... Testen von Belichtungsunterschieden bei verschiedenen Objektiven. Dafür gibt es nur genau einen einzigen validen Weg: "M", feste Zeit, feste Blende und dann am selben Monitor vergleichen.
Bei dieser Vorgehensweise ermittelt man allerdings nicht die objektiv - also zum Beispiel mit einem
Densitometer auf einem Ausdruck - messbaren Auswirkungen eventueller Belichtungsunterschiede, sondern die Art und Weise, wie das jeweilige individuelle visuelle System des jeweiligen Betrachters diese eventuellen objektiv messbaren Unterschiede unter den jeweiligen Betrachtungsbedingungen (Hintergrund- und Umgebungsbeleuchtung etc.) sowie im Kontext des jeweiligen Bildinhalts subjektiv wahrnimmt.
Denn in der Entwicklungsgeschichte unserer Spezies stellte es weder in Bezug auf die Steigerung der Attraktivität eines Individuums für potentielle Sexualpartner noch in Bezug auf die Menge und Qualität der ihm zur Verfügung stehenden Nahrung - und damit also für die Vererbung seiner Gene - einen entscheidenden Vorteil dar, ob es in der Lage war, bei der vergleichenden Betrachtung von Fotografien herauszufinden, ob zwischen ihnen ein Belichtungsunterschied besteht und, wenn ja, einer von 1 Blendenstufe oder einer von nur 1/2 Blendenstufe.
Es war hingegen in Bezug auf die Erhöhung der Chancen zur Vererbung seiner Gene zum Beispiel von großem Vorteil, wenn ein Jäger ein Tier, das auf der eigenen Speisekarte stand, auch bei Schnee, Nebel und Regen, sowie bei Sonnenschein und in der Dämmerung - also bei den unterschiedlichsten Helligkeiten und Kontrastverhältnissen - von einem Tier unterscheiden konnte, auf dessen Speisekarte der Jäger stand.
Daher entwickelte unser visuelles System per darwinistischer Auslese entsprechende
Adaptationsleistungen sowie auch
automatische Verstärkungsregelungen, aufgrund derer wir zwar die Gegenstände unseres alltäglichen praktischen Interesses bei den unterschiedlichsten Helligkeiten und Kontrastverhältnissen noch deutlich erkennen und unterscheiden können, aufgrund derer wir jedoch die unterschiedlichen Helligkeiten und Kontrastverhältnisse selbst meist nicht in ihren objektiv gegebenen Ausmaßen wahrnehmen.
Hier ein wie ich meine sehr anschauliches Beispiel dafür, dass auch bei der Bildbetrachtung das korrekte Erkennen der abgebildeten Gegenstände, ihrer Beschaffenheit und räumlichen Zuordnung im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit unseres visuellen Systems steht und nicht die korrekte Wahrnehmung der von dem betrachteten Bild tatsächlich jeweils lokal ausgehenden Lichtmengen (Leuchtdichten):
http://www.michaelbach.de/ot/lum-adelsonCheckShadow/index-de.html Und beim folgenden Beispiel kann jeder der Kontrastverstärkungsregelung seines eigenen visuellen Systems bei der Arbeit zusehen:
http://www.michaelbach.de/ot/lum-contrastAdapt/index-de.html
Wenn man zum Beispiel Versuchspersonen im Rahmen einer Studie - beispielsweise zur bei unterschiedlichen
Tone-Mapping-Verfahren resultierenden Bildqualität - danach fragen würde, ob sie zwischen Bild A und Bild B einen Unterschied in Bezug auf Farb- oder Tonwertwiedergabe wahrnehmen, so wären sie sich meist erst bei Unterschieden von etwa 3 JND (Just Noticeable Difference) auf der "Standard Quality Scale" der
ISO 20462 völlig sicher, dass sie einen Unterschied wahrnehmen:
"An attribute JND … is a statistical … measure of the detectability of appearance variations, corresponding to a stimulus difference that leads to a 75:25 proportion of responses in a paired comparison task in which univariate stimuli pairs are assessed in terms of a single attribute identified in the instructions. An observer assessing a single pair of images differing by one attribute JND is unlikely to be confident that he or she has detected the sample difference. A stimulus difference of approximately three JNDs is usually needed for an observer of average sensitivity to feel reasonably certain of his or her assessment."
Quelle (Punkt 3.3):
https://www.iso.org/obp/ui/#iso:std:iso:20462:-1:ed-1:v1:en
Und ein Unterschied von 3 JND ist bereits ein vergleichsweise großer Unterschied, wenn man bedenkt, dass gemäß der ISO 20462 ein Intervall von 6 JND bereits in etwa einer ganzen Qualitätskategorie entspricht:
"… it is worth noting that in some experiments where a broad range of stimuli have been presented, the categories excellent, very good, good, fair, poor, and not worth keeping have been found to provide very roughly comparable intervals that average about six quality JNDs in width."
Quelle (Punkt 3.4):
https://www.iso.org/obp/ui/#iso:std:iso:20462:-1:ed-1:v1:en
Siehe hierzu auch die Seite 19 der nachstehend verlinkten Präsentation "Adapting ISO 20462 Softcopy Quality Ruler Method for on-line Image Quality Studies":
http://de.slideshare.net/Pdburns/ei2013-soft-copyruler
Aus den vorstehend erläuterten Gründen schiene es mir in praktischer Hinsicht nahe zu liegen, die einer Fehlfunktion verdächtigte

Kamera-Objektiv-Kombination(en) vom Zentralservice der Nikon GmbH in Düsseldorf auf ihre einwandfreie Funktion hin überprüfen zu lassen.