Natur pur im Pantanal

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Wie am Anfang versprochen, sage ich noch etwas zum Thema ‚Equipment‘.

Auf dieser Reise hatte ich meine „großen“ MFT-Objektive, dazu auch zwei meiner drei MFT-Kameras, zu Hause gelassen und nur eine OM-1ii mit ein paar kürzeren Brennweiten mitgenommen. Für die Tierfotografie dagegen wollte ich Canon ausprobieren.

Die Canon R5ii ist eine sehr gute Allroundkamera. Dennoch war ich insgesamt nicht wirklich zufrieden, was natürlich mehr mit dem Objektiv zu tun hatte. Das RF 200-800 hat bei 800mm lediglich eine Maximalblende von f/9, was bei schlechtem Licht dann doch für AF-Probleme und unscharfe Aufnahmen sorgte. Ich musste recht oft in der Nachbearbeitung schärfen. Auch die Kamera arbeitete nicht immer fehlerfrei. Gut, das schafft keine wirklich, aber dann und wann gab es auch nach sorgfältiger Einarbeitung (und trotz mehrjähriger Erfahrung mit der R5) Situationen, wo ich mich gefragt habe, wo genau denn das Problem lag: In einer eigentlich leichten Motivsituation wollte der Fokus ums Verrecken nicht dorthin, wo er hin sollte. Auch hat die R5ii die schon von einigen Reviewern auf YouTube beklagte schlechte Angewohnheit, sehr ‚ungeduldig‘ zu sein. Wenn der Fokus zunächst stimmt, wandert er oft nach kurzer Zeit trotzdem woanders hin, dann nochmal woanders, danach zurück, undsoweiter. Mit BBF kann man das im Normalfall verhindern, irritierend ist es aber dennoch. Einige dieser Fehlerchen wird Canon ihr hoffentlich noch per Firmware-Update abgewöhnen. Um das richtig einzuordnen: die R5ii ist SEHR gut. Aber eben nicht perfekt, und in Kombination mit diesem Objektiv erst recht nicht. [Alle diese Kommentare beziehen sich auf die Vogel-/Wildtierfotografie. Bei anderen Motiven können die Erfahrungen aufgrund der andersartigen Motiverkennung ganz anders sein.]

Braucht es die 800mm wirklich? Die kurze Antwort ist ‚ja‘. Die Analyse der von mir auf diesem Trip gemachten (naja, strenggenommen eher der ‚nicht gelöschten‘ - aufgenommen habe ich über 10.000) Tierbilder zeigt, dass fast die Hälfte davon bei 800mm und f/9 geschossen wurden.


Analysis.jpg

Lange Brennweiten und/oder erheblichen Bildbeschnitt braucht man im Pantanal also durchaus.

Meine ‚normale‘ Kamerausstattung für solche Aufnahmen besteht aus einer OM-1ii mit dem Olympus 150-400 f/4,5 TC. Ganz ordentliche Kamera, absolut herausragendes Zoomobjektiv, das einer Festbrennweite ebenbürtig ist. Zusammen wiegen sie noch unter 2,5kg. Ich wollte mir parallel dazu wieder eine Vollformatkamera mit höherer Auflösung zulegen, nachdem ich in der Vergangenheit eine D850, Z7, Z7ii und R5 hatte. Nunmehr bin ich aber dabei, die Canon-Ausrüstung komplett abzustoßen. Stattdessen habe ich mir jetzt eine Z8 mit dem Z800 f/6,3 zugelegt. (Zusammen heftige 3,2kg, was für 800mm dennoch wenig ist.) Sozusagen “mein Weg zurück zu Nikon”. Bin gespannt, wie die sich auf meinem nächsten richtigen Trip (Vogelfotografie in Gambia im Dezember) schlagen. Nächste Woche teste ich sie aber erstmal in einem Hide in Holland. :)
 
Kommentar
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Hallo Lothar,

vielen Dank für diesen abwechslungsreichen Bericht aus dem Pantanal.
Dir sind einige Sichtungen gelungen, die mir entgangen sind.
Darum beneide ich Dich sehr.

Welche Pousadas hast Du besucht?
Das Hotel Pantanal Norte habe ich erkannt, auch wenn uns die Anakonda nicht besucht hat.

Hast Du auch einen Ozelot gesehen?
Es soll mindestens eine Pousada geben, die sich darauf spezialisiert hat.

Viel Spaß in Gambia.
Ich fand dort die Hides (manchmal waren das eher Theaterlogen) spannender und ergiebiger,
als die Sucherei nach irgenwelchen Vögelchen mit der großen Gruppe.

Viele Grüße
Bernd
 
3 Kommentare
L
lokatz kommentierte
Hallo Bernd,

Sehr gerne.

Das Hotel Pantanal Norte sagt mir leider gar nichts. Wir waren in der recht schlichten, aber von der Tierumgebung her fabelhaften Pousada Alegre, dann in der Pousada Rio Claro, danach in der Pousada Piuval und zum Schluß im Hotel Porto Jofre Norte (meinst du das eventuell?). Insgesamt eine sehr gute Auswahl.

Ozelots haben wir leider keine gesehen. Das wäre auch noch spannend gewesen. Dafür haben die Jaguare aber mehr als entschädigt. Ich kann da ab morgen Einiges versprechen... ;)

In Gambia mache ich mit meiner Frau eine private Tour mit einem lizensierten Bird Guide. Geht zwar auch in ein paar Hides, aber von den anderen Stellen, für zwei Tage auch im Niokolocoba National Park im Senegal, erwarte ich auch Einiges. Mal sehen...

Viele Grüße
Lothar
 
Kiboko
Kiboko kommentierte

Hallo Lothar,
vielen Dank.
Das Hotel Pantanal Norte in Porto Jofre scheint nur eine andere Bezeichnung zu sein für Hotel Porto Jofre Norte.
Der Eingangsbereich und die kleinen Palmen mit den Hyazinth Aras kamen mir sofort bekannt vor.

In Piuval und Rio Claro waren wir auch.
Leider waren wir nicht in der Pousada Alegra. Stattdessen waren wir im Pantanal Hotel in Pixaim.
Mangels eigenem Grund konnte das nicht mithalten.

Mit einer Privattour und eigenem Guide hast Du in Gambia bestimmt eine gute Wahl getroffen.
Ich war mit einer Birding-Tour untererwegs. Das ist mit den Wünschen eines Fotografen leider wenig kompatibel.
Bisher habe ich nur wenige Bilder aus Gambia bearbeitet.
Es gibt eine Bildgalerie am Farasutu Forest aus einem Heide: Federvieh am Farasutu Forest
Der Niokolo-Koba im Senegal steht noch auf meiner Wunschliste.

Jetzt freue ich mich auf Deine Katzenbilder :10:

Viele Grüße
Bernd
 
L
lokatz kommentierte
Danke für die Link. Schöne Bilder! Im Farasutu Forest gehe ich in die Han Bouwmeester Hide. Bin mal gespannt.
Den Fehler, mit Birdern unterwegs zu sein, habe ich auch mal gemacht, am Kerkinisee in Griechenland. Mache ich nie wieder. :hammer:
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielen Dank für die schönen Bilder aus dem Pantanal. Da kommt Vorfreude auf. Auf Deine Bilder aus Gambia bin ich auch sehr gespannt. Ich hatte schon gehört, dass Gambia ein Paradies für Vogelfotografen sein soll.
 
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