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RGZ_6570 by Robert Goppelt, auf Flickr



Seine Nahrung besteht zu etwa 80 % aus Knochen von gefallenen Tieren und Aas. Jungtiere sind noch auf Muskelfleisch angewiesen, erwachsene Tiere können sich fast ausschließlich von Knochen ernähren. Ein ausgewachsenes Tier benötigt täglich zwischen 250 und 400 Gramm Knochen. Bartgeier lassen die Knochen aus großer Höhe auf Felsen fallen, um sie zu zerkleinern und schlundgerechte Stücke zu erhalten.

Entdeckt ein Bartgeier einen Kadaver, kreist er erst eine Zeit lang über diesem. Landet er, macht er das in einiger Entfernung vom Kadaver und nähert sich diesem zu Fuß. Beute, die er nicht sofort verzehrt, bewahrt er in größeren Nahrungsverstecken in Horsten oder Ruhe- und Schlafplätzen auf.

Mit der Spezialisierung auf Knochen hat der Bartgeier eine Nahrungsnische gefunden, die ihm von keinem anderen Tier streitig gemacht wird. Er wartet daher auch geduldig ab, bis sich andere Beutegreifer wie Füchse, Wölfe, Bären oder auch andere Geier am Kadaver gütlich getan haben. Die spektakulären Verteilungsauseinandersetzungen, die man beispielsweise in der afrikanischen Savanne beobachten kann, wenn Geier zwischen Löwen versuchen, an Teile des Kadavers zu gelangen, kommen bei Bartgeiern nicht vor. Mit der Spezialisierung auf Knochen hat der Bartgeier sich durchaus eine nährstoffreiche Nahrungsquelle erschlossen. Knochen enthalten im Durchschnitt 12 Prozent Eiweiß, 16 Prozent Fett, 23 Prozent Mineralstoffe und 49 Prozent Wasser. Wegen des geringen Wassergehaltes der Knochen trinken Bartgeier häufig. Sie sind daher auf Frischwasserquellen in ihrem Lebensraum angewiesen und nehmen auch Schnee auf, um ihren Durst zu stillen.



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RGZ_7212 by Robert Goppelt, auf Flickr
 
2 Kommentare
Bettina
Bettina kommentierte
Eine traumhafte Aufnahme, jetzt stellvertretend auch für die anderen tollen Bilder in unseren Highlights zu sehen (y) (y) (y)
 
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Reaktionen: Kay
Robert Goppelt
Robert Goppelt kommentierte
Vielen herzlichen Dank, dass freut mich sehr.
LG Robert
 
Bartgeier verfügen über eine außergewöhnliche große Mundspalte. Ausgewachsene Vögel können bis zu 18 Zentimeter lange und 3 Zentimeter dicke Knochen unzerkleinert verschlucken. Noch größere Knochen werden jedoch vor dem Fressen zerkleinert. Im Unterschied zu anderen Geierarten verfügt der Bartgeier über recht bewegliche Greiffüße und spitze Krallen. Daher ist er in der Lage, die Knochen zu ergreifen, mit ihnen in die Luft zu steigen und sie aus einer Höhe von 60 bis 80 Meter fallen zu lassen. In einem Revier etablierte Bartgeier nutzen regelmäßig sogenannte Knochenschmiede, das sind Felsplatten von etwa 30 Quadratmeter Fläche. Auf diese Flächen lässt der Bartgeier den Knochen hinabstürzen, damit dieser zerbricht. Bartgeier sind dabei hartnäckig und lassen Knochen bis zu 40 Mal hinabfallen, bis sie endlich brechen.

Die Neigung, Knochen fallen zu lassen, ist Bartgeiern angeboren. Technische Fertigkeit erwerben sie jedoch erst im Laufe der Zeit. Sehr erfahrene Vögel lassen den Knochen erst nach dem Ansetzen zum Sturzflug los.

Die ausreichend zerkleinerten Knochentrümmer werden geschluckt und im Magen von der starken Magensäure des Geiers aufgelöst.


Leider war an unseren Platz keine Knochenschmiede.


