Mein Max ist am Freitag verstorben und ich war leider nicht für ihn da (geschäftlich verreist). Er war erst 6 Jahre alt, sein Herz war zu schwach...
Ich vermisse ihn...
Mein Beileid! Das ist die grausamste Zeit.
Vor zwei Jahren im Mai habe ich meine Katze auf ihrem letzten Weg begleitet. Sie war 23einhalb. Ihre Sonnenbäder hat sie bis zuletzt genossen:
Ich glaube, das Geheimnis zu diesem langen Leben lag im Schinken. Egal, was ich im Leben auch vergessen habe und egal, wie abgebrannt ich war, frischer Schinken für sie war immer da. Immer. Und jeden Abend gab es eine Scheibe im Bett.
Als sie nicht mehr da war, konnte ich monatelang nicht normal an einer Fleischtheke vorbeigehen, geschweige denn hätte ich ohne Zusammenbruch Schinken kaufen können. Halbe Hähnchen konnte ich auch nicht mehr essen, die hatten wir uns immer geteilt. Aber noch heute muss ich lachen, wenn ich daran denke, wie das Schinkenritual ablief: Zu irgendeiner Zeit am späten Abend war sie der Meinung, wir müssten jetzt schlafen gehen. Sie ging dann schonmal voraus. Geduldig wie sie war hat sie bis zu einer halben Stunde auf mich gewartet, hatte ich diese Gnadenfrist aber überschritten, kam sie aus dem Schlafzimmer zurück, setzte sich vor mich hin und hat dermaßen entschlossen und laut mit mir geschimpft, dass es nicht die Spur eines Zweifels geben konnte, was als Nächstes zu geschehen habe - ein kurzer Zwischenstopp am Kühlschrank mit anschliessender Verfütterung des Schinkens im Bett.
Einige Jahre lebte ich in einem kleinen Häuschen mit einem Riesengarten und weise wie sie war, hat sie den nie verlassen. Da war sie auch schon über 15.
Aber eines Abends fiel mir auf, dass ich sie schon lange nirgends gesehen hatte und ich ging in den Garten und rief sie, aber sie kam nicht. Ich durchsuchte das Haus, aber da war sie auch nicht und langsam ergriff mich Panik. Irgendwann ging ich auf die Straße, lief um den Block, immer ihren Namen rufend. Ich war völlig verzweifelt. Danach ging ich wieder zum Haus, setzte mich, um zu überlegen, was ich machen sollte und da kam mir ein Geistesblitz. Ich rief laut "Schinken!" und - zack - raschelte es im Gebüsch und da kam sie glücklich hoppelnd zu mir gelaufen. Da hat die doch die ganze Zeit in den Sträuchern gesessen und Mäusen aufgelauert und meine drängenden Rufe glatt ignoriert. Mann, war ich sauer und glücklich zugleich.
Was ich irgendwie sagen will ... das sind so wunderbare und witzige Wesen, irgendwann weicht die Trauer den Erinnerungen an die schöne gemeinsame Zeit, da kann man gar nichts gegen machen.
Eines der letzten Bilder von ihr, zirka zwei Wochen vor dem letzten Gang:
Bis zuletzt Herrscherin.
Viele Grüße,
Bernd