Auf der Achse des Bösen

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Danke Lydian, dass du mir (uns) gezeigt hast, wie schön mein Heimatland tatsächlich ist!!
 
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Land der Arier

Hier ist es notwendig, auf den Begriff "Arier" einzugehen.
"Arya-n" nannten sich Gruppen prähistorischer Nomaden, die sich seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. von ihrer Urheimat in den Steppen westlich des Urals in die zentralasiatische Steppe, nördlich des Kaspischen Meeres und des Aralsees, ausbreiteten. Die Arier traten nicht nur als Eroberer auf, sondern assimilierten auch die unterworfenen Völker. Für die iranischen Arier, die zu den Vorfahren der heutigen Perser, Paschtunen, Kurden und Balutschen wurden, wird die Einwanderung auf das 11. bis 10. Jh. v. Chr. datiert. Die eigentlichen Perser werden historisch zuerst bekannt als Unterstamm der Meder, die im 7. Jh. v. Chr. das assyrische Reich zerschlugen.

Dass wir auf unserer Reise immer wieder als Deutsche freudig begrüßt wurden und immer wieder betont wurde, die Iraner und die Deutschen seien als Arier verbündet, hat uns sehr irritiert, ist doch der Begriff "Arier" bei uns durch die perverse, historisch jedoch grottenfalsche Verwendung durch die Nationalsozialisten korrumpiert.

Ich denke, wir brauchen uns nicht zu schämen, wenn man uns als den Ariern zugehörig bezeichnet. Wie Du schon geschrieben hast, wurde die Bezeichnung Arier durch die Ereignisse während des dritten Reichs in den Schmutz gezogen.

Es gibt jedoch eine uralte Geschichte der Arisch-Russischen Tartaren. Auch hier hat der Begriff der Tartaren eine ganz andere Bedeutung, als uns in der Schule oder von den gebräuchlichen Wissenschaften gelehrt wurde.

Ich kann nur jedem wärmstens ans Herz legen, sich mit diesem Thema, das total unter den Tisch geputzt wird zu beschäftigen. Mir ist klar, daß es jede Menge Leute gibt, die mir dafür tausend Abers entgegenschreien. Egal. Ich bin ein freier Mensch und ich will wissen, wer genau ich bin. Und je lauter gewisse Leute schreien, desto näher bin ich an der Wahrheit.
 
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Auch von mir herzlichen Dank an Lydian für diese äußerst eindrucksvolle Reportage.
Du machst Dir viel Mühe mit den Inhalten, das resultiert ja fast in einem druckfähigen Text. Klasse!
 
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Yazd - Juwel in der Wüste

Das alte Handelszentrum Yazd liegt umgeben von hohen Bergen zwischen zwei Wüsten und ist mit heißen Sommern und eisigen Wintern einem besonders harten Klima ausgesetzt. Neben Schutz vor sengender Sonne bot Yazd den Händlern der ehemaligen Seidenstraße vor allem Zugang zu Wasser. Dies ermöglicht auch heute noch ein auf der Welt einmaliges System aus unterirdischen Wasserkanälen, Qanate genannt, die das Wasser von den Bergen in die Stadt leiten.


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Im Hintergrund die hohen Berge des Shirkuh.

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Die überkuppelten Häuser und überdachten Basare von Yazd erinnern an die Zeiten, als Marco Polo die südliche Seidenstraße bereiste und die Wüstenstadt mit dem Attribut "die Edle" versah. Hier sieht man den Basar von oben; im Hintergrund die Tekijeh Amir Chaqmaq, auf die ich später noch eingehen werde.

