Sagt mal, wie häufig setzt Ihr denn f=22 ein?
Ich bin ja erst seit ein paar Tagen mit einer Digitalen am werkeln, aber dass ich jemals f=22 hätte einsetzen müssen, ist mir noch nicht passiert. Das ist mir die letzten 30 Jahre kaum passiert, weder in Nord-Norwegen, noch in Süd-Spanien.
Wie realistisch ist dieses Szenario überhaupt?
Ich habe mit der Leih-Kamera bis jetzt so ca. 400 Fotos gemacht, aber Staub ist mir erst zwei Mal aufgefallen - beide Male an unterschiedlichen Stellen ein kleines Pünktchen. Heute habe ich die Kamera einfach nach oben gehalten und bei f=22 ein Knips gemacht. Zuerst habe ich nichts gesehen, erst in der 100% Ansicht waren da ca. 7 ganz winzige (ok, 4 waren etwas grösser) Pünktchen, nachdem ich das Histogram bis zum Anschlag zusammengedrückt hatte. Sie waren schön gleichmässig über das Bild verteilt. Ca., weil ich nicht wusste, ob ich ganz leichte Schatten von Pünktchen mitzählen muss.
In den Fotos, die ich kurz vorher gemacht hatte, waren sie nicht zu sehen. Dann habe ich die Sensor-Reinigung im Menu aktiviert. Nach ein paar Sekunden kam die Meldung: Isch abe feddisch. Noch ein Knips gen Himmel. Ahhh - ein paar Pünktchen weniger.
Dann habe ich wieder ganz normale Fotos mit ganz normaler Blende gemacht und keine Pünktchen gesehen. Kurz darauf bildete ich mir ein, dass mein Rechner-Display auf weissen Flächen Pünktchen hätte.
OK, das ist so ein Moment, wo ich mir erst einmal einen Kaffee und eine Pause mache. Dann dachte ich mir: Hm, das sind rund 24.000.000 Bildpunkte, und 7 davon sind von einem Stäubchen verdeckt. Das sind nur ca. 0,0000292 % der Bildfläche. Gut. Nehmen wir an, jedes Pünktchen bedeckt 4 Pixel, dann wären das nur ca. 0,00012% der Bildfläche - aber nur bei f=22, die ich in meinem ganzen Leben wahrscheinlich erst 23 Mal verwendet habe.
Da ich zu 99,8% mit Film arbeite, weiss ich, wie ich mit Staub umgehen muss. Auf meinen Scans gibt es auch Staub. Selten kleine Pünktchen, eher Hautschuppen oder feine Härchen, die wahrscheinlich im Nass-Prozess des Labors auf die Emulsion geraten und mit meiner Technik nicht mehr beseitigt werden können. Ergo werden sie vom Scanner erfasst, wobei ich sagen muss, dass es sich dabei überwiegend um 130 Megapixel-Bildchen handelt. Eine Hautschuppe oder ein Härchen zu retuschieren ist aufwendiger, als ein Pünktchen zu beseitigen.
Um es kurz zu machen: Es gibt sicher Unterschiede in der Anzahl der Staubpartikel auf dem Sensor, aber diese paar Pünktchen regen mich nun wirklich nicht auf.
Deshalb Daumen hoch für die D600 - ich werde mir jetzt eine eigene holen. Offenbar gibt es keine DSLR ohne diese Pünktchen.
Wem die Pünktchen bei der Papierfotografie und häufiger Verwendung von f=22 oder gar f=32 zu viel werden, der kann sich hier Hilfe holen - geht scheinbar sehr einfach:
http://anscharius.net/2012/11/29/nikon-d600-weg-mit-dem-sensordreck/
Der Typ ist echt witzig, aber Raucher sollten bei dem Zeug, das er verwendet, wirklich mal 5 Minuten ohne Zigarette auskommen
Ich kenne so etwas ähnliches aus dem Scanbereich - ein Funke, und die Bude fliegt einem um die Ohren!