Bangladesch in vollen Zügen

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Glückliche Hühner aus bodennaher Käfighaltung #86


Unglückliche Hühner auf der letzten Reise (Zweitverwertung aus Portraits)
#87


Sehr unglückliches Huhn auf dem Weg in den Hühnerhimmel
#88


Gerupftes Huhn auf dem Weg in den Kochtopf
#89


Reihenhaus mit Freiluft-Einbauküche
#90


Mahlzeit!
Die Gleise dienen auch als Sitzmöbel für das Esszimmer
#91
 
Zuletzt bearbeitet:
Kommentar
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Bild 91 ist so, jedenfalls mich, Aussagekräftig für dieses Land und diese super Reportage.
Es immer wieder ein Erlebnis, wenn du neue Bilder einstellst.
Ich hoffe es kommen noch einige.
Als aktives UNICEF Mitglied ist das anschauen solcher Bilder immer wieder ein bewegender Augenblick und ich hoffe auch für einige andere Beobachter deines Beitrages.
Natürlich sind die Lock´s bzw. die Bilder der Züge auch super interessant.
( auch wenn ich mich persönlich mehr für Schmalspurbahnen, interessiere)

Vielen Dank fürs zeigen.
 
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Habe im Moment leider sehr wenig Zeit, aber für diese tolle Reportage nehme ich sie mir einfach jeden Tag! Vielen Dank dafür, am liebsten wäre ich dabei gewesen.
 
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Vielen Dank für das viele Lob.

Ich hoffe es kommen noch einige.

Es kommen noch einige Bilder.
Wir haben noch nicht mal Halbzeit.

Nach Deutscher Definition ist Meterspur Schmalspur.
In Indien ist Schmalspur allerdings mit 762 mm definiert.
Ob es noch 762 mm Strecken in Bangladesch gibt, ist mir aber nicht bekannt.

am liebsten wäre ich dabei gewesen.

Das Land ist ein Eldorado für Fotografen.

Organisiert wurde die Reise von Farrail, ein Spezialist für Eisenbahnfotografenreisen.

Durchgeführt wurde die Reise von Lonesome Traveler, ein Deutsch-Bengalischer Reiseveranstalter.

Dann gibt es hier noch eine Reihe Fotografen, die gerne Fotoreisen organisieren.
Hallo Sandra, Max und Rainer. :hallo:


Weiter geht es mit dem Reisebericht.
Obwohl ich mit zwei Knipskisten (D4 mit 24-70 und D300 mit 70-200) herumgewandert bin,
gab es keine brenzlige Situation.
Die Menschen sind auch hier sehr freundlich und neugierig.
Niemand ist abweisend oder böse.
Fast alle lassen sich auch gerne fotografieren.
Oft werden die bekannten Fragen gestellt (Which Country?).
Manchmal wird auch nach dem Grund der Reise gefragt,
da mich viele für einen Profi-Fotografen halten.
Nach dem ich ihnen erklärt habe, dass ich Tourist und Eisenbahnfreund bin,
und die schönen Eisenbahnen fotografieren möchte, waren sie noch freundlicher.
Noch ein paar Bilder von den netten Bewohnern der “Bahnsiedlung“.
Auch das Bild #3 vom Eingangsposting ist hier entstanden.
#92


#93


Mutter mit Kindern
#94


Viele Männer verdienen sich ihr Brot (oder besser Reis) als Träger.
Die Markstände und auch anschließende Fabriken müssen beliefert werden.
Die Rikscha kommt nicht über die Gleise.
Da müssen die Lasten getragen werden.
#95


Neue Stoffe für die Kleiderfabrik
#96
 
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Super Reisebericht mit klasse Kommentaren! Der thread holt einen mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und regt tatsächlich zum Nachdenken an...

Die Menschen haben andere Probleme, als z.B. die Randunschärfe eines
1500 EUR Objekives (14-24/2.8) and einer 3000 EUR Kamera (D800E) zu beklagen.