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Die extrem heißen Sommer und kalten Winter der iranischen Hochebene erfordern eine Architektur, die diesen Bedingungen gerecht wird. Wesentliches Merkmal dieser Bauweise sind die für Yazd so typischen Windtürme, Badgire genannt, eine Jahrtausende alte, natürliche Klimatechnik auf den Dächern der Häuser, die jeden noch so geringen Luftzug mit Hilfe eines raffinierten Belüftungssystems in den Wohnräumen verteilt. Teilweise befinden sich unter den Windtürmen im Inneren des Hauses Wasserbecken, die den Luftzug kühlen.
Obwohl Yazd ringsum von wüstenähnlichen Gebieten umgeben ist, fließt das Wasser aus dem 60 km entfernten Shirkuh-Gebirge (bis 4.075 m) so reichlich, dass auch ausgedehnte landwirtschaftliche Anbaugebiete bewässert werden können. Und sogar im Sommer bleibt genügend Wasser für öffentliche Springbrunnen, ohne die ein Stadtbild im Iran undenkbar ist.

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Wasser ist das Gold der Wüste. Im Stadtbild von Yazd trifft man des öfteren auf Statuen von Wasserverkäufern, die früher ihre Dienste anboten. Heutzutage stehen an vielen Stellen öffentliche Wasserspender mit Wasser von guter Trinkqualität.

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Die Altstadt von Yazd, aus Lehm und Rohziegeln gebaut, gehört zu den wenigen noch erhaltenen Rohziegelbauten der Welt und ist als Weltkulturerbe von der UNESCO anerkannt.

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An vielen Häusern sieht man zwei verschiedene "Klopfer": Die länglichen sollen einen tieferen Ton ergeben als die runden, die daher für die Frauen vorgesehen sind. Unser Guide beklagt, dass Touristen das immer ausprobieren möchten...
 
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Danke für diesen Thread.

Herausragender Begleittext und wunderbare Bilder!
Eine der schönsten Reportagen, die ich hier im NF-F anschauen und lesen durfte. Neben dem ganzen "Augenschmaus", wurde mir noch quasi nebenbei das Heimatland einer Arbeitskollegin anschaulich näher gebracht.

Ich hoffe, es geht noch etwas weiter :)


Viele Grüße, Jochen
 
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Ich hoffe, es geht noch etwas weiter :)

Danke für das Lob. Ja, es geht noch um einiges weiter, nicht zuletzt, da mich die bisher stets positive Rückmeldung motiviert, mich nicht ganz so kurz zu fassen. Zunächst hatte ich Bedenken, dass es zuviel Text wird und auch sonst zu umfangreich. Bezüglich Yazd wird noch einiges kommen, dann geht es noch kurz so richtig in die Wüste und über Tabas nach Naein und Kashan. Den krönenden Abschluss bildet "Nesfe Jahan", die "Hälfte der Welt", wie die Stadt Isfahan auch genannt wird.

Aber jetzt muss ich meiner Gattin in der Küche helfen....

Viele Grüße,
Stephan
 
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Auch ich möchte mich persönlich für Deine gelungene Reportage bedanken.
Wirklich sehr schöne Fotos und ich habe schon viel gelernt.
Bitte unbedingt fortführen!!
 
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Wir haben wieder ein wunderschönes Hotel. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Basar und wie in Shiraz wurde es in einem ehemaligen kadscharischen Herrenhaus eingerichtet. Paradiesisch. Teilweise haben die Zimmer eigene Innenhöfe...

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Hier der große Innenhof des Hotels , der auch als Speisesaal dient.
Zur Kaffeezeit wollen wir richtig schlemmen. Die Karte mit den verschiedenen Kaffee-Spezialitäten ist verheißungsvoll. Groß die Enttäuschung, als sich alles als Instant-Getränk „Made in Singapore“ entpuppt! Was lernt man daraus? Beschränke dich auf Einheimisches - Tee!

Anschließend gehe ich noch auf Foto-Rundgang, da ich in der baldigen Dunkelheit Bilder von den beleuchteten Moscheen und anderen Gebäuden machen möchte. Schon als ich vom Hotel auf die Straße gehe, fällt mir im Norden eine riesige braune Wolke auf. Sandsturm! Ich entschließe mich, den Weg durch den überdachten Basar zu nehmen. Vergebens. Über die Lüftungsöffnungen ist er ist im Nu voll mit Sand und Gesteinsmehl. Die Leute reagieren sehr gelassen. Manche schließen ihre Läden, andere decken ihre Waren ab. Trotz allem gehe ich zur Freitagsmoschee und fotografiere. Unwirkliches Licht.