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RGZ_7683 by Robert Goppelt, auf Flickr




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RGZ_8004 by Robert Goppelt, auf Flickr
 
Kommentar
In den Kolonien und am Aas ist die Art recht stimmfreudig. Bei Auseinandersetzungen mit Artgenossen geben die Tiere rätschende oder heiser keckernde Rufe wie „tetetet“ oder „gegegeg“ von sich, zischen oder fauchen. Bei direkten Attacken rufen ranghohe Vögel harsch gänseartig „kak-kak“, rangniedere Vögel reagieren mit schluchzenden oder glucksenden Lauten. Der von kleinen Jungvögeln beim Betteln genutzte Ruf ist ein glucksendes Piepen, größere Nestlinge rufen gereiht „gagaga“

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RGZ_0517_01 by Robert Goppelt, auf Flickr



Gänsegeier sind sehr gesellig und brüten meist in Kolonien, die mehr als 100 Brutpaare umfassen können. Die Paare verteidigen gegen Artgenossen nur den unmittelbaren Nestbereich. Die Balz besteht aus gemeinsamem Kreisen und „Tandemflügen“, bei denen ein Partner jede Flugbewegung des anderen Vogels kopiert. Gelegentlich nimmt das Männchen etwas Nistmaterial in den Schnabel und folgt dann während einiger Minuten dem Weibchen in der Luft.


Die Nester werden in Felswänden auf Bändern unter Überhängen oder in nach vorn offenen Nischen und Höhlen gebaut. Sie bestehen aus Stöckchen und Zweigen und werden mit grünen Zweigen oder Gras ausgelegt. Der Legebeginn fällt im gesamten Verbreitungsgebiet recht einheitlich in den Zeitraum Ende Dezember bis Ende März. Im Nationalpark Monfragüe in Spanien wurde beobachtet, dass Gänsegeier zunehmend Mönchsgeier verdrängen, indem sie deren Nester besetzen.

Das Gelege besteht nur aus einem Ei, das meist reinweiß ist oder selten kleine rotbraune Flecken aufweist. Eier aus Spanien messen im Mittel 92,0 × 70,1 mm, Eier vom Balkan sind annähernd gleich groß. Beide Partner brüten, die Brutzeit dauert 47 bis 57 Tage. Das Junge wird auch abwechselnd von beiden Partnern mit Nahrung versorgt, die im Kropf zum Nest gebracht und dort ausgewürgt wird. Der Jungvogel verlässt das Nest im Mittel nach etwa 135 Tagen, in Südeuropa etwa Mitte Juli bis Mitte August. Er wird noch einige Wochen von den Elternvögeln versorgt und wandert dann ab. Die Abwanderung erfolgt ungerichtet.


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RGZ_0606_01 by Robert Goppelt, auf Flickr
 
2 Kommentare
achim kostrzewa
achim kostrzewa kommentierte
Wart ihr nur an diesem Luderplatz, oder auch an einer der Kolonien? Teilweise schon zuviele Geier auf einem Bild...:dizzy::dance:
 
Robert Goppelt
Robert Goppelt kommentierte

Den ersten Tag im Ansitz, den zweiten Tag am Aussichtsplatz für Flugaufnahmen,
den dritten tag im Ansitz für Steinadler und am Abreisetag noch einmal 2 Std bei Sonne vom Aussichtspunkt für Flugaufnahmen, dann Mittags zum Ebro-Delta gefahren.
Schönes Wochenende. :)
 
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2 Kommentare
Wölkchen
Wölkchen kommentierte
Hilfe, ich bekomme Halsschmerzen, wenn ich mir die Bilder
in voller Größe auf Flickr ansehe.

Die Bilder mit den interessanten Informationen dazu, sind spitze. (y)
 
Robert Goppelt
Robert Goppelt kommentierte
Wir haben beobachtet, daß einer vier von den Knochennacheinander geschluckt hat.
Wobei er beim Letzten schon Verrenkungen nach rechts-links und vach vorn-hinten machen mußte, um die zu sortieren.
Danke für Dein Interesse. :)
 
Der Bartgeier trug über lange Zeit den Namen Lämmergeier, weil man in diesem Vogel einen Jäger von Lämmern und Gämsen sah und ihm sogar andichtete, dass er gelegentlich ein Kind davontrage. Noch Friedrich von Tschudi hielt nach der Mitte des 19. Jahrhunderts zu dieser Art fest:


