Überbelichtung ist modern?

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Georgie1956

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Jim Krause schreibt in seinem Buch "index foto-idee":
"Moderne Bilder enthalten oft absichtlich überbelichtete Bereiche, die eine stilistische und eine thematische Bedeutung haben."
Zu allem Überfluss zeigt er Beispiele mit ausgefressenen Bereichen.
Ich habe mich doch sehr gewundert, als ich das gelesen habe. Das entspricht so gar nicht meinem Verständnis von guter Belichtung. Ich halte meine Bilder in der Regel etwas knapp belichtet, um etwas mehr Spielraum in der EBV zu haben. Vor allem dann, wenn der Helligkeitskontrast sehr hoch ist.
Was haltet ihr von Krauses Aussage?
 
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Das man im Raw Konverter überbelichten kann ist schon klar. Ich denke es geht hier mehr um die Frage, nicht jedes Foto mit blinkendem Histogramm sofort zu löschen. Einige meiner liebsten Bilder, speziell s/w Landschaften, leben von dramatischen Lichteffekten.

Deshalb, mehr Mut zu Highlights!:dizzy:
 
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Das man im Raw Konverter überbelichten kann ist schon klar. Ich denke es geht hier mehr um die Frage, nicht jedes Foto mit blinkendem Histogramm sofort zu löschen. Einige meiner liebsten Bilder, speziell s/w Landschaften, leben von dramatischen Lichteffekten.

Deshalb, mehr Mut zu Highlights!:dizzy:

Ich habe auch schon bei SW Gegenlicht Portraits gezielt den Hintergrund ausbrennen lassen. Es hat ueberfluessige Bildelemente entfernt und mir schlicht gefallen.

Soetwas wie eine korrekte Belichtung gibt es doch gar nicht.

Ein Bild ist dann korrekt belichtet, wenn es am Ende so aussieht, wie ich es vor der Aufnahme haben wollte.

Gruss

Martin
 
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Ich finde das Buch von Krause super.

Eigentlich will er doch nur zum Experimentieren ermutigen.
Da ist diese Einzelaussage nur eine von vielen Richtungen.
 
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Soetwas wie eine korrekte Belichtung gibt es doch gar nicht.

Ein Bild ist dann korrekt belichtet, wenn es am Ende so aussieht, wie ich es vor der Aufnahme haben wollte.

Das sage ich dann demnächst zu den Hochzeitspaaren auf die Frage, wieso ihr Kleid einfach nur weiß ist, ohne Profil, Muster und das schöne creme-weiß ist auch nicht zu sehen. Ich sage, das ist korrekt belichtet, ich wollte das vor der Aufnahme schon so haben.
 
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Das sage ich dann demnächst zu den Hochzeitspaaren auf die Frage, wieso ihr Kleid einfach nur weiß ist, ohne Profil, Muster und das schöne creme-weiß ist auch nicht zu sehen. Ich sage, das ist korrekt belichtet, ich wollte das vor der Aufnahme schon so haben.


Das ist Quatsch. Das Brautpaar bezahlt dich dafür, technisch einwandfreie Bilder abzuliefern. Vom gezielten Einsatz überbelichteter Bereiche ist da keine Rede, da soll das teure Kleid schon richtig belichtet sein.

Aber wenn Du nun mal nicht fürs fotografieren bezahlt wirst, wenn du einfach mal nur für dich allein...nach Herzenslust....knipsen gehst. Dann, dann dürfen auch mal die Lichter ausbrennen. Oder nicht.....? Mal so die Regeln brechen? Sieht ja keiner....:hehe:
 
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Das sage ich dann demnächst zu den Hochzeitspaaren auf die Frage, wieso ihr Kleid einfach nur weiß ist, ohne Profil, Muster und das schöne creme-weiß ist auch nicht zu sehen. Ich sage, das ist korrekt belichtet, ich wollte das vor der Aufnahme schon so haben.

Wenn das vor der Aufnahme Deine Bildidee war, dann solltest Du das tun.

Ist allerdings gewagt.

Gruss

Martin
 
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Wenn das vor der Aufnahme Deine Bildidee war, dann solltest Du das tun.

Ist allerdings gewagt.

Gruss

Martin

Ne ne ne... jetzt nicht mir den schwarzen Peter zuschieben. ;) Du hast gesagt: Es gibt keine korrekte Belichtung. Und das sehe ich anders. Sehr sogar. Es gibt eine korrekte Belichtung. Innerhalb dieser sind weder die Tiefen noch die Lichter am Limit. Von dieser korrekten Belichtung kann man dann gewollt oder ungewollt abweichen (Low-High-Key).
 
