Wir besuchen die Abwrackwerften in Chittagong.
Als in den 1960er Jahren ein Schiff im Sturm nahe Chittagong gestrandet ist,
haben die Fischer in den Folgejahren das Schiff zerlegt und den Stahl verkauft.
Daraus ist eine Industrie geworden, von der heute ca. 3 Millionen Menschen direkt oder indirekt leben.
Heute werden ca. 30-40% der jährlich ausgemusterten Schiffe in Chittagong verschrottet.
Bekannt geworden sind die Abwrackwerften durch den Film
Eisenfresser von Shaheen Dill-Riaz.
Durch den Film und einige Fotoreportagen von Profifotografen sind die Werften auf Besucher sehr negativ eingestellt.
Das Abwrackgeschäft ist so lukrativ, dass man auf „Eintrittsgelder“ für Touristen nicht angewiesen ist.
Die Werften sind eingezäunt und Sicherheitspersonal geschützt.
Man kann also nicht durch den Zaun kriechen.
Unseren Reiseveranstalter ist es gelungen, über Mittelsmänner, dunkle Kanäle, „Under-Table-Fees“ und ein paar Buddels Schnaps (Im muslimisches Bangladesch gibt es keinen Alkohol) für unsere Gruppe Zutritt zu einer Werft zu bekommen.
Damit wir Hobbyfotografen nicht mit Profis verwechselt werden, sollen wir zu große Kameras und Stative nicht mit auf die Werft nehmen.
Am Eingang bekommen wir weiße Helme und einen Mundschutz.
Dann dürfen wir uns etwas umsehen.
Wir laufen an Bergen von Stahlschrott vorbei und können am Strand mehrere Schiffe in unterschiedlichen Stadien der Zerlegung betrachten.
#296
Wir schwärmen aus und suchen nach Fotomotiven.
Leider ist auf unserer Werft wenig los.
Es wird auch eher mit modernen Geräten (Bagger mit Elektromagnet) gearbeitet.
Die Nachbarwerft ist viel interessanter.
Ich sondere mich etwas ab und gehe dort auf Fotojagd.
Die Arbeiter auf der Nachbarwerft freuen sich auf einen Besuch und posieren für die Kamera.
#297
#298
Ein stahlharter Träger schleppt einen schweren Stahlträger.
#299
Aber es dauert nur wenige Minuten.
Dann hat mich der Sicherheitsdienst entdeckt.
Wenig später hat mich unser Guide wieder eingefangen.
Ich muss auf „unsere“ Werft zurück.
#300
#301
Zweitverwertung aus
Bangladesch in vollen Zügen hier im Forum