„Im Urnerlande lebte noch 1854 eine Frau, die als Kind von einem Lämmergeier entführt worden war. In Hundwyl (Appenzell) trug ein solcher verwegener Räuber ein Kind vor den Augen seiner Eltern und Nachbarn weg. Auf der Silberalp (Schwyz) stieß ein Geier auf einen auf einem Felsen sitzenden Hütenbuben, begann ihn sogleich zu zerfleischen und stieß ihn, ehe die herbeieilenden Sennen ihn vertreiben konnten, in den Abgrund …“

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RGZ_2302_01 by Robert Goppelt, auf Flickr


Solche Schauergeschichten finden sich jedoch nur für den Alpenraum. Bartgeier sind Aasfresser, weshalb eine Bejagung lebender Tiere einschließlich menschlicher Kinder als sehr unwahrscheinlich anzusehen ist. Tatsächlich könnte es sich wohl um den Versuch der Verschleierung von Kindstötungen gehandelt haben. Aufgrund des durch den Menschen verursachten Rückgangs der großen Raubtiere und die Ausrottung mehrerer Tierarten fand der Vogel nur noch wenig Aas und musste auf tote Tiere aus Nutztierherden zurückgreifen. Dies dürfte ebenfalls zur Dämonisierung des Bartgeiers beigetragen haben. Außerdem wurde der Bartgeier als Konkurrenz für den Menschen wahrgenommen, weshalb nach Rechtfertigungen für seine Ausrottung gesucht wurde.


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Bartgeier by Robert Goppelt, auf Flickr



Lebte der Bartgeier in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts noch in einem Großteil des Alpenbogens, wurde er in weniger als hundert Jahren in den Alpen restlos ausgerottet. Mit der zunehmenden Nutzung der Gebirgsregionen durch den Menschen wurde einerseits seine Nahrung zunehmend knapper. Gleichzeitig war er einer rigorosen Bejagung ausgesetzt. Die Landesherren lobten sogar Prämien aus.
 
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Kay
Kay kommentierte
Die Appenzeller gelten auch als Erwachsene etwas kleiner als die anderen Menschen in der Schweiz. Davon gibt es Geschichten und Witze.
 
Das Wiener Vivarium präsentierte im Jahre 1889 den angeblich „letzte[n] Bartgeier, welcher in den österreichischen Alpen, und zwar im Jahre 1881 auf der Rauchecke bei Pfunds in Tirol von einem Bauer gefangen worden ist. Ein scharfgezähntes Mardereisen, mit Fleischköder maskirt, hatte dem majestätischen Geierfluge für immer Halt geboten.“ Bei der Eröffnung des Wiener Thiergartens am 17. August 1894 hat das Tier, „um dessen künftige irdische Ueberreste sich schon heute einige Museen bewerben“, noch gelebt, denn es zog dorthin um.

Die letzten Vögel wurden 1886 in der Schweiz in Visp, 1906 in Österreich und 1913 in Italien im Aostatal erlegt. Ein letztes Nest wurde zerstört.

Bis heute kommt es noch zu Abschüssen der streng geschützten Vögel. 1997 wurde ein Schweizer Jäger, der ein für das Wiederansiedlungsprojekt wichtiges Weibchen abschoss, zu 10 Tagen Bewährung und 20.000 Schweizer Franken Geldstrafe verurteilt. Eine Reihe anderer Täter, die illegal Bartgeier abschossen, konnte nicht gefasst werden. In den Pyrenäen werden nach wie vor vergiftete Köder ausgelegt, die gezielt Bartgeiern gelten. Bartgeier fressen allerdings auch die Giftköder, die für wildernde Hunde, Wölfe oder Füchse ausgelegt werden, und verenden daran.

Auch werden nach wie vor Nester ausgenommen, um die Eier auf dem Sammlermarkt zu verkaufen.

Eine große Gefahr für Bartgeier geht auch von der von Jägern verwendeter Bleimunition aus. Diese kann über die Nahrungskette von gefundenen Kadavern in die Bartgeier gelangen und wenn zu viel Blei sich im Körper ansammelt, führt dies zum Tod der Tiere. Um die Bartgeier und andere Beutegreifer zu schützen, setzt sich der Nationalpark für Munition auf Kupferbasis ein, die Hälfte der Jäger in den umliegenden Jagdrevieren benutzt diese bereits.

