Hi Tenchuu,
die Phase, die du jetzt durchmachst, kennt jeder, der ein Instrument, einen Pinsel mit Leinwand o.ä. vor sich liegen hat.
Die Motivation ist da, allein der Schlüssel fehlt, bei dir gibt es einen Rohling, aber feilen musst du selber....
Versuche, nicht zuviel auf einmal abzudecken!
Mein Tipp: konzentriere dich erstmal auf s/w, da hast du gleich einen Störfaktor weniger im Motiv, beim Licht und hinterher in der Ausarbeitung.
Nimm die Kamera immer mit, wenn es geht, probiere auch die dir zuerst vielleicht "albern" vorkommenden Schüsse, du wirst sehen, dass da auf einmal mehr Treffer kommen, als du gedacht hast.
Versuche, in Strukturen zu "sehen", achte auf Details, die im "normalen" Bewegen in deiner Umgebung eigentlich untergehen und versuche, sie festzuhalten und herauszuarbeiten. Diese Dinge werden nach kurzer zeit in der Aussage immer spannender und du merkst, was dir am Fotografieren mit seinen zahllosen Genre am besten liegt.
Stelle dir Aufgaben oder kleine Projekte, wie z.B. "Alte Türen", Fahrradsättel o.ä., das schult selektives Sehen und macht Fotos vergleichbar, um die Auswirkungen des Lichtes zu erkennen und dann später auch vorherzusagen bei der Aufnahme.
Bei den Arbeiten mit deiner Freundin solltest du bedenken, dass auch sie kein Profi ist und ihr von daher wirklich auf "Glücksschüsse" angewiesen seid, ohne diese aber hinterher richtig analysieren zu können.
Besorge dir die Kataloge der einzelnen Kamerahersteller, dort findest du kostenloses Bildmaterial von Profis, schau dir das an und speicher es ab, das macht jeder Musiker mit den Licks/Riffs seiner Lieblingsbands.
Geniesse die Möglichkeiten, die dir eine Digitalkamera bietet, früher war nach 36 Bildern Schluss und das Entwickeln kam dran, heute hat man es einfacher, bringt aber auch mehr Nebelkerzen......
Eins ist aber gewiss:
Wenn du weiterkommen willst, werden die Zweifel und Frustmomente nie aufhören, mehr noch, sie werden oft schlimmer, ja bis zu einem Foto, das dich für alles entschädigt.......

dann geht's wieder von vorne los.....
Gruss
Bernd