mmh, letzterer Satz macht mir Kopfschmerzen, denn dann landet man
rasch bei Betroffenheitslyrik.
Ratschläge wie das "Tiefen anheben" sind reines Handwerk und haben mit Bildkritik m.E. nichts gemein.
Mir jedenfalls ist ein technisch lausiges Bild mit Aussage tausendmal lieber als ein handwerklich perfektes ohne inhaltliche Substanz.
... Auch von Dir habe ich schon oft den Ratschlag gelesen, doch mal an der Tonwertkurve zu zupfen...
... Für mich gehört zu einer umfassenden Bildbesprechung auch die Überlegung dazu, was man besser machen könnte. ...
Hm. Mir ist der Unterschied nicht völlig klar. Wieso beinhaltet die zweite Variante einen größeren Kontext, wenn sie einen Gestaltungsaspekt, nämlich die Möglichkeiten in der EBV, außen vor lässt?Vielleicht bin ich zu sophistisch, aber ich halte "Bildbesprechung"
und "Bildkritik" für zwei verschiedene Dinge.
Ersteres zielt auf Lerneffekte durch Bildanalyse mit Vorschlägen,
wie es besser werden könne.
Zweites stellt ein Bild in einen größeren Kontext und bewertet es
anhand diverser Kriterien.
Zum Thema Fairness gehört auch die Wahl angemessener Maßstäbe.
Bilder von, sagen wir, Jan werde, ja muß ich in anderem Kontext
sehen und beurteilen als die Fotos eines Anfängers. Erhebt dieser
jedoch den Anspruch, in der selben Liga wie Jan spielen zu wollen
(was prinzipiell zu begrüßen ist), dann muß er sich auch gefallen
lassen, nach gleichen Kriterien bewertet zu werden. Einen möglichen
Verriß muß der Anfänger dann zwingend aushalten können; daran
scheitern übrigens regelmäßig viele …
Sehr hilfreich fände ich es übrigens, wenn die Rollen tatsächlich auch mal wechseln würden. Wenn also nicht nur die Experten als Kritiker auftreten, sondern auch mal ein Bild einstellen. Und umgekehrt Fotografen mit weniger Erfahrung nicht nur Bilder zur Diskussion stellen, sondern sich auch einmal in Kritik üben.
Wenn ich Thanks von den richtigen Leuten bekomme, ist alles in Ordnung!
Wenn ich Thanks von den falschen Leuten bekomme, geht's bergab mit mir!
...........
das ist m. E. überhaupt eine spannende Frage: welche Motivation treibt die Leute an, ein Bild zur Kritik zu veröffentlichen? Vielleicht nicht hier, weil ja gefragt wurde, wie gute Bildkritik geht, nicht, warum jemand Kritik wünscht.
Und so könnte ich mir vorstellen, dass es den echten Experten nicht mehr wichtig ist, ein Bild kritisiert zu bekommen, weil sie über genügend Erfahrung verfügen und berufliche Rückmeldung bekommen.
Die Experten könnten vielleicht eher in einer Art Lehrgang erläutern, warum ein von ihnen eingestelltes Bild gut ist. Wobei das wahrscheinlich wieder ein einer Geschmacksdiskussion enden würde ...
Was würdet Ihr erwarten, was würdet Ihr lesen wollen, wenn Ihr ein eigenes Foto anonym einstellt und um Kritik bittet?
Erwartet Ihr von anderen, die Eure Bilder kritisieren, etwas anderes, als Ihr selbst schreibt?
Was würdet Ihr erwarten, was würdet Ihr lesen wollen, wenn Ihr ein eigenes Foto einstellt ohne um Kritik zu bitten?
Reicht ein – wie auch immer formuliertes – "find´ich gut" oder "find´ich nicht gut"?
Wird im Stillen ein Lob erwartet und bei Kritik oder Verbesserungsvorschlägen ist man enttäuscht?
Will man ehrliche Meinungen, oder liebevoll formulierte Lobhudelei?
Darf Kritik schonungslos offen und knallhart sein?
Wo endet das, wo beginnt Unhöflichkeit?
Ist die Wortwahl wichtig?
Gibt es Bilder, die für den Betrachter keinerlei positiven Aspekte haben, obwohl sie der Bildautor selbst vllt. gar nicht schlecht findet?
Kann man über Bilder diskutieren, ohne emotional zu werden?
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