssymptome auszubilden?
Das sind die wesentlichen Fragen, die ich mir stelle, bevor ich mich (wahrscheinlich irgendwann im März) immunisieren lassen. Bisher ist die Datenlage zu den einzelnen Vakzinen noch recht unbefriedigend. Ich rechne damit, dass die Daten in 5-6 Wochen zu BioNTech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca, Sputnik und den drei chinesischen Impfstoffen so ist, dass ich mich entscheiden kann.
Coronavirus: Wie wirksam sind die Impfstoffe aus China? | Wissen & Umwelt | DW | 27.01.2021
Aus meiner praktischen Laborerfahrung bin ich ein "Fan" von sogenannten Totimpfstoffen. Es wird eine größere und unterschiedlichere Population an IgGs gegen das Virus ausgebildet (weil es mehr Epitope gibt), so dass diese Impfstoffe letztendlich besser gegen Mutanten wirken könnten und möglicherweise einen längeren Langzeitschutz haben könnte.
Man wird sehen, wo die Vorteile der einzelnen Vakzine liegen. Bisher ist es zu früh, irgendein Vakzin zu präferieren, der Drops ist noch nicht gelutscht.