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Danach hatte ich einige Arbeit, den Sensor der Kamera wieder zu reinigen. Vollständig gelungen ist es mir nicht....

Nach dem Abendessen ist die Luft wieder rein und so wiederhole ich den Rundgang bei anderen Lichtverhältnissen.

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Viele Gebäude der Altstadt sind beleuchtet.

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In der Werkstatt, die sich hinter dem auf obigen Bild zu sehenden linken Eingang befindet, stellt ein Kunstahandwerker "Kashi" her, wie hier die Kacheln genannt werden.

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Hier nochmals die Freitagsmoschee mit dem höchsten Doppelminarett des Iran.


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Die Tekiyeh Amir Chaqmaq ist wundervoll beleuchtet. Als Moschee wird der Bau nicht mehr verwendet, lediglich an Ashura dient er als Kulisse eines Schauspiels.

Aschura (arab. von "aschara", zehn) wird der zehnte Tag des islamischen Monats Muharram genannt. Er bezeichnet das Ereignis des Martyriums Imam Husseins in der Ebene von Kerbala 61 n.d.H. Daran gekoppelt sind die an Aschura erinnernden, zehn Tage andauernden Trauerzeremonien. Das Ereignis von Kerbala besiegelte die Spaltung der Muslime in Sunniten und Schiiten.

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Auf dem großen Platz treffen wir viele Flüchtlinge aus dem nahen Afghanistan. Etwa 1 Million afghanische Flüchtlinge leben teilweise seit Jahrzehnten im Iran, vorzugsweise in den östlichen Landesteilen.
 
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Lydian,
ich kann mich den anderen nur anschließen:
Tolle Bilder, ebenso vielsagende Texte, die uns ein fremdes Land und eine fremde aber äußerst sympathische Kultur näher bringen.
Da solltest du echt ein Buchprojekt daraus machen.


Martin
 
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Seit über 2.500 Jahren gilt Yazd als Zentrum des Zoroastrismus, der ersten monotheistischen Weltreligion. Die Anhänger des Propheten Zarathustra verehren die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft. Im heutigen Iran sind sie kaum mehr als eine geduldete Randerscheinung. Das wichtigste Fest im Iran, das Neujahrsfest Nouruz, wird von Schiiten wie Zoroastriern jedoch gleichermaßen gefeiert.
Gleich nach dem Frühstück geht es zu den Türmen des Schweigens, damit wir dort nicht in der sengenden Mittagssonne herumlaufen müssen. Es gibt da so gut wie keinen Schatten.

Es ist etwas schwierig, auf das Gelände zu kommen (es ist ja auch keine Touristensaison) und so müssen wir den „Hausmeister“ aufsuchen, der uns ein Tor aufschließt.
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Er hat es dann auch auf die Titelseite meines Fotobuches gebracht.

Feuer, Erde, Wasser und Luft müssen vor Verunreinigung geschützt werden. Dem Feuer kommt als Symbol des Guten, des Lichts und der Reinheit eine besondere Bedeutung zu. Wegen ihrer Verehrung des Feuers werden die Zoroastrier auch – abschätzig - Feueranbeter genannt. Aus der Pflicht, die vier Elemente rein zu erhalten, ergibt sich der besondere Totenkult der Zoroastrier. Weil Leichen als unrein gelten, dürfen sie weder in Erde und Wasser bestattet noch verbrannt werden. Man setzte sie nach umfangreichen kultischen Zeremonien auf Türmen weit außerhalb der Dörfer oder Städte den Geiern aus.

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Nachdem diese das Fleisch von den Knochen genagt hatten, sammelten Priester die Gebeine ein, versiegelten sie mit Wachs und legten sie in kleine Felshöhlungen oder in Totenhäuser.