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Ne ne ne... jetzt nicht mir den schwarzen Peter zuschieben. ;) Du hast gesagt: Es gibt keine korrekte Belichtung. Und das sehe ich anders. Sehr sogar. Es gibt eine korrekte Belichtung. Innerhalb diese sind weder die Tiefen noch die Lichter am Limit. Von dieser korrekten Belichtung kann man dann gewollt oder ungewollt abweichen (Low-High-Key).

Ja, und wenn Du davon gewollt abweichst, dann ist das Bild immer noch korrekt belichtet, denn es sieht ja so aus wie Du es wolltest.

Falsch belichtet ist es erst, wenn dabei etwas raus kommt, was Du nicht haben wolltest, wie z.B. Dein Brautkleid ohne Zeichnung, wenn Du es cremefarben haben wolltest.
 
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Ja, und wenn Du davon gewollt abweichst, dann ist das Bild immer noch korrekt belichtet, denn es sieht ja so aus wie Du es wolltest.

Dann weiß ich nicht, was daran gewagt sein soll,

Ist allerdings gewagt.

wenn ich das Hochzeitskleid überbelichte. Ich will das so haben. Das Brautpaar nur nicht, aber die haben eh keine Ahnung. Ich erkläre denen dann, was eine korrekte Belichtung ist. Korrekt ist, was ich haben will.
 
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geht doch mal auf "Getty Images"
Creative Bilder >Menschen
60-70% der Fotos auf der ersten Seite sind deutlich überbelichtet, sind im Gegenlicht aufgenommen oder haben wenigstens die Tiefen deutlich angehoben.
Da kann man nicht mehr von Trend reden, so zu fotografieren ist heute standard.
charlyG
 
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Was irgendjemand schreibt oder in China ein Sack Reis umfällt...

Was ist überhaupt richtig belichtet? Ein Repro von einen Bild oder einer anderen Vorlage kann man physikalisch und messtechnisch korrekt belichten. Alles andere ist dann korrekt belichtet, wenn es einem gefällt. Es zählen keine Messwerte sondern das Bild und dessen Aussage.

Trends ... Trends setzt man aber man läuft ihnen nicht hinterher. Fotografiere das, was andere nicht fotografieren. Dieser Trend gilt seit Erfindung der Fotografie.
 
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In den letzten paar Posts gab es nur die unterschiedlichen Meinungen, was die Bedeutung des Wortes "korrekt" sein könnte, möchte ich mal anmerken.

Befragen wir doch z.B. mal duden.de zu den Bedeutungen von korrekt:

richtig - wieder so ein streitbares Wort;

einwandfrei - Wenn sich also weder Brautpaar, noch Fotograf oder Gäste beschweren, dürfte es schon korrekt sein;

angemessen - Aha! Also muss man erst mal gucken, woran man es misst. Soll die Hochzeit neutral und sachlich-objektiv dokumentiert werden? Dann ist das überbelichtete Kleid wohl doch nicht korrekt, weil: nicht dem Ziel angemessen. Selbst wenn niemand Einwände hat.;

bestimmten [gesellschaftlichen] Normen, Vorschriften oder [moralischen] Grundsätzen entsprechend - Tja und nun sind wir wieder bei Mode, Trends und Lehrmeinungen gelandet, deren Einhaltung ein korrekt belichtetes Bild ausmacht.

Für mich gibt es vor allem eine sinnvolle Aussage: Korrekte Belichtung gibt es nicht, weil es keine verbindliche, einheitliche Definition dafür gibt.
Also mache ich es so, wie's mir gefällt, wage manchmal den Ausbruch aus Trend oder Histogramdiktat und versuche ansonsten an die Wünsche des Auftraggebers zu erfüllen.

Schöne Beispiele, was dabei herauskommt, haben schon einige Foristen hier gezeigt :).
 
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Moin
ist doch ganz ganz einfach :)
"korrekt belichtet" ----- technisch gesehen die optimal richtige Belichtung
als "Normalpunkt":)
Überbelichtet liegt über diesen Punkt kann also nicht "korrekt" sein:hehe:
Unterbelichtet liegt unter diesem Punkt kann also nicht "korrekt" sein :hehe:

welche der drei "Belichtungsarten" bevorzugt werden, liegt einzig und alleine
im Verantwortungsbereich des Fotografen. Auftragsarbeiten sind explizit davon ausgenommen, da ist korrekt Belichtet das was der Kunde wünscht.

Man sollte sich davon freimachen was gerade in der Fotografie "Modern" ist:D
Irgendwelchen angeblichen Trends hinterher zu laufen oder sie nachzuäffen ist
nicht besonderes kreativ denn wenn man dann mit Bildern dieser "Art" überflutet wird, wird es schnell langweilig und man sieht nicht mehr hin.
Für wen oder was fotografiert man denn im Hobbybereich:hallo:
Doch in erster Linie für sich, oder doch für diverse Portale um viele Likes einzusacken;)
 
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Ich finde das Buch von Krause super.

