Das
Wiener Vivarium präsentierte im Jahre 1889 den angeblich „letzte[n] Bartgeier, welcher in den österreichischen Alpen, und zwar im Jahre 1881 auf der
Rauchecke bei
Pfunds in
Tirol von einem Bauer gefangen worden ist. Ein scharfgezähntes Mardereisen, mit Fleischköder maskirt, hatte dem majestätischen Geierfluge für immer Halt geboten.“ Bei der Eröffnung des
Wiener Thiergartens am 17. August 1894 hat das Tier, „um dessen künftige irdische Ueberreste sich schon heute einige Museen bewerben“, noch gelebt, denn es zog dorthin um.
Die letzten Vögel wurden 1886 in der
Schweiz in
Visp, 1906 in
Österreich und 1913 in
Italien im
Aostatal erlegt. Ein letztes Nest wurde zerstört.
Bis heute kommt es noch zu Abschüssen der streng geschützten Vögel. 1997 wurde ein Schweizer Jäger, der ein für das Wiederansiedlungsprojekt wichtiges Weibchen abschoss, zu 10 Tagen Bewährung und 20.000
Schweizer Franken Geldstrafe verurteilt. Eine Reihe anderer Täter, die illegal Bartgeier abschossen, konnte nicht gefasst werden. In den Pyrenäen werden nach wie vor vergiftete Köder ausgelegt, die gezielt Bartgeiern gelten. Bartgeier fressen allerdings auch die Giftköder, die für wildernde Hunde, Wölfe oder Füchse ausgelegt werden, und verenden daran.
Auch werden nach wie vor Nester ausgenommen, um die Eier auf dem Sammlermarkt zu verkaufen.
Eine große Gefahr für Bartgeier geht auch von der von Jägern verwendeter
Bleimunition aus. Diese kann über die Nahrungskette von gefundenen Kadavern in die Bartgeier gelangen und wenn zu viel Blei sich im Körper ansammelt, führt dies zum Tod der Tiere. Um die Bartgeier und andere Beutegreifer zu schützen, setzt sich der Nationalpark für Munition auf Kupferbasis ein,
die Hälfte der Jäger in den umliegenden Jagdrevieren benutzt diese bereits.
(nur die Hälfte!)
Übrigens das gleiche Problen bei unseren Seeadlern
RG 67
_NZ94791 by
Robert Goppelt, auf Flickr
RG 68
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Robert Goppelt, auf Flickr