Ursprünglich wurden die Leichname einzeln an wasser- und pflanzenlosen, erhöhten Stellen auf Felsen abgelegt, die mit kleinen Mauern umgeben wurden. Diese Ummauerungen sollten verhindern, dass der Tote von Raubtieren gefressen wurde. Erwünscht war nur der Verzehr durch Vögel. Sie sollten die Seelen der Verstorbenen in den Himmel tragen.

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Die runden „Türme des Schweigens“, Dakhmeh genannt, die ganzen Gemeinden dienten, sind erst seit islamischer Zeit belegt. Heute gibt es diese Art der Bestattung nicht mehr, sie wurde 1970 vom letzten Schah aus „hygienischen Gründen“ verboten. Seither müssen auch die Zoroastrier die Toten in der Erde bestatten. Um dem Gebot des Schutzes der Erde vor Verunreinigung trotzdem zu genügen, werden die Verstorbenen in Betonwannen beigesetzt.
 
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Wir besuchen wir den Bagh-e Dowlatabad, Garten und Haus des ehemaligen Gouverneurs. Überragt wird das Haus aus dem 18. Jahrhundert von einem riesigen Windturm, einem Badgir.

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Vor einigen Jahren wurde er gekürzt, da er einzustürzen drohte, dennoch ist er mit 38 Metern Höhe weiterhin der höchste Windturm Irans.

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Der Luftzug unter seinen acht Zügen ist beeindruckend!

Der zweistöckige fast palastartige Bau ist ein weiteres Beispiel für die luftige, helle Profanarchitektur Irans.

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In der Mitte des sechseckigen achsensymmetrischen Palais befindet sich eine Halle mit einer wunderschönen Lichtkuppel. Deren Innenseite ist derart in feine Linien aufgelöst, dass man unter einer schwebenden filigranen Hülle zu stehen meint. Leider konnte ich mich zum Fotografieren nicht exakt darunterstellen, da sich in der Mitte ein tiefes Wasserbecken befand.

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Weiter geht es zu einer Henna-Mühle, wo wir den Arbeiter bestaunen, der sich alle ca. 4 Sekunden ducken muss, um nicht von der den Mahlstein drehenden Stange, die von einem umlaufenden Elektromotor angetrieben wird, erfasst zu werden.

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Nebenan im Lager werden die Produkte auch verkauft und so erstehen wir neben Henna auch einige Gewürze.

Wir bummeln durch die Gassen der Altstadt und treffen dabei einen Einheimischen, der uns weitere Ausblicke über das Dächermeer der Stadt ermöglicht.
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Wir haben noch ein erfreuliches Treffen mit Schulmädchen in ihren Uniformen. Die Schule ist aus und die Mädels stürmen auf die Straße. Da stehen aber Touristen, zwei von ihnen sind mit Fotoapparaten bewaffnet.....

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Mit Gekreisch stürmen zwei von ihnen zurück in die Schule.....

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Nachdem die kurzzeitige Scheu überwunden ist, umringen sie uns, wollen fotografiert werden und anschließend die Fotos auf dem Display sehen.

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Das iranische Schulsystem wurde nach französischem Vorbild aufgebaut. Es besteht eine achtjährige Schulpflicht. Nach der fünfjährigen Grundschule wechseln die Schüler in die dreijährige Sekundarschule, die wie die Grundschule mit einer Abschlussprüfung endet und deren Bestehen zum Übertritt in die Oberstufe oder in einen beruflichen Bildungsgang berechtigt.

Etwa 15 Prozent des Staatshaushaltes fließt in die Bildung; das ist mehr als in Deutschland. Die Analphabetenrate, die unter dem Pahlawi-Regime bei 55 Prozent lag, beträgt heute immer noch ca. 30 Prozent, da die Schulpflicht nicht alle Kinder in abgelegenen Regionen erreicht.
 
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Am Nachmittag, nach der größten Mittaghitze, besuchen wir die Freitagsmoschee. Obwohl es bereits 16 Uhr ist, hat es deutlich mehr als 40 Grad. Aber es ist trocken und daher ganz gut auszuhalten, wenn man regelmäßig trinkt.

