Es sind diese besonderen Erlebnisse, von denen fast nur wir
Naturfotografen profitieren und die sich dem "getriebenen Normalmenschen"
kaum erschließen.
Man sitzt da, ist vorbereitet auf "etwas" und dann erregt eine kleine
Bewegung im "Nichts" die Aufmerksamkeit. Und auf einmal eröffnet sich einem
eine neue Welt.
Mir erging es so an einem ungemütlichen Tag in der südfranzösischen Camargue.
In einer Hecke turnte ein Schwarm Sperlinge herum, die mir die Chance ließen,
die Nahgrenze meiner Optik auszureizen.
Ich saß da nun eine Weile, knipste und löschte und knipste und löschte.
Da bemerkte ich, wie sich ganz in der Nähe ein Zweiglein im Gebüsch bewegte,
konnte aber lange nichts entdecken. Dann fiel mir im Dunkel zwischen den Blättern
ein kleiner, roter Ring auf, mit einem Lichtreflex innen. Allmählich begriff ich,
dass ich hier auf Neuland gestoßen war:
Der kleine Vogel pickte ein wenig an den Früchten, verschwand dann hier und da raschelnd, blieb aber immer im Hintergrund.
Immer? Nein, einen kurzen Moment hat er sich ganz gezeigt.
Samtkopfgrasmücke, D300, 80-400VR, Stativ, frei sitzend ohne Tarnung.
Viele Grüße
Herbert