:up:
 
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Hallo Bernd,
klasse Hühnersession, geniale Fotos! Der Dreh- und Angelpunkt des Lebens scheint sich dort in 1. Linie um den Zug zu bewegen, da sich hier schneller potentielle Kunden finden lassen. Hattet ihr evt. auch einen Blick dahinter? Die Armut der Menschen, des Landes ist erdrückend, die Ursprünglichkeit würde mich allerdings bewegen, noch einmal in das übervölkerte Asien zu reisen.
Es ist faszinierend mit deinen Bildern auf Reise zu gehen. Weiter so, ich bin sehr gerne dabei.
VG
Marion
 
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Was mich immer wieder wundert, ist der Zustand der Kleidung und die ganze "Aufmachung". Gut, man sieht auf den Aufnahmen nicht jeden Staubkrümel, aber es ist schon erstaunlich, wie sauber diese Menschen wirken und wie "geputzt" gerade viele Frauen sind. Bei diesen Wohnverhältnissen ohne Waschmaschine, Trockner & Co. sollte das gar nicht so einfach sein und ein starker Wille, sich trotz aller Armut nicht äußerlich gehen zu lassen, gehört sicher auch dazu.
 
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Während des Bummelns über den Markt, sind auch ein paar Züge vorbeigefahren.
Bei den Zügen Richtung Dhakar gibt es noch viel Platz auf dem Dach.
#97


Die Züge in die Gegenrichtung sind voller.
Es ist Freitag und der Beginn des Bishwa Ijtema in Tongi.
#98


Dabei ist es manchmal schwierig freie Sicht auf die durchfahrenden Züge zu bekommen,
da überall Menschen unterwegs sind.
Die neugierigen Touristengucker machen aber bereitwillig Platz.
#99


So richtig voll werden die Züge aber erst am Sonntag.
Da sind wir natürlich auch wieder an der Bahnstrecke.
 
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Bangladesch hat eine sehr lange Tradition in der Fertigung von edlen Stoffen und Kleidern.
Schon vor der Kolonialisierung durch die Briten lebte Dhaka von der Kleiderfertigung.
Dhaka hatte bereits mehrere hunderttausend Einwohner.
Die Briten haben den Handel an sich gezogen und die Geschäfte nach Kalkutta verlagert.
Dhaka verarmte und verfiel.
Heute knüpft Bangladesch an alte Traditionen an.
Kleiderfabriken prägen das Stadtbild.
Die Fabriken werden immer wieder aufgestockt und erweitert.
Auch aus der Dachterrasse des obersten Stockwerks ragen Armierungseisen heraus.
Es ist die Basis für weitere Erweiterungen.
Wie weit die Statik das zulässt ist dann eine andere Frage.
Die Folge sind schwer Unglücke von einstürzenden Fabriken.
#100


Wir suchen für die Eisenbahnfotos einen erhöhten Standpunkt.
Ein Fabrikbesitzer gewährt und Zutritt zur Dachterasse seiner Fabrik.
Es geht durch das zentrale Treppenhaus.
Die Stufen sind ungewöhnlich flach.
Aber alle Produkte und Maschinen müssen hier hoch- und runtergeschleppt werden.
Das zentrale Treppenhaus kann bei einem Brand leicht zur Falle werden.
Deshalb gibt es in jeder Etage Löschmittel.
#101


Auf dem Dach finden wir auch paar Näherinnen bei der Pause.
#102


Auf dem Rückweg wage ich im Vorübergehen ein paar Schnappschüsse in die Arbeitswelt der Kleiderfabriken.
In jeder Etage gibt es ein anderes Bild.
Es werden Stoffe geschnitten, Kleider genäht oder auch neue Kleider gebügelt und versandfertig gemacht.
Es geht hier zwar eng zu, aber das Bild erinnert mich an unsere Industrieproduktion in den 50er und 60er Jahren,
als auch bei uns von vielen fleissigen Damenhänden Fernseher etc. hergestellt wurden.
Arbeitende Kinder sind hier nicht zu sehen.
#103


#104


#105
 
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Hi Bernd, so eindringlich und anschaulich Du die Reise schilderst, gespickt mit Details und Bonmonts - und natürlich mit sensationellen Bildern, so sehr macht sich in mir das Gefühl breit, daß ich mir die Reise eigentlich sparen kann. nur zurücklehnen im Sessel und genießen