(nur die Hälfte!)
Übrigens das gleiche Problen bei unseren Seeadlern


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_NZ94791 by Robert Goppelt, auf Flickr




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_NZ94873 by Robert Goppelt, auf Flickr
 
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Erfolgreiche Wiederansiedlung in den Alpen​

In den 1970er Jahren erschien eine Wiederansiedlung in den Alpen möglich, denn es gab wieder große Mengen wild lebender Huftiere, die als Nahrung für den Bartgeier in Frage kamen. Dazu trat ein neues Gesetz in Kraft, das den Bartgeier schützte und die Anwendung von Strychnin in Ködern untersagte. Angeregt durch Zuchterfolge im Innsbrucker Alpenzoo seit 1973, bildete sich eine internationale Gruppe mit dem Ziel der Wiederansiedlung des Bartgeiers durch Auswilderung in den Alpen. Junggeier aus Gefangenschaftszucht entwickelten sich problemlos zu selbständig überlebensfähigen Individuen. Die Überlebensrate war höher als erwartet und liegt bei etwa 70 Prozent. Die Vögel finden nach wie vor gute Lebens- und Brutbedingungen in den Alpen. Nach Zählungen und Schätzungen der Stiftung Pro Bartgeier leben derzeit rund 220 Bartgeier in den Alpen (Stand 2024), nach anderen Angaben bis zu 250.

Im Jahr 2019 flogen 39 Junggeier aus. Damit stieg die Anzahl der Wildbruten seit Projektbeginn auf 272 Tiere und überstieg die Anzahl der freigelassenen Vögel. Bis zum Jahr 2019 wurden 227 Bartgeier freigelassen, davon 63 in Österreich.


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RGZ_2701_01 by Robert Goppelt, auf Flickr




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RGZ_2756_01 by Robert Goppelt, auf Flickr
 
Kommentar
Zur Ausrottung des Bartgeiers in den Alpen zu Beginn des 20. Jahrhunderts trugen auch Missverständnisse und Fehlinformationen über die Lebensweise des Bartgeiers bei. Die Wiederansiedlungsversuche, die in den 1980er Jahren begannen, waren daher von umfangreichen Aufklärungskampagnen begleitet. Speziell Landwirte und Jäger wurden darüber aufgeklärt, dass der Bartgeier seine frühere Bezeichnung „Lämmergeier“ nicht verdient und tatsächlich ein auf Aas spezialisierter Vogel ist. Zu den Maßnahmen, die umgesetzt wurden, zählte die Einbindung von Landwirten und Jägern in die Beobachtung der ersten ausgesetzten Vögel. Beide Gruppen sollten sich selbst davon überzeugen können, dass der Bartgeier nur Knochen aufnimmt. Zu den ungewöhnlicheren Maßnahmen gehörte auch, dass man sowohl in einigen Zuchtstationen als auch Zoos im Gehege der Bartgeier Kaninchen, Murmeltiere und Hühner hielt, um auch so zu demonstrieren, dass Bartgeier sich nicht an lebenden Tieren vergreifen. Aus jüngster Zeit kennt man äußerst seltene Fälle aus Spanien, wo Gänsegeier lebende Tiere (frisch geborenes Kalb, Schafe) angegriffen und getötet haben, möglicherweise deshalb, weil sie in ihrem Habitat zu wenig Aas finden konnten. Von Bartgeiern ist ein vergleichbares Verhalten weltweit nie dokumentiert worden. Nach wie vor ist auch in guter ornithologischer Literatur zu lesen, dass Bartgeier durch dichtes Anfliegen Gämsen und Schafe auf Berggraten zum Abstürzen bringen.


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_NZ95184 by Robert Goppelt, auf Flickr




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_NZ95292 by Robert Goppelt, auf Flickr




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_NZ95280 by Robert Goppelt, auf Flickr




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_NZ95289 by Robert Goppelt, auf Flickr




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RGZ_3516_01 by Robert Goppelt, auf Flickr




Wenn die Augen größer als der Magen........

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_NZ95585 by Robert Goppelt, auf Flickr
 
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