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Die Freitagsmoschee ist das das bedeutendste Bauwerk der Stadt. Sie wurde auf einem Vorbau, der aus dem 12. Jh. stammt im, 14 Jh. errichtet. Die Minarette stammen aus kadscharischer Zeit, dem 19. Jahrhundert. Die Moschee gilt als das besterhaltene iranische Bauwerk des 14. Jahrhunderts.

Sie beinhaltet eine umfangreiche Verzierung mit aufwendig gestalteten und vielfarbigen glasierten Fliesen im Innenbereich und schönen Stuckarbeiten innen wie außen.

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Diese Stuckarbeiten datieren aus dem 14. Jahrhundert.
 
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Natürlich wird man immer wieder von Teppichhändlern zum Tee eingeladen. Zum Kauf fühlten wir uns jedoch nie verpflichtet und haben die Rückreise nur mit einem kleineren Gebetsteppich aus Balutschistan angetreten.

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Auch am späteren Abend sprudeln in der Stadt die Springbrunnen - an Wasser scheint es sogar jetzt, im Juli, nicht zu mangeln.

Die "Häuser der Kraft"

Die Wurzeln der Surkhaneh, der „Häuser der Kraft“, reichen zurück in vorislamische Zeit. Nach der arabischen Eroberung Irans durften die traditionellen iranischen Sportarten für eine gewisse Zeit nicht praktiziert werden. Im Laufe der Zeit passten sich die iranischen Traditionen jedoch der islamischen Kultur der Eroberer an. Die Sportler sollen nun Glaubensstärke und Loyalität gegenüber dem Propheten und den Imamen erweisen.

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Die verwendeten Gerätschaften dienten einst dem Training für den Kampf, so z. B. die 4 bis 40 kg schweren Holzkeulen und die bis 60 kg schweren Holzschilde.

Die „Surkhane" sind auch Orte, an denen gesellschaftliche Umgangsformen und Demut gelehrt werden. Unter dem kuppelartigen Gewölbe befindet sich der zentrale Platz des Raumes, in dem die tiefer liegende Arena, in der die Übungen durchgeführt werden, eingelassen ist. Darum herum sind Sitzmöglichkeiten für Zuschauer angeordnet. Die Sportler trugen ursprünglich nur eine Hose, seit der islamischen Revolution müssen sie ihren Oberkörper bedecken.

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Jede Übungseinheit beginnt entweder mit einem Lob des Propheten und Ali oder in weniger religionsorientierten Surkhanehs werden Geschichten aus der iranischen Mythologie z.B. dem Schahname, dem „Buch der Könige“, vorgetragen.

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Der in erhöhter Position sitzende „Morsched" oder Rezitator schlägt im Rhythmus der Übungen die Trommel, rezitiert religiöse Texte oder Verse aus Ferdowsis „Schahname“ und schlägt immer wieder eine Glocke.
 
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das Oasendorf Nayband...

...findet sich auf keiner vorgefertigten Reiseroute. Sucht man im www. nach Informationen über Nayband, findet man zwei interessante Aspekte: Eine längere Abhandlungen des Paläontologen Michael Hautmann zum Thema "Die Muschelfauna der Nayband-Formation, (Obertrias, Nor-Rhät) des östlichen Zentraliran" und man erfährt, dass die Gegend um Nayband, das Naybandan, als Schutzzone für die letzten asiatischen Geparde deklariert ist.

1976, während unserer großen Wüsten-Fahrt, kamen wir eher zufällig an einem wunderschönen Oasendorf vorbei. Es hat so große Eindrücke hinterlassen, dass wir jetzt einen mehrere hundert Kilometer langen Umweg auf uns nehmen, um es wieder zu besuchen. Unser Guide kann nicht recht begreifen, was wir da wollen. Die Fahrt von Yazd über Nayband nach Tabas ist schwierig. Es ist weit, die Routenführung unklar - mir jedoch, dass es ein anstrengender Tag werden wird.

Fotos von 1976:

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Bemerkenswert finde ich den Kontrast zwischen der westlichen Kleidung der Männer und der traditionellen der Frau.
 
