Das Fichtensterben ist hier im Westerwald auch krass, aber nur teilweise von der Erwärmung verursacht. Fichten sind sehr empfindliche Bäume, die sehr differnzierte Anforderungen an den Standort stellen, zumindest, wenn sie älter werden, oder besser gesagt, im Anfangswachstum finden sie im Boden noch das, was sie brauchen, aber irgendwann tritt der Mangel dann auf, und die Bäume werden geschwächt. Begünstigt wird das auch durch die Eigenart der Fichten, flach zu wurzeln. Die Verbindung der Bäume zum Boden wird schwächer, bei Sturm, besonders, wenn vorher der Boden von Regen aufgeweicht wurde, fallen sie einfach um. Borkenkäfer können einem gesunden Fichtenbestand nur wenig anhaben: Sie befallen die wenigen kranken Bäume und wandern dann weiter. In Beständen durchweg erkrankter Bäume leisten die kleinen Käfer jedoch "ganze Arbeit". Die Ursache des Fichtensterbens liegt im vergangenen Jahrhundert, meist in der Raffgier der Waldbesitzer, die nach dem Motto "Fichte wächst schnell und bringt schnell Geld" aufforsten ließen. So wurden hier im Westerwald klassische Buchenstandorte bis in den kleinsten Winkel mit Fichten zugepflastert. In den letzten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts legten die Frühjahrsstüme einen großen Teil diese Fichten an ungeeigneten Standorten flach. Und die, die das überlebt hatten entsorgten die Borkenkäfer. Leute, die naturwissenschaftlich unbeleckt sind, erzählen, schuld am Fichtensterben hätte der Klimawandel, aber so ist das nicht richtig. Neben den von mir angedeuteten Ursachen des Fichtensterbens, hat er letztlich nur das Tüpfelchen auf das i gesetzt, indem er mit warmen Wintern dazu beitrug dass die Schadinsekten besser und in größerer Zahl überleben konnten und auch durch teilweisen Wassermangel die Fichten als Flachwurzler mehr geschädigt wurden, als Bäume, die tiefer in den Boden dringen können. Ich habe die komplexe Problematik im Rahmen eines Posts hier auch nur ein wenig anreißen können. Es ist zu einfach, wie naturwissenschaftlich ungebildete Menschen, alle Phänomene einseitig dem Klimawandel zuzuscheiben, obwohl er schon manche Phänomene begünstigt.
Wo lange Jahre ein standortfremder Fichtenwald stand, entwickelt sich so langsam wieder der Buchenwald, der Jahrhunderte lang den Westerwald als geschlossenes System bedeckte. Im Gegensatz zu lebensfeindlichen Fichtenmonokulturen, bietet ein natürlicher Buchenwald unendlich vielen Pflanzen und Tieren einen vielseitigen Lebensraum und wird auch im Rahmen einer zumindest moderaten Klimaerwärmung Bestand haben.
Ja natürlich beide. War ein ausgedehnter Morgenspaziergang der Erinnerungen wachrief.
Dateiinformationen 1
Datei: _TD76502.NEF
Erstelldatum: 28.06.2023 09:52:03
Geändert am: 28.06.2023 09:52:03
Dateigröße: 15.9 MB
Bildgröße: L (4256 x 2832), FX
Dateiinformationen 2
Aufnahmedatum: 28.06.2023 09:52:03.41
Zeitzone/Datum: UTC+1, Sommerzeit:Ein
Bildqualität: RAW, verlustfrei komprimiert (14 Bit)
Fotograf: Dieter Tauber
Inhaber des Urheberrechts: Dieter Tauber DITAU
Kamerainformationen
Modell: Nikon D700
Objektiv: VR 24-70mm 1:2.8G
Brennweite: 24mm
Fokussteuerung: AF-C
AF-Messfeld: Einzelfeld
VR: ON
AF-Feinabst.: Aus
Belichtung
Blende: 1:5.6
Belichtungszeit: 1/40s
Belichtungssteuer.: A
Belichtungskorr.: 0LW
Feinabst. der Bel.-Messung:
Bel.-messung: Matrixmessung
ISO-Empfindlichkeit: ISO 200