Bild bald
Max
 
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Was mich immer wieder wundert, ist der Zustand der Kleidung.
Kleider machen Leute - nicht nur in Bangladesch, sondern auch in Afrika.
Die Menschen sind arm, aber stolz.
Saubere Kleidung und ein gepflegtes Äußeres gehören dazu.
Wo und wie die Kleidung gewaschen wird, werde ich im Lauf der Reise noch zeigen.
Oft stößt es auf totale Unverständnis, wenn ein "unendlich reicher" Tourist,
mit dreckigen und löchrigen Klamotten im Gammellook unterwegs ist.

daß ich mir die Reise eigentlich sparen kann. nur zurücklehnen im Sessel und genießen
Die Reise kannst Du Dir nicht sparen.
Bilder geben nur einen Bruchteil der Eindrücke wieder.
Du musst es einfach selbst erlebt haben.

Den Tag lassen wir im Zentrum Dhakas (Old Dhaka) ausklingen.
Ein Gewimmel von Rikschas ist in den Straßen und Gassen unterwegs.
#106


Bangladesch liegt im Delta vom Brahmaputra und Ganges und ist durch zahlreiche Flüsse und deren Nebenarme durchzogen.
Fähren fahren von Dahka in alle Landesteile.
Auch am Fähranleger herrscht reger Betrieb.
#107


Die Parklücken sind rar.
Die Einparktechnik haben sich die Bengalischen Kapitäne bestimmt von Französischen Autofahrern abgeschaut.
Da werden so lange die anderen Fähren geschubst, bis die Lücke groß genug ist.
#108


#109


Kleine Fähren ermöglichen das Übersetzen auf die andere Flussseite.
Wir fahren mit
#110
 
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Selten eine so gut fotografierte und mit Hintergrunddaten gespickte Reisereportage gesehen.:up::up:

Freue mich schon auf die folgenden Fotos und sachlichen Erläuterungen, die einen kleinen Einblick in eine fremde Kultur gewährt.

Danke Bernd

Grüsse
Jockel123
 
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Auch auf dem Fluss herrscht dichtes Gedränge.
#111


Wir passieren zwei von fünf Raddampfern.
Sie wurden zwischen 1912 und 1937 in Kalkutta gebaut.
Wegen ihrer damaligen hohen Geschwindigkeit wurde sie als „The Rocket“ bezeichnet.
Inzwischen wurde sie mit Dieselmotoren ausgestattet.
Zwei dieser „Dampfer“ stehen immer noch im Dienst und sind bei den Touristentouren in die Sundabans sehr beliebt.
Oben im Bug befindet sich die Veranda und Kabinen für die erste Klasse Passagiere.
Die erste Klasse Tickets sind aber wichtigen Personen (z.B. Politikern) vorbehalten.
Somit ist es sehr schwer an Tickets zu kommen.
Oft sind gute Beziehungen und „Under-table-fees“ erforderlich.
#112


Versteckt an einem Brückepfeiler ist im islamisch geprägten Bangladesch eine Werbung aufgemalt.
#113


Wir beenden die Rundfahrt etwas Flussaufwärts
#114


Unser paddelnder Kapitän hat sich eine Pause verdient.
#115


Mit dem Bus geht es zurück ins Hotel.
Unser Bus war aber etwas komfortabler.
#116
 
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Wir haben den 6. Reisetag.
Heute geht es nach Narayangj, südlich von Dahka.
Auch hier pulsiert das Leben.
Rikschas treten in Massen auf.
Einzelne Babytaxis und Autos quälen sich durch.
#117


Dazwischen sind aber auch Massen von Fußgängern.
Manche Menschen stechen aus der Masse hervor.
#118


Hier stehen wir auf eine ca. 1m hohe Verkehrsinsel direkt am Bahnübergang.
Wir schauen auf die Schienen.
#119


Dann kommt der Zug. Lok 2203 bahnt sich mit einem Regionalzug den Weg nach Dhaka.
Der Schrankenwärter mit der grünen Fahne hat alles im Griff.
Das Bild wurde um 12:19 Uhr aufgenommen.
#120


Eine Minute später (12:20 Uhr) ist der Zug durchgefahren.
Wo sind die Gleise?
#121
 