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Um 8 Uhr sind wir bereit zur Abfahrt. Unsere Koffer stehen im Hof des Hotels. Der Guide hat jedoch gestern Kleider zum Waschen abgegeben und sie sind noch nicht fertig. Er muss nach ihr fahnden und bekommt sie dann völlig nass in einer Plastiktüte. Wir warten, bis das Nötigste halbwegs trocken und gebügelt ist; trotzdem zieht er eine recht feuchte Hose an.
Inzwischen lädt ein Hotelbediensteter den Koffer meines Vaters auf einen bereitstehenden Pick-up, der das Gepäck für eine andere Gesellschaft zum Flughafen bringen soll. Rettung gerade noch rechtzeitig! Die Hemden hängen jetzt im Bus und es kann los gehen.

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Bei Saghand biegen wir von der Hauptstraße ab. Über eine teilweise verwehte Nebenstrecke geht es auf eine neue Straße, die auf unseren Karten nicht verzeichnet ist. Führt sie in die gewollte Richtung? Irgendwo endet diese Straße und es geht auf ca. 20 km Schotterpiste zur Asphaltstraße nach Ravar. Auf einem Schild noch vor der Schotterpiste ist die Entfernung mit 75 km angegeben. Nach gefühlten 150 km erreichen wir Ravar. Vorher gibt es heftigen Disput um die richtige Richtung, dabei musste ich ganz schön energisch werden, damit wir nicht nach Kerman fahren. Orientierung ist nicht die Stärke unserer Begleiter.

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Weiter geht es durch die Dasht-e Lut. Wie oft sind die Farben und Formen der Landschaft faszinierend. Wenn doch nur das Wetter besser wäre!

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Der Wind wird immer heftiger und macht dem Fahrer schwer zu schaffen.

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Nach und nach bessert sich das Wetter. Wir erreichen Nayband, als der Wind aufhört und das Licht am schönsten ist! Da die Sonne bald untergeht und noch über 200 km bis Tabas, wo wir übernachten werden, vor uns liegen, leider nur kurzer Aufenthalt in dieser Traumoase.
 
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Die Dorfbewohner amüsieren sich wohl über die Fremden, die etwas gehetzt durch ihre Gassen stürmen.

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Bald erblicken mich drei Jungs und führen mich zu den schönsten Stellen. Einer von ihnen nimmt mich zeitweise an der Hand. Auch den Stolz des Dorfes – eine Kuh – zeigen sie mir.

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Hier werden Ziegen und Schafe gefüttert.

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Die Mädels führten die Damen durchs Dorf.

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Selten habe ich so fröhliche und aufgeweckte Kinder gesehen.

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Wir verlassen Nayband, gerne wären wir noch geblieben. Hier mal ein paar Nächte bleiben - das wär's! Aber es ist schon spät, die Sonne ist untergegangen, und wir haben noch 200 km bis Tabas vor uns.
 
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Da kommt meine ganze Jugend ins Bewußtsein.
Karl May mit: Der Shut, Durchs wilde Kurdistan, Kara Ben Nemsi, Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah, der heilige Mubarak usw.
Das ist natürlich totales Klischee, und das meiste wohl noch dazu falsch beschrieben.
Trotzdem habe ich diese 'Reisegeschichten' tief in mein Herz gepflanzt. Persönlich konnte ich leider noch nie in solche Länder reisen.

Vor allem die letzten Bilder des Hinterlandes sind extem schön.
Das leben muß dort sehr hart sein, aber die Landschaft ist wunderbar.
Außerdem mag ich die Menschen mit ihren offenen und freundlichen Blicken.
Natürlich kann man auf den Bildern die Freude sehen, die man seltenen Fremden entgegenbringt. Doch diese sichtbare Freude erschafft Verbindungen.

Wie anders schauen die Menschen drein und aus, die in Afghanistan, Irak, Palästina lange Jahre oder Jahrzehnte an Unterdrückung, Gewalt und Krieg erleben mußten.
Und ich denke, die Menschen dort lebten auch einmal in glücklicheren Zeiten.
 
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