Eigentlich will er doch nur zum Experimentieren ermutigen.
Da ist diese Einzelaussage nor eine von vielen Richtungen.

Mein Einwand ist ja keine Generalkritik an dem Buch. Das finde ich auch klasse, weils es jedem gute Tipps gibt, auch denen, die schon 50 Jahre knipsen :up:
 
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Was irgendjemand schreibt oder in China ein Sack Reis umfällt...
... .... ist dann korrekt belichtet, wenn es einem gefällt. Es zählen keine Messwerte sondern das Bild und dessen Aussage.

Ich glöaube, dass ist die Aussage, auf die die Diskussion letzendlich hinausläuft oder hinauslaufen sollte.
Mich hat Krauses Aussage beim ersten Lesen irritiert. Nachdem ich eure Diskussionsbeiträge gelesen habe, kann ich Holgers Aussage unterschreiben.

Danke für die angeregte Diskussion. :up:

Schönes Rest-WE noch.
 
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Jim Krause schreibt in seinem Buch "index foto-idee":
"Moderne Bilder enthalten oft absichtlich überbelichtete Bereiche, die eine stilistische und eine thematische Bedeutung haben."
...
Was haltet ihr von Krauses Aussage?

Das Buch heißt "Foto-IDEE", nicht "Foto-REZEPT".
Wenn Du ein Rezept, wie "Ausgefressene Bereiche machen Foto gut" erwartest, hast Du die Intention seiner Bücher falsch verstanden.
Seine Aussagen, sollen Dich dazu anregen, ausgetretene Pfade zu verlassen, Deine eigenen Erfahrungen zu machen und Dich nicht von "vermeindlichen Gesetzen" einengen zu lassen.
Versteh die Aussage also als: "Trau Dich, probiere es aus! Wenn es stilistisch und thematisch passt, darfst Du auch ausgebrannte Bereiche in Deinen Fotos haben".

Vor diesem Hintergrund ist die Aussage völlig richtig!

Dirk
 
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Befragen wir doch z.B. mal duden.de zu den Bedeutungen von korrekt:

...

Für mich gibt es vor allem eine sinnvolle Aussage: Korrekte Belichtung gibt es nicht, ...

Deine Ausführungen bestätigen auch meine Beobachtungen. Die richtige Belichtung wird nicht mehr mit dem Belichtungsmesser, sondern mit dem Duden ermittelt. Das Ergebnis sehe ich dann jeden Tag bei Facebook, wenn die Dudenfotografen die Ergebnisse ihrer "Shootings" präsentieren. Ausgefressene Lichter und Haarkannten nicht mehr existent. Genau wie Kinn und Ellenbogen. Alles dem Dudenlicht geopfert. Dafür verzerrte Farben oder am Besten gleich S/W (ist Kunst, anderes Thema) -wo will man die Farben auch herholen, wenn alles überbelichtet ist-. Weiter gehts mit Tittis scharf und Augen unscharf (Frontalportrait), schiefer Horizont, amputierten Unterarmen, und der Gaußsche Weichzeichner ist Mittel der ersten Wahl, wenn es um Hautretusche geht.

Die Lehrbücher schmeißen wir einfach weg. Richtig ist, was gefällt. Herrlich. :)

Wenn ihr mich fragt... Die können einfach nicht mit einem Reflektor (eventuell mangels Assistent) oder Blitz umgehen und gleichen ihr Handicap mit, "gefällt mir so" aus.

Im Prinzip muss man ja Instagram dankbar sein. Die haben die Leute und ihre Bildbeurteilung so versaut, dass Bildkritik praktisch nicht mehr stattfindet. Ich wüsste nicht, das mal jemand zu mir gesagt hat, das gefällt mir nicht, obwohl ich selbst ihm hätte einige Fehler zeigen können.
 
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... Das Ergebnis sehe ich dann jeden Tag bei Facebook, wenn die Dudenfotografen die Ergebnisse ihrer "Shootings" präsentieren. Ausgefressene Lichter und Haarkannten nicht mehr existent. ...

Kann mir nicht passieren. Warum sollte ich mich dort eintragen? - Nur, um dies zu erleben???

Fb. ist nach meinen Informationen auch kein Fotografen-Stammtisch, sondern eine Mitteilungsplattform für junge Leute, die in dieser schnelllebigen Zeit nicht bis morgen warten können und weil sie so furchtbar wichtig sind und überhaupt alles so furchtbar wichtig ist, was sie erleben, und deshalb jeden neuen Eindruck sofort loswerden müssen.
 
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