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Auch in Narayaganj sind die Gleise Einkaufszentrum.
Dann bummeln wir mal über die Gleise und schauen uns die Geschäfte an.
Obsthändler mit Weintrauben
#122


Der Gemüsehändler ist ein Spaßvogel
#123


Dieser Mann handelt mit Nudeln und anderen abgepackten Lebensmitteln
#124


Hier gibt es säckeweise Reis und Bohnen in loser Schüttung
#125


Und der freundliche Schuhhändler.
#126
 
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Und da kommt schon der nächste Zug.
Das Gemüse ist kunstvoll aufgeschichtet und lässt gerade mal so das Lichtraumprofil frei.
#129


Wir entziehen uns der Enge und suchen einen Platz mit mehr Übersicht.
In einem Wohnhaus führt eine Treppe nach oben.
Wir erhalten die Erlaubnis hoch zu gehen.
In jeder Etage hat das Haus einen anderen Baustil.
Ein typisches Zeichen des nachträglichen Aufstockens.
Zwischen den Etagen gibt es abgeschlossene Gittertüren.
Aber es findet sich immer jemand, der uns eine Tür aufschließt,
damit wir in die nächste Etagen kommen können.
Bei den Bewohnern der obersten Etage dürfen wir die Dachterrasse benutzen.
Die Menschen freuen sich über unseren Besuch.
Uns wird gleich Tee und Gebäck angeboten.
Ein paar von uns haben auch ein paar kleine Geschenke dabei.
Hier der Blick von oben.
Es kommt Lok 2203 mit einem weiteren Regionalzug auf dem Weg zum Endbahnhof
am Fähranlege von Narayanganj
#130


Unten im Getümmel angekommen fallen mir ein paar Rikschas auf.
Dieser hier hat ein großes Megaphon (oder schon Gigaphon) geladen.
Man hat den Eindruck, dass die Rikscha einen Schallwellen-Rückstoß-Antrieb hat.
Mit dem Gigaphon kann sogar der ohrenbetäubende Verkehrslärm locker überboten werden.
Damit finden auch Wahlkampfinformationen, Werbung und Koranverse Gehör.
#131


Die vielen Kleiderfabriken wollen beliefert werden.
Hier kommen die Stoffe
#132


Dann schauen wir uns noch den letzten Zug des Tages an,
bevor wir in Dhaka eine Werft beuchen.
#133
 
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Hallo Bernd,

fantastische Bilder hast Du uns von Deiner Reise mitgebracht!

Grüße,
Thomas
 
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In der Nähe von Sadorghat lassen wir uns an einen Bootsteg mit der Paddelbootfähre über den Buriganga übersetzen.
Im Hintergrund ist schon unser Ziel, eine Werft zu sehen.
Die Hammerschläge schallen uns über das Wasser entgegen.
#134


Mit einem ohrenbetäubenden Lärm werden hier Bleche bearbeitet und zu Schiffen zusammengefügt.
Mehrere Schiffe sind im Rohbau.
#135


Auch die Profile werden aus Blechen geschnitten und zusammengeschweißt.
Die Bleche werden mit Augenmaß und Vorschlaghammer gerichtet.
#136


Aus diesen Blechen wird dann die Schiffsstruktur hergestellt.
Schweißer mit Schutzbrille
#137


Schweißer ohne Schutzbrille
#138
 
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Wir setzen unseren Rundgang auf der Werft fort.
Die Bleche stammen von den Abwrackwerften in Chittagong.
Alte Schweißnähte werden mit Meißeln und Hammerschlägen zu Wülsten getrieben.
Anschließend werden sie weggeflext.
#139


Die Bleche werden zugeschnitten
#140

Und das Schiff damit beplankt.
#141


Hier wird in luftiger Höhe eine Rille in die Außenwand geschnitten.
#142


Der Kollege schweißt sie wieder zu.
#143


Im Laderaum wird auch gearbeitet
#144


Anschließend kommt der Lackierer.
Die Farbe wird mit dem Lappen aufgetragen.
Einfach mit der Hand und den Lappen in die Rostschutzfarbe eintunken.
Dann wird die Farbe auf dem Blech verteilt.
Der Kollege mit der Lizenz zum Pinseln sorgt dann für eine glatte Oberfläche